liebe leute,
darf ich mal ein wenig jammern??und um ein paar erfahrungsberichte/tipps bitten?
folgende situation: nach gescheiterter beziehung vor 2,5 jahren mein leben mithilfe einer thera sehr gut aufgeräumt, aufgearbeitet. die "liebe zu mir selbst" gefunden - glaube ich zumindest. anfang des jahres alten job geschmissen, nun halb angestellt, halb selbstständig. läuft super. aber: mein körper zeigt mir nun, dass es in den letzten monaten alles etwas viel war.
letzte woche ein riesenrumms in meiner halswirbelsäule, bandscheibenschaden, ruhe verordnet bekommen. die halswirbelsäule macht mir seit jeher probleme, das letzte mal stark vor dem arbeitsumschwung - nackenverspannungen und schmerzen. beides war jetzt eigentlich gut, bis zu dem knacks. ich erkenne selbst (), dass ich mir in den letzten wochen zu viel zugemutet habe. zehn stunden täglich am rechner rächen sich irgendwann, die falsche haltung kommt dazu (kopf einziehen). ich weiß aber auch, dass ich grundlegend etwas ändern möchte - hoch erhobenen hauptes am schreibtisch sitzen, z.b. mir nicht selbst druck machen, "du musst noch dies und jenes schaffen, diese sache jetzt muss aber richtig gut werden, hängt deine berufliche zukunft von ab" etc. ich habe schon etwas angst, dass das momentane "läuft sehr gut" zum eher "mau" wird. blödsinn, ich weiß. ich möchte gern innerlich entspannter werden, kann mich, was das angeht, aber nur sehr schlecht entspannen.
zum verständnis: ich hab mit anfang 20 einige jahre am existenzminimum gelebt, auch schulden aufgebaut. jetzt ist das finanzielle okay, schulden sind abbezahlt. ich denke, ich habe einfach angst, von "oben" wieder herunterzufallen.
kann sein, dass ich kurz vor einem weiteren entwicklungsschritt stehe - aber ich weiß nicht, wie ich ihn angehen soll. ich versuche, dem leben zu vertrauen, es fällt mir derzeit nur sehr schwer. kann meinen kopf nicht ausschalten
das arbeitspensum wird mindestens noch vier wochen sehr hoch sein, nur möchte ich am ende nicht ganz flach liegen. mir auszeiten, ruhezeiten zugestehen - ja, das muss ich. ich kann es nur schlecht, ohne schlechtes gewissen. es ist noch so viel arbeit
wie finde ich das gleichgewicht zwischen "arbeit" und "leben"? wie habt ihr es gefunden?
LG
die fly
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Ergebnis 1 bis 10 von 18
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21.07.2012, 10:58
Das Gleichgewicht (Arbeit/Leben) finden...
„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“
(Peter Kuznic, kroatischer Theologe)
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21.07.2012, 11:11
AW: Das Gleichgewicht (Arbeit/Leben) finden...
Hallo happy_fly
ich gebe zu, dass meine natürliche Faulheit mir hilft, aber ich hab doch so meine Eckpunkte. Zum Beispiel, der Sonntag ist heilig, da wird NICHTS im Zusammenhang mit Arbeit irgendwelcher Art gemacht. Auch wenn es Kunden einfallen sollte, am Wochenende anzurufen oder emails zu schreiben, die warten bis am Montag bis ich antworte.
ich mach ein bisschen Sport, einmal pro Woche in einer Gruppe - auch diesen Termin halte ich mir frei, der ist einfach besetzt, da können noch so viele Kundenanfragen kommen.
und bei der Terminplanung plane ich immer grosszügig sodass ich nicht ins Hetzen komme, sondern immer noch für Unvorhergesehenes ein bisschen Raum bleibt, oder wenn nichts Unvorhergesehenes kommt, dass ich zwischendurch eine Viertelstunde Zeit habe um durchzuatmen.
Ich bin auch halb angestellt, halb selbständig. Ich hab das Glück, dass meine selbständige Tätigkeit stark saisonal ist, sodass ich weiss, jetzt kommen zwei Monate Vollgas und dann aber die grosse Leere, und kann entsprechend planen.
Wenn ich so viel am Rechner wäre, würde ich mindestens einen täglichen Spaziergang am Mittag oder so planen, um etwas Bewegung und frische Luft zu bekommen.
und dann habe ich nicht den Anspruch, dass alles sofort passieren muss. Wenn Kunden meine Dienstleistung wollen, müssen sie auch die dazu notwendige Zeit und Geduld dazu bringen. Leute im Katastrophenmodus interessieren mich nicht, die machen mich krank - das wiegt kein Geld der Welt auf.
keine Angst, die Arbeit wartet ganz geduldig auf dich, bis du sie erledigst. Die wird dir nicht davon rennen. :-))ch kann es nur schlecht, ohne schlechtes gewissen. es ist noch so viel arbeit
grüsse, barbara
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21.07.2012, 11:20Inaktiver User
AW: Das Gleichgewicht (Arbeit/Leben) finden...
tja, daran arbeite ich auch schon seit geraumer zeit mit mäßigen erfolgen....-
sehr wichtig finde ich: sich selber genaus so wichtig nehmen die die anderen/kunden....
zeit für sich selber einplanen und in den kalender schreiben und auch einhalten!!!
nicht permanent über seine grenzen gehen.....
keep the balance.......
der weg entsteht im gehen.....
in diesem sinne alles gute für dich!
monika
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21.07.2012, 21:17
AW: Das Gleichgewicht (Arbeit/Leben) finden...
lieben dank für eure rückmeldungen

generell handhabe ich das auch so, aber ist zurzeit nicht möglich, da der abgabe-termin für ein großes projekt näher rückt und es einfach sehr zeitintensiv ist. "natürlich faul" bin ich sonst aber auch mal ganz gerne
sollte ich, trotz termindruck, auch wieder angehen... hab gerne pilates gemacht, das war für mich perfekt. es kommt alles zu kurz zur zeitich mach ein bisschen Sport, einmal pro Woche in einer Gruppe - auch diesen Termin halte ich mir frei, der ist einfach besetzt, da können noch so viele Kundenanfragen kommen.
guter plan. da ich noch recht "neu" bin, habe ich mich einfach überladen. das seh ich jetzt ja ein, aber nützen tut es mir nicht viel. absagen will/kann ich derzeit nichts, da das großprojekt nur kurzfristig ist, kleinere projekt aber langfristig. wenn es mir gelingt, alles ein wenig zu entzerren, ist mir schon geholfen.und bei der Terminplanung plane ich immer grosszügig sodass ich nicht ins Hetzen komme, sondern immer noch für Unvorhergesehenes ein bisschen Raum bleibt, oder wenn nichts Unvorhergesehenes kommt, dass ich zwischendurch eine Viertelstunde Zeit habe um durchzuatmen.
das planen muss ich wohl noch übenIch bin auch halb angestellt, halb selbständig. Ich hab das Glück, dass meine selbständige Tätigkeit stark saisonal ist, sodass ich weiss, jetzt kommen zwei Monate Vollgas und dann aber die grosse Leere, und kann entsprechend planen.
das mit der bewegung habe ich mir fest vorgenommen. nächste woche soll wetter hier gut werden, dann gehts nach halbtagsjob ab ans meer, schwimmen, sonne genießen. der schreibtisch wird bis abends warten könnenWenn ich so viel am Rechner wäre, würde ich mindestens einen täglichen Spaziergang am Mittag oder so planen, um etwas Bewegung und frische Luft zu bekommen.
und dann habe ich nicht den Anspruch, dass alles sofort passieren muss. Wenn Kunden meine Dienstleistung wollen, müssen sie auch die dazu notwendige Zeit und Geduld dazu bringen. Leute im Katastrophenmodus interessieren mich nicht, die machen mich krank - das wiegt kein Geld der Welt auf.
zeit und geduld... muss ich mir selbst auch geben.
gute taktikkeine Angst, die Arbeit wartet ganz geduldig auf dich, bis du sie erledigst. Die wird dir nicht davon rennen. :-))
danke, monika! sich selbst wichtig nehmen... tja, menschlich habe ich das schon geschafft, aber arbeitsmäßig klappts wohl noch nicht so ganz. wieder thema: die erwartungen anderer erfüllen. auch mal fehler machen zu dürfen, gerade am anfang (da bin ich super streng mit mir). die idee, zeit für mich in den kalender einzutragen, ist super! wäre ich nie drauf gekommen. und ja, der weg entsteht beim gehen... es war alles so rasant in den letzten monaten, jetzt kommt wohl auch meine seele hinterher. sie braucht halt auch ihre zeit.
das gute: ich hab mir eben mein großprojekt noch mal angesehen - und die schwierigsten themen sind abgearbeitet. es kommen noch themen, bei denen ich ganz gut im thema stehe und feinarbeiten. also, ein ende ist in sicht. lernaufgabe für mich: das nächste mal besser die zeit kalkulieren, bzw. die deadline nach hinten schieben (ist echt knapp bemessen).
und ich habe mich heute mal selbst beobachtet. ich bin selbst zu hause oft viel zu hektisch. mir fehlt gelassenheit. will alles schnell-schnell erledigen. das geht ja derzeit nicht so gut, da hals sofort meckert. ich glaub, ich hab eine innere antreiberin! tu dies noch, mach das noch... ach, das auch noch... man...
naja, ich hoffe ich komme mir da selbst noch weiter auf die schliche
„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“
(Peter Kuznic, kroatischer Theologe)
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21.07.2012, 21:23
AW: Das Gleichgewicht (Arbeit/Leben) finden...
Versuche dich als das wichtigste in deinem Leben zu sehen. Du hast die Aufgabe in deinem Leben auf dich auf zu passen.
Wenn du es nicht tust, tut es keiner. Belohne dich für deine Leistungen, versuche einmal am Tag etwas zu tun was dir richtig Freude macht. Das können selbstverständliche Kleinigkeiten sein, die man in der Hektik sonst einfach als normal nimmt.
Ich tanze seit 4 Jahren auf "3 Hochzeiten " meinem sehr verantwortungsvollem Job mit 8-10 Stunden,der Versorgung meiner 88 jährigen Mutter und einem Mann der nach 4 Baypässen gesundheitlich angeschlagen ist. Im Sommer kommen dann noch 2 relativ große Gärten dazu. Trotz dem bleibt mir noch genügend Zeit für mich und ich fühle mich nicht wirklich überfordert. Das soll jetzt nicht angeberisch klingen, ich kann ja manchmal rückblickend selber kaum glauben das das alles funktioniert.
Ich habe mich so organisiert, das ab Samstagmittag bis Sonntagabend die Arbeit und Verpflichtung ruht. Diese Zeit gehört mir.
Auch ich mußte lernen Grenzen zu ziehen und nein zu sagen. Auch mal was liegen zu lassen, nach dem Motte " irgendwann ist für alles die richtige Zeit " mußte lernen Prioritäten zu setzen und vor allen Dingen lernen auf die Signale meines Körpers zu hören.
Das alles damit du weißt, ich verste was du meinst.
Ich kann dir nur den Rat geben versuche dich neu zu strukturiere und stelle dich in den Mittelpunkt. Du schaffst deine Arbeit trotzdem, nur entspannter. Wie hier schon geschrieben wurde, unterbrich deine Pc Arbeit für einen Spaziergang.
Danach geht es nicht nur dir besser, sondern die Arbeit geht auch besser von der Hand. Versuche es mal.
Pass gut auf dich auf. Ich hoffe ich konnte dir ein paar Denkanstöße geben.
LG
SonjakatzeIn jedem Misthaufen ist ein Goldschatz,man muss nur wissen wie er aussieht.
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21.07.2012, 21:31
AW: Das Gleichgewicht (Arbeit/Leben) finden...
hat sich überschnitten. Lese gerade das vieles schon gesagt wurde.
Egal, vielleicht ist doch noch was für dich dabei.
Wünsch dir ein schönes entspanntes Wochenende.
LG sonjakatzeIn jedem Misthaufen ist ein Goldschatz,man muss nur wissen wie er aussieht.
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21.07.2012, 22:22
AW: Das Gleichgewicht (Arbeit/Leben) finden...
ja, sonja, da war ein paar denkanstöße bei

guter satz, danke. hmmm, mich beschleicht das gefühl, dass ich in "neuen" situationen noch relativ schlecht auf mich aufpassen kann. mich als das wichtigste zu sehen, hab ich erst spät gelernt. und jetzt - vieles neu, andere anforderungen, zukunft hängt von meinen leistungen quasi direkt ab, setze ich mich so sehr unter druck, dass es mich teilweise blockiert.
ja, ich werde wieder achtsamer sein.Belohne dich für deine Leistungen, versuche einmal am Tag etwas zu tun was dir richtig Freude macht. Das können selbstverständliche Kleinigkeiten sein, die man in der Hektik sonst einfach als normal nimmt.
du hast meinen respekt! toll, wie du das gewuppt bekommst. und sicher bekommen viele viel mehr als ich gewuppt... komm mir gerade klein und jämmerlich vorIch tanze seit 4 Jahren auf "3 Hochzeiten "
(spaß, ich weiß ja, jeder hat seinen ganz eigenen weg...). danke für dein beispiel, das macht mir mut, dass auch ich ganz entspannt viel schaffen kann!
wenn das eine große ding bald rum ist, werde ich das definitiv auch so machen. ich freu mich schon richtig auf mehr freizeit!Ich habe mich so organisiert, das ab Samstagmittag bis Sonntagabend die Arbeit und Verpflichtung ruht. Diese Zeit gehört mir.
mein körper hat ja nu schon gelärmt. ich werde ihm wieder mehr gutes tun - sport, entspannung, frische luft. ich bin ihm ehrlich gesagt auch dankbar, dass er mir dieses alarmsignal geschickt und mich so zum nachdenken und -fühlen gebracht hat. guter körper. und das nein-sagen übe ichAuch ich mußte lernen Grenzen zu ziehen und nein zu sagen. Auch mal was liegen zu lassen, nach dem Motte " irgendwann ist für alles die richtige Zeit " mußte lernen Prioritäten zu setzen und vor allen Dingen lernen auf die Signale meines Körpers zu hören.
das hört sich wirklich überaus gut an!!!! ich schreie innerlich nach entspannung, losgelöster seele, keine ständigen gedanken mehr, die kreisen... da wartet einiges auf mich, das ich ändern werde.Ich kann dir nur den Rat geben versuche dich neu zu strukturiere und stelle dich in den Mittelpunkt. Du schaffst deine Arbeit trotzdem, nur entspannter.
das leben bleibt spannend. wie immer
„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“
(Peter Kuznic, kroatischer Theologe)
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22.07.2012, 18:37Inaktiver User
AW: Das Gleichgewicht (Arbeit/Leben) finden...
@sonjakatze,
wuuunderbar formuliert- und "chapeaux" von ganzem Herzen, da muss ich mir noch eine megadicke scheibe von dir abschneiden!!!!!
ich wäre schon happy, wenn ich nur jeden sonntag für mich hätte- seufz......aber ich arbeite daran,
sehr geholfen hat mir lektüre zum thema " Achtsamkeit und im Hier und Jetzt leben..." ---seit ich das teilweise umsetzen kann, geht es mir bedeutend besser!!
@ happy_fly, gell, das lernen wir schon noch ;-)
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22.07.2012, 19:51
AW: Das Gleichgewicht (Arbeit/Leben) finden...
Was mir immer wieder hilft - war ein Tipp auf einer Fortbildung:
- kurzfristige
- mittelfristige
- langfristige
Ziele haben.
Soll heißen, dass man sich kurzfristig was gutes gönnt - was auch immer, z.B. eine schöne Zeitschrift lesen, vielleicht bei dir die Zeit am Meer, einen Cappu - egal...
Und v.a. nicht immer auf das langfristige hinlebt - wie z.B. den Jahresurlaub.
Was mir persönlich auch hilft: "To-Do-Liste" - ich finde es immer schön, wenn man was durchstreichen kann auf der Liste. Je nach Typ kannst du die Aufgabengiebte drauf schreiben oder auch in Unteraufgaben unterteilen - gibt dann mehr zum Durchstreichen.
Und ich trickse mich auch selber gern etwas aus und schreibe auch positive Dinge auf die Liste, die ich aber trotzdem machen sollte wie z.B. eine Karte schreiben, Freundin anrufen, Lebensmittel-Einkauf usw.Geändert von Feenzauber100 (26.07.2012 um 07:51 Uhr)
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22.07.2012, 20:27Inaktiver User
AW: Das Gleichgewicht (Arbeit/Leben) finden...
gute ideen :-)


), dass ich mir in den letzten wochen zu viel zugemutet habe. zehn stunden täglich am rechner rächen sich irgendwann, die falsche haltung kommt dazu (kopf einziehen). ich weiß aber auch, dass ich grundlegend etwas ändern möchte - hoch erhobenen hauptes am schreibtisch sitzen, z.b. mir nicht selbst druck machen, "du musst noch dies und jenes schaffen, diese sache jetzt muss aber richtig gut werden, hängt deine berufliche zukunft von ab" etc. ich habe schon etwas angst, dass das momentane "läuft sehr gut" zum eher "mau" wird. blödsinn, ich weiß. ich möchte gern innerlich entspannter werden, kann mich, was das angeht, aber nur sehr schlecht entspannen. 

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