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    AW: Motivation aus sich heraus

    Hallo Wolkendunst

    ich könnte deine Posts genauso unterschreiben.
    Besonders dies hier:

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das, was mich interessiert sind Menschen, wie sie "ticken", wie sie fühlen, wie sie ihr Leben meistern, aber auch hier alles ganz privat. Mich interessieren weder irgendwelche Promis noch große historische Persönlichkeiten. Und am meisten interessieren mich die Menschen, die mir am nächsten stehen.
    So ist das bei mir auch, aber wieso empfindest du das als nichts und warum wertschätzt du dieses Interesse nicht sondern wertest es ab? Ich finde, das ist auch ein Spezialinteresse, dich interessieren Menschen. Damit könntest du Psychologin werden oder Schriftstellerin, nur als Beispiele; du studierst quasi das Tier Mensch und das ist doch auch was Schönes

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    AW: Motivation aus sich heraus

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Diesen Einwand kann ich gut verstehen, es klingt vermutlich auch so, aber es geht mir bei meinem Leistungswunsch ja gerade nicht um andere, sondern um mich. Ich weiß, dass es MIR gut täte, wieder für etwas zu brennen.

    Leistungsdenken wird oft mit Druck und Gefallenwollen assoziiert, das stimmt schon. Ich habe diesen Druck nie als negativ empfunden, vielleicht weil mir die üblichen, gesellschaftlich erwünschten Leistungen oft leicht gefallen sind.

    Ich empfinde es aber nun im Gegenteil als Problem, dass es niemanden mehr gibt, der an meinen Leistungen interessiert ist, niemanden der mich motiviert. Deshalb sehe ich die Notwendigkeit, mir selbst Ziele zu stecken, um mir das Glück, das darin liegt, sich für eine Sache anzustrengen und dabei Fortschritte zu machen, auf diese Weise wieder in mein Leben zu holen.

    Mein Leben gefällt mir im Moment nicht, weil es in vielen Bereichen, die sich nicht so leicht ändern lassen, für mich völlig unbefriedigend läuft (Beruf, Partnerschaft, Freundschaften). Deshalb bin ich auf der Suche nach einem "Erfolgsprojekt", das ich selbst erschaffen kann und bei dem ich nicht von anderen abhängig bin. Bloß merke ich eben, dass ich ohne den Bezug zu anderen Menschen für wenig zu begeistern bin...
    Okay, ich verstehe Dich besser.

    Allerdings beißt sich die Katze in den Schwanz: Wenn Du bisher nur von außen (von anderen) zu Höchstleistungen zu motivieren warst, wird es Dir voraussichtlich sehr schwer fallen, etwas zu finden, das Dich aus Dir selbst heraus motiviert.

    Ich frage mich bzw. Dich trotzdem, was Dein Anliegen ist: Willst Du einen "Gegen-Pol" schaffen zu dem, was gerade nicht so gut läuft? (warum muss es dann etwas sein, was wieder ein "Erfolgs"-"Projekt" ist?) Oder willst Du Dich kennen lernen, wissen, was Dich bewegt?
    Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.

    - Robert Bresson -

  3. Inaktiver User

    AW: Motivation aus sich heraus

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mir kommt das alles symptomatisch vor. Ich schöpfe meine Motivation und Leidenschaft immer aus anderen Menschen. Ich spüre andererseits genau, dass ich Leidenschaften für Dinge / Tätigkeiten in meinem Leben brauche, bloß wenn sie nicht von außen motiviert werden, bin ich wahllos in meinem Engagement, nehme mir vieles vor, fange einiges an und höre schnell wieder gelangweilt auf.

    Mich würde interessieren, wie das anderen geht. Habt ihr Dinge in eurem Leben, die ihr mit großem Einsatz macht, die nicht letztlich durch andere Menschen motiviert sind? Bei denen euch nur die Sache allein als Motivation ausreicht?
    Ich las grad nur Dein Eingangsposting, und es spricht mich verdammig an!

    Du bist anscheinend ein eher extrinsisch statt intrinsisch motivierter Mensch - ich auch. Und wenn man es anders vorgelebt bekommt, denkt man, man sollte doch anders sein und aus sich heraus motiviert für tausend Dinge und... nö, muss man nicht.

    Oder sieh es mal so: Deine Motivation aus Dir heraus ist es, anerkannt und gemocht werden zu wollen. Und dafür tust Du dann andere Dinge. Das ist doch ok, wenn es positive Ergebnisse zeitigt.

    Gruß Sin


    Edit: Jetzt habe ich den Rest gelesen. Du bist sozial motiviert und interessiert - das ist doch OK! Ich weiß ziemlich genau, was Du meinst mit: "Wissen interessiert mich nicht."
    So, und jetzt ein Geheimnis: Du wertest nur anders. Du stellst einen zu hohen Anspruch an das "aus Dir heraus". Menschen, die sich selbst eher als intrinsisch motiviert beschreiben, haben teilweise durchaus extrinsische Elemente in der Motivation - sie reflektieren das nur anders oder gar nicht so stark. Du hast einen sehr genauen Blick auf Dich selbst und Deine Interaktion mit anderen Menschen. Und ja, da ist so ein Leistungsdingens drin...

    Muss Schluss machen, daher etwas verknappt.

    Gruß Sin
    Geändert von Inaktiver User (17.09.2012 um 22:30 Uhr)

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    AW: Motivation aus sich heraus

    Ich denke, viel ist Typsache. Andererseits hänge ich durchaus auch der Theorie an, dass in der Kindererziehung und Schule systematisch die extrinsische Motivation (durch Bewertung, Lob, Belohnung, Tadel) gefördert wird und es gibt mittlerweile einige Studien, die deutlich machen, dass extrinsische Motivation die intrinsische (also die eigene, autonome) verdrängt. Fällt die extrinsische Motivation weg, gibt es ein Problem.

    Einfaches Beispiel: Kinder werden in zwei Gruppen geteilt und spielen Puzzle. Die, die dafür gelobt werden, wie schön sie puzzeln, puzzeln nach dem Versuch deutlich weniger gern und/oder selbständig. Die Kinder, die nicht gelobt wurden, nehmen sich danach eher mal ein Puzzle. Das funktioniert auch mit Essen - Loben für das Essen von "Gesundem" ist also psychologisch eher kontraproduktiv, langfristig gesehen. Kurzfristig kann Lob und extrinsische Motivation durchaus funktionieren.

    Andererseits sind Menschen nun mal soziale Wesen - ich backe auch nur, wenn ich Abnehmer habe und arbeite lieber in einer guten Atmosphäre.

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    AW: Motivation aus sich heraus

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Oder sieh es mal so: Deine Motivation aus Dir heraus ist es, anerkannt und gemocht werden zu wollen. Und dafür tust Du dann andere Dinge. Das ist doch ok, wenn es positive Ergebnisse zeitigt.
    Der Mensch ist ein soziales Wesen und daher sicherlich auf Rückmeldung durch andere angewiesen. Sein Handeln, seine Motivation aber nur darauf zu fußen, welche Rückmeldung man von anderen erhält, birgt die große Gefahr der Abhängigkeit und der Anfälligkeit für Manipulation in sich - man lässt sich sehr viel schneller vor einem fremden Karren spannen ohne zu überprüfen, ob man diesen überhaupt ziehen möchte und ob das Ziel, das angepeilt wird, überhaupt das Eigene ist.
    Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.

    - Robert Bresson -

  6. Inaktiver User

    AW: Motivation aus sich heraus

    LaRimbecca,

    das ist mir durchaus klar. Deswegen schrieb ich ja auch: "solange es positive Ergebnisse zeitigt". Sprich: ein gutes Abi, weil man Anerkennung von den Lehrern will/bekommt, ist ja nix Schlimmes. So, wie Wolkendunst sich beschreibt, sehe ich die Gefahr nicht, die Du benennst.

    Und zum Zweiten wollte ich eben darauf hinaus, dass Wolkendunst sich eben sehr kritisch und genau betrachtet in ihrer Motivation. Ich spreche aus Erfahrung. Ich kenne mind. einen Menschen, der 1000 Dinge tut, weil sie ihn interessieren. Um soziale Anerkennung geht es überhaupt nicht. Ach ja. Ach ja?

    Jeder hat seine(n) eigenen emotionale(n) Treiber. Und nicht alle Menschen gucken da so genau hin und betrachten sich so kritisch, ob sie genug Leistung und Interesse aus sich selbst heraus erbringen. Und was genau eigentlich "aus sich selbst heraus" heißt.

    Und hier kommt auch das Leistungsdingens ins Spiel: Dinge, die man aus sich heraus gern tut, die einen aber nicht anstrengen, die zählen nicht. Meine Vermutung: da gab es mal gehörigen Leistungsdruck. Und einen explizit "intrinsischen" Menschen im Hintergrund. Und gerade daher auch die Weigerung, sich zu "interessieren" und das Bedürfnis nach
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    primitiven menschlichen Bedürfnisse: essen, schlafen, Natur erleben, seinen Körper in Anstrengung und Ruhe spüren.
    Aber vielleicht projiziere ich auch zuviel.

    Gruß Sin

  7. Inaktiver User

    AW: Motivation aus sich heraus

    Danke für eure Gedanken, das sind ganz viele Überlegungen, die ich spannend finde.

    Was die Freude an den schönen, einfachen Dingen im Leben angeht - das bin ich. So war ich schon immer. Ich bin (manchmal leider) ein großer Genussmensch was alles Körperliche angeht. Ich denke nicht, dass das eine Fluchtbewegung zum sonstigen Leistungsdruck ist... Bloß diese Dinge machen mir zwar Spaß und tun mir auch oft gut, aber sie sind nicht sinnstiftend. Und genau danach suche ich.

    Ich empfinde in meinem Leben eine große Leere, die ich füllen muss. Mein Beruf erfüllt mich nicht, Partner habe ich keinen und es sind gerade auch noch wichtige Freundschaften zerbrochen. An diesen drei Bereichen etwas zu ändern, ist zwar auch notwendig, aber das kann langwierig sein und das Vorankommen ist nicht nur von einem selbst abhängig. Deswegen mein Plan, mein Glück erstmal nicht mehr von anderen Menschen abhängig zu machen, sondern für mich selbst etwas zu finden, was mich fordert und in Anspruch nimmt.

    Von Camus gibt es diesen Ausspruch, dass man sich Sisyphos (der dauernd umsonst einen Stein den Berg raufwälzt) als glücklichen Menschen vorstellen muss. Dieser Logik kann ich folgen. Der Mensch braucht Anforderungen, Aufgaben, etwas, das auch schwer ist. Sich einer Sache zu widmen kann sehr sinnstiftend sein. Ich habe diese Erfahrung auch oft gemacht, bloß kam der erste Impuls, mich überhaupt mit etwas zu beschäftigen, nie aus mir selbst.

    Wenn ich völlig frei bin, welcher Sache ich mich widmen soll, kann ich mich einfach nicht festlegen. Ich habe auch keine einseitigen Begabungen, die den Weg vorgeben würden. Vielleicht sollte ich mich einfach für irgendetwas entscheiden und das dann nicht mehr in Frage stellen, so lange, bis es eine feste Gewohnheit geworden ist? Weil eigentlich ist es ja egal, was man mit Leidenschaft macht, hauptsache es gibt da überhaupt etwas...
    Geändert von Inaktiver User (18.09.2012 um 10:13 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Motivation aus sich heraus

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mein Leben gefällt mir im Moment nicht, weil es in vielen Bereichen, die sich nicht so leicht ändern lassen, für mich völlig unbefriedigend läuft (Beruf, Partnerschaft, Freundschaften). Deshalb bin ich auf der Suche nach einem "Erfolgsprojekt", das ich selbst erschaffen kann und bei dem ich nicht von anderen abhängig bin. Bloß merke ich eben, dass ich ohne den Bezug zu anderen Menschen für wenig zu begeistern bin...
    Wieso ist denn nicht das GEfühl da, daß Du an den "völlig unbefriedigenden" Projekten mal tiefer einsteigst?
    Es ist ja relativ einfach sich für andere einzusetzen, was uns das Gefühl von Bestätigung gibt-- eine andere sich mal selber anzusehen. Was aber doch auch sehr spannend ist.

    Da kannst Du sehr viel aus Dir selber schaffen- und dazu sehr viel für Dich selber lernen.

    Wäre das keine Idee??

    kenzia

  9. gesperrt

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    AW: Motivation aus sich heraus

    Man kann auch aus "einfachen" Interessen mehr machen. Bewegung und Essen sind super Ausgangspunkte.

    Z.B. eigenes Ziel: Einen 10 / 20 / 42 km Lauf mitzumachen oder eine Wanderung über die Alpen oder eine Kanutour oder eine Radreise. Soziale Komponente: passende Trainings- / Reise-Gruppe so suchen, dass keine (Einzel-)Abhängigkeit entsteht. Eigene Entwicklung ist dabei inbegriffen. Wettbewerb ist möglich wenn man ihn braucht.

    Oder Essen: Die Möglichkeiten / Richtungen sind unbegrenzt. Kann man alleine oder mit anderen vertiefen. Kochen / Rezepte lesen / - selbstentwickeln / Eigenanbau im Kleinformat (= Kombination mit Natur) / genießen / Blogs / Slowfood / selber eine sich gegenseitige-Bekoch-Gruppe gründen.

    Oder Naturerlebnisse ... was begeistert daran besonders? Spezielle Landschaften? Jahreszeiten? Flora? Fauna?
    Irgendein Interessensgebiet eingrenzen und dem spezifischer nachgehen .... geführte Wanderungen / Literatur / Veränderungen übers Jahr beobachten / Förderprojekten beitreten ....

    Den Sinn muss man den Dingen selbst geben.
    Liegt ein grundlegendes Interesse vor, ist es schon mal nicht sinnlos. Das trifft auch auf Essen, Schlafen, Naturverbundenheit zu. Ein weiterer Sinn kann sein, sich selbst weiterentwickeln zu wollen, soziale Kontakte pflegen zu wollen. Darüber hinaus Sinn stiftend kann man auf gesellschaftlicher Ebene werden, in dem man ein entsprechendes Projekt unterstützt.

    Selbst wenn man einen Regenwurm von der befahrenen Straße nimmt, hat das Sinn wenn man es für sinnvoll hält.

    Vielleicht ist es gar nicht die Motivation, die fehlt, sondern eher die Anerkennung der vorhandenen Motivation bzw. des Interesses als solches oder die Fantasie oder die Umsetzung (eines vorhandenen Impulses)?

    Eine Freundin von mir, die im Grunde nicht sehr fremdsprachenbegeistert ist, hatte für sich beschlossen, ihrem Hirn mehr und anderes als das alltägliche Futter zu geben und hatte deshalb Spanisch zu lernen begonnen. Inzwischen hat sie mehrere Kurse hinter sich und ihre Urlaubsgestaltung hat sich dadurch völlig verändert. Eine andere Bekannte, die als Jugendliche viel Sport gemacht hatte und inzwischen eher lustlos im Fitnessstudio herumdümpelte, setzte sich das Ziel einen Halbmarathon mitzulaufen um mal wieder "auf Leistung" zu kommen. Hat sie durchgezogen obwohl sie ursprünglich nicht im Laufen zuhause war.

    Ich bin auch davon überzeugt, dass mehr Motivation durch mehr (gezieltes) Tun und Umsetzung entsteht.

  10. Inaktiver User

    AW: Motivation aus sich heraus

    Zitat Zitat von kubus Beitrag anzeigen
    Man kann auch aus "einfachen" Interessen mehr machen. Bewegung und Essen sind super Ausgangspunkte.
    Hallo Kubus,

    mir fällt auf, dass ich das, was du zu den Themen Sport, Essen und Natur vorschlägst, in weiten Teilen bereits mache... Das kommt auch wirklich aus mir selbst. Irgendwie hatte ich es für mich einfach ausgeschlossen, mich hier noch weiter zu engagieren, da das eh meine großen Leidenschaften sind. Das scheint so ein fixer Gedanke von mir zu sein, dass ich mich mal zu etwas motivieren müsste, was mir schwerfällt...

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