Hallo liebes Forum!
Bin schon länger stille Mitleserin, aber nun möchte ich mich auch einmal mit einem Thema zu Wort melden.
Ich bin jetzt Mitte 20 und habe es schon öfter erlebt, dass einige meiner Bekannten und Freuninnen irgendwann, wenn man sich "näher" befreundet ein typisch(?) weibliches Freundinnenmuster an den Tag legen. ... Habt ihr das auch beobachten können? Und wie geht man mit solchen Menschen um? Sind es "Freundinnen" --- oder brauchen sie vielleicht eher einen Psychater?
Einfach mal ein paar Beispiele:
- Bzgl. Verabredungen: diesen Frauen ist es unheimlich wichtig, nach einem Treffen gleich einen neuen, baldigen Termin auszumachen. (So als könnte es sein, dass man sich sonst nie mehr wiedersieht.)
Wenn es sich um offiziellere Verabredungen handelt (z.B. Weggehen mit mehreren Freunden), war es immer schwierig für mich DANN nach Hause zu gehen, wann ich es wollte, denn diese Frauen halten einen mit allen Mitteln davor zurück. (Warum habe ich noch nicht verstanden, hat aber vielleicht auch was mit "Alleinsein" zu tun.)
- Bzgl. anderer Freundinnen: Diese Art von Frauen kann es nur sehr schwer ertragen, wenn man von den Erfahrungen mit anderen Freundinnen spricht. Es ist nicht unbedingt so, dass sie es einem dann direkt sagen, aber unterschwellig kommt da sehr viel "rüber". Möglicherweise haben sie schreckliche Angst davor, dass man mit den anderen auch schöne Sachen erleben könnte. - Also Angst, selber nicht "wertvoll" genug zusein.
Häufig sprechen diese Frauen auch von "bester Freundin", Freundin, Bekannten usw. nehmen also eine genaue Einteilung vor.
- Gespräche: Die Gespräche dreht sich meistens um die Gefühlswelt besagter Personen, jedes noch so kleine Problemchen wird breit geschildert. Einfach mal Eisessen und über Nichtigkeiten reden, lachen ist irgendwie nicht möglich. Längeres Schweigen übrigens auch nicht. Alternative: Lästern, um sich selber zu erheben.
In Diskussionen beharren sie meistens nur auf dem eigenen Standpunkt, Kompromisse sind unmöglich, selbst wenn sie mehrmals angeboten werden. Diese "Starrheit" überträgt sich auf die gesamte Erlebniswelt der Frauen, wie gesagt, regelmäßige Treffen, klare Freunschaftsdefinition und entsprechend erwartetes Verhalten.
Ich habe festgestellt, dass das eigentlich immer Frauen waren, die ganz offensichtlich ein zu geringes Selbstwertgefühl hatten und das im Laufe der Zeit dadurch kompensierten, dass sich eine Freundin "so und so" zu verhalten hat, ansonsten mit wahlweise Trauer, Klammern oder Ablehnung reagieren.
Schublade auf, Schublade zu.
Lohnt es sich, da Freundschaftsenergie reinzustecken - man muss sie nämlich mit Samthandschuhen anfassen! Manchmal denke ich, dass ist vielleicht nur eine Phase, die sich irgendwann noch ändert. ...
Kann eine Freundin der Freundin "Selbstbewusstsein" geben???
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 18
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03.08.2012, 15:42Inaktiver User
Freundinnen ohne "gesundes Selbstbewusstsein"
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03.08.2012, 15:49Inaktiver User
AW: Freundinnen ohne "gesundes Selbstbewusstsein"
Machst Du da nicht auch gerade ne Schublade auf?

Tatsächlich klingt das, was Du beschreibst etwas anstrengend ... vor allen Dingen aber weil du anscheinend ganz andere Bedürfnisse hast.
Was wünschst Du Dir von einer Freundschaft?
Ich wünsche mir bei Freunden beides - entspanntes lockeres Zusammensein aber auch tiefere Gespräche.
Wenn es nur ersteres ist würde ich es irgendwann einfach keine Freundschaft mehr nennen, nur letzteres kann in einer Phase in der es einer von beiden schlecht geht, gut sein, aber mir würde das gemeinsame Erleben fehlen.
Hast Du denn Freundschaften bei denen Du Dich wohl fühlst?
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03.08.2012, 15:54Inaktiver User
AW: Freundinnen ohne "gesundes Selbstbewusstsein"
Kenn ich, aber wie auch immer, wenn das Positive überwiegt ist mir es egal.
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16.08.2012, 17:18
AW: Freundinnen ohne "gesundes Selbstbewusstsein"
Menschen mit Selbstwertproblemen sind in der Tat anstrengende Partner:
Sie wollen pausenlos Bestätigung (und sind beleidigt, wenn sie die nicht in der Form kriegen, wie sie sich das vorstellen), sie neigen zum Klammern, sie wollen ständig über ihre Probleme reden, mit denen sie alleine nicht klar kommen, sie wollen sich ausheulen anstatt einfach auch nur mal Spaß mit Dir zu haben.
Es ist durchaus auch an Dir, solchen Freundinnen zu sagen:
"Hör zu, ich stehe dir gerne ab & an für ein Problemgespräch zur Verfügung, aber ich bin keine Kummerkastentante und auch keine Psychotherapeutin. Wenn Du alleine mit Deinen Problemen nicht weiter kommst, dann solltest du dir professionelle Hilfe suchen, anstatt immer nur deine Freundinnen zu strapazieren. Die sind dafür nicht ausgebildet und sie möchten mit ihren Freundinnen auch Spaß zusammen erleben!"
Ich habe als junge Frau mit massiven Selbstwertproblemen auch meine Freundinnen ganz schön strapaziert - und war dann enttäuscht, wenn sie sich von mir zurückgezogen haben.
Die Frauen in meinem Freundeskreis sind allesamt viel zu beschäftigt mit anderen Dingen, anstatt ständig nur um ihre eigenen Befindlichkeiten zu kreisen. Vielleicht hast Du einfach auch nur die verkehrten Freundinnen ...
Du hörst vielleicht viel lange schon und zu bereitwillig zu, anstatt endlich mal Grenzen zu setzen bzw. die Freundinnen massiv zu mehr Spaß & Aktivität zu animieren.
Und Du schränkst dann den Kontakt zu den Problemfreundinnen auch nicht ein, um Zeit zu gewinnen für Frauen, mit denen der Kontakt Dich stärker bereichern kann.Geändert von Latona (16.08.2012 um 17:22 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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16.08.2012, 22:45
AW: Freundinnen ohne "gesundes Selbstbewusstsein"
Nein so kenne ich das eigentlich nicht... nur ansatzweise.
Dass du "typsch? weiblich" mit "Psychiater" in Zusammenhang bringst, ist schon gewagt.
Du fragst ob das Freundinnen sind? In der Regel definiere ich für mich selbst, wen ich so betitele... Freundschaften können ganz unterschiedlich aussehen. Ist ja nicht so, als ob man das selbst nicht auch ein wenig lenken könnte.
Wenn jemand meiner Auffassung nach unbegründet beleidigt oder zickig ist, ist das halt mal so. Bringt ja nichts, sich zu verbiegen, auch wenns dann u. U. schade ist. Wenn man aber nicht bereit ist auf die Vorteile einer Bekanntschaft/Freundschaft zu verzichten, sollte man meines Erachtens nicht all zu streng sein. Andersrum sollte man aufpassen, dass es nicht heuchlerisch wird, finde ich. Und die Dinge ansprechen!
Überheblichkeit sollte man auch vermeiden.
Ich finde das ziemlich verallgemeinernd. Ich denke das ist Typsache. Ich kenne es z.B. umgekehrt, dass man aufgrund fehlenden Selbstwertgefühls NICHT über die Dinge redet, die einen beschäftigen und nach außen keine Ansprüche an Freundschaften stellt, die eigenen Gefühle zu wenig zeigt. Stattdessen den anderen zuhört oder eben Spaß hat. Man also eher zu wenig gibt und erwartet, als zu viel. Das kann natürlich aber auch anstrengend sein.Geändert von TellMeWhy (16.08.2012 um 23:32 Uhr)
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17.08.2012, 08:45Inaktiver User
AW: Freundinnen ohne "gesundes Selbstbewusstsein"
@tellmewhy
Den Abschnitt mit "typisch weiblich" und "Psychater" habe ich mit vielen Fragezeichen versehen.
Tatsächlich ist das meine eigentliche Frage... wie sehr kann "man" auf eine Freundin eingehen, wo sind die Grenzen?
@all
Ich sehe das auch ein bisschen so wie @Nasstja: ich wünsche mir von Freundinnen ein lockeres, schönes, freudiges Zusammensein, aber auch (mal) ernstere Gespräche.
Nun habe ich es aber gerade in der letzten Zeit verstärkt erfahren, dass viele Frauen, die ich kennengelernt habe, nach einiger Zeit das von mir oben beschriebene Verhalten an den Tag legen. Nicht jede hat all die oben genannten Eigenheiten, aber allgemein gesagt: Viele Frauen(!) können irgendwie nicht "locker" lassen und sehen eine Freundschaft anscheinend in erster Linie darin, dass man sich gegenseitig von seinen Problemen erzählt. Bei Männern habe ich das eigentlich noch nie so erfahren.
Wie gesagt, ich möchte ja auch nicht ausschließlich oberflächliche Bekanntschaften haben, bloß nicht!, aber ich möchte auch keinen Psychater ersetzen.
Wie merkt man denn, wenn einem ein bestimmtes Verhalten zu viel wird? Wo sind die Grenzen?
Z.B. schätze ich an vielen der Frauen auch andere, positive Eigenschaften.
Ich habe irgendso eine Barriere in mir, dass ich nicht einfach sagen kann: Halt, das wird mir jetzt zu viel! - Weil ich eben auch keine oberflächliche Freundin sein möchte und gerne mit Rat und Tat zur Seite stehe. Oder mir halt einen Ruck gebe, wenn ich merke, dass das der anderen gerade wichtig ist.
Insofern hat das alles auch sehr mit mir zu tun. Vielleicht auch mangelndes Selbstwertgefühl?
Oder zumindest - Gespür für die eigenen Grenzen???
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17.08.2012, 08:50Inaktiver User
AW: Freundinnen ohne "gesundes Selbstbewusstsein"
Was ihr für Leute kennt *g*
Kenne ich so gar nicht.
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17.08.2012, 09:31
AW: Freundinnen ohne "gesundes Selbstbewusstsein"
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17.08.2012, 10:52
AW: Freundinnen ohne "gesundes Selbstbewusstsein"
Loranka.
Ich denke, du hast keine Freundinnen. Und bist selber keine Freundin.
Wenn man so distanziert, beinahe abfällig über Menschen spricht...
So könnte ich niemals über meine Freunde schreiben. Auch wenn ich mir über ihre Schwächen im Klaren bin. und sie sich meiner Schwächen im Klaren sind.
Sie können jederzeit mit mir rechnen, ich sehe mit Sympathie und Wärme auf sie und habe sie wahnsinnig gern.
Das, was du beschreibst sind keine Freundinnen, das sind Notgemeinschaften, damit man nicht allein irgendwohin muss und damit man gesellschaftskonform sagen kann, "ich habe Freundinnen".
Das was du beschreibst, sind austauschbare weibliche Wesen, die dich im Grunde nichts angehen.
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17.08.2012, 13:25Inaktiver User
AW: Freundinnen ohne "gesundes Selbstbewusstsein"
Irgendwie verstehe ich Deine Post nicht so ganz. Oder meinst Du, dass ich unterbewusst meine beschriebenen "Freundinnen" schlecht mache, weil ich Angst davor habe, dass ich sie verlieren könnte?
Aber ich weiß ja gar nicht, ob man das überhaupt "Freundschaft" nennen kann, was wir da haben.
Ich denke eher nicht. Wenn ich diese Personen nicht sehe, geht es mir zumindest besser.


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