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  1. Inaktiver User

    AW: Vom Leben als Antialkoholiker

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Na dann hoffe ich mal, dass ich bald erwachsen genug bin. :-)
    Sollte nicht despektierlich sein. Erwachsenwerden im Sinne von Entwicklung ist für mich ein Prozess, der erst mit dem Tod endet.

  2. Inaktiver User

    AW: Vom Leben als Antialkoholiker

    Im Familien- und Freundeskreis solltest du klarstellen, dass du keinen Alkohol trinkst - und warum. Menschen, die dir nahestehen, sollten in der Lage sein, sich das zu merken.
    Bei anderen Gelegenheiten kann eine kleine Notlüge ganz hilfreich sein. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, wird deine Abstinenz meist ohnehin akzeptiert werden. Ansonsten hilft "hab vorhin eine Kopfschmerztablette genommen" oder ähnliches.

    Natürlich wäre es schöner, wenn man sich als Nicht-Trinker nicht verteidigen müsste... ist aber nicht so, und dann ist eine kleine Schwindelei halt einfach bequemer als lange Diskussionen.
    In besonders harten Fällen hilft es, zu fragen: "Rauchst du?" - und wenn der oder die das verneint, mal nervig zu werden: Warum nicht? Nie? Auch nicht ab und zu? Na komm, eine kleine Zigarette geht schon.... Eben so, wie die Alk-Diskussionen geführt werden.

    So ganz nebenbei: Mit welchen Worten lehnst Du Alkohol ab? Wenn Dir zum Beispiel auf einem Empfang ein Glas Sekt angeboten wird? Sagst du einfach "nein danke, ich hätte gerne einfach nur O-Saft" oder eher "um Gottes Willen, keinen Alkohol, ich trinke prinzipiell nie Alkohol..." So grundsätzliche Aussagen provozieren geradezu Diskussionen.

    Übrigens: Ich trinke durchaus Alkohol. Aber wann und was ich will. Und wenn ich, warum auch immer, auf einer Geburtstagsfeier eben nicht mit Sekt anstoßen will und auf der Grillfete zwar ein oder zwei Bier, nach dem "fetten Essen" aber keinen Schnaps mag.... dann kann ich sehr ungemütlich werden, wenn ich bedrängt werde.

  3. Inaktiver User

    AW: Vom Leben als Antialkoholiker

    @Mountain_Glory: Ich habe dir das nicht krumm genommen. Der Terminus 'erwachsen' hat mich in dem Moment (ich bin ja doch 'schon' bald 30) nur ein bisschen amüsiert, aber ich wusste, dass du damit so etwas wie 'reif, erfahren' meintest. Und du hast ja auch Recht mit dem, was du schreibst

    @GuteLaune: Das mit der Gegenfragerei bei besonders harten ist eine super Idee! Das muss ich bei der nächsten diesbezüglichen Frage mal ausprobieren. (Mir fällt gerade ein, dass die letzte Person, die mich mit eben solchen Fragen genervt hat, gleichzeitig bekennende Kettenraucherin war, aber das geht ja auch mit beliebigen anderen Dingen. 'Früh aufstehen' hätte bei ihr gut funktioniert. *g*)
    Für gewöhnlich lehne ich alkoholische Getränke tatsächlich schlicht mit "Nein, danke" ab. Wenn ich ernsthaft daran interessiert bin, in diesem Moment trotzdem ein Glas in der Hand zu halten, frage ich gezielt nach Saft bzw. "irgendwas ohne Alkohol". Dass ich grundsätzlich keinen Alk trinke sage ich meistens nur bei gezielter Nachfrage bzw. wenn mir als Ersatz das dritte alkoholhaltige Getränk in Folge angeboten wurde. Auch dann sage ich es aber möglichst neutral und betone höchstens, dass er mir "leider" nicht schmeckt. Ich denke auch, dass jede emotionale bzw. abwertende Antwort Diskussionen und allgemeines Unbehagen hervorrufen würde, besonders wenn man den Alkohol in fröhlicher Runde angeboten bekommt. Nur in den seltensten Fällen legen es die Leute ja darauf an, sich knisterblau zu trinken, sondern stoßen einfach auf den guten Augenblick an. Da will ich auch nicht mit den eigenen Abneigungen die Stimmung sprengen.

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    AW: Vom Leben als Antialkoholiker

    Hallo Perikope,

    hatte ich auch mal, das.

    Wobei ich wirklich auch keinen Alkohol trinken könnte, selbst wenn ich wollte,
    weil ich ihn schier nicht vertrage, und weil ich mich somit nie an den Geschmack
    gewöhnen konnte, mag ich ihn auch nicht.

    Und dann kommt noch hinzu, daß mein Vater lange Alkoholiker war, jetzt gottlob trocken.

    Daß ich keinen Alkohol vertrage, ist eine Laune des Schicksals oder eine Freundlichkeit der Natur
    oder beides - aber wenn ich guten Freunden von meinem Vater erzähle, denken sie immer, daß
    ich wahrscheinlich DESHALB nicht trinke und das mit dem Nichtvertragen nur sage, weil ich das andere
    verständlicherweise nicht mal eben auf ner Party erklären mag - ja das ist vielleicht ein Gedrösel immer

    Jedenfalls gibt es keine fassungslose Nachfrage (WAS - keinen Alkohol? Nicht mal ein kleines bißchen?
    Wirklich nieeeeeeee?) und kein "aber ein Bier kannst Du doch trinken, oder" beziehungsweise ein
    "aber fehlt Dir da nicht was", das ich nicht schon mal gehört hätte.

    Irgendwann hab ich mir für die wirklich ganz, ganz hartnäckigen Fälle ein "das Zeugs ist für mich
    ein Brechmittel, und wenn ich Lust auf Erbrechen hätte, könnt ich mir ja das Geld sparen
    und einfach einen Finger in den Hals stecken, tu ich aber nicht, weil ich ko+++++ nicht so gern" zurechtgelegt.

    Dann sind die auch still, die Hartnäckigen.

    Zu erzählen, daß ich noch fahren muß, ging mangels Auto bei mir leider lange gar nicht,
    aber ich selber hatte auch ehrlich gesagt keine Lust, da rumzulügen - ist schließlich
    nicht mein Problem, wenn jemand ein Problem mit meinem Nichttrinken hat.

    Mein Freund ist da komplett entspannt und hat null Problem damit, seinen Rotwein selber zu trinken,
    und auf Familienfeierlichkeiten und dergleichen fragt er explizit nach lecker alkoholfreiem für mich.
    Eigentlich sehr nett von ihm, sollte ich ihm mal sagen, das.

    Ich denke, mit zunehmender Reife nicht nur von Dir, sondern auch
    seitens Deines Umfeldes wirst Du da immer weniger doofe Fragen hören.

    War zumindest bei mir so.

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    AW: Vom Leben als Antialkoholiker

    Hallo Perikope

    Eine gute Freundin von mir trinkt auch keinen Alkohol. Sie hat mal ein Glas Vodka mit Orangensaft probiert und ihr war nachher schwindlig und übel^^ hey das ist doch absolut kein Problem, ich unterstütze sie sogar darin! Alkohol kann sehr viele Probleme verursachen, also sei froh und stolz auf dich, dass dir dieses Zeug nicht schmeckt ;) aber ich weiss was du meinst, sie wird auch ständig darauf angesprochen und ihr wird auch immer wieder rein geredet und man fordert sie auf, doch mal versuchen was zu trinken, was sie wehement ablehnt und für das bewundere ich sie!

    Sie sagt auch selbst, ich bin ohne Alkohol schon genug witzig, das reicht mir! Ich würde mich gar nicht auf eine Diskussion mit Leuten die dich vom Alkohol überzeugen wollen, einlassen.

    Ich finde gut was du machst
    Glück ist das Ergebnis von selbstverantwortlichem, entschiedenem Handeln.

  6. Inaktiver User

    AW: Vom Leben als Antialkoholiker

    Vielen Dank, Leandra_82!

    Und Schmitti, es ist toll, wenn der eigene Freund einen da so unterstützt, nicht? Meiner akzeptiert mein Nicht-Trinken zum Glück auch ohne weiteres und ist obendrein selbst nur mäßig an Alkohol interessiert, sodass sich Diskussionen erst gar nicht ergeben können.

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    AW: Vom Leben als Antialkoholiker

    Hallo, liebe Perikope,

    Das Erste und Wichtigste ist, selbst Du akzeptieren, dass es einfach so ist und seine Haltung gegen aussen durchaus offensiv zu vertreten. Das ist wie mit Hunden: Je klarer und sicherer Du Dich äusserst, desto eher schlucken Sie es. Nur ja keine Scheu, sondern notfalls dominantes Verhalten markieren!

    Ich liebe gewisse Weine und Schnäpse (mit Mass!) und doch beobachte ich an mir, wie heikel es ist, Alkohol so zu geniessen, dass er nicht irgend wie schadet oder mich auch bei geringen Dosen durch irgend was bestraft. Das erlaubte, tägliche Glas Wein hat mich süchtig gemacht. Der Cold-Turkey-Entzug (nichts mehr, von jetzt auf gleich) war unschön. So gesehen muss man die Gründe nicht suchen, sondern nur wahrnehmen.


    Es sind mehrere Facetten der Kommunikation denkbar:

    1. Deine Feinde wirst Du nicht bekehren.

    2. Deine Freunde sollen es gefälligst ein für alle Mal respektieren (notfalls unter Androhung der Säumnisfolgen)

    3. Für diejenigen, die Dich nicht oder gerade erst kennen, gibt es Sprüche für verschiedene Gelegenheiten.


    Ad 1.: Isaak hat das wie Du: Er mag es nicht, und er will es nicht. Er hat sogar beim Bund nicht geraucht und nicht getrunken, wurde deswegen häufig übel angefeindet und hat es trotzdem durch gezogen. Er war durchaus bereit, für seinen Willen zu kämpfen.

    Ad 2.: Meine wirklichen Freunde haben voll akzeptiert, dass ich häufig nicht trinken will. Sie fragen einmal und nach meiner Antwort ist Ruhe. Bringen das Deine nicht fertig?


    Ad 3.: Für Uneingeweihte habe ich einen Vorrat an wahren, aber extrem formulierten Sprüchen, die allerdings so gebracht werden müssen, dass sie nicht nach Rechtfertigung riechen:

    - „Ich kann schon nüchtern nicht wirklich Auto fahren.“ (Isa, Isus und Isaak stimmen dem zu.)

    - „Ich will lieber Euch / Eure Gesellschaft intensiv geniessen, als mich zu zu dröhnen.“ (Ja! Und zudem: Die Eitelkeit erstickt jeden Widerspruch.)

    - „Ich vertrage alle Speisen, auch die Verrücktesten, ausser einer: Champagner. Da kriege ich schon Kopfschmerzen, wenn mir jemand die Flasche zeigt.“ (Nur leicht übertrieben, Champagner läuft für mich unter Folterwerkzeuge.)

    - „Ich kann auch nüchtern fröhlich sein.“ (Und wie!)

    - „Du kennst mich doch nüchtern. Wo soll es hin führen, wenn auch das letzte Restchen Hemmungen den Bach runter geht?“ (Kaum jemand widerspricht.)

    - „Ich bin mit dem Radl da und möchte trotz meines fortgeschrittenen Alters noch etwas leben.“ (Dazu kann ich Müsterchen von Beinahe-Unfällen servieren, die ich auf wundersame Weise abwenden konnte. Mit Leuten, die die Kreisel-Regeln nicht kennen, mit schwarz gekleideten Leuten, die man von hinten nur an den Händen erkennt, etc, etc. Wenn meine Schrecksekunde eine Sekunde dauern würde, wäre ich schon lange Organspender.)

    - (... „Nur ein Gläschen zu Anstossen!“) „Genau dieses Gläschen flashed mich übel. Man nennt das den Schlag des ersten Schluckes. Muss ich nicht haben!“

    - „Alkohol macht mich zeitweise impotent - man weiss ja nie ...“ (Stimmt für mich 100pro, mit Isa getestet. Ich muss ja niemandem sagen, dass mir das heute ziemlich egal wäre.)

    - „Erzähl mal, wie Du Trinker geworden bist!“ Antwort: „Nein ...“ „Ich kannte mal einen Heroin-Süchtigen, der hatte auch alles voll im Griff - sagte er.“


    Vielleicht fallen Dir auch noch Eigene ein.


    Ein passender gälischer Spruch wäre: „Eisd O'Eisd!“ („Höre, oh höre!“, grob so gesprochen: "Ishd O Ishd," {m.E. Das O dunkel fast wie ein „a“ (?)} , der Schlachtruf der Häuptlinge von Clan Arthur {MacArthur und McArthur}).
    Quelle: By Faith and Works

    Den könntest Du sehr laut und zusammen mit entsprechender Körpersprache ausrufen. Im Sinne von „Willst Du wohl hören!?“


    Grüsse, und Ich hoffe doch sehr, dass Du Deine Müdigkeit (sgìth) gelegentlich los wirst. Isambard

  8. User Info Menu

    AW: Vom Leben als Antialkoholiker

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was ich hier eigentlich diskutieren möchte ist aber meine Beobachtung, dass ich mich mit dieser Haltung ständig erklären muss. Keinen Alkohol zu trinken scheint fast so exotisch zu sein wie in unserer Zeit ins Kloster zu gehen und der Paarbeziehung zu entsagen. Ich musste mich im Teenageralter gegen meine Freunde durchsetzen und galt diesbezüglich als ein wenig komisch, obwohl 'meine Schrulle' letztendlich akzeptiert wurde - spätestens dann als ich ein Auto hatte und alle anderen spät nachts nach Hause bringen konnte. Aber auch jetzt noch wird meine Haltung zwar problemlos akzeptiert, aber doch immer wieder mehr oder minder offen belächelt, z.B. von besagtem Professor, der sich und seinen Studis gern mal was gönnt.

    Wie erleben andere, die ohne äußeren zwingenden Grund wie Medikamenteneinnahme oder Schwangerschaft auf Alk verzichten, den Umgang ihrer Umgebung mit dieser Einstellung? Fühlt ihr euch auch manchmal genervt vom ständigen "Aber wieso denn das?" Und was erwidert ihr den ungläubig Staunenden?
    Nun, ich bin Extrem-Selten-Trinker. Mir schmeckt Alkohol auch meist nicht. Und derjenige Alkohol, der mir schmeckt... Na ja, den genieße ich vielleicht an fünf Tagen im Jahr, und auch nur in kleinen Mengen.

    Erklären muss ich das nicht. Mein Umfeld scheint nicht so zu sein, dass man meint, das kommentieren zu müssen.
    Frauen sind nicht kompliziert. Sie wollen einfach nur geliebt werden.
    Und tolle Überraschungen. Und Schuhe. Und Schmuck.
    Und andere Dinge, die man erraten muss.

  9. Moderation

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    AW: Vom Leben als Antialkoholiker

    Mein Umfeld hat sich zum Glück auch daran gewöhnt, dass ich mal trinke und mal nicht und kommentiert das (bis auf seltene Ausnahmen) auch nicht weiter.

    Ich sage dann einfach "Nein, danke", bei der zweiten Nachfrage "Nein"und bei der dritten frage ich zurück "was genau haben Sie an dem Wort Nein nicht verstanden?". Und das alles natürlich mit einem freundlichen Lächeln - weil Fremden muss ich meine Weltsicht und meine Befindlichkeiten nicht erklären.


    Mit Freunden und Bekannten diskutiere ich dann aber auch shcon mal gerne das Thema "Autofahren und Alkohol", gerne an Beispielen mit Todesfolge aus meiner Zeit bei der Staatsanwaltschaft.

    Aber auch wenn ich nicht mit dem Auto unterwegs bin, habe ich schlicht manchmal keine Lust auf Alkohol und dann reicht ein freundliches Nein.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  10. User Info Menu

    AW: Vom Leben als Antialkoholiker

    Ich bin zwar selbst keine explizite Antialkoholikerin, vertrage das Zeug jedoch so schlecht, dass ich nun - spät aber doch - aus meinen (post)pubertären Fehlern gelernt und beschlossen habe, zumindest nicht mehr so viel zu trinken, dass ich die Auswirkungen spüre. Bei meinem Stoffwechsel ist also das neue Limit ca. 1/2 Gläschen Sekt, dann ist Schluss!
    Sowohl mein Freund als auch meine beste Freundin sind jedoch wirklich strikte Antialkoholiker, beide mit dem Argument, jeglichen Kontrollverlust vermeiden zu wollen! In beiden Fällen ist es wohl auch besser so, denn die sind schon nüchtern ziemlich abgedreht... Und das Tolle daran: Wir haben NIE deshalb diskutieren müssen! Weder wurde ich als "Saufnase" hingestellt, wenn ich doch mal was trinken wollte, noch wurde deren Verzicht belächelt. Jeder wie er mag, dann passt alles!
    Mir würde nie in den Sinn kommen, Menschen die ich mag deshalb runterzumachen oder ihre Entscheidung in Frage zu stellen. Ich kenn sowas selbst nur zu gut, da ich seit geraumer Zeit Vegetarierin bin und auch das offenbar ständig nach Erklärung und Rechtfertigung verlangt bei Menschen, die es schlichtweg nichts angeht!
    In dem Sinne - Prost, oder nicht!
    glg Radisi
    Du bist ein lebender Mensch, eine Frau, und kannst irren und zweifeln und gut sein. (Erich Fried)

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