Liebe Community,
Ich bin überzeugte Nicht-Alkohol-Trinkerin. Nicht aus irgendwelchen Suchtproblemen von mir selbst oder irgendwelchen Angehörigen, deshalb eröffne ich diesen Thread auch nicht im Sucht-Forum. Tatsache ist vielmehr, dass ich bis zum heutigen Tag vergeblich auf den Moment warte, an dem mir das Zeug schmeckt: So wie andere etwa keine Karotten oder keine Marmelade mit Stückchen drin mögen, so mag ich eben keinen Alkohol. Hinzu kommt noch, und das liegt sicher an meiner insgesamt sehr reservierten Persönlichkeit, dass ich betrunkene oder auch nur leicht angeschwipste Menschen sehr unangenehm finde, und noch unangenehmer den Gedanken, dass ich selbst ebenfalls die Kontrolle über mich verlieren könnte. Das kann man psychoanalysieren wie man will, und sicherlich habe ich manchmal einen Stock im Allerwertesten; jedenfalls fühle ich mich wohl ohne Alk und lehne ohne Reue sämtliche Angebote auf alkoholische Drinks ab, egal ob von Bekannten oder vom hochgeehrten Professor im Rahmen eines Kolloquiums.
Was ich hier eigentlich diskutieren möchte ist aber meine Beobachtung, dass ich mich mit dieser Haltung ständig erklären muss. Keinen Alkohol zu trinken scheint fast so exotisch zu sein wie in unserer Zeit ins Kloster zu gehen und der Paarbeziehung zu entsagen. Ich musste mich im Teenageralter gegen meine Freunde durchsetzen und galt diesbezüglich als ein wenig komisch, obwohl 'meine Schrulle' letztendlich akzeptiert wurde - spätestens dann als ich ein Auto hatte und alle anderen spät nachts nach Hause bringen konnte. Aber auch jetzt noch wird meine Haltung zwar problemlos akzeptiert, aber doch immer wieder mehr oder minder offen belächelt, z.B. von besagtem Professor, der sich und seinen Studis gern mal was gönnt.
Wie erleben andere, die ohne äußeren zwingenden Grund wie Medikamenteneinnahme oder Schwangerschaft auf Alk verzichten, den Umgang ihrer Umgebung mit dieser Einstellung? Fühlt ihr euch auch manchmal genervt vom ständigen "Aber wieso denn das?" Und was erwidert ihr den ungläubig Staunenden?
Antworten
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24.08.2012, 18:50Inaktiver User
Vom Leben als Antialkoholiker
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24.08.2012, 19:18
AW: Vom Leben als Antialkoholiker
Hi Perikope,
ich trinke auch kaum was, wenn's hoch kommt, vielleicht 2 Glas Sekt im Jahr und das ist schon viel.
Und ich muss niemandem was erklären, ich möchte nicht und gut ist. Im Freundeskreis weiß eh jeder dass ich nix trink (mein Mann ist trockener Alkoholiker und deswegen schon gibt es bei uns nix, aber ich vermisse auch nichts). Und auswärts: nö, wieso sollte ich dann ausgerechnet dann und da was trinken? Ich bin auch noch nie komisch angekuckt worden oder gefragt worden warum, wieso und weshalb nicht.
Liegt vielleicht am Alter? Ich bin fast 50. Oder es liegt daran, wie man es rüber bringt?
Normale Menschen machen mir Angst!!! 
**Ich bin nicht dick - das ist erotische Nutzfläche!**
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24.08.2012, 19:18
AW: Vom Leben als Antialkoholiker
Die Zeiten sind genau 30 Jahre lang vorbei.Keinen Alkohol zu trinken scheint fast so exotisch zu sein wie in unserer Zeit ins Kloster zu gehen und der Paarbeziehung zu entsagen.
Wenn Du natürlich auf einer Party Deinen antialkoholischen Standpunkt erläuterst, dann hast Du natürlich lange Diskussionen.
Sag ganz einfach: "ich will meinen Lappen* behalten." und Du hast Ruhe und bekommst Dein Wasser.
Vor dreißg Jahren musste ich bei Familienfesten mindestens 5 Kisten Bier und ein Dutzend Flaschen Schnaps kaufen.
Seit Jahren reicht bei meiner Familie (und die ist nicht kleiner geworden) 1 Kasten Bier und eine Flasche Bitterlikör völlig aus. Aber mindestens 4 Kasten Wasser, Cola und Konsorten und diverse Säfte müssen es sein.
*Lappen = umgangssprachlich Führerschein, weil vor vielen Jahren es graue Lappen gab, später den rosa EU-Führerschein, Inzwischen besitze ich auch eine Führerscheinkarte.Geändert von Opelius (24.08.2012 um 20:25 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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24.08.2012, 19:31
AW: Vom Leben als Antialkoholiker
ich mag keinen alkohol, nicht mal in mini mengen schmeckt er, er erinnert mich an higlights wie leber oder kutteln, einfach nur grauslich.
lg
legrain
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24.08.2012, 20:14Inaktiver User
AW: Vom Leben als Antialkoholiker
Wo ist das Problem - du trinkst keine Alk und gut ist. Das mußt du nicht erklären und schon gar nicht rechtfertigen.
Bis auf manchmal ein halbes Glas Wein oder mal ein wenig Sekt mag ich auch nichts, vielleicht noch ein Alster im Sommer - aber nichts trinken ist so besonders ja nun auch nicht. Ich rauche auch nicht oder nehme andere Drogen - meine Wahl, meine Entscheidung, wer sollte mir da rein reden?
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24.08.2012, 20:28
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24.08.2012, 20:37Inaktiver User
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24.08.2012, 20:54Inaktiver User
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24.08.2012, 21:04Inaktiver User
AW: Vom Leben als Antialkoholiker
Das kommt wohl auf Alter und Umfeld an.
Unter den Professoren kannte ich auch ein paar, die man wohl als Alkoholiker bezeichnen müsste. An der Uni hatte ich überhaupt am meisten "Trinker" um mich herum.
Trotzdem kannte ich immer auch Leute, die nichts trinken. In der Schwangerschaft gehörte ich dazu und fand die angeschwipsten Leute um mich herum furchtbar. Sie hatten eine Fahne und wurden grundlos laut (jetzt nicht wütend, sie reden einfach lauter als nötig, nervig). Jetzt trinke ich meist selbst was und merke das nicht so.
Es geht drum, nicht zu diskutieren. Wenn man damit erst anfängt, hat man schon verloren. Warum in aller Welt muss ich mich rechtfertigen, wenn ich nicht rauche, trinke, keine Absätze trage, nicht verheiratet bin, was weiß ich. Am schlimmsten finde ich Leute, die mit Vegetariern beim Essen (!) Diskussionen anfangen ("Das wird sich wieder geben..."), überhaupt finde ich es äußerst ungehörig und störend, wenn jemand kommentiert, was ein anderer isst. Oder eben trinkt.
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24.08.2012, 21:25Inaktiver User
AW: Vom Leben als Antialkoholiker
Wenn ich auf Festen gefragt werde: Wieso trinkst du nicht mal einen Wein oder willst du lieber einen Prosecco etc...., dann antworte ich freundlich und wahrheitsgemäß:
Es schmeckt mir nicht.
Es ist mir noch nie jemand blöd gekommen, und falls das mal der Fall sein sollte, würde es mich null tangieren.
Gruß, Preciosa


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