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    Bekomme meine Nerven nicht mehr in den Griff

    Ich weiß gar nicht, ob ich hier richtig bin oder ob ich lieber im Psychologieforum posten sollte.
    Ist ja aber ja auch nicht so wichtig, irgendwie.

    Wie gesagt, ich bekomme meine Nerven nicht mehr in den Griff.

    Ich habe zur Zeit Probleme auf der Arbeit.
    Die haben mit meinem problematischen Chef zu tun und einer inadäquaten Reaktion meinerseits, ich habe Versäumnisse und Sachen einfach liegen lassen.
    Fragt mich nicht warum. Im Nachhinein zum an den Kopf greifen.
    Bescheuert.
    Wahrscheinlich, um mich in eine Lage zu bringen, in der ich endlich mal was verändere.
    Und einen neuen Job suche.

    Das mache ich auch, aber irgendwie ist das schwieriger als gedacht, die Wochen werden zu Monaten und ziehen dahin.

    Ich arbeite jahrelang schon dort und hab den Chef all die Jahre ausgehalten. Irgendwie gings aber irgendwie - jetzt kann ich nicht mehr.
    Ich schäme mich auch vor mir selbst, dass ich mich verhalten habe, wie ich es getan habe.

    Soweit so gut.
    Ist passiert. Kann ich nicht rückgängig machen.
    Die Stimmung ist schlecht im Moment.

    Ich muss das jetzt aushalten und irgendwie einen neuen Job finden.

    Mein Problem ist aber, dass ich mich da ziemlich reingesteigert habe emotional.
    Ich komme kaum zur Ruhe. Ich habe Katastrophenszenarien und Worst-Case-Szenarien im Kopf und Zukunfstängste und das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wächst und ich die Situation, die ich jahrelang ausgehalten habe, nicht mehr ertragen kann.
    Dabei ist nichts großartig. Nur die Stimmung ist schlecht.

    Ich kann nicht mehr richtig essen, in meinem Bauch ist ein Dauerklops, ich bin unruhig, schlafe schlecht, das volle Programm.

    Vom Verstand her weiß ich selbst, dass ich mir das alles nur selbst bereite und dass ich es in meinem Kopf auch beenden kann. Aber ich bekomms nicht hin.
    Eher hocke ich heulend vor dem PC so wie jetzt und sehe irgendwie nicht, wie ich aus der Nummer wieder rauskomme.

    Ich habe Freunde und einen Partner, die hören sich mein Gejammer und meine Ängste auch an - aber so langsam wissen die nicht mehr weiter und langsam sind die glaube ich auch ein bisschen genervt. Was schon zu verstehen ist.

    Kennt ihr das auch?
    Das Gedankenkarussel? Die Angstvorstellungen, das ausweglose Gefühl?

    Was macht ihr dagegen?

    Spaziergänge, Unternehmungen und Freunde treffen helfen nur bedingt.
    Sie lenken ab, aber sobald ich ein bisschen Lehrlauf habe im Kopf geht sofort der Rotor wieder an.

    Ehrlich gesagt, ich gehe mir fast selbst langsam auf die Nerven, zumal das ganze Gehirne ja zu nichts führt, die Situation ändert sich dadurch ja nicht.

    Dennoch, ich habe das Gefühl, dass ich irgendwie am Rande von irgendwas stehe. Einem Nervenzusammenbruch oder so.

    Oder sind solche Phasen normal, hat das jeder mal?

    Notfalltropfen und Bachblüten helfen bedingt.
    Heute habe ich mir Neurexan aus der Apotheke geholt.

    Irgendwie... ich weiß auch nicht...

    Wie geht ihr mit sowas um?
    Wie helft ihr euch?
    Habt ihr irgendein Mantra oder irgendwas, womit ihr euch die innere Ruhe und Stärke zurückholt?

    LG
    Spezi

  2. Inaktiver User

    AW: Bekomme meine Nerven nicht mehr in den Griff

    Fragt mich nicht warum. Im Nachhinein zum an den Kopf greifen.
    Bescheuert.
    Wahrscheinlich, um mich in eine Lage zu bringen, in der ich endlich mal was verändere.
    Hallo Laspezia,

    genau den Mechanismus kenn ich zu gut. Ein Elend! Denn so richtig auf die Nase fliegt man nicht wirklich...es ist eher wie eine Daumenschraube an der man selber dreht, während man sich selbst einen Vogel zeigt, weil man durchaus merkt, dass man sich selbst da rein manövriert hat, statt rechtzeitig zu gehen. Und statt zu gehen, regt ich mich dann lieber über mich selbst auf.


    Hab leider nur wenig Zeit:
    Hast du denn schon deinen Lebenslauf erneuert und fesch gemacht, um dich neu zu bewerben? Neues Bewerbungsfoto, neues Layout, alle Zeugnisse eingesammelt usw...

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    AW: Bekomme meine Nerven nicht mehr in den Griff

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Laspezia,

    genau den Mechanismus kenn ich zu gut. Ein Elend! Denn so richtig auf die Nase fliegt man nicht wirklich...es ist eher wie eine Daumenschraube an der man selber dreht, während man sich selbst einen Vogel zeigt, weil man durchaus merkt, dass man sich selbst da rein manövriert hat, statt rechtzeitig zu gehen. Und statt zu gehen, regt ich mich dann lieber über mich selbst auf.
    Ja, ein Elend. Und völlig blöde...

    Hab leider nur wenig Zeit:
    Hast du denn schon deinen Lebenslauf erneuert und fesch gemacht, um dich neu zu bewerben? Neues Bewerbungsfoto, neues Layout, alle Zeugnisse eingesammelt usw...
    Ja, das habe ich zum Glück alles schon gemacht und ich hatte auch schon ein Bewerbungsgespräch. Weiß noch nicht, was dabei rauskommt. Habe meinen Optimismus irgendwie verloren im Moment...Tendenziell bekommt man heute ja eher Absagen und es ist einfach ein langwieriger Prozess.
    Und das zermürbt, wenn man die aktuelle ungute Situation eigentlich verlassen möchte - aber einfach nicht kann.
    Das macht mich fertig.
    Und manchmal lähmt es mich auch.
    Und es macht mir Angst.

    Es ist nicht so, dass ich nur depressiv und lethargisch dahocke.

    Aber irgendwie habe ich Angst und Herzklopfen und "Morgengrauen" und Bauchschmerzen und Klöpse im Magen und Kopfschmerzen - obwohl das alles nichts bringt, das Verrücktmachen. Im Gegenteil.

    Und ich hätte es so gerne los und würde einfach voller Tatendrang und Mut und Optimismus an die Sache rangehen und nicht mich jeden Tag ein bisschen schwächer und wehrloser fühlen...

    Klingt das verrückt?
    Ein bisschen wohl schon.
    Andere haben ganz andere Probleme...

    Hm...

    LG
    Spezi

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    AW: Bekomme meine Nerven nicht mehr in den Griff

    Hallo, liebe Laspezia,

    Das hatte ich auch schon, mehrmals, leider. Und habe wie Du gelitten.

    Dann fand ich in einem Buch einen Test, mit dem man den Chef beurteilen sollte. Die mieseste Kategorie trug den Titel: „Da hilft nur noch Flucht!“ Nur schon dass ich mir danach zu gestand, eine ausweglose Situation nicht mehr retten zu wollen, hat sehr geholfen. Auch die Beurteilung: „Das ist nicht mein Problem.“ kann sehr befreien.

    Schlechtes Gewissen ist kontraproduktiv. Mach Dir auch für Dich klar, was für mich ganz besonders gilt: Wenn die Umgebung völlig daneben liegt und alles nicht stimmt, kann der/die Einzelne auch nicht funktionieren. Dann kommt es zu Ausrutschern, eigentlich unnötigen Fehlern (gefährlich!) und Entgleisungen im Umgang mit den Anderen. Versuche nicht gleich Amok zu laufen, wie es immer wieder vorkommt, aber gestehe Dir mindestens schlechte Gefühle zu.
    Ein Professor an der technischen Hochschule hat einmal zu uns gesagt:

    “Man darf mit dem Arbeitgeber kein Mitleid haben!“


    Auch die körperlichen Symptome kenne ich; es ist ein riesen Problem, dass sie so lähmend wirken. Es ist mir bewusst, dass keine wirkliche Befreiung möglich ist, so lange man sich dem Druck nicht entwinden kann. Ausbrechen ist auf verschiedene Weisen möglich, aber vielleicht nur zeitweise und um Dich für den grossen Schnitt zu rüsten:

    - Gegen Prüfungsangst hat mir Selbsthypnose (eigentlich ist das jede Hypnose!) geholfen.

    - Bewusst und vor der Anwendung dosiert (Kater vermeiden!) und nur sehr selten angewandt, kann einem Alkohol für den Moment Luft verschaffen. Nur schon einige Stunden bewusst erlebte Ruhe und Gleichgültigkeit kann Wunder wirken. Dieser Weg ist leider sehr gefährlich und löst die Probleme nicht, auch wenn er momentan befreit. Nach einer Anwendung 2 Wochen bis 1 Monat warten, und keine Regelmässigkeit zulassen (also nicht jeden zweiten Freitag oder so), sonst gibt es eine Sucht.

    - Mobbing und Burn-out kennen wir heute gut. Die psychologischen Werkzeuge, die dabei angewandt werden, müsstest Du auch in Betracht ziehen. Manchmal geht es nicht ohne.

    - Eine - auch eine kurze - Auszeit OHNE grosse Aktivitäten, sondern in Ruhe, an einem schönen Ort, zur mentalen Verarbeitung der Situation kann auch helfen.


    Kündige mental, das heisst trenne Dich bewusst von der Firma. Aber lasse es Dir nicht anmerken. Spiele die Liebe, gehorche, nimm die Reissleine in die Hand, denke Dir: „Wenn Du wüsstest!“ und grinse heimlich.

    Treibe den Ausstieg hinter den Kulissen entschlossen voran. Keine Hemmungen, Dich auch an mehreren Orten parallel zu bewerben. DIE machen das auch.


    L O S, LOS und los! Alles Gute, ich fühle mit Dir Isambard

  5. Inaktiver User

    AW: Bekomme meine Nerven nicht mehr in den Griff

    Dann hoffe ich du bekommst diese andere Stelle. DAS sind doch keine Zustände!!

    Laß dich nicht so fertigmachen!

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    AW: Bekomme meine Nerven nicht mehr in den Griff

    Danke, Danke Isambard für dein Verständnis!
    Und auch für deine Tipps.

    Es ist irgendwie schon tröstlich zu wissen, dass andere das auch schon durch haben.
    Und es allen auch irgendwann wieder gut ging.

    Ich komme mir langsam auch schon ein bisschen psycho vor, weil ich das Gefühl habe, nervlich nicht strapazierbar zu sein - und alle anderen -Freunde, Familie, Umfeld - die sind's und bei denen läuft alles.
    Ich weiß, das täuscht oft. Aber es kommt mir momentan eben so vor.
    Irgendwie komme ich mir ein bisschen wie ein Versager vor...

    LG
    Spezi

  7. Inaktiver User

    AW: Bekomme meine Nerven nicht mehr in den Griff

    hallo laspezia,


    das hört sich für mich nach richtung burnout an und ich würde raten, professionelle hilfe zu suchen und eine baldige auszeit anzudenken...

    viele liebe grüße und alles gute dir

    wünscht monika

  8. Moderation

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    AW: Bekomme meine Nerven nicht mehr in den Griff

    So was ist so normal wie Zahnschmerzen. Es ist eine normale Reaktion auf "Das kann so nicht weitergehen, das ist unerträglich".

    Auch der Funktionausfall ("verschlampt, liegengeblieben") ist m.E. Teil der Symptomatik. Und das Blöde ist, so eine Situation ist Treibsand. Alles Strampeln, mit dem du versuchst, auf der Oberfläche zu bleiben, zieht dich nur weiter runter.

    Das Mantra ist: "Das hier geht vorbei".
    Oder: "Ich bin nicht wirklich hier. Ich guck mir das nur an."

    Und dann tust du Sachen, damit es vorbeigeht. "Eines nach dem anderen und jeden Tag was" ist immer eine gute Taktik, aber vorher mußt du wissen, was das eine und das andere ist, und wo du hin willst mit diesen Schritten.

    Laß dir dabei von deinen Freunden helfen. Die sind bestimmt froh, wenn sie mal was anderes hören als Klagen. Vorsicht: Wenn du keine "konstruktiven" Vorschläge willst, sag ihnen das. Gute Ratschläge wecken in dem Erschöpften nur zu oft den Erklärungsbedarf, warum sie nicht umsetzbar sind, bis man sich selber in die komplette Hoffnungslosigkeit argumentiert hat. Besser, wenn sie dir auf die Finger kucken, daß deine Unterlagen gemacht werden und Bewerbungen rausgeschickt, Weiterbildungen angegangen und die finanzielle Situation geprüft, die dir Komplimente machen, und nach Rückschlägen Kuchen bringen.

    Wenn ich runterkommen muß, räume ich Schubladen auf. Das gibt mir ein Gefühl von Kontrolle über mein Leben. Und wenn der Ärger das Adrenalin in den Ohren rauschen läßt, geh ich Gewichtheben. Eisen ist so ein freundlicher Gegner.

    Vielleicht hilft's auch, mal zum Arzt zu gehen und zu gucken, ob man sich eine Kur verschreiben lassen kann...
    Geändert von wildwusel (18.07.2012 um 17:15 Uhr) Grund: tippfehler...
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Bekomme meine Nerven nicht mehr in den Griff

    Hallo Laspezia,

    was du beschreibst, habe ich auch schon erlebt - solche Phasen gab es bei mir schon mehrmals. Leider habe ich kein allgemeingültiges Rezept. Ich kann aber empfehlen: Ausdauersport an der frischen Luft (am besten täglich!) und ein Verfahren, bei dem du zur Ruhe kommen kannst, wie zum Beispiel Autogenes Training, Selbsthypnose etc. Für mich war auch das Wissen gut, dass ich solche Phasen schon mehrmals hatte und es wieder vorbei ging und ich zumindest diese Unruhe weg war.

    Alles Gute für dich!!!

  10. User Info Menu

    AW: Bekomme meine Nerven nicht mehr in den Griff

    Ich habe sowas auch schon erlebt. Bei meinem damaligen Arbeitsplatz gab es eine plötzliche Umstrukturierung zum Nachteil der Arbeitnehmer, die ich nicht ertragen konnte. Am Tag danach bin ich mit Magenkrämpfen aufgewacht und habe meiner damaligen Hausärztin alles erzählt, die hat mich dann für 6 Wochen krankgeschrieben. Ich bin damals nicht mehr an diesen Arbeitsplatz zurückgekehrt (wollte ich auch nicht) und habe es kurz danach besser getroffen.
    Was habe ich in diesen sechs Wochen gemacht?
    Hört sich lächerlich an, aber: Stricken hat mir sehr geholfen. Es ist nur ein kleiner Teil des Körpers beschäftigt, aber ich konnte damit danz gut Spannungen abbauen. Spaziergänge in der Natur helfen, die gleichmäßige Bewegung über eine längere Zeit tut gut, beruhigt und löst Denkknoten im Kopf. Ich konnte mir in Ruhe Alternativen überlegen und mich innerlich dazu entscheiden, diesen Arbeitsplatz zu verlassen.
    Aber am meisten hat geholfen, ganz einfach für eine längere Zeit dem Auslöser meiner Beschwerden fernbleiben zu können. Allein damit beruhigt sich vieles und man kann in Ruhe überlegen, wie es weitergehen soll.
    Wenn Du kannst, laß Dich für zwei Wochen oder so krankschreiben. Du hast übrigens jeden Grund dazu, das ist kein "Schwänzen", Dir geht es sehr schlecht!

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