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    AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Aber - dieses Gefühl zu lieben, das glaube ich eben ist noch einmal was anderes.
    Das glaube ich eben schon, zu spüren dass das - anders als die Bindung, die gelebt werden muss und wachsen muss - in mir angelegt ist.

    Nastjenka,
    natürlich gibt es das. Mütterlichkeit als Charakterzug. Als ich meine Frau mit 16 kennenlernte, trug sie viel dieser Mutterliebe in sich. Und auch den Schmerz brachte sie wie Du zum Ausdruck, wenn sie Kinder sah, die von ihren Müttern kalt oder abweisend "befühlt" wurden.

    Ich kenne diese Väterlichkeit erst durch meine Kinder. Es gibt sie aber in dieser "abstrakten", weil (noch) kinderlosen
    Form auch bei Männern, aber recht selten. Bei Frauen ist sie sicher häufiger, aber auch nicht "die Norm".

    Hans
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  2. Inaktiver User

    AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch

    Mein Empfinden ist ähnlich dem von Honey. Allerdings würde ich es anders formulieren: Ich glaube nicht, dass ich in der Lage wäre, einen Partner so zu lieben wie meine Kinder. Und vielleicht empfinde ich auch diese Tatsache deshalb so intensiv, weil es mir so schwer fällt, überhaupt Bindungen einzugehen und (jetzt kommt ja erst das Schwierige) sie auch über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten.

    Insofern könnte ich mir sehr gut vorstellen, was Nastjenka damit meint, in sich selbst die Fähigkeit zu dieser Art von Liebe deutlich zu spüren. Möglich, dass bei ihr die von vornherein gegebene Diskrepanz sehr viel kleiner ist als - beispielsweise - bei mir; durch charakterliche Anlage sowie behüteterem Aufwachsen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Darum glaube ich auch Mutterliebe beinhaltet ein bisschen eine Entscheidung und ein bisschen ein sich Einlassen. Durch das Zusammenleben wird diese Bindung immer fester, aber man muss eben dabei loslassen lernen,was ein ganz anders Thema ist.
    Das kann ich total unterschreiben.

    Ich weiß noch, wie entsetzt ich über mich selbst gewesen bin, als ich mit meinem neugeborenen Sohn zum ersten Mal alleine war, ihn ansah und - nichts fühlte. Von wegen: Man sieht sie und ist sofort hin und weg Das ist eine der größten Verklärungslügen überhaupt.

    Es ist immer eine Frage der Entscheidung

    Interessant fand ich auch die These, die hier schon aufgestellt worden ist, dass man eigene Kinder liebt, weil man sich selbst in ihnen wiederfindet. Bei meinem Sohn ist das aber gar nicht; er sieht seinem Vater sehr ähnlich. Aber bei meiner Tochter könnte ich das mittragen.

    Eine sehr fruchtbare Diskussion hier

  3. Inaktiver User

    AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mein Empfinden ist ähnlich dem von Honey. Allerdings würde ich es anders formulieren: Ich glaube nicht, dass ich in der Lage wäre, einen Partner so zu lieben wie meine Kinder. Und vielleicht empfinde ich auch diese Tatsache deshalb so intensiv, weil es mir so schwer fällt, überhaupt Bindungen einzugehen und (jetzt kommt ja erst das Schwierige) sie auch über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten.
    Stimmt. Mir geht es genauso. Ich bin für hingebungsvolle, selbstlose Liebe zu einem Mann nicht geschaffen; es blieb und bleibt immer ein großes Stück Distanz. Für meine Tochter kann ich sie hingegen empfinden.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich weiß noch, wie entsetzt ich über mich selbst gewesen bin, als ich mit meinem neugeborenen Sohn zum ersten Mal alleine war, ihn ansah und - nichts fühlte. Von wegen: Man sieht sie und ist sofort hin und weg Das ist eine der größten Verklärungslügen überhaupt.
    Das warbei mir genau umgekehrt. Ich hatte schon vor der Geburt mächtig Angst, daß mir das passieren könnte: dass ich nichts für das Kind empfinde, oder daß ich eine postnatale Depression bekomme. Aber kaum hielt ich sie im Arm, warich regelrecht verzückt. Wahrscheinlich eine Oxytocin-Überschwemmung zur rechten Zeit

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    AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich bin für hingebungsvolle, selbstlose Liebe zu einem Mann nicht geschaffen; es blieb und bleibt immer ein großes Stück Distanz.
    Auch nicht für den Moment? Diese besonderen Momente, in denen Du dem Partner so nah bist, das keiner was sagen muss... und in denen du erlebst, dass du dies - zu diesem Zeitpunkt - eben nur mit genau diesem Menschen erleben kannst - und willst. Das kann in der Sexualität, aber genauso gut auch in anderen Situationen sein. Wo Du diese tiefe Liebe spürst, die sich nicht erklären läßt - aber sehr glücklich macht.... wären diese Momente ständig oder würde ich sie ständig brauchen, fände ich das furchtbar.. sie sind eher wie so Lichter, die immer wieder auftauchen, dann aber so intensiv, dass ich ohne eben diese Momente und Gefühle nicht das Gefühl hätte, so verbunden zu sein mit meinem Partner. Und wohlgemerkt: wir sind ein Paar, das extrem viele eigene Wege ohne einander geht...

    Tatsächlich habe ich wohl diese Liebe - ich halte da Wort bedingungslos für überflüssig, weil es sonst eh keine Liebe ist - für meinen Mann - auf einer "erwachsenen" Ebene, die nichts mit "brauchen" zu tun hat.. mehr mit lassen können...

    Aber diese Glanzlichter... ich hatte gerade im letzten Urlaub wieder einige davon, einmal in einem ganz profanen Moment... als er mir spontan die Haare föhnte... .. die sind's...

    Syriana
    ECSTACY
    Find ectasy within yourself.
    It is not out there.
    It is in your innermost flowering.
    The one you are looking for is you!


    "Heute: Das ist Dein Leben."
    Kurt Tucholsky

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    AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch

    Zitat Zitat von Syriana Beitrag anzeigen
    Aber diese Glanzlichter... ich hatte gerade im letzten Urlaub wieder einige davon, einmal in einem ganz profanen Moment... als er mir spontan die Haare föhnte... .. die sind's...
    Ja, die sind es wirklich!

    Ob das mit dem, was eine Mutter für ihr Kind empfindet, vergleichbar ist?
    Ich weiß es nicht, werde es nicht mehr wissen.

    Was ich aber feststelle:
    nachdem dieser Platz in meinem Herzen unbesetzt bleiben wird, scheint viel Energie und Hingabe frei geworden zu sein. Ich lebe mein Leben viel bewußter, als ich es früher tat. Das, was ich tue und lebe, hat einen anderen STellenwert bekommen, seitdem mir klar ist, dass es so bleiben wird.

    Und ja, ich habe den Eindruck, als wenn ich doch ein Teil ungelebter Mütterlichkeit in manche Freundschaft, in manches Projekt stecke. Ich bin sehr froh, dass mir das gelingt. Denn seitdem spüre ich wieder meine Lebendigkeit, die mir im Laufe der Sehnsucht nach Partnerschaft und Elternschaft abhanden gekommen war.
    Man muss nur immer einmal öfter aufstehen als man umgefallen ist.
    "Ihr sollt immer denken: Ich werde es schaffen" Dalai Lama


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    AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch

    Zitat Zitat von Einzelne Beitrag anzeigen
    Ob das mit dem, was eine Mutter für ihr Kind empfindet, vergleichbar ist?
    Ich weiß es nicht, werde es nicht mehr wissen.
    Ich auch nicht. Ich stelle mir vor, das es anders ist. Einerseits ist die Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem Kind eben auch eine Beziehung, die sich entwickeln kann und wird, so oder so, die auch nicht "automatisch" und wie magisch nur toll ist.. andererseits: ein Kind braucht Dich viele Jahre zu 100%. Da kannst Du nicht einfach mal sagen: Och nö, heute keine Lust...

    Es ist einer der verantwortungsvollsten "Jobs" überhaupt - denn Eltern sind zum megagrößten Teil wirklich dafür verantwortlich, WIE ihr Kind ins Leben hinauszieht.. was sie ihm mitgeben, oder eben auch nicht, ist wesentlich! Davor, wie gesagt, habe ich hohen Respekt, wobei niemand dafür immer alles richtig machen muss...

    Zitat Zitat von Einzelne Beitrag anzeigen
    nachdem dieser Platz in meinem Herzen unbesetzt bleiben wird, scheint viel Energie und Hingabe frei geworden zu sein. Ich lebe mein Leben viel bewußter, als ich es früher tat. Das, was ich tue und lebe, hat einen anderen STellenwert bekommen, seitdem mir klar ist, dass es so bleiben wird.

    Und ja, ich habe den Eindruck, als wenn ich doch ein Teil ungelebter Mütterlichkeit in manche Freundschaft, in manches Projekt stecke. Ich bin sehr froh, dass mir das gelingt. Denn seitdem spüre ich wieder meine Lebendigkeit, die mir im Laufe der Sehnsucht nach Partnerschaft und Elternschaft abhanden gekommen war.
    Find ich schön zu lesen. Letztendlich gibt es so viele Facetten im Leben, wo man seine Energie, seine Kreativität, und ja, auch seine Hingabe einbringen kann... und dann ist es eben nicht Ersatz, sondern steht für sich. Für mich übrigens mit das Wichtigste überhaupt: seine Lebendigkeit spüren...

    Syriana
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  7. Inaktiver User

    AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch

    Zitat Zitat von Einzelne Beitrag anzeigen
    Ob das mit dem, was eine Mutter für ihr Kind empfindet, vergleichbar ist?
    Ich weiß es nicht, werde es nicht mehr wissen.

    Was ich aber feststelle:
    nachdem dieser Platz in meinem Herzen unbesetzt bleiben wird, scheint viel Energie und Hingabe frei geworden zu sein. Ich lebe mein Leben viel bewußter, als ich es früher tat. Das, was ich tue und lebe, hat einen anderen STellenwert bekommen, seitdem mir klar ist, dass es so bleiben wird.
    schöner Beitrag

    Ja, die große Frage: gibt es eine Liebe oder eine Intensität von Liebe, die man ausschließlich für die eigenen Kinder empfinden kann? Ich als Kinderlose weiß es nicht, habe auch in mir so eine Ratlosigkeit, dass ich es für mich einfach nicht beantworten kann. Logisch wäre es, dass die Natur es so eingerichtet hat.

    Ich finde den Gedanken schön, dass ich ohne Kinder irgendwie "globaler" denken kann, also z. B. die Zeit und das Geld, das ich dadurch mehr habe, für eine Sache geben kann, an der mir liegt. Und dass 7 Mrd. Menschen wahrlich genug sind und es darunter doch so viele gäbe, denen ich vielleicht ein ganz klein wenig abgeben kann, sei es materiell oder emotional.

    Aber wie mir jemand in einem anderen Strang einmal geschrieben hat: Als Kinderlose weißt du nie, wie es mit Kindern gewesen wäre. Aber mit Kindern weiß man ab dem Alter, in dem man sie bekommen hat, auch nie, wie es einem ohne sie ergangen wäre. Man hätte sich ja auch weiterentwickelt und hätte bestimmte Erkenntnisse vielleicht auch so gehabt, einfach durch die wachsende Lebenserfahrung oder die Dinge, die einem passieren.

    Gruß
    Schnurrhaar

  8. Inaktiver User

    AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Nastjenka,
    natürlich gibt es das. Mütterlichkeit als Charakterzug. Als ich meine Frau mit 16 kennenlernte, trug sie viel dieser Mutterliebe in sich. Und auch den Schmerz brachte sie wie Du zum Ausdruck, wenn sie Kinder sah, die von ihren Müttern kalt oder abweisend "befühlt" wurden.


    Ja, sowas in der Art meine ich.
    Wobei ich definitiv keim Muttchen bin, das alle Kinder sofort betüddelt.

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    AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, verstehe ich,
    Nein, Du hast es nicht verstanden


    Ich empfinde das genau wie Du:
    Aber - dieses Gefühl zu lieben, das glaube ich eben ist noch einmal was anderes.
    Das glaube ich eben schon, zu spüren dass das - anders als die Bindung, die gelebt werden muss und wachsen muss - in mir angelegt ist.
    [...]
    Darum glaube ich auch Mutterliebe beinhaltet ein bisschen eine Entscheidung und ein bisschen ein sich Einlassen. Durch das Zusammenleben wird diese Bindung immer fester, aber man muss eben dabei loslassen lernen,was ein ganz anders Thema ist.

    Ja, und da bin ich mir einfach sicher, dass ich da ganz einfach mitreden kann, und nicht Sätze anfangen muss mit, obwohl ich kein Kind habe, glaube ich dazu etwas sagen zu können.
    ... und alles (auch das, was ich im Zitat weggelassen habe ist m.E. wahr und richtig)

    Trotzdem ist für diese Frau, von der ich schrieb, ihre Erfahrung doch ebenso wahr.

    Das meitne ich. Alle menschen sind verschieden, jeder hat seine eigene Persönlichkeit, seine eigenen Erfahrungen und irgendwie sogar seinen eigenen Begriff von Liebe

    Und jeder hat auf seine Weise Recht, jede Seite hat ihre eigene Wahrheit, und jeder liebt, so gut er es eben vermag.

    oder ?


    Und niemand muss sich angegriffen fühlen, weil ein anderer eben anders empfindet oder einen nderen Erfahrungshintergrund hat und von sich erzählt.
    .

    Segne die Gegenwart

    Vertraue Deinem Selbst

    Erwarte das Beste


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    AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    Ja, sowas in der Art meine ich.
    Wobei ich definitiv keim Muttchen bin, das alle Kinder sofort betüddelt.
    Eine der größten Hürden in Diskussionen ist die implizite oder explizite Gleichsetzung von Mütterlichkeit (als Charakterzug) mit dem Bild des Muttchens als Karikatur. Wie jede Karikatur enthält sie ein Körnchen Wahrheit, aber nur eines. Der Rest ist Vorurteil.

    Hans
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