hallo Lipton,
ich habe das mit dem Umzug zweimal gemacht. Als ich so alt war wie du bin ich aus meinem Heimatdorf in ein Dorf in einem anderen Landkreis gezogen. In meinem Heimatdorf war ich stigmatisiert durch meine Herkunftsfamilie. Der Umzug war aber auch mit einer neuen Arbeitsstelle verbunden
Das hat mir gut getan, dort kannte mich niemand, ich habe bei 0 angefangen.
Da der Ort ca. 30 Autominuten von meinem Heimatort entfernt war, haben mich gute Freunde weiterhin besucht.
Da ich frei von "Altlasten" war, bin ich locker und unbeschwert auf andere zugegangen und habe im Dorf neue Bekanntschaften gemacht, unter anderem zwei Freundinnen, die ich heute noch habe.
Viele Jahre später habe ich diesen Schritt noch mal gemacht, meine Beziehung war am Ende, mein Job ebenso und in meinem beruf war auf dem Land schwer etwas zu finden. Ich bekam ein Angebot in einer Stadt, die mir eigentlich nicht gefiel. Vor dem Hintergrund, dass mein Ex furchtbar klammerte, bin ich in die Stadt gezogen. ich habe das so gemacht, wie schon vorher jemand schrieb, ich habe mein Hobby, den Garten intensiviert, habe ganz viele Dinge ausprobiert die in meinem Dorf nicht möglich waren, hatte mal ein Theater-Abo etc.....ich war sehr glücklich als Single in der Stadt.
Gruß
Maccaroni
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 26
Thema: Aus den Augen, aus dem Sinn?
-
19.09.2012, 08:15
AW: Aus den Augen, aus dem Sinn?
-
19.09.2012, 08:37
AW: Aus den Augen, aus dem Sinn?
Ich bin insgesamt 7 Mal umgezogen bisher, aus verschiedenen Gründen. Einmal davon tatsächlich, weil es mir an diesem Ort trotz hübscher Wohnung und guter Verkehrsanbindung nicht mehr gut ging.
Diese Wohnung hatte ich nach der Trennung von meinem Mann genommen. Irgendwann habe ich mit diesem Ort all die negativen Gefühle verbunden, die ich in der Zeit hatte - die Einsamkeit, die depressiven Phasen, die Erfahrungen mit den Männern, die danach kamen - ich war orientierungslos und hatte irgendwann das Gefühl, in dieser Umgebung bekomme ich keine Linie mehr in mein Leben. Dazu kam, dass der Schlag Menschen dort allgemein gesprochen nicht so recht kontaktfreudig ist und ich ohnehin keine soziale Anbindung hatte.
Ich bin dann in eine Nachbargemeinde in einem anderen Regierungsbezirk gezogen, und das habe ich nie bereut. Die Menschen sind dort deutlich offener, meine alten Erinnerungen drücken mir nicht mehr aufs Gemüt.
Ich kann dich also gut verstehen und würde dir zu diesem Schritt auch raten, gerade in deinem Alter. Finanziell wäre es ja offenbar für dich kein Problem, denn ich z. B. muss jetzt berufsbedingt auch 50km einfach pendeln, und dieser Kostenfaktor ist nicht zu unterschätzen. Aber wenn ich es richtig verstehe, würdet ihr die Kosten ja quasi nur verlagern, statt deines Freundes hättest du den längeren Weg.
Entscheiden musst natürlich du allein.
-
19.09.2012, 08:57
AW: Aus den Augen, aus dem Sinn?
Lipton, es wird kein Umzug sein wegen der Menschen denen Du begegnest, ich glaube es wird Zeit das Dorf endlich mal zu verlassen, denn Du hast Dich entwickelt und es wird Zeit vielleicht einfach mal neues zu erleben...
NA ja und 35 Minuten weit weg zu ziehen, nimm es mir nicht übel ist ein kleiner Cut, denn man kann immer noch und zu jederzeit zur Familie und Freunden.... Aber es bringt Abstand!!!!
Luftveränderung tut gut, schnapp Dir Deinen Freund und lest die Wohnungsanzeigen!!!!Das Leben macht was es will und ich auch!
-
19.09.2012, 10:19
AW: Aus den Augen, aus dem Sinn?
Und was spricht denn überhaup gegen "Flucht"?
Vor sich selbst kann man zwar nicht davonlaufen, wohl aber von einer Umgebung oder von Menschen, die einem nicht gut tun. Das sollte man sogar!
-
19.09.2012, 11:10
AW: Aus den Augen, aus dem Sinn?
Guten Morgen zusammen,
danke für die vielen Beiträge, tut wirklich gut zu lesen, wie vielen es schon ähnlich ging und wie vielen es auch wirklich was gebracht hat.
Marga3, ich fühle mich momentan genau so wie du es beschreibst. Ich verbinde auch sehr viele negativen Gefühle mit meinem jetztigen Wohnort und es fühlt sich so an, als ob ich erdrückt werde, keine Luft mehr zum antmen habe und das in meiner eigenen Wohnung
Nein auf das finanzielle kommt es nicht drauf an. Ich werde die Wohnung auch alleine auf mich laufen lassen, weil mein Partner jetzt auch bei mir wohnt und nicht im Mietvertrag steht und das möchte er auch nachher nicht. Ich möchte ihn zu nichts drängen, finde es aber trotzdem nicht wirklich schön, dass er nach 2,5 Jahren (ich weiss, es ist nicht sehr lang) immernoch nicht bereit ist, mit mir einen gemeinsamen Mietvertrag zu unterzeichnen. Nunja, mit dem muss ich wohl oder übel leben.
Veranoazul; Genau, ich denke auch das 25 Jahre am selben Ort zu leben fürs Erste reicht. Zurück kommen kann ich immer, das weiss ich, aber hier bin ich einfach nicht mehr glücklich. Richtig, auch wenn 35 Autominuten nicht die Welt sind, komme ich endlich von diesem Ort los und gewinne Abstand zu gewissen Menschen..
falbala7; schön gesagt! Ich erhoffe mir wirklich viel von diesem Umzug. Klarheit über einiges das mich momentan beschäftigt und ich denke, das der Abstand von gewissen Menschen mir sehr gut tun wird.
Danke für diese tollen Beiträge.
Liebe Grüsse,
Lipton
-
19.09.2012, 11:18Inaktiver User
AW: Aus den Augen, aus dem Sinn?
Du bist eigentlich viel zu jung um in so einem Gefühlssumpf zu stecken.
Und Ruhe? Braucht man die? Mir persönlich ist zuviel Ruhe eher unheimlich,
lieber lenke ich mich ab und unternehme endlos viel.
Da ist doch eine neue Umgebung sehr anregend, alles neu und unbefangen,
keine Gaffer, die einem sowieso nur ihre negativen Gedanken anhängen,
ich bin froh, wenn ich die Leute von früher nicht sehe,
wenn sie mich zu meinem Leben fragen, kriegen sie nur blöde Antworten.
So habe ich Leute gefunden, die alle so ballaballa sind wie ich und mit denen ich
meine Interessen teilen kann und offene schöne Gespräche führen kann,
ohne dass hier auf dem Dorf die letzten fünf Generationen sich im Grab umdrehen müssen.
Im Leben gilt: Wer stehen bleibt, der hat verloren, und wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
-
19.09.2012, 11:31
AW: Aus den Augen, aus dem Sinn?
Liebe Cranberry66,
ich habe von 16 - 21/22 mein Leben sehr genossen. Ging jedes Wochenende auf Partys und war immer unterwegs. Bereiste die Welt (was ich immernoch tue) und knüpfte viele Kontakte. Diese vielen Eindrücke, das ständige auf Achse sein hat mich müde gemacht. Viele falsche Freunde kennengelernt und viele negativen Erfahrungen gemacht. Wenn ich heute mit meiner Erfahrung zurück denke, fasse ich mir an den Kopf.. Es war eine coole Zeit, ohne Frage, aber ich konzentriere mich jetzt auf andere Dinge. Mein Job ist mir sehr wichtig und ich bin heute auch gerne alleine, was ich früher nie konnte.
Wenn sich eine Türe schliesst, öffnet sich eine andere. Ich lass es auf mich zu kommen, sehe es optimistisch und so gehe ich die Sache auch an.
Liebste Grüsse,
Lipton
-
19.09.2012, 13:23
AW: Aus den Augen, aus dem Sinn?
Hallo Lipton,
ich bin auch, damals mit 21 Jahren als ich Zuhause auszog EXTRA etwas weiter weg gezogen.
Das war eine ganz bewusste Entscheidung, wollte da neu anfangen wo mich niemand von "früher her" kannte.
Meine Entscheidung war genau richtig.
Und einen Partner aus dem selben Kaff wollte ich auch nie, hat auch geklappt
.
Und mein Mann sieht das ganz genauso von daher haben wir uns was in der Mitte gesucht und fühlen uns hier sehr wohl.
Wenn ich die ganzen Dorf-Schon-immer-hier-gelebt Menschen so beobachte haben sich viele nicht weiterentwickelt, da leben so einige Jahr für Jahr im selben Rhythmus, weil dass halt immer schon so war.
Dorffeste, Kerb u.s.w. Wer es mag, kein Thema mein Ding wäre es nicht und sicherlich macht es dann auch noch einen Unterschied ob es ein kleiner Ort oder eine Stadt ist.
-
19.09.2012, 15:51Inaktiver User
AW: Aus den Augen, aus dem Sinn?
Nun, meine Erfahrung zeigt, es ändert sich etwas in den Freundschaften, selbst wenn man nur 15 min weiter weg wohnt. Die Bequemlichkeit … Man liegt dann eben nicht mehr "auf dem Weg".
Außerdem ändern sich mit einem Umzug auch oft Gewohnheiten, Interessen und Lebensstil und man entfernt sich auch deshalb etwas voneinander.
Das kann passieren, muss aber nicht.
Auch wenn du später in dein Dorf wieder zurückziehen kannst: Man steigt niemals in denselben Fluss.
Drum noch einmal meine Ermutigung, dir möglichst viele Sachen zu suchen, die dich wirklich im Herzen berühren und dich motivieren, an einem andern Ort einen Neustart zu wagen. Damit meine ich nicht nur einen Platz am Fenster, an dem man gut lesen kann, sondern etwas, dass noch mehr Aktion und Bewegung (innere und äußere) mit sich bringt. Ein Chor, ein ehrenamtliches Engagement im Tierheim, Fallschirmspringen, eine Fortbildung …
Ja, es gibt Situationen im Leben, da muss man einen Neuanfang wagen.
Ja, es gibt Situationen, da tut es gut, den Kontakt zu jemandem einzufrieren.
Und die Sache "aufarbeiten" kannst du auch für dich in einer anderen Stadt. Das ist kein entweder … oder…
Warum kränkt es dich, dass dein Freund nicht auch Hauptmieter sein will? Fehlen dir auch sonst Hinweise darauf, dass es ihm mit dir "ernst" ist?
Ich finde, es kann durchaus Vorteile haben, Hauptmieter zu sein, so auf lange Sicht …
Viel Glück!
-
19.09.2012, 17:09
AW: Aus den Augen, aus dem Sinn?
Guten Tag Fenimi,
da stimme ich dir vollkommen zu. Das aufarbeiten kommt dann von ganz allein. Mir ist klar, dass ich gewisse Dinge nicht einfach so vergessen kann.
Ich weiss, dass er mich liebt, sehr sogar, aber er ist halt immer der Meining; "ja was ist, wenn wir uns trennen? Das macht die Sache doch nur viel komplizierter dann." Ich finde es einfach schade, dass er immer vom Schlimmsten ausgeht. Er kann sich auf nichts einlassen, weil er immer gleich die negativen Dinge raus sucht und dann lieber beim Alten bleibt. Es ist schwer ihn zu beschreiben. Auch bei den Möbeln. Wir diskutieren so lange darüber bis ich sage ok, ich zahle sie selbst, weil ich das Theater nicht brauche und auch nicht jeden Cent umdrehen möchte. Ich hatte noch nie eine Beziehung in der das so war. Vielleicht muss ich mich einfach daran gewöhnen.
Das Gute ist natürlich, dass die ganze Einrichtung mir gehört und es nie Streit geben wird, wenn er mal ausziehen würde. Jedoch finde ich es einfach schade, dass er sich nicht mit dem befasst und einfach mich zahlen und kaufen lässt, ich habs ja. Das macht mir ein wenig Sorgen denn, will ich mit so einem Partner zusammen bleiben, der nur etwas bezahlt, wenn ich es ihm vorgerechnet habe und sage, dass er auch wieder einmal etwas zahlen könnte? Gut, jetzt rege ich mich auf, dass sollte ja eigentlich nicht sein.. Vielleicht wird er sich in dieser Hinsicht ja noch ändern, wir werden sehen.
Ich danke dir
Liebe Grüsse, Lipton



Zitieren
