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    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    Ich weiß, das alles ist der Lauf der Dinge, aber manchmal komme ich mir so vor, als würde nur niemand darüber nachdenken. Jeder lebt in seinem Trott und weiß im Grunde gar nicht, wofür man überhaupt lebt. Arbeitet man sein ganzes Leben, um 2 Wochen im Jahr in den Urlaub zu fahren? Um 1 mal die Woche ins Kino zu gehen? Mir erscheint das alles so paradox...

    Das Schlimme ist eigentlich, dass ich nur zwei extreme Gefühlssituationen habe. Entweder ich bin im totalen Tief, ziehe mir den ganzen Tag die Decke über den Kopf und weine, kann überhaupt nicht aufhören und mich nicht aufraffen. An diesen Tagen fange ich an, mit allem abzuschließen und überhaupt keinen Sinn mehr zu sehen.
    An den anderen Tagen bin ich richtig glücklich, wirklich von Herzen glücklich. Da denke ich, ich kann alles schaffen und es gibt noch so viel auf dieser Erde zu entdecken, dass mir meine Gedanken vom Vortag schon wieder fast lächerlich vorkommen. Und dann läuft das vielleicht 3 oder 4 Tage gut und dann kommt wieder ein totaler Rückschlag, ohne jeglichen ersichtlichen Grund.

    Ich weiß selbst wie doof sich das anhören mag, aber ich spüre das wirklich genauso. Ich weiß nicht, wie ich da rauskommen soll. Hat irgendjemand Erfahrung mit diesen paradoxen Gefühlen?

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    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    *wow* ich hab mich nur wegen dem ersten beitrag hier registriert. auch wenn er schon sehr alt ist, muss ich einfach trotzdem was dazu schreiben.

    der beitrag könnte quasi 1:1 von mir stammen auch wenn einige eckdaten anders sind. ich bin nun w34 und mir geht es seit ich mich erinnern kann so. also ich bin nicht wirklich selbstmordgefährdet und habe keine aggressionen gegen mich oder meinen körper, ich gehöre nicht zu den menschen, die sich selbst was antun. alleine schon weil ich mich zuvielen menschen gegenüber verpflichtet fühle. und auch wenn ich keine sonderliche freude dabei empfinde hier zu sein, will ich deren leben nicht verpfuschen. es ist vielmehr so, dass ich mir einen button wünsche. einen button, der wenn ich ihn drücke die vergangenheit ändert und zwar so als ob ich nie gezeugt worden wäre. niemand würde mich kennen, niemand hätte erinnerungen an mich und niemand würde leiden, da ich mit niemandem mehr eine verbindung oder geschichte habe.

    ich empfinde es überwiegend als last zu leben. dabei bin ich durchaus fähig freude zu empfinden. es ist nur so, dass in einer simplen plus-minus-rechnung (freude und leid gegenübergestellt) rauskommen würde, dass es sich nicht lohnt zu leben. wenn ich alle glücklichen momente meines lebens zeitlich nacheinander legen könnte, würden keine 3 durchgehenden wochen zusammen kommen.

    hätte ich eine schwere krankheit, würde ich mich ziemlich sicher nur mit schmerzmitteln behandeln lassen und es einfach hinnehmen dass ich eben früher sterbe.
    ich weiß nicht woran es liegt, dass ich so denke und empfinde. ich vergleiche es für mich selbst mit der lebensenergie einer computerspielfigur. da hat man so einen manabalken der sich bei anstrengung/kampf entlädt. mein manabalken im leben ist einfach ständig im unteren bereich und ich bin unfähig ihn aufzuladen. natürlich gibt es dinge die kurzfristige linderung verschaffen. thermenaufenthalte oder kuscheleinheiten mit meinen katzen.

    ich stamme zwar aus einer dysfunktionalen familie, dennoch empfinde ich meine vergangenheit als maximal durchschnittlich negativ belastet. global gesehen gehöre ich sogar zu den gewinnern.
    ich habe therapien gemacht um lebenswillen zu entwickeln. kein erfolg. ich habe jahrelang medikamente genommen, die nichts gebracht haben außer schlimmen nebenwirkungen. da ich eine ausbildung im medizinisch-biochemischen bereich absolviert habe und ich auch zugang habe, behandle ich mich nun seit einigen jahren selbst. natürlich inoffiziell. ich nehme nun mittel die mich durchhalten und funktionieren lassen, fast nebenwirkungsfrei. aber es geht trotzdem nicht über funktonieren hinaus. niemals.

    mich belastet das alles jetzt schon so. wenn ich nur dran denke, dass ich in 10 oder 20 jahren auch noch körperliche wehwehchen dazu bekomme wird mir jetzt schon ganz übel. ich finde es jung, gesund und finanziell versorgt schon schlimm genug hier zu sein. ich fürchte fast im alter wird es noch schlimmer für mich. aber ich versuche diese gedanken aktiv von mir weg zu schieben und tue dann auch einiges um meinen körper nicht vorzeitig verfallen zu lassen. also ich achte auf mich. nicht weil ich leben will sondern weil ich angst vor schmerzen und abhängigkeit habe.

    so, geholfen habe ich mit meinem post vermutlich niemandem. aber vielleicht fühlt man sich schon ein bisschen weniger wie ein alien wenn man weiß es geht auch noch anderen so.

    mich würde auch interessieren wie es nordosten in den letzten jahren so ergangen ist.

    liebe grüße.
    Geändert von lady_in_black84 (13.07.2018 um 12:56 Uhr)

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    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    ps: was mich noch interessieren würde:

    hier haben ja mehrere user kommentiert dass es ihnen sehr ähnlich ergeht. ich würde gerne wissen ob einer von euch kinder hat. ich möchte nämlich genau aus dem grund keine haben. ich fühle mich meinem leben nicht gewachsen. all die arbeit und der aufwand, ich glaube ich wäre dann tatsächlich reif für die psychiatrie. außerdem sehe ich die gefahr dass meine kinder diese lebensunlust erben.

    manchmal denke ich aber vielleicht ist es genau anders rum. vielleicht spornt die verantwortung die man seinen eigenen kindern gegenüber empfindet und die drogenähnlichen stoffe die unser gehirn im zuge der fortpflanzung und vermehrung ausschüttet, uns so sehr an dass man auf einmal eigenen lebenswillen entwickelt.

    ich glaube es zwar persönlich nicht, bzw. wäre mir das risiko für mich einfach zu hoch. momentan bin nur ich unglücklich. dann wären es im schlimmsten fall ich, mein partner und meine kinder... das kann ich nicht riskieren. ich meine ich muss dazu sagen, dass mein kinderwunsch auch nie sonderlich ausgeprägt war. also es ist nicht nur eine rationale entscheidung keine kinder zu bekommen sondern auch eine emotionale.

    dennoch würde mich interessieren wie es anderen mit kindern ergeht.

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    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    Hallo - bin neu und konnte mich jetzt nicht mehr zurück halten.
    Ich fühle mich zu Nordosten - wo immer er oder sie abgeblieben ist - und zu Justthink hingezogen.
    Wenn du heutzutage - wie vermutlich schon immer - nicht dem mainstream entsprichst, dann ist es ja vielleicht ganz nett, wenn du ein bisschen spinnst. So wie der Typ mit den Körperwelten z. B., oder Dieter Bohlen, König Ludwig II., Nina Hagen - polarisiert, regt an.
    Aber sobald Du Zweifel an Deiner Existenz und deren Sinn und die Anstrengung hierfür äusserst PLUS der Schlussfolgerung, dass es vielleicht eine Überlegung wert wäre, das Ganze mal im Verhältnis zum Aufwand zu sehen oder lieber auch gleich beenden (so wie mein ein blödes Buch nicht mehr weiter lesen will und es ins Regal zurück stellt), dann wirst Du zum Arzt geschickt.
    Und was soll der dann machen?
    Jetzt bitte nicht wieder in den falschen Hals kriegen: ich rede nicht davon, dass es Menschen mit Depressionen, Burnout etc. gibt und dass es natürlich sinnvoll ist, diese zu behandeln. (Mit Medikamenten, deren Nebenwirkungen Depressionen mit Suizidalität sind...). Nein, ernsthaft. Es ist schon richtig. Nur habe ich den ersten Thread gar nicht so verstanden. Auch wenn es dann immer Leute gibt, die sagen: Ja, genauso hat es bei mir auch angefangen...das mag schon sein.
    Aber es gibt auch die anderen Leute. Die sind einfach so. Die funktionieren, lieben ihre Familie und Freunde, machen ihren Job, haben so ihr 'normales' Leben und trotzdem fragen sie sich (insgeheim, weil es ja keiner hören will, weil man kann ja zum Therapeuten gehen), was das eigentlich alles bringen soll.
    Manche hier sagen, dass es nix bringt, sich zu fragen was es bringen soll. Was soll ich mir vorher immer das Schlechte überlegen? Wenn es dann eintrifft, dann hab ich es zweimal erlebt, einmal in Gedanken, einmal echt.
    Das zeigt, dass dies hier keine rationale Überlegung ist. Die kommt viel tiefer von innen, eher wie ein Charakterzug. Das wäre ja zu schön, wenn ich mir ständig mit diesen Weisheiten aus der Patsche helfen könnte. Aber ich kann aus meinen braunen Augen auch keine blauen zaubern. Ausser ich geh zum Arzt...haha.
    Also - ein Plädoyer dafür, dass es uns auch geben darf. Ob andere mich einen Pessimisten schimpfen, mich zum Therapeuten schicken wollen oder einfach nur einfühlsam streicheln und dann doch den Fehler suchen...egal.
    Im Angesicht dessen, was auf der Welt passiert - mit Menschen, mit Tieren, mit Pflanzen, mit der Schöpfung wenn man es so nennen will, dann finde ich, dass die meisten Leute es echt cool drauf haben, das permanent unter den Tisch zu kehren und so zu tun, als ob doch alles paletti wäre - bis auf das, dass natürlich jeder so sein Päckchen zu tragen hat. Aha.
    Wer schlachtet denn überall auf der Welt das ganze Fleisch, das wir essen? Wer hält die Tiere? Wer baut die Bomben? Die Bilder, wo die Babys, die Erwachsenen im Meer ertrinken auf ihrer Flucht? Die misshandelten Kinder bei uns nebenan?
    Vielleicht - und das ist so meine Erklärung für das post von Nordost: manche Leute sind einfach sensibler als andere und haben zudem keine Möglichkeit, das alles irgendwie zu kompensieren. Wie das die meisten Menschen machen. Bleibt ja auch nix anderes übrig, klar. Aber bei manchen - und ich zähl mich da dazu, da geht das nicht. Ich kann das nicht. Und da hilft mir auch kein Arzt und wenn ich davon Depressionen kriege, dann find ich das normal. Wer ist hier krank?
    Es töten sich so wahnsinnig viele Menschen selbst. Da hängt immer auch gerne eine Nachrichtensperre auf dem Thema.
    Ich finde das natürlich auch nicht gut und würde helfen, wo immer ich kann. Aber ich finde auch, dass es letztlich jedem Menschen selbst überlassen sein muss, sein Leben zu beenden. Und dass neben der Tragik, die dieser Handlung inne wohnt, auch eine Akzeptanz und ein Respekt dafür bestehen soll.
    Es werden bei den aktuellen Schwangeren sämtliche Untersuchen zwecks Gesundheit des nicht Geborenen angeboten und die Abtreibungsrate steigt. Das ist auch alles legal. Aber eine Einigung zur Sterbehilfe bleibt aus...also, worüber regen wir uns hier eigentlich auf?

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    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    ich finde es spannend - ich habe das thema wie grausam ich die welt empfinde (kriege, tierleid, menschenrechtsverletzung, ausbeutung, umweltzerstörung uvm.) extra ausgelassen weil ich erstens keine folgediskussion darüber anzetteln wollte (never ending) und zweitens weil ich der ehrlichen meinung bin, dass ich auch in einer perfekten welt ohne all das, unglücklich wäre. vielleicht ein bisschen weniger. doch das leben wäre für mich ziemlich sicher trotzdem eine last.
    jedenfalls antworte ich hier, weil ich deiner theorie (@wildviech) zustimmen möchte - manche menschen sind einfach sensibler als andere und können all das, den schmerz der welt nicht ignorieren um selbst glücklich zu sein. auch ich sehe all diese dinge. mein ausgeprägtes gerechtigkeitsempfinden erleichtert mir mein leben nicht gerade.
    ich habe mit 13 aufgehört fleisch zu essen und seit ca 5 jahren bin ich größtenteils auf vegan umgestiegen. ich kaufe viel fair trade, spende für meines erachtens sinnvolle organisationen, bin bei sämtlichen petitionen und manchmal auch demos dabei. ich habe ehrenamtlich bei der ersten flüchtlingswelle in der asylunterkunft ausgeholfen usw... schon als kleines mädchen, habe ich jedes gefundene tier gerettet und mit nach hause genommen. und so ist es auch noch heute. einen straßenkater aus kroatien, ein anderes streunendes/verletztes tier dort.
    ich habe auch mehrmals mit dem gedanken gespielt mein leben völlig einer guten sache zu widmen. so quasi wenn ich eigentlich eh nicht hier sein will und mein leben nur absitze, dann könnte ich doch auch in der zeit aktiv dabei helfen die welt weniger grausam zu gestalten. und dann kamen die praktischen überlegungen dazu. zusätzlich zum vollzeitjob nebenher arbeiten schaffe ich das nicht. ich kann dank der meiner medis, die den serotoninspiegel hoch halten gerade mal so meinen job erledigen und das nötigste im alltag bewältigen ohne heulanfälle zu bekommen. und meinen job kündigen und vollzeit für eine ngo arbeiten ist ziemlich weit weg von meiner komfortzone, da diese jobs in der regel vergleichsweise schlecht bezahlt sind. das bedeutet abstriche vom lebensstandard und zwar nicht nur meinem eigenen sondern auch von dem meines freundes mit dem ich seit 8 jahren zusammen bin. der wäre natürlich überhaupt nicht davon begeistert. er hat sehr viel zeit und arbeit investiert um beruflich so weit zu kommen um sich dinge leisten zu können. fällt meine zahlungspotenz weg, (sprich kann ich nicht mehr überall 50% aufbringen) muss auch er auf dinge verzichten. das würde sein komplettes konzept stören. er möchte das nicht. von daher sitze ich mein leben weiterhin ab und warte aufs game over. versteht mich nicht falsch – ich bin keine dieser frauen die sich von ihrem partner vom lebenstraum abhalten lässt. für eine ngo zu arbeiten ist ja gar nicht mein lebenstraum, ich habe keinen. ich hätte es nur für sinnvoller gehalten als mein leben wie eine strafe abzusitzen. vielleicht würde ich das in angriff nehmen wenn ich single wäre und niemandem verpflichtet. ob ich glücklicher wäre weiß ich nicht. man tut zwar gutes kommt aber auch immer weiter in die materie hinein, die einen noch mehr belastet. however, es steht momentan eh nicht zur diskussion.

  6. Inaktiver User

    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    Liebe lady_in_black84, liebe Wildviech,

    Eure Beiträge haben mich sehr berührt, da Eure Gedanken und Nöten denen eines mir nahestehenden Menschen ähneln.

    Vorweg: Ich selbst hänge sehr am Leben und wäre Stand heute innerlich noch nicht bereit zum Abtreten.
    Nichtsdestotrotz erscheint mir Euer In-der-Welt-Sein ganz und gar nicht pathologisch oder seltsam, sondern legitim und nachvollziehbar.
    Näher erläutert:

    --> Legitim:
    Ich meine, die Entscheidung Selbsterhalt vs. Selbsttötung ist das erste Grundrecht eines Individuums. (Komplexer und anders liegt der Fall bei krankheitsbedingter Selbsttötungsabsicht, z.B. aus einer temporären Psychose heraus. Meine Grundannahme im Strangkontext ist allerdings, dass der Wunsch nach Beendung des Lebens nicht zwangsläufig pathologisch begründet sein muss.)
    Lebensmüdigkeit ohne Krankheitshintergrund ist in unserer Gesellschaft m.E. deshalb ein so großes Tabu, weil die meisten Menschen von sich auf andere schließen: Sie haben selbst Angst vor dem Sterben-Müssen, und empfinden, besonders wenn ganz unmittelbar vom Tod betroffen/bedroht, eine andere Haltung entweder als Undankbarkeit und mangelnde Wertschätzung des (ihrer Meinung wichtigsten Guts) Lebens und daher als Frevel im Rang von Gotteslästerung/Unmoral, oder aber als so abseitig, dass sie nur pathologisch erklärbar sein kann.
    Letztlich ist das das Phänomen: Wenn alle sagen, die Erde ist eine Scheibe, ist der, der sagt, dass sie rund ist, ein Ketzer oder geisteskrank.

    --> Nachvollziebar:
    Ich möchte kurz ausführen, wie ich als "Außenstehende" mir Lebensmüdigkeit erkläre.
    Es handelt sich um meine persönliche Interpretation, die nicht auf die Strangteilnehmer zutreffen muss, und schon gar nicht um eine Ferndiagnose.
    Schon lange befasse ich mich mit dem Thema Reinkarnation, woraus sich ein diesbezügliches Weltbild ergeben hat. Zur Veranschaulichung benutze ich im Folgenden die von Hasselmann/Schmolke gechannelten Begriffe. Lt. diesem Weltbild inkarniert eine Seele viele Male mit dem Ziel, sich von Inkarnation zu Inkarnation immer weiter zu entwickeln im Sinne von Erfahrung aller Facetten der menschlichen Existenz und Hinwendung zur Liebe. Nach einigen Dutzend Reinkarnationen ist dieser Lernweg der Seele dann beendet, und sie inkarniert nicht mehr. (Was danach mit der Seele passiert, wissen wir nicht.) Somit gibt es verschiedene Seelenalter: Kind-Seelen, Junge Seelen, Reife Seelen, Alte Seelen. Jedes Alter hat seine spezifischen Entwicklungsaufgaben. Diese Unterscheidung ist komplett wertfrei, so wie ein Kind ja auch nicht mehr oder weniger wert ist als ein Erwachsener.
    Während die Kind- und Junge Seele noch ganz im Hier und Jetzt verhaftet ist und materielle und soziale Erfolge anstrebt (Geld, Status, Spaß, Fortpflanzung,...), stellt sich die Reife Seele zunehmend Sinn-Fragen und interessiert sich für Spirituelles. Die Alte Seele hingegen hat sich von den materiellen Aspekten des Lebens weitgehend abgewandt. Jedes Seelenalter besteht wiederum aus vielen kleinen Abstufungen.
    Lebensmüdigkeit in der hier im Strang beschriebenen Form habe ich schon oft im Kontext der Alten Seele gehört, d.h. weltweit taucht das immer wieder in Channeling-Berichten als Teilaspekt der Alten Seele auf. Alte Seelen sind nicht per se so entspannt wie Buddha, sondern sie haben genauso mit Aufgaben und Schwierigkeiten zu kämpfen wie jüngere Seelen - nur die Inhalte sind anders. Eine (von mehreren) Herausforderungen in diesem Seelenstadium ist, mit Oberflächlichkeit und vermeintlicher Unreife der Mitmenschen, fehlendem inneren Zugehörigkeitsgefühl (bei äußerer Angepasstheit) und einem Sissyphus-Gefühl von Sinnlosigkeit umzugehen. Alte Seelen hängen meist generell weniger am Leben als junge, weil sie sich zunehmend darauf freuen, mit dem Inkarnationszyklus bald mal "durch" zu sein; nicht selten geht das bis hin zur Todessehnsucht. Aufgrund der in diesem Strang sehr anschaulich geschilderten Verantwortungsgefühle kommt es allerdings gerade bei diesen Seelen eben nicht zum Suizid. (Den Suizid wählen i.d.R. jüngere Seelen, meist aus anderen Gründen.)

    Zwar ist es für Euch kein Trost und schmälert Eure innere Not nicht, aber ich möchte trotzdem noch anfügen, welche Bereicherung Alte Seelen für Reife Seelen sind. (Junge Seelen hingegen können das noch nicht schätzen.) Ihr zeigt uns, wohin der Weg führt. Ihr leuchtet (- wenngleich Ihr das selbst meist nicht merkt/wisst - oder vielleicht daran ablesen könnt, dass es Menschen leicht fällt, Euch zu mögen). Ihr seid schon mehr in der Liebe.

  7. Inaktiver User

    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    Liebe Leute die ihr hier schreibt - ihr habt einiges zu sagen ABER ABER ABER - macht doch bitte zwischendurch Absätze !!

    Ich lese gerne lange Beiträge - aber einen Fließtext ohne Gliederung - das ist grausam - da steige ich aus - und ich denke, ihr habt etliches zu sagen.

    Nebenbei - ich glaube ich kann keiner von Euch zustimmen - aber ihr verdient Respekt und Akchtung.

    Grüsse Der-Die-Das Allesch

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    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    Ich habe mich jetzt auch extra angemeldet um etwas hierzu zu schreiben, vor allem will ich auch die Frage von Lady in black beantworten.

    Zunächst mal: ich kenne das alles nur zu gut. Und zwar schon mein Leben lang. Vor einiger Zeit habe ich die Diagnose Depression erhalten, allerdings hat das was ich empfinde recht wenig damit zu tun was man so zu dem Thema zusammen googelt. Ich bin weder unglücklich noch verzweifelt bzw. ich bin es nur, wenn ich gerade einen Schicksalsschlag erlitten habe. Aber das ist ja ganz normal. Es geht um die übrige Zeit, wenn objektiv alles in Ordnung ist.

    Mir war es schon als Kind zu viel, in den Kindergarten zu müssen. Ich wollte immer alleine oder mit meinem besten Freund spielen. Wenn wir mit Bastelrunden oder dergleichen zwangsbespaßt wurden, ging mir das schon als Vierjähriger auf den Wecker.

    Mir war die Schule zu viel, obwohl ich gut war und mir alles ohne Anstrengung zugeflogen ist, aber mir hat das rein gar nichts bedeutet.

    Weil ich so gut war, hat immer alle Welt auf mich eingeredet, ich solle mir hohe Ziele stecken und Karriere machen. So ein Ziel hat es aber nie gegeben. Ich formuliere das bewusst so. Erst wollte ich nämlich schreiben "Ich habe kein Ziel gefunden", aber das wäre Quatsch, weil man nur etwas finden kann das man auch tatsächlich sucht.

    Jedenfalls hat sich das mein Leben lang so fortgesetzt. Die meiste Zeit bin ich nicht verzweifelt oder auch nur übellaunig, sondern einfach nur lustlos. Man hat mir eine Depression bescheinigt, aber ich hab so meine Zweifel ob das so stimmt. Mir haben all die Pillen auch nie was gebracht, ich bin so lustlos wie immer.

    Ich kann da zustimmen, die Aufrechnung der echten Glücksmomente gegen die ganzen Anstrengungen schreit einfach nur: "unökonomisch!"

    Mich schlaucht auch dieser ganze Alltagsmist mit Müll raustragen und Bettwäsche wechseln.

    Im Berufsleben war es auch nie besser. Ich habe es wie gesagt vorgezogen, statt Karriere zu machen ruhige kleine Bürojobs zu machen. Ich war damit immer todunglücklich. Man hockt den ganzen Tag in diesem Käfig, wird mit Aufgaben überhäuft die einen nicht die Bohne interessieren und soll das auch noch als sinnstiftend empfinden. Bisher habe ich jedenfalls in jedem meiner Jobs den Tag damit verbracht auf die Uhr zu schielen, wann ich endlich nach Hause darf.

    Und nicht, dass ich zu Hause dann dafür richtig Spaß hätte. Mir amchen die meisten Dinge eigentlich keinen Spaß, die andere Leute als großes Freizeitvergnügen bezeichnen. Ich mag weder Sport noch Gesellschaftsspiele oder jetzt im Hochsommer ins Freibad gehen - bloß nicht! Trotzdem ist es mir lieber frei zu haben als im Büro eingesperrt zu sein.

    Ich habe manchmal überlegt, ob ich mehr Freude im Berufsleben hätte, wenn ich etwas Anspruchsvolleres zu tun hätte. Und der Schluss war: nein. Mich stören ja nicht die Aufgaben an sich und bin auch nicht im engeren Sinne faul. Wenn ich was zu tun habe, dann arbeite ich das zügig ab ohne zu meckern. Was mich stört, ist dieser unentrinnbare Trott, und den hätte ich in jedem anderen Job auch. Meine Motivation reicht einfach nicht aus, dieses tagtägliche Hinmüssen, Bleibenmüssen, Durchhaltenmüssen irgendwie toll zu finden.

    Nun zu der Frage oben: ja, ich habe ein Kind, und nein, das macht überhaupt nichts besser und motiviert mich kein bisschen. Wenn man sich so anhört, was andere Menschen als Gründe nennen warum sie keine Kinder wollen, dann kommen da immer diese "großen" Punkte. Kein Geld, keine Sicherheit, Sorgen was bei einer Trennung passiert, Sorgen was aus der Karriere wird, Sorgen um das Wohlergehen und die Zukunft des Kindes. Nicht so bei mir. Ich fand immer den Alltag mit Kind deprimierend. Mit ihm reden zu müssen, obwohl ich lieber schweigend in der Ecke sitzen würde. Auf seine Wünsche reagieren zu müssen, obwohl ich eigentlich gerade auf gar nichts reagieren will.

    Ich hatte übrigens auch schon mehrmals den Gedankengang: wenn mir mein Leben sowieso keinen Spaß macht, kann ich ja genauso gut diese Lebensspanne nutzen um Gutes zu tun. Obdachlose füttern und dabei angepisst seinist wohl besser als Nägel lackieren und dabei angepisst sein.

    Bisher kam dann aber jedes Mal heraus, dass ich dann lieber lustlos nichts tue als lustlos etwas zu tun.

    Und wie gesagt, alles ohne großes Unglück oder großes Drama, es ist einfach nur grudnloser Überdruss.

    Über Reinkarnation habe ich auch schon sehr viel nachgedacht. Eine alte Seele bin ich aber bestimmt auch nicht. Dafür sind bei mir andere Persönlichkeitsanteile viel zu kindisch geraten.

    Jedenfalls bin ich auch immer irgendwie "des Lebens müde", aber nie so verzweifelt dass ich es tatsächlich aktiv beenden würde. Ich ertrage es einfach mehr oder weniger.

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    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    Warum bekommt man mit solcher Lebenseinstellung Kinder?

  10. Inaktiver User

    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    @Nichtschonwieder, danke für diese Schilderung.
    Ich finde es gut, dass damit gezeigt wird, dass es auch so eine Art von In-der-Welt-Sein gibt, was sich viele gar nicht vorstellen können.

    Eine Verständnisfrage: Was war Deine Motivation für die Anmeldung und das Posten?
    • Wolltest Du im o.g. Sinne "informieren"?
    • Oder suchst Du Impulse, wie Du Dein Leben erträglicher gestalten kannst?
    • Oder suchst Du Gedankenanstöße, die die Frage nach dem Warum (bin ich so) beanworten?

    (Wünschst Du Kommentare oder nicht?)

    Zitat Zitat von nichtschonwieder Beitrag anzeigen
    Über Reinkarnation habe ich auch schon sehr viel nachgedacht. Eine alte Seele bin ich aber bestimmt auch nicht. Dafür sind bei mir andere Persönlichkeitsanteile viel zu kindisch geraten.
    Dein Fall scheint mir auch anders gelagert als die anderen hier vorgestellten. Das Leiden am Unrecht in dieser Welt und das Mit-Leiden am Leiden anderer sehe ich bei Dir nicht - ja, das spricht gegen die Alte Seele.
    Womöglich stehst Du am Übergang von Junger zu Reifer Seele: Das Materielle (im weitesten Sinne, also einschl. Kinder, soziales Gefüge, etc.) "interessiert Dich nicht mehr", das Spirituelle erahnst Du vage (- so beschäftigst Du Dich z.B. mit Reinkarnation), aber es ist noch nicht so greifbar für Dich, dass Du es in Dein Leben integrieren und damit einen Ausgleich zum Materiellen (welches dann wieder seinen Platz hätte) schaffen könntest.
    Mal so als Gedankenanstoß...


    Kennst Du übrigens den Roman "Dämonen" von Jürgen Domian? Da geht es um eine ähnliche Art von Lebensmüdigkeit, wie Du sie beschreibst (- also nicht die von mir weiter oben beschriebene der Alten Seelen). Nie zuvor habe ich das literarisch umgesetzt gesehen. Ich habe es ziemlich fassungslos gelesen, denn diesen Fall kenne ich auch aus meinem eigenen Umfeld nicht, und konnte es mir nicht wirklich vorstellen. Dein Post ähnelt dem Fall sehr, mit dem Unterschied, dass sich bei dem Protagonisten bei Domian die Lebensmüdigkeit erst im höheren Alter einstellte.
    Über Domians Auflösung des Dilemmas kann man philosophieren - ich fand sie nicht so recht stimmig, aber ich denke, es gibt viele mögliche Auflösungen oder Nicht-Auflösungen, und er wählte halt eine.

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