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    AW: Aaarghhh......Ambivalenz, ich hasse sie

    @ sesam

    Über so etwas freue ich mich immer......auf die Idee es so auf den Punkt zu bringen, bin ich noch nicht gekommen

    Ich liieebe es, wenn etwas auf den Punkt formuliert wird

    Vielen Dank....das ist eine ganz tolle Anregung!!!

    @susisa,

    ja, genau das dachte ich früher auch mal.....angekommen sein, fertig sein und dann mit dem Zustand das Leben leben....fühlte sich gut an!
    Und letztes Jahr hatte ich ihn auch tatsächlich für Monate erreicht.

    naja, ist kein Dauerzustand .....und irgendwie auch keine Überraschung...leider

    Ebenfalls kenne ich das Gefühl, zu glauben, ich bestehe aus Verstand und Gefühl!
    Und innerhalb dessen halt mit unterschiedlichen Facetten......

    Ehhrlich gesagt, denk ich das immer noch....wie würdest du denn die Bereiche/Facetten ausserhalb in etwa bezeichnen wollen?
    sehr spannend!!!!

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    AW: Aaarghhh......Ambivalenz, ich hasse sie

    @blueserin

    nun zu deiner antwort, mit der ich mich echt am Schwersten tue
    ich antworte mal zw den Zeielen!


    Das Wort "Ambivalenz" sprang mich an-
    aber die ist ja noch mal etwas völlig anderes, als einfach nur "diffus" (= meinungslos) zu sein im Verhalten / Denken / Fühlen .

    Absolut richtig!!

    Wobei dieses diffus sein ein Teil!!! meiner Ambivalenz sein KANN

    Ambivalenz (wie ich sie verstehe und sie mir zu schaffen macht unter ähnlicher Wesensveranlagung, wie Du Dich beschreibst) ist doch eine Gleichzeitigkeit (bzw. ein ganz schnelles flimmerndes Hin-und Herspringen) von gegensätzlichen Impulsen.
    Kein bestimmter Farbton, sondern ein Flackern von mindestens zwei Grautönen, das einen ganz wuschig macht.

    Das kenne/kannte ich zur Genüge
    Darüber bin ich mehrfach ziemlich abgestürzt und krank geworden!

    Ich wurde fast verrückt darüber.
    Ganz früher reichten Kleinigkeiten....soll ich nun am Anfang schon diese Jeans kaufen oder aber alle Läden zu Ende ablaufen

    Dieser Tannenbaum oder erst noch alle anderen STände und jeden Baum drehen.

    DAS hat mich zwar nicht krank gemacht, aber viel Zeit und Energie gekostet - mich und m. Umfeld
    Wsr schon nicht lustig!!


    Da ist als Reaktion "Diffus" zu sein noch das kleinste Übel.
    Es hat etwas ganz Lähmendes, wenn man sich selbst nicht mehr richtig einordnen kann und plötzlich an seiner Wahrnehmung zweifeln muss, weil keine Bezugspunkte mehr vorhanden zu sein scheinen, an denen eine Orientierung möglich ist.

    Stimmt und da komme ich zu den heftigeren Themen......

    Sei es nun eine ungeplante Schwangerschaft ...oder sonstige schwerwiegenden Entscheidungen, für die die Verantwioortung übernommen werden muß/sollte, ohne die Konsequenzen zu kennen

    Solche Situationen haben mich echt fast ver - rückt werden lassen.

    Und ich hab nur noch Druck gefühlt.
    Manches Mal entschied es sich von selbst, leider nicht immer.

    Und in so einem Zustand entscheiden zu müsssen.....brachte den Topfdruck zum Platzen.

    Und das Allerschlimmste - sobald ich es dann entschieden hatte und das wirklich DIREKT danach!!

    Kam von Aussen etwas, was mir (wenn ich es vorher gewußt hätte!) die Entscheidung vereinfacht oder abgenommen hätte!!
    Leider kam es NIE vorher und ich empfand das fast als Strafe für mich persönlich, weil es Anderen teilw "geschenkt" wurde.

    "warum muß ich mir ALLES selber erarbeiten?"

    Es ist ein fundamentales Grundbedürfnis des Menschen, sich zu orientieren.
    Aber alles auf der Welt ist (mind.) bipolar, hat (mind.) zwei Seiten - man kann es so oder so betrachten.

    Ja, ja, war schon klar, aber das war ja Teil des Problems - bitte lass mich klar fühlen!:-)
    Ich beneidete Mensche, die ihre schlichte Meinung hatten!
    Auch wenn ich mit ihnen ansonsten nicht soo viel zu tun haben wollte

    Wir lernen als kleine Kinder, Widersprüche zu integrieren, zu verdrängen, abzuspalten, bilden uns allmählich Meinungen, übernehmen Sichtweisen oder Weltanschauungen.

    Solange einem das nur hin und wieder passiert, dass einem sein geradliniges Urteilsvermögen abhanden kommt, kann man das als normal oder als Phase oder als Herausforderung zum Hinterfragen betrachten.
    Vielleicht haben sich ja Dinge, Ansichten, in einem selbst überholt,
    und man hängt nur noch aus Gewohnheit an ihnen.
    Bemerkt nicht, dass ein Entwicklungsschritt dran ist.

    Soweit ich weiß, ist die Unfähigkeit, Ambivalenzen in sich zu vereinbaren, auch der Grundkonflikt bei schweren Erkrankungen wie der Schizophrenie.

    Und so sehr wir auch immer wieder gerne alle wettern gegen Menschen mit Vorurteilen und Schubladendenken: die sind doch auch ein Schutz, um nicht verrückt zu werden.

    Das hast du gut formuliert und das meinte ich oben mit "beneiden"

    Ich bin sehr froh, dass ich mich daraus ein großes Stück weit befreit habe, in dem ich dann die Kraft hatte, viele Themen in meinem Leben so zu verändern, dass ich es mir nun ermögliche, ein leichteres Leben zu leben, dass durch die einfachen Umstände nicht "mal eben" dazu führt, in Ambivalenzen diesen Ausmaßes zu geraten.

    Danke für dein Posting - es hat mich diesbezüglich noch einmal daran er-innern lassen!

    LG
    twix

    Dennoch finde ich es spannend mich über die Kleineren und auch teilw nervigen Ambivalenzen hier auszutauschen!
    Also bitte gerne weiter:-)
    Geändert von twix25 (25.08.2012 um 10:09 Uhr)

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    AW: Aaarghhh......Ambivalenz, ich hasse sie

    Ich bin etwas erstaunt, über die Idee, man könne irgendwann "fertig" sein.

    Wie vielfältig und oft auch schnell sich alles und jedes im Leben entwickelt, das ist doch einfach völlig deutlich, Tag für Tag, oder? Fertig sein hieße ja auch - ich muss mich nicht mehr um Entwicklung bemühen. Oder? Na das wäre ja was. Solche Menschen strengen mich an. Ein kluger Mensch weiß, dass er nichts weiß.

    Wieso hast du denn Angst davor, du könntest Kompromisse nicht ewig leben... ich komme da momentan nicht ganz mit. Wenn man merkt, ein Kompromiss trägt nicht mehr, dann ist das eben so. Dann läßt man das. Und wendet sich Besserem zu.

    Ich habe vielleicht den Vorteil dadurch, dass ich zeitlebens ganz viel umgezogen bin (und wurde, als Kind schon), dass ein "Abschied" für mich zwar auch schlimm ist, aber doch lebbar und auch als "normal" empfunden werden kann von mir. Nach einer Weile des Schmerzes jedenfalls. (Bei Todesfällen ist das leider ganz anders,...) Und die Erfahrung, dass immer neue Türen aufgehen, wo andere sich schließen, die macht mich sicher in dem Bewußtsein - es geht immer weiter. Und zwar meistens - besser.

    Lebenslange Freundschaften kann man sich nicht herbeiarbeiten. Entweder die Umstände haben das ermöglicht, oder nicht. Wenn ich so die Menschen in meinem Umfeld sehe, die jede Woche mit den selben sechs Leuten zusammen sind, dann weiß ich für mich: Mein Leben ist reicher, bunter, vielfältiger. Die Ansprüche und Bedürfnisse sind eben sehr verschieden. Statische Größe ist dabei die Familie. Die bleibt, die hat man immer. Und das ist mir auch wichtig und angenehm. Aber andere Leute - man kann doch nicht sein Leben mit denselben sechs Leutchen verbringen und dann glauben, man wäre da irre bereichert. Oder doch? Also, mir ist es lieber, ich lerne viele verschiedene Facetten des Lebens kennen. So, wie ich auch immer an verschiedene Urlaubsorte fahre (meistens).

    Für mich entsteht der Eindruck, wer sich an eine solche "beste, lebenslange" Freundin derart klammert, oder an den Gedanken daran, wie schön das wäre, der sucht in Wirklichkeit vielleicht einen Ersatz für seine Mutter oder Schwester? Nur so eine Idee. Könnte doch sein, oder? Verschmelzung anzustreben, hat etwas kindliches, finde ich.

    My 2 cents für heute Morgen.
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: Aaarghhh......Ambivalenz, ich hasse sie

    Guten Morgen Karla,

    Du hast ja "recht"...in diesem Sinne.

    Ich lebe es ja auch nicht, es ist manchmal eben nur die Frage diesbezüglich!

    Und wie du sagst, Familie hat etwas statisches und die habe ich eben nicht und auch so nie gehabt.

    Deshalb sind Freunde meine Familie.

    Da sind und waren auch immer sehr intensive und zuverlässige dabei.

    Aber da sie eben nicht Familie SIND, ist es eben auch nie selbstverständlich

    Und auch innerhab Familie gab war es das bei mir nicht - mein Vater hatte schlicht keine Lust auf Kind, so dass ich sowas nicht persönlich kenne

    Ich schrieb bereits, dass immer neue Menschen in mein Leben kamen/kommen .

    Wie gesagt, dassss sollte ja nicht das unbedingte/alleinige Thema hier sein.

    Ich muß vielleicht noch ein paar andere beispielhaft schreiben:-)

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    AW: Aaarghhh......Ambivalenz, ich hasse sie

    Oh, das hatte ich nicht gelesen oder nicht verstanden, entschuldige bitte! Natürlich, wenn man in der Familie nicht das Bewahrende, Statische erlebt, dann braucht man das an anderer Stelle. Gab es nicht auch in der Woman mal einen Artikel zum Thema - meine Familie, das sind meine Freunde. Oder so ähnlich? Es gibt ja immer mehr Menschen, die ohne Familienleben dastehen und sich über den Freundeskreis das holen, was an Gefühlsleben und an "fester Größe" vermißt wird im Leben. Aber. Dass sich da manchmal eben doch etwas verändert, das ist eben leider nicht zu vermeiden.

    Ich denke, alles Schwierige im Leben wird leichter empfunden, wenn man es akzeptiert. Also - es ist, wie es ist. Nicht dagegen anrennt innerlich. Und lange traurig ist, dass die Dinge nicht so sind, wie man sie sich erträumt. Das hat m.E. wirklich etwas Kindliches an sich. Es ist ein sehr süßer Zug, aber es ist für einen selber dann halt schwieriger, klarzukommen.
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: Aaarghhh......Ambivalenz, ich hasse sie

    @ twix

    Erhlich gesagt weiß ich gar nicht, ob ich das benennen kann, was ich damit meine...

    Ist vielleicht auch "egal", ob man nun denkt, man besteht aus Verstand und Gefühl - und hat darin unterschiedliche Facetten - oder ob man irgendwie meint, da sind "noch mehr Bestandteile".

    Es reicht auf jeden Fall nicht, "nur" Verstand und Gefühl - als jeweils "eines" sozusagen, zu bemerken.

    Ich glaube, dass jede Situation alle möglichen Gedanken und Gefühle auslöst. Manchmal überwiegt dann ein Gedanke oder ein Gefühl ganz stark (z.B. Liebe) ... oft ist es aber der Fall, dass man da nicht so richtig durchblickt, weil alles sehr diffus erscheint.
    Verstandesmäßig sind wir da schon ganz gut drin, glaube ich. Pro und Conta usw.
    Aber genauso ist das auch emotional.

    Und SELBST obliegt es dann, zu entscheiden, welcher Facette wir den Vorzug geben wollen und warum. Möglicherweise hängt das aber auch an unserem WILLEN und nicht an uns SELBST.

    Z.B. ich will unbedingt xyz werden, aber ich habe eigentlich kein Talent dazu. Es macht mich auch nicht glücklich, aber ich will es so, weil dies und das...
    Soll es ja häufger geben solche "Entscheidungen."

    Naja. Nur so als Anstoß. So richtig bescheid weiß ich darüber auch nicht.

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    AW: Aaarghhh......Ambivalenz, ich hasse sie

    Da das Thema mich zeitweise noch beschäftigt, schubs ich es noch mal hoch.
    Vielleicht gibt es neue User oder neue Anregungen
    Es wird Zeit für eine neue Signatur

  8. Inaktiver User

    AW: Aaarghhh......Ambivalenz, ich hasse sie

    Zitat Zitat von twix25 Beitrag anzeigen
    Da das Thema mich zeitweise noch beschäftigt, schubs ich es noch mal hoch.
    Vielleicht gibt es neue User oder neue Anregungen
    Dieses Thema wird Dich ein lebenlang begleiten, mal mehr mal weniger. Hast Du Dich mit dem Thema HSP (Highy sensitive person) schonmal auseinandergesetzt?

  9. Inaktiver User

    AW: Aaarghhh......Ambivalenz, ich hasse sie

    Hallo Twix!

    Nur ganz kurz, da auf dem Sprung:

    Ich kenne sowas, würde es aber (je nach Fall) anders bezeichnen:

    - Entscheidungsunfähigkeit (und dahinter gerne Nachentscheidungsdissonanz)

    - innere Zerrissenheit (viel stärker als Ambivalenz!)

    - persönliche Integrität und die liebe Umwelt

    Das letzte ist das heftigste Thema für mich - aktuell gewesen. Wenn jemand, an dem Dir eigentlich sehr viel liegt (Freundin), etwas tut, was Du an sich völlig ablehnst. Wenn die Person Dir nicht so wichtig wäre, könntest Du Dich distanzieren. Denn eigentlich kannst Du mit Deinen Werten gar nicht mit so einer Person eng sein. Nun ist es aber gerade diese Person, die Dir so wichtig ist, die Du so nicht kanntest noch dazu, und jetzt kamen von Dir in dem Zusammenhang auch die Worte "Kompromißbereitschaft/Toleranz". Die sich aber je nach Fall eher anfühlen können wie Selbstverleugnung und eben: Beschädigung der persönlichen Integrität, deines Wertesystems, deiner Persönlichkeitsstruktur.

    Ich hatte so etwas in meiner Beziehung. Ich habe sie nicht deswegen beendet, aber ich habe nun sehr viel mehr Frieden mit und in mir selbst.

    Ich muß los, spät dran!

    Gruß Sin

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