Wenn jemand bereit ist, sich mit Dir zu unterhalten, dann kannst Du in der Regel davon ausgehen, dass er auch wieder dazu bereit sein wird – es sei denn, das Gespräch mit Dir war ihm unangenehm, oder er hat festgestellt, dass er mit Dir nichts anfangen kann.
Das merkst Du aber, indem Du bei einem nächsten Gesprächsversuch auf folgende Anzeichen achtest:
Hört der andere Dir zu oder ist er geistig abwesend? Lässt er sich auf das Gespräch ein oder würgt er es ab – und zwar, ohne später von sich aus nochmals auf Dich zuzukommen?
Sobald Du diese negativen Anzeichen merkst, weißt Du, dass Du Dich um diesen Menschen nicht mehr bemühen musst. Also wirst Du auch nicht aufdringlich. Einen zweiten Versuch hast Du also in jedem Fall. Erst dann, wenn Du offenkundige Anzeichen von Desinteresse ignorierst, wird man Dich für aufdringlich halten.
Wenn ein Mensch wirklich an Dir interessiert ist und sich nicht nur aus reiner Höflichkeit mit Dir abgibt, dann kommt er auch von sich aus auf Dich zu. Vielleicht nicht gleich, aber nach einer Weile. Lass dem anderen also ein bisschen Zeit, auf Dich zuzukommen, bevor Du ihn abhakst. Du solltest Dich von niemandem in die Rolle drängen lassen, dass Du immer hinter ihm her rennst. Solchen Leuten bist Du nicht wichtig genug – also sollten sie auch für Dich möglichst unwichtig sein.
Ich glaube nicht, dass Du nichts zu bieten hast. Du weißt vielleicht nur nicht, was Du eigentlich zu bieten hast! Und auch der spezielle Humor hat seine Liebhaber - die musst Du nur finden! Es kann natürlich sein, dass Du die Fans Deines Humors nicht gerade in einem Ferienlager mit lauter Hello Kitty-Fans findest.Hi! Ich kann ihnen nich wirklich was bieten. Humor hab ich schon, aber ne ziemlich spezielle Art, die nicht alle mögen.
Du solltest Dir über eins im Klaren sein: Nicht nur die anderen entscheiden, ob sie Dich in ihrer Gruppe haben wollen – auch Du entscheidest, ob Du zu dieser Gruppe gehören willst!
Wenn Du die Erfahrung machst, dass Du in einer bestimmten Gruppe zu wenig Zuwendung oder gar zu wenig Wertschätzung erfährst, dann ist das noch lange kein negatives Urteil über Dich! Es besagt nur, dass Du offenbar nicht in diese Gruppe reinpasst!
Die Konsequenz daraus lautet also nicht, zu fragen, wie Du es schaffst, dass Dich in dieser Gruppe alle mögen, sondern wie Du zu einer Gruppe kommst, in der Du gemocht und geschätzt wirst, so wie Du bist!
Manche Menschen tun sich damit ein bisschen schwer, weil sie nicht sehr vielen Menschen gemocht und geschätzt werden, oder weil ihre Vorzüge nicht gleich zutage treten, wenn man sie das erste Mal trifft. Diese Menschen müssen mehr Zeit aufwenden, um für sie passende Gruppen zu finden.
Ich würde Dir empfehlen, mal in den Aussenseiterstrang reinzulesen, da findest Du Geschichten von Leuten, die es geschafft haben, aus der ewigen Aussenseiterrolle rauszukommen.
ehemals Außenseiter?
Antworten
Ergebnis 11 bis 18 von 18
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14.09.2012, 11:50
AW: Wie fügt man sich als Aussenseiter in eine Gruppe ein?
Geändert von Latona (17.09.2012 um 13:40 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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15.09.2012, 15:13Inaktiver User
AW: Wie fügt man sich als Aussenseiter in eine Gruppe ein?
Ja, das ist ein ganz wichtiger Punkt.
Ich muss ja zu meiner Schande gestehen, dass ich erst jetzt (im fortgeschrittenen Alter von Anfang 30) langsam realisiere, wie sehr ich oft versucht habe, mich in Gruppen "hineinzuzwängen", in die ich garnicht reinpasste.
Bei der Arbeit passiert mir das heute noch. Mir fällt es ganz schwer, einzusehen, dass es mit einigen Leuten einfach nicht so passt. Das hat ja nicht mal unbedingt etwas damit zu tun, ob man die Leute mag oder die einen mögen, aber manchmal sind da einfach nicht genug Gemeinsamkeiten oder die Wellenlänge passt nicht.
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17.09.2012, 13:43
AW: Wie fügt man sich als Aussenseiter in eine Gruppe ein?
@ emdiGanz genau! Und sehr oft sind Gemeinsamkeiten bzw. eine ähnliche Wellenlänge die Grundlage für eine gegenseitige Sympathie! Man kommt ja schließlich einem Menschen, der einem ähnlich ist, viel schneller nahe, als einem, der völlig anders ist. Mit dem muss man ja erst mal Gemeinsamkeiten finden! Diese Mühe müsste man dann auf sich nehmen, und dazu sind die meisten nicht unbedingt bereit. Sie merken, der andere ist ganz anders, nervt vielleicht sogar irgendwie, und schon haben sie kein großes Interesse mehr, diesen Menschen kennenzulernen.
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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17.09.2012, 15:45
AW: Wie fügt man sich als Aussenseiter in eine Gruppe ein?
Freiwillig.
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17.09.2012, 16:00
AW: Wie fügt man sich als Aussenseiter in eine Gruppe ein?
Aber, kaum zu glauben, dass Menschen zwangsweise in Gemeinschaften eingefügt werden.
In Glaubensgemeinschaften, in die verschiedensten Gesellschaftsformen, in... vieles mehr.
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17.09.2012, 16:04
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17.09.2012, 16:12
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17.09.2012, 16:19
AW: Wie fügt man sich als Aussenseiter in eine Gruppe ein?
Es gibt Gruppen, bei denen ist es schwieriger, sich von ihnen zu distanzieren, wenn man in ihnen Probleme hat, anerkannt zu werden. Dazu gehören Herkunftsfamilie, Verwandtschaft oder die Firma, in der man arbeitet. Die Leute dort sucht man sich nicht unbedingt aus.
Man kann jedoch auch hier sagen: "Mit meiner giftigen Herkunftsfamilie/Verwandtschaft verbringe ich so wenig Zeit wie möglich" oder "Ich such mir einen Job mit Menschen, die mich stärker wertschätzen."
Die Gruppen von Menschen, mit denen man sich in der Freizeit abgibt, sollten einem in erster Linie gut tun.
Sonst wechseln und schauen, ob sich nicht was Besseres findet.
Allerdings: Wer Probleme mit sich hat, wird diese Probleme überall mithin nehmen, egal, wo er bzw. sie hingeht. Daher macht es bei ständigen Problemen in Gruppen Sinn, sich auch mal mit dem eigenen Verhalten in Gruppen zu befassen. Vielleicht tut man den anderen ja nichts Böses, sondern hat zu wenig Selbstwertgefühl. Das merken die anderen und nutzen es aus. Mit mehr Selbstwertgefühl kann man solchen Versuchen viel besser und wehrhafter gegenübertreten.
Und wenn man in der eigenen Familie, die man gegründet hat, Probleme hat, kann man diese natürlich auch nicht einfach verlassen. Hier hat man jedoch einen großen Gestaltungsspielraum, gegenüber den Kindern und dem Partner. Den Partner hat man sich ja immerhin selbst ausgesucht, und auch auf die Kinder hat man Einfluss - wenn man ihn wahrnehmen will und nicht gleich gänzlich vor der Aufgabe Erziehung kapituliert, wie das immer mehr Eltern tun - aus Bequemlichkeit oder falsch verstandener Toleranz gegenüber dem Kind.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!


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