Was nährt die Seele?
Irgendwie stecke ich im „Jahr der Zurückweisung“. Ich habe mich sehr bemüht, Freundschaften aufzubauen und zu halten. Aber bei den meisten ist mir das nicht gelungen. Ich investiere viel mehr, als die Menschen um mich rum.
Ich lerne sehr leicht Menschen kennen. Meist wird mir ungefragt gesagt, dass ich eine wahnsinnig positive Ausstrahlung habe. Ich strahle förmlich und wirke wie ein selbstbewusster, freundlicher und lustiger Mensch.
Stimmt ja auch.
Nur leider schaffe ich es kaum, eine Beständigkeit in meine Kontakte zu bringen. Die Grundaussage lautet meist „Du, das hat nix mit dir zu tun, aber mir ist jetzt was anderes wichtiger“. Und dann ziehen sie von dannen.
Wenn es den Menschen schlecht geht, schütten sie mir ihr Herz aus. Sobald es gut läuft, gehen sie oft nicht mal mehr ans Telefon.
Das Ungleichgewicht in den meisten meiner sozialen Beziehungen (es gibt 3 Ausnahmen, für die ich sehr dankbar bin) nagt an mir.
Seit meiner Trennung tue ich ohnehin schon viel für mich. Aber ich merke, alles, was ich tue ist letztlich nur gut für meinen Stolz. Meine Seele verhungert irgendwie.
Das 1er Diplom, die tolle Karriere, die perfekt gestylten Haare, die sichtbaren Bauchmuskeln, der erfolgreich gelaufene Halbmarathon und so weiter und so weiter….
Ich bin stolz auf mich, keine Frage. Aber ich bin nicht glücklich. Mir fehlt es an Zugehörigkeit. An Gemeinsamkeit. An Aufgehoben sein. Sich verlassen können. Füreinander da sein.
Mein inneres Programm lautet: Liebe durch Leistung.
Als mein Ex-Partner mich verlassen hat, dachte ich mir: Wenn ich mich weiter entwickle, wenn ich meine Ängste überwinde…. Dann finde ich auch wieder jemanden, der mich liebt.
Im Turbo-Gang habe ich mein Leben verbessert. Mit den Eltern versöhnt, neue Wohnung, neuer Job, ne weitere Ausbildung nebenher, neue Therapie, neues Aussehen, neue Hobbies, alleine Jakobsweg, sportliche Ziele, alleine sein können…. Ich hab nix ausgelassen.
Ich wünsche mir einen Partner. Mehr als alles andere. Leider hat´s bisher nicht geklappt.
Ich will wieder mehr weg vom Leistungsprogramm. Hin zu dem, was „satt“ macht und nicht nur das Ego streichelt.
Was tut der Seele gut? Wenn ihr mögt, tragen wir doch mal zusammen. Vielleicht findet der eine oder andere auch Anregungen.
- Beten
- Bilder von Reisen anschauen
- Sich eincremen
- Lachen
- Im Gras liegen
- Flirten
- Gutes Essen
- Jemandem Helfen
- Nach dem Frühstück noch mal ins Bett gehen
- Tanzen
- Jemandem das Herz ausschütten
- Sich lange vor den Spiegel setzen und selbst anschauen
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Ergebnis 1 bis 6 von 6
Thema: Was tut der Seele gut?
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03.09.2012, 08:44
Was tut der Seele gut?
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03.09.2012, 09:06Inaktiver User
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03.09.2012, 10:07
AW: Was tut der Seele gut?
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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03.09.2012, 11:39
AW: Was tut der Seele gut?
Hallo SandraChristina,
wie Wildwusel angedeutet hat, ist das individuell verschieden, was der Seele guttut. Und auch abhängig von den Phasen unsere Lebens.
Manchmal brauchen wir Ablenkung und manchmal müssen wir innehalten und zur Ruhe kommen.
Mir tut zB Sport gut und kreativ sein (malen, handarbeiten, Wohnung schön machen). Momentan verschiebt sich bei mir das Gewicht vom Sport auf die Kreativität. Ich nehme das zum Zeichen dafür, dass ich nach einer sehr unschönen Phase meines Lebens wieder bei mir ankomme und langsam wieder "normal" werde
Mein Rat: Such Dir Dinge, die Du gern tust, ein Hobby (oder besser verschiedene Hobbies) die Dir gut tun. Mit verschieden meine ich: etwas, das Du alleine tun kannst und etwas, das Dich in Beziehung mit anderen bringt.
Damit kannst Du die verschiedenen Seiten und Facetten Deiner Seele zum Ausdruck bringen.
LG das Schmetterlingchen
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03.09.2012, 17:23
AW: Was tut der Seele gut?
Liebe SandraChristina,
mir tut fast immer folgendes sehr gut:
- Ausreichend bis viel schlafen,
- Musik (ich schreibe regelmäßig meine Top Ten Liste um und erneuere bzw. erweitere sie),
- Literatur (auch hier bastle ich ständig an der Liste meiner Leiblingsbücher oder Lieblingsgedichte, sehr interessant finde zunehmend Biographien),
- gut essen, im Herbst werde ich auch wieder Tee entdecken,
-regelmäßigen Kontakt zu meinen Verwandten, Kontakt halten zu guten Freunden, ich gratuliere z.B. ganz regelmäßig zum Geburtstag, bzw, habe mit meinen Freunden auch bestimmte Rituale, eine Freunding, sie wohnt weiter weg, treffe ich z.B. jedes Frühjahr für ein Wochenende, andere Feunde treffe ich öfters und immer relativ regelmäßig
- in die Natur gehen, alleine oder mit Cousine oder Freundin
- gemäßigte Bewegung im Freien, ich bin keine Spotrskanone, bewege mich aber ganz gerne
- über meine Verwandten "Kontakt " zu meiner Vergangenheit halten, d. h. oft bis sehr oft über meine Familie reden
- früher hätte es mir immer gut getan heim zu fahren
- Heimat in mir zu schafffen, Bilder aufzuhängen, Fotos aufstellen, Gedenktage ganz bewußt begehen,
- auch im Beruf Nähe zu bestimmten Menschen zu schaffen, die mir liegen, das kann auch auf rein professioneller Ebene passieren, ich habe insgesamt begonnen eine zu große Trennung zwischen Beruf und Privatem aufzuheben, ich möchte insgesamt authentisch sein und erlebe dies als zunehmend angenehm, ohne die Professionalität außer Acht zu lassen.
- Grenzen zu setzen, d.h. in Beziehungen, privat und beruflich mich nicht überfordern, überrumpel oder sonst verbiegen zu lassen,
- meinem Ruhebedürfnis immer nachzugeben, wenn es irgendwie geht
-freundlich auf andere Menschen zuzugehen, das wirkt so oft Wunder!!!
- Begegnungen mit anderen Menschen ganz bewußt erleben
- überhaupt versuchen im Augenblick zu leben.
So, das ist mir jetzt so auf die schnelle eingefallen, ich hoffe es ist was für Dich dabei!
Lieben Gruß, Minouminou
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03.09.2012, 17:27
AW: Was tut der Seele gut?
"Die Hoffnung ist das Übelste aller Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert"
Friedrich Nietzsche
"Wer nach allen Seiten hin offen ist, kann nicht ganz dicht sein"!
"Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt"!


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