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  1. User Info Menu

    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    Vielen Dank für den Hinweis.
    Ich kenne mich leider ebenfalls gut aus mit dem Thema. Für mich ist der Hinweis, daß man eventuell die Realität ein wenig verschoben wahrnimmt, richtig. Das bedachte ich nämlich als (wiederholt) Erkrankte meistens erstmal gar nicht. Bis ich mich dann erinnerte "Mensch, letztes Mal war doch auch in meiner Sicht alles Sch***, und war es dann gar nicht, bei Licht betrachtet". So ist es gemeint.
    LG
    The original Karla
    est. 2006


  2. Inaktiver User

    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    Ich versteh (leider) genau, was Du meinst, und mit ein bißchen Übung geht das auch. Aber als ich ganz am depressiven Anfang stand, hat es mich noch mehr destabilisiert, wenn ich quasi gesagt bekam, daß ich meiner eigenen Wahrnehmung nicht trauen sollte, weil meine Gefühle irgendwie falsch seien. Sehr hilfreich war mir ein kluger Freund, der sich meine wenig erfreuliche Sicht der Dinge geduldig anhörte und nur sagte "Aha, interessant, ja, so kann man die Welt auch sehen. Letztlich haben wir die Wahl, wie wir sie sehen."

    Und da hat es bei mir Klick gemacht, und ich bin die Therapie wie eine Art Optikertermin angegangen, bei dem ich wieder eine rosafarbenere Brille verpaßt bekommen wollte. So fiel mir der Schritt leichter als unter dem Motto "Mit mir oder meiner Wahrnehmung stimmt was nicht". Es war irgendwie freiwilliger. Verstehst, was ich meine?

    LG

  3. gesperrt

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    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Und da hat es bei mir Klick gemacht, und ich bin die Therapie wie eine Art Optikertermin angegangen, bei dem ich wieder eine rosafarbenere Brille verpaßt bekommen wollte.
    Wenn wir beim Bild mit der Brille bleiben wollen, dann wärs in meinen Augen eher der Sachverhalt, eine düstere, alles grau färbende, verzerrende Brille abzulegen - und die Realität wieder so bunt zu sehen, wie sie tatsächlich ist.

    "immer das Schlimmste an allem sehen" ist nicht Realismus, sondern Pessimismus.

    Und ein guter Therapeut kann Gold wert sein. Wenn man das Glück hat, eine kompetente Person zu finden.

    gruss, barbara

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    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    Zitat Zitat von Nordosten Beitrag anzeigen
    Letztens habe ich das gelesen: "No one can destroy iron, but its own rust can. No one can destroy us, but our own mindset can."
    Das soll ja Mut machen fürs Leben, dafür durchzuhalten, aber ich finde das irgendwo so anmaßend... Es gibt doch ganz definitiv viele Menschenleben, die manchmal kaum begonnen, schon wieder beendet wurden, zerstört durch das Leben an sich,
    Ja, liebe Nordosten, diesen Spruch finde ich auch anmaßend. Denn wodurch entsteht denn der Rost? Dadurch, dass sich Eisen (man selbst) und Luft (die Umwelt!) verbinden. Zerstörung hat nie nur eine Ursache. Und ein Mensch wird, auch wenn er für sich selbst verantwortlich ist, nicht nur von sich selbst, sondern auch von der Umwelt geschädigt.

    Kannst du mal hinschauen, welche "Auslöser" es in deinem Umfeld - für dieses Gefühl der Lebensmüdigkeit gibt?

  5. Inaktiver User

    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Wenn wir beim Bild mit der Brille bleiben wollen, dann wärs in meinen Augen eher der Sachverhalt, eine düstere, alles grau färbende, verzerrende Brille abzulegen - und die Realität wieder so bunt zu sehen, wie sie tatsächlich ist.

    "immer das Schlimmste an allem sehen" ist nicht Realismus, sondern Pessimismus.
    Sicher, aber der ist eben auch nicht "falsch". Ich habe einen Bekannten, der im Frühling immer depressiv wird ("Ich bin so traurig, weil all das, was da jetzt aufblüht, auch wieder vergehen wird"). Das kann man absurd oder sonst was finden, aber falsch oder unrealistisch ist es eben auch nicht. Nur eine andere Sichtweise.

    Eine tolerante Haltung gegenüber Pessimisten erlebe ich als hilfreicher als Stigmatisierung oder gar Lächerlichmachen, aktiv wie (in meinen dunklen Phasen) passiv.

  6. User Info Menu

    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    Es gibt Menschen, die fühlen sich als Melancholiker oder Pessimisten noch wohl und mit sich selbst im Reinen. Andere sind vielleicht depressiv und ihr Fühlen und Denken besitzt Krankheitswert. Das ist von außen oft schwer einzuschätzen.

    Gegen das Erste ist in meinen Augen nichts einzuwenden, gefährlich wird es aber, wenn der Betroffene erkrankt.

  7. Inaktiver User

    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    Zitat Zitat von Killeshandra Beitrag anzeigen
    Ja, liebe Nordosten, diesen Spruch finde ich auch anmaßend. Denn wodurch entsteht denn der Rost? Dadurch, dass sich Eisen (man selbst) und Luft (die Umwelt!) verbinden. Zerstörung hat nie nur eine Ursache. Und ein Mensch wird, auch wenn er für sich selbst verantwortlich ist, nicht nur von sich selbst, sondern auch von der Umwelt geschädigt.

    Kannst du mal hinschauen, welche "Auslöser" es in deinem Umfeld - für dieses Gefühl der Lebensmüdigkeit gibt?
    Ich glaube, Nordosten ist schon lange nicht mehr im Strang dabei... hoffe sehr, dass es ihr gut geht!

  8. Inaktiver User

    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    Auch wenn der Thread älter ist:
    Zitat Zitat von Nordosten Beitrag anzeigen
    Mit lebensmüde meine ich wirklich des Lebens müde und überdrüssig. Wenn man so möchte könnte man es als eine Art Faulheit gegenüber dem ganzen Leben betrachten. Es ist jetzt nicht so, dass ich nichts mehr auf die Reihe kriege, nein, gar nicht. Ich erlebe schon auch lustige und fröhliche Stunden mit Freunden oder bin zeitweise durch Unikram abgelenkt. Aber es vergeht nie viel Zeit, ohne dass ich wieder in diese Lustlosigkeit abdrifte, sie schleicht sich von hinten an mich ran und überfällt mich. Ich finde dann alles viel zu anstrengend, das ganze Leben mit seinen Anforderungen, ich denke über all das nach was mich in einem Menschenleben wohl noch so alles erwartet an Aufgaben und fühle mich allein beim Gedanken daran ausgelaugt, als wäre mein Körper zwar mit der überlebensnötigen Energie ausgestattet worden, aber mein Geist oder meine Psyche haben nur Energie für ein junges, ein kurzes Leben mitbekommen und jetzt ist mir diese über die Jahre so nach und nach abhanden gekommen.
    Danke, das beschreibt das gut. Wahrscheinlich kann man mit dem Zustand aber relativ alt werden und ein gar nicht mal schlechtes Leben führen, aber der lebensbejahenste Mensch wird man vermutlich nicht mehr. Vielleicht gibt es wirklich so etwas wie eine emotionale Grundenergie, die nicht bei jedem für ein beschwingtes Leben bis ... 30, 40, 50, 60, 70, 80 ... reicht.

    Vielleicht hat man seine schönste Lebenszeit so gesehen schon gehabt und der Rest ist zwar nicht schlecht, aber emotional gesehen mehr eine abgeschwächte Wiederholung von Zuständen, die man so oder so ähnlich schon kennt und mal gefühlt hat. Es kommt nichts Neues mehr an Gefühlszuständen.

  9. User Info Menu

    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    Hallo zusammen,

    erst mal Danke für eure Nachrichten. Es freut mich sehr, dass doch noch jemand geschrieben hat.
    Der Beitrag wird wohl in ein anderes Forum als eigener verschoben werden, ich hoffe die einzelnen Kommentare bestehen dann weiter (kenne mich mit Foren nicht wirklich aus...)

    Ich weiß, dass mir ein Psychologe vermutlich helfen könnte, aber ich habe Angst, zu einem zu gehen, bei dem ich mich nicht wohl fühle. Ich habe schon sehr oft gehört, dass sich jemand getraut hat zum Psychologen zu gehen und dann sehr enttäuscht wurde...

    Ich habe nach außen hin ein total geregeltes und ambitioniertes Leben, ich arbeite und studiere nebenbei, habe eine langjährige Beziehung und unternehme ab und zu etwas... Aber es ist eben genauso, wie Nordosten in ihren Beiträgen geschrieben hat. Ich sehe so wenig Sinn in dem Ganzen. Wieso lebt man diese Anstrengungen täglich? Wieso kämpfe ich so stark für ein späteres Leben, dass ich im Hier und Jetzt kaum Freiraum habe, um dann später schreckliche Dinge wie den Tod der Eltern oder sonstiges zu erleben... Es fällt mir einfach so wahnsinnig schwer, einen Sinn zu finden. Ich hoffe meine Worte sind irgendwie verständlich, ich bin es nicht gewohnt darüber zu sprechen.

    Liebe Grüße
    Justthinking

  10. gesperrt

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    AW: "Lebensmüde", des Lebens müde sein.

    Zitat Zitat von justthinking Beitrag anzeigen
    Ich sehe so wenig Sinn in dem Ganzen. Wieso lebt man diese Anstrengungen täglich? Wieso kämpfe ich so stark für ein späteres Leben, dass ich im Hier und Jetzt kaum Freiraum habe, um dann später schreckliche Dinge wie den Tod der Eltern oder sonstiges zu erleben... Es fällt mir einfach so wahnsinnig schwer, einen Sinn zu finden.
    Man kann deine Anstrengung lesen, diesen Kampf, den du täglich ausfichst.
    Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst, Geborenwerden, Leben und Sterben.

    Innerhalb dieses Zyklusses erleben wir natürlicherweise Dinge, die nicht schön sind.
    Wenn alles in "richtiger" Reihenfolge abläuft, erleben wir zum Beispiel, dass unsere Eltern sterben.
    Das ist meistens traurig, aber es ist nichts Schreckliches und kein Schicksalsschlag, mit dem wir Menschen nicht klarkommen können.
    Es steht auch in keinem Zusammenhang mit unserem Leben vorher, mit unseren Leistungen, mit unserem Lebenskampf oder -krampf.

    Es tut mir sehr Leid, dass dein Leben sich für dich so schwierig anfühlt.

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