Obwohl ich keine eigenen Kinder habe, kann ich das jetzt doch ganz gut nachvollziehen, was du schreibst. Ich komme mir ja manchmal komisch vor, wenn ich einige meiner Freundinnen sehe, die in völliger Symbiose mit ihrem Partner und den gemeinsamen Kindern aufgehen, die man nur noch im Doppelpack, Dreierpack oder Viererpack antrifft und die so überhaupt nicht mehr an anderen Menschen interessiert sind. Ich lebe das mit meinem Freund nicht so und wir wollen das auch nicht so. Da würde ich die Krise bekommen. Beruhigend zu erfahren, dass es doch Menschen gibt, die ähnlich ticken![]()
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03.10.2012, 21:06
AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch
Geändert von Verwunderte (03.10.2012 um 21:10 Uhr)
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03.10.2012, 21:24
AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch
So, nochmal kurz *hierbin* (Haare gewaschen und trocken):
Da haben wir es wieder, das Missverständnis, dass bedingungslose/selbstlose Liebe mit Symbiose, mit Selbstaufgabe und mit ständiger Nähe verbunden ist, bzw. mit diesen "Qualitäten" bedeutungsgleich gesetzt wird.
Puhh, das würde mir auch gewaltig auf den Keks gehen, müsste ich mit Menschen zusammen sein, die ständig so drauf wären (Meine Mutter hatte übrigens eine leichte Schlagseite in die Richtung...
).
Ich finde, wirkliche "selbstlose Liebe" ist alles andere als aufdringlich und symbiotisch. Jemand, der selbstlos liebt, hält sich gerade WEIL er seine Angehörigen/Kinder/XYZ liebt, unaufdringlich im Hintergrund. Seine Liebe ist ein "stilles Angebot", das immer präsent ist, aber das erst genau dann "aktiviert" wird, wenn es die Situation erfordert. Dabei kann "selbstlose Liebe" bedeuten, den anderen (z.B. das Kind) eben NICHT die eigenen Vorstellungen aufzudrängen, zu manipulieren, in eine bestimmte Richtung zu drängen, sondern es (das Kind) so sein zu lassen, wie es ist. Und ansonsten unterstützend zur Seite zu stehen. Selbst_los bedeutet für mich, die Fähigkeit zu besitzen, von sich und den eigenen Interessen abzusehen, OHNE sich selbst dabei zu verlieren... paradox....und mal wieder schön theoretisch, gell?
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03.10.2012, 21:48
AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch
Dafür von Herzen

Aber ist nicht gerade diese Liebe und noch ganz besonders zu eigenen Kindern die schwierigste und seltenste?
Nur wenn es sie gibt, dann ganz bestimmt am ehesten zu eigenen Kindern. Und vielleicht auch zu Tieren, wenn ich so in mich horche.
Ausserdem ist die selbstlose Liebe wohl leider nicht selbstverständlich für Mütter, gar Väter. Wenn ich da an den Strang "schwierige Mutter" denke, oder an vernachlässigte und getötete Kinder, an missbrauchte und vergewaltigte Kinder, an ins Heim oder Pflegefamilien gegebene Kinder...
Als Kinderlose ist man immer im Stadium des idealistischen, erhofften und vorgestellten Gefühl, das man erwarten würde, erwartet hätte als Mutter, und das man nie erfahren wird. Aber wie viele Mütter haben das so auch nie erfahren, bemerken es die meiste Zeit garnicht mehr, eben weil die Kinder und ihr Alltag so über allem anderen stehen?Man muss nur immer einmal öfter aufstehen als man umgefallen ist.
"Ihr sollt immer denken: Ich werde es schaffen" Dalai Lama
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03.10.2012, 21:49
AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch
Nicht böse sein, Nastjenka,
, aber wie schon jemand geschrieben hat: das hat mehr mit Dir zu tun als mit den Aussagen von irgendjemandem. 
Mir hat erst vor kurzem auch eine wirklich ganz liebe Frau Folgendes gesagt: ob ich mir nicht doch noch überlegen will, ein Kind zu haben, jetzt wo es mir finanziell besser geht. Denn erst durch ein Kind würde man echte Liebe kennenlernen. Sie hätte das vorher auch nicht geahnt, aber seit sie ihr Kind hätte, wüsste sie erst wirklich, was Liebe ist.
Hätte ich mich jetzt abgewertet fühlen können. Oder mir denken können, bohr nur in der Wunde
Hab ich komischerweise überhaupt nicht gedacht
Das ist ihre Erfahrung. Und die ist für sie einfach wahr und echt. Und ich fand auch schön, wie sie über ihr Kind und ihre Gefühle erzählt hat.
Kann ja auch sein, daß es wirklich so ist. Daß sich mein Verständnis von Liebe wirklich nochmal verändern würde mit einem eigenen Kind. Jedenfalls muss man es nicht so verstehen, daß es gegen einen gerichtet ist, wenn ein anderer von sich erzählt.
Verstehst Du, was ich sagen will ?
Und dann gibt es auch noch das, was mir meine Adoptiv(!)Mutter über ihre Liebe zu mir erzählt hat. Momente, in denen sie so unendlich erfüllt war von ihrer Liebe zu mir, daß sie sie immer in Erinnerung behalten und mir davon erzählt hat. Obwohl ich nicht ihr leibliches Kind war.
Es gibt nie nur eine einzige "Wahrheit"
.
Segne die Gegenwart
Vertraue Deinem Selbst
Erwarte das Beste

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03.10.2012, 21:52
AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch
@bruennette
Wunderschön, und sehr klug, was Du über die "wahre Liebe" - denn das ist für mich die bedingungslose Liebe - schreibst
.
Segne die Gegenwart
Vertraue Deinem Selbst
Erwarte das Beste

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04.10.2012, 08:03Inaktiver User
AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch
Ja

Ich glaube nicht, daß es das, was du beschreibst, zwischen Mann und Frau gibt. Jedenfalls nicht allzu oft. Die sexuelle Liebe ist zu störungsanfällig, oft auch zu flüchtig, zu überfrachtet mit Erwartungen und Idealvorstellungen, um ein "stilles Angebot" sein zu können. Das gibt es dann doch eher zwischen Mutter und Kind.
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04.10.2012, 08:41Inaktiver User
AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch
Ja, verstehe ich, ich bin ja inzwischen auch ein bisschen wieder zurück gerudert.
Aber trotzdem sehe ich es anders.
Klar, natürlich weiß ich nicht, wie es sich anfühlt, wenn ein Kind in mir heranwächst, von mir gestillt wird und diese unendlich enge Bindung wächst. Dass ich diese Bindung nicht kenne und habe gebe ich gerne zu und das ist es auch, was ich mir für mein Leben mehr wünsche. Sozusagen "gelebte Liebe"
Aber - dieses Gefühl zu lieben, das glaube ich eben ist noch einmal was anderes.
Das glaube ich eben schon, zu spüren dass das - anders als die Bindung, die gelebt werden muss und wachsen muss - in mir angelegt ist.
Weißt Du, ich habe es öfter erlebt das ein Kind auf die Welt kommt und da ist bei der Mutter - und dem gesamten Umfeld - erstmal ein kleines Zurückzucken. Nicht weil irgendetwas mit dem Kind nicht stimmt, sondern, weil es etwas mitbringt - eine ganz schön eigene Persönlichkeit. Und eben selbst die Muttter erstmal stutzt... und dann kommen wichitig Tage, wie auch Hebammen sagen, wo man sich kennenlernt *Binding*. Darum glaube ich auch Mutterliebe beinhaltet ein bisschen eine Entscheidung und ein bisschen ein sich Einlassen. Durch das Zusammenleben wird diese Bindung immer fester, aber man muss eben dabei loslassen lernen,was ein ganz anders Thema ist.
Ja, und da bin ich mir einfach sicher, dass ich da ganz einfach mitreden kann, und nicht Sätze anfangen muss mit, obwohl ich kein Kind habe, glaube ich dazu etwas sagen zu können. Nicht über Schwangerschaftem Stillprobleme etc. und auch andere ganz alltäglich Dinge (obwohl ich da manchmal ganz gern zuhöre), aber über Mutterliebe eben schon, vielleicht auch weil ich sie eben als Kind sehr warm erlebt habe.
Vielleicht hat nicht jeder das so in sich, aber ich bin eben sicher, dass so von mir sagen zu können. Und darum tut es mir auch sehr weh zu sehen, wenn ich eine Mutter mit einem Kind beobachte die kalt mit diesem umgeht oder auf eine andere Art und Weise die Bindung gestört ist. Zum Glück ist das aber die Minderheit, zumindest wo es augenscheinlich wird.
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04.10.2012, 08:53
AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch
Schade!

Wenigstens ein bisschen!Jedenfalls nicht allzu oft.
Ich habe nicht gesagt, dass es einfach ist.... aber ich habe das selbst, wenn auch nicht bei meinen Eltern - leider - erleben können. Aber meine Pateneltern waren so. Und bei einem guten Freund und seiner Frau ist es genauso. Das ermutigt und bestärkt mich, daran zu glauben, dass das tatsächlich umsetzbar ist.Die sexuelle Liebe ist zu störungsanfällig, oft auch zu flüchtig, zu überfrachtet mit Erwartungen und Idealvorstellungen, um ein "stilles Angebot" sein zu können. Das gibt es dann doch eher zwischen Mutter und Kind.
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PS:
Einzelne, Danke!
, und auch Dir, Jolanda, Dankeschön!
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04.10.2012, 09:00Inaktiver User
AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch
Mein "Problem" ist eher, dass die Liebe auch in diesem Strang (und nicht nur hier!) doch stark überhöht wird.
Zum einen als bedingungslos (Eltern-Kind-Liebe) und zum anderen als unrealistisch (erotische Liebe)
Zitat von Honey-Suckle:
so dass sie denjenigen, die sich danach sehnen, nach der Lektüre womöglich noch unerreichbarer erscheint.Ich glaube nicht, daß es das, was du beschreibst, zwischen Mann und Frau gibt. Jedenfalls nicht allzu oft. Die sexuelle Liebe ist zu störungsanfällig, oft auch zu flüchtig, zu überfrachtet mit Erwartungen und Idealvorstellungen, um ein "stilles Angebot" sein zu können.
Ich betone: Womöglich. Es ist mein ganz persönlicher, subjektiver Eindruck.
Gelebte Liebe muss aus meiner Sicht weder ein stilles Angebot noch bedingungslos sein, das finde ich für mich viel zu anspruchsvoll und letztlich auch unerreichbar.
Doch ich finde es ganz abgesehen davon wunderschön, was Ihr (Bruennette) für ein Liebesverständnis habt und wie es hier beschrieben wurde!
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04.10.2012, 09:40
AW: Bedauernswert kinderlose Alleinstehende? - zweiter Versuch
Mit diesem Aspekt sprichst Du Wichtiges an. Und ich gebe zu ,dass das eine Gefahr ist, der ich ebenfalls schon erlegen bin: dass man eine Partnerschaft (oder auch Freundschaft) abbricht, ihr (auch deswegen) keine Chance mehr gibt, nur weil dieses Ideal nicht erreicht wurde. Hab ich schon getan. Und war danach von der "Unperfektheit" der Beziehungen (oder auch der Dinge allgemein, und letztendlich von mir selbst) eher entmutigt. Ich denke aber, dass ich seither wenigstens ein bisschen (aufgrund erstaunlicher Erfahrungen) dazugelernt habe, und zwar, mich selbst immer mehr in meiner Unperfektheit anzunehmen und damit auch die Menschen um mich herum besser anzunehmen. Und damit auch letztendlich Beziehungen in ihrer Unperfektheit ein wenig mehr annehmen zu können. Zu sehen, dass es so, wie es ist, genau richtig ist. Dass Konflikte, Meinungsverschiedenheiten, manchmal auch "Kräftemessen", einfach dazugehören. Wenn ich das akzeptieren kann, dann tun sich wie durch ein Wunder und scheinbar plötzlich "kleine Inseln bedingungsloser und stiller Liebe" auf. Wo man plötzlich fähig wird zu geben, aber auch, zu empfangen.... (Wobei ich da noch ganz am Anfang stehe. Aber das ist Ok => was ich mir ab und zu immer wieder selbst sagen muss, weil mich mein Perfektheitsanspruch doch noch ab und zu einholt... Aber die schlimmsten Spitzen sind nicht mehr in meinem Leben präsent. Das ist weg, seit ca. 2 Jahren. Und das ist wunderschön!
Und weil ich das so erlebe (erlebt habe) hat sich dieses "Ideal" in mir von einem Druck "Du musst das erfahren!" zu einer Möglichkeit" Du kannst und darfst das erfahren" gewandelt und wärmt mir so, wenn ich daran denke, das Herz. Schön, dass es diese Möglichkeit gibt, die sogar manchmal zur Realität werden kann, aber nicht "muss".....



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