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    AW: ehemals Außenseiter?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das habe ich auch geschafft.

    Es war mir schlicht und einfach egal - Hauptsache, kein Nicht genügend.

    LG
    Lakritze
    Ich hatte alle zwei Wochen meine Tage.

  2. Moderation

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    AW: ehemals Außenseiter?

    Zitat Zitat von HasiII Beitrag anzeigen
    Da war Sportunterricht eher sportverhindernd als körperlich wohltuend.
    Ich hab das immer unseren "sadomasochistischen Sportunterricht" genannt. Wenn's nicht wehtut, zählt es nicht, und wenn du Spaß hast, machst du was falsch. Ich glaube, keiner mochte Sportunterricht, es gab nur Leute, die ihn haßten und Leute, die ihn tolerierten.

    Eines der Highlights meiner Schulzeit war, als ich versuchte, mich aus einem Sportkurs abzumelden, da dieser aufgrund einer Änderung der Regeln nicht mehr nötig war, und die Lehrerin mich nicht ließ. Ich: "Dann komme ich einfach nicht mehr". Sie: "Dann kriegst du null Punkte". Ich: "Welcher Teil von 'ich brauch den Kurs nicht mehr' war unklar?"

    Zitat Zitat von HasiII Beitrag anzeigen
    Ich habe mich immer in Phantasiewelten geflüchtet, viel gelesen, auch selbst geschrieben und bin so schnell wie möglich aus meinem Heimatort weggezogen. Es war keine Sekunde zu früh.
    Kenn ich. Es hat mir um meine Freunde leidgetan, weil ich sicher war ich find keine neuen, aber von zu Hause weg zu sein war Kuchen. Keine Sekunde zu früh.

    Ich hab mich in jungen Jahren viel mit Cryptographie beschäftigt und schließlich eine Geheimschrift entwickelt, mit der ich während des Unterrichts Romane schreiben konnte, während alle dachten, ich schriebe im Unterricht mit. Dank eines immens guten akustischen Gedächtnisses und einer umfassenden Halbblidung hat mir auch nie jemand das Gegenteil nachweisen können.

    Zitat Zitat von HasiII Beitrag anzeigen
    Und wenn ich mir vorstelle, dass es nunmehr verstärkt Ganztagesschulen geben soll, dann überfällt mich das kalte Grauen. Wir konnten immerhin Nachmittags dem Ganzen entfliehen.
    So wahr! Nicht allein sein zu können war immer mein absoluter Schrecken. Wenn Leute um mich rum sind, muß ich sie im Auge behalten (es sei denn, das tut ein Lehrer für mich) und wenn ich Leute im Auge behalten muß, kann ich nichts anderes machen. Nervös wie ein langschwänzige Katze in einem Zimmer voller Schaukelstühle. Und fast alle meine Hobbies erforderten sehr viel alleinsein.

    Eine Ganztagsschule hätte für mich nur Kekse und Ponies sein können, und ich hätte sie gehaßt.


    ***

    Das absolut übelste war, als ich mal in der Clique, die mir wichtiger war als Leben und Seligkeit durch eine Verknüpfung unglücklicher Dynamiken in eine Sündenbockrolle gerutscht bin. Da hatte ich tatsächlich mal im Zeugnis einen Schnitt von eins komma, weil ich so unglücklich und wütend war, daß ich mich auf den Schulstoff gestürzt habe. Hat etwa drei Jahre gedauert, bis ich das psychisch im Griff hatte, weil diese Gruppe eben das war, was mir Halt und Identität, Träume und Ideale gab, all das, was man eben braucht, um aktiv anders zu sein.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: ehemals Außenseiter?

    Thema Ganztagsschule

    Ganz ehrlich gesagt, das wäre für mich der ABSOLUTE HORROR gewesen!

    Ich brauchte schon damals Rückzugsmöglichkeiten für mich, und die Idee, den ganzen Tag mit denselben Menschen verbringen zu müssen, die mich nicht sonderlich mögen, die fand ich einfach nur schauerlich!
    Zu Hause konnte ich mich mit meinen eigenen Interessen und Sachen befassen oder mit Freundinnen treffen, mit denen ich mich gut verstanden habe.

    Wenn schon Ganztagsschule, dann muss man den introvertierten Kindern a) einen Rückzugsraum bieten, und b) muss man dafür sorgen, dass die Kinder nicht den ganzen Tag lang in derselben Schulklasse verhaftet bleiben, sondern sich in neuen Gruppen neu einbringen können, damit Aussenseiter eine Chance haben, aus ihrer Aussenseiterrolle rauszukommen.

    Eine bloße Kinderaufbewahrung in einer Schulklasse von 8:00 - 18:00 wird das natürlich nicht leisten.

    Vor dem Scheißschulsport (mit Ausnahme von Schwimmen) hätte ich mich am liebsten gedrückt, traute mich aber nicht - ich war, was Regeln anging, ein ziemlich braves Mädchen. Auch ich gehöre zu den Kindern, denen man mit ständigen Meckereien über ihre angebliche Steifheit und ihre fehlende Grazie die Lust an der körperlichen Bewegung vermiest hat.

    Ich habe bis heute ein Turnhallentrauma und hasse jegliche Art von Sport. Ich komme nicht gerne außer Puste, ich hasse es, völlig verschwitzt zu sein, und ich habe bei vielen Sportarten auch einfach Angst vor Verletzungen. Für Brillenträgerinnen, die lieber lesen, ist Sport eh nicht gerade ein Vergnügen, und mit Kontaktlinsen komme ich nicht klar.

    Was noch geht, ist Skifahren (teuer und jahrzehntelang nicht mehr praktiziert, keine Kondition mehr) und (Berg)Wandern, sofern der Weg und das Ziel lohnend sind.

    Ich kann mich nicht aufraffen, zur Probestunde ins Fitness-Studio zu gehen, obwohl ich gesundheitlich unbedingt was gegen den altersbedingten Muskelabbau tun müsste. Vielleicht probier ichs mit Yoga oder Tai-Chi.
    Geändert von Latona (16.07.2012 um 14:08 Uhr)
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  4. Inaktiver User

    AW: ehemals Außenseiter?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich hab das immer unseren "sadomasochistischen Sportunterricht" genannt. Wenn's nicht wehtut, zählt es nicht, und wenn du Spaß hast, machst du was falsch. Ich glaube, keiner mochte Sportunterricht, es gab nur Leute, die ihn haßten und Leute, die ihn tolerierten.

    Eines der Highlights meiner Schulzeit war, als ich versuchte, mich aus einem Sportkurs abzumelden, da dieser aufgrund einer Änderung der Regeln nicht mehr nötig war, und die Lehrerin mich nicht ließ. Ich: "Dann komme ich einfach nicht mehr". Sie: "Dann kriegst du null Punkte". Ich: "Welcher Teil von 'ich brauch den Kurs nicht mehr' war unklar?"



    Kenn ich. Es hat mir um meine Freunde leidgetan, weil ich sicher war ich find keine neuen, aber von zu Hause weg zu sein war Kuchen. Keine Sekunde zu früh.

    Ich hab mich in jungen Jahren viel mit Cryptographie beschäftigt und schließlich eine Geheimschrift entwickelt, mit der ich während des Unterrichts Romane schreiben konnte, während alle dachten, ich schriebe im Unterricht mit. Dank eines immens guten akustischen Gedächtnisses und einer umfassenden Halbblidung hat mir auch nie jemand das Gegenteil nachweisen können.



    So wahr! Nicht allein sein zu können war immer mein absoluter Schrecken. Wenn Leute um mich rum sind, muß ich sie im Auge behalten (es sei denn, das tut ein Lehrer für mich) und wenn ich Leute im Auge behalten muß, kann ich nichts anderes machen. Nervös wie ein langschwänzige Katze in einem Zimmer voller Schaukelstühle. Und fast alle meine Hobbies erforderten sehr viel alleinsein.

    Eine Ganztagsschule hätte für mich nur Kekse und Ponies sein können, und ich hätte sie gehaßt.


    ***

    Das absolut übelste war, als ich mal in der Clique, die mir wichtiger war als Leben und Seligkeit durch eine Verknüpfung unglücklicher Dynamiken in eine Sündenbockrolle gerutscht bin. Da hatte ich tatsächlich mal im Zeugnis einen Schnitt von eins komma, weil ich so unglücklich und wütend war, daß ich mich auf den Schulstoff gestürzt habe. Hat etwa drei Jahre gedauert, bis ich das psychisch im Griff hatte, weil diese Gruppe eben das war, was mir Halt und Identität, Träume und Ideale gab, all das, was man eben braucht, um aktiv anders zu sein.

    Ich war in USA in einer Ganztagsschule und fand das...toll. Die Lehrer sind dort damals auf mich eingegangen, haben sich mit mir beschäftigt. Auch die Kinder waren anders als die, die mir später in einer deutschen Dorfschule und später im Gymnasium das Leben zur Hölle gemacht haben. Ich weiß nicht, warum, sie waren freundlicher, auf nette Art neugierig, haben mich, obwohl ich kaum ihre Sprache konnte, nicht ausgegrenzt. Ganz im Gegenteil - ich musste ganz viel von Deutschlad erzählen...und habe ihnen deutsch zählen beigebracht.
    Ich habe die Schule in den langen Sommerferien, die es in den USA gibt, vermisst und bin freiwillig in die "Ferienschule" gegangen, um dort mit meinen Kumpels (ja - echt, es waren Kumpels) zu basteln, zu spielen, später ein Theaterstück einzuüben. Im Grunde meines Wesens war ich immer ein "Herdentier"...
    Es war die beste Zeit in meiner Kindheit - echt kein Vergleich zu den bitteren Erfahrungen mit biestigen Kindern die ich leider hier in Deutschland erlebt habe, zu den Lehrern, denen ich egal war. Ich habe hier einfach keine Freunde gefunden, wurde ständig ausgelacht und nachgeäfft wegen meines Akzentes(auch von einem Lehrer)...auf dem Schulhof war ich alleine oder Opfer von irgendwelchen Mobbingangriffen, die kein Lehrer unterbunden hat.
    Sportunterricht war für mich der pure Horror, ich wurde gnadenlos vorgeführt, und unter dem Gelächter meiner Klassen"kameraden" von der Lehrerin als steif und unfähig abgekanzelt. "Aus dir wird eh nichts..." sagte sie mal - vor versammelter Mannschaft. Wie gut, dass sie sich geirrt hat :-)
    Öfters habe ich in der Toilette der Turnhalle mich eingeschlossen und geheult..und irgendwann komplett resigniert. Meine Noten rutschten in den Keller...

    Das hat auf mein ganzes Leben als junge Erwachsene eingefärbt. Ich war ein leichtes Opfer Leuten, die es nötig hatten, andere zu mobben, um sich selbst besser zu fühlen.
    Ich rechnete quasi damit, dass früher oder später Mobber in meinem Leben auftauchen würden. Muss ich sagen, dass genau das auch passierte?...und da war es dann wieder, dieses Gefühl, ausgeschlossen zu sein, anders zu sein..
    Heute weiß ich: ja - ich bin anders, sehe anders aus als die meisten, ticke auch anders - und habe "meine" Leute, die mich genauso mögen...davon gibt es ganz schön viele :-)

    Einen Vorteil hatte da Ganze: es hat mich ehrgeizig gemacht. Denen würde ich es zeigen...und genau das ist in gewisser Weise auch eingetroffen. Ich bin jetzt sportlicher als die meisten meiner damaligen Quälgeister..Ausserdem haben sie mir mit ihrem Verhalten beigebracht, wie wichtig Fairness ist...

  5. Moderation

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    AW: ehemals Außenseiter?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich war in USA in einer Ganztagsschule und fand das...toll. Die Lehrer sind dort damals auf mich eingegangen, haben sich mit mir beschäftigt. Auch die Kinder waren anders als die, die mir später in einer deutschen Dorfschule und später im Gymnasium das Leben zur Hölle gemacht haben.
    Ich war eher equal-opportunity-Menschenfeind. Ich braucht meine Ruhe von allen, wohlmeinend oder nicht. Die besten Stunden des Tages waren, wenn ich heimkam und es war noch niemand da, oder wenn meine Mutter abends noch mal in die Arbeit mußte.

    Durch dieses Desaster mit meiner Clique habe ich auch gelernt, auf diese Sündenbockzuweisung ganz schnell zu reagieren. Ich häng nicht mehr mit Leuten rum, die mich nur benutzen, um sich besser zu fühlen, und hab da schon ein paar Türen hinter mir zugeknallt.

    Das die Lehrer absolut nicht eingreifen, wenn die Kinder einnander das Leben zur Hölle machten, habe ich auch so erlebt. "Der ärgert mich!" "Dann ärger ihn zurück!". Ja, danke. Schwachkopf. Grrr. Immerhin waren unsere Lehrer gegenüber dem "zurückärgern" dann genauso "tolerant". Als ein Mädchen mitten in der Stunde aufstand und ihrem Sitznachbarn eine semmelte, weil er sie die ganze Zeit mit dem Zirkel gepiekt hatte, sagte der Lehrer zum Sitznachbarn "recht geschieht's dir". Es hat Jahre gedauert, bis mich die Idee anfiel, "Wenn du's *gesehen* hast (und du hast das gesehen), warum zum Kuckuckhast du nicht eingegriffen?" Grrrrrr.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  6. User Info Menu

    AW: ehemals Außenseiter?

    Zitat Zitat von HasiII Beitrag anzeigen
    Und das wird ja teilweise noch von der Schule verstärkt, zum Beispiel durch die besonders unselige Praxis in der Schule, Mannschaften im Schulsport von den beiden besten Schüler(innen) wählen zu lassen. Dadurch zementiert sich geradezu eine Liste der Unbeliebtheit. Dass Sportlehrer das nicht kapieren, wie demütigend das ist? Sportunterricht soll ja wohl auch nicht nur leistungsorientiert sein. Ich hätte zu gerne mal allen meinen Sportlehrern gesagt, wie wahnsinnig kontraproduktiv das war, was sie da zu Schulzeiten praktiziert haben. Ist doch schon auffällig, dass ich, kaum war der Scheiß (entschuldigung...) vorbei, von ganz allein zum Sport gefunden habe. Da war Sportunterricht eher sportverhindernd als körperlich wohltuend.

    Aber ich glaube, damit drifte ich ab vom eigentlichen Thema...

    Wie man eine so lange, schlimme Zeit übersteht? Ich habe mich immer in Phantasiewelten geflüchtet, viel gelesen, auch selbst geschrieben und bin so schnell wie möglich aus meinem Heimatort weggezogen. Es war keine Sekunde zu früh. Der Gedanke daran hatte mich die letzten drei Schuljahre geradezu am Leben erhalten.
    Hasi, ich kann das auch alles sowas von unterschreiben...das Sport Spaß machen kann hab ich auch erst nach der Schulzeit erfahren. Und das ärgert mich heute sehr! Meine Mutter war übrigens in ihrer Schulzeit auch so ne Sportniete, sie hat mich da gut verstanden und mir bereitwillig mal ne Entschuldigung geschrieben... heute finde ich diese Praktik aber auch mehr als fraglich Hätte ich heute Kinder würde ich versuchen sie früh für eine Sportart zu begeistern - sehe ich bei meiner Cousine, die reitet sehr erfolgreich und zieht da ihr ganzes Selbstbewusstsein aus - und besser ist sie auch allgemein im Sport, ich glaub wenn man seine Körperspannung beherrscht, geht das generell besser.
    Die Bricom bildet mich immer noch - formerly known as marimekko


    _clementine_
    fruchtig süß & kernarm

  7. Moderation

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    AW: ehemals Außenseiter?

    Zitat Zitat von _clementine_ Beitrag anzeigen
    Hätte ich heute Kinder würde ich versuchen sie früh für eine Sportart zu begeistern
    Hilft auch nix. Oder, hilft schon, aber nicht im Schulsport.

    Ich war jeden freien Tag wandern oder im Schwimmbad, habe noch, als ich schon so fett war, daß der Arzt mir Vorträge hielt, ich solle gefälligst jeden Tag 10 Minuten joggen, täglich zwei Stunden auf dem Fahrrad verbracht, habe zu meinen "besten Zeiten" drei Abende die Woche Sport gemacht, und war trotzdem offiziell eine lebenslange sportliche Komplettniete, die sich beim Hochsprung auf die Stange setzte, beim Schlagballwerfen den hinter ihr stehenden Sportlehrer traf und nach dem 2 km-Lauf für drei Tage heimgeschickt werden mußte wegen unterrichtsstörendem Husten.

    Das ist irgendwie eine Eigenschaft des Schulsports, glaube ich.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  8. Inaktiver User

    AW: ehemals Außenseiter?

    Das klappt leider nicht, berichte ich aus Erfahrung. Bei den Sportarten, die "es bringen", fängt die Ausgrenzung schon vor der Einschulung an. Da werden kleine Knirpse aus Fußballmannschaften aussortiert, weil sie nicht vielversprechend genug spielen...
    Auch in Leichtathletikvereinen für Kinder geht es ausschließlich und immerzu nur um "Talentsuche", da ist ein Kind beinahe noch schneller als in der Schule richtig draußen.

    Gruß Birke, die auch Entschuldigungen schreibt

  9. User Info Menu

    AW: ehemals Außenseiter?

    Extrovertiertheit erleichtert einem übrigens das Beliebtsein in keiner Form - nur, weil ich hier immer mal wieder lese "ich war introvertiert".

    Ich war nie introvertiert. Im Gegenteil, vielleicht war ich deswegen ein Außenseiter, weil ich meine maulfaulen Klassenkameraden zu sehr vollgequasselt habe. Schließlich wurde ich in der Abizeitung zu "Längste Monologe" gewählt Das Wort Geheimnis ist nach wie vor ziemlich hinten versteckt in meinem Wortschatz...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Einen Vorteil hatte da Ganze: es hat mich ehrgeizig gemacht. Denen würde ich es zeigen...und genau das ist in gewisser Weise auch eingetroffen. Ich bin jetzt sportlicher als die meisten meiner damaligen Quälgeister..Ausserdem haben sie mir mit ihrem Verhalten beigebracht, wie wichtig Fairness ist...
    Kann ich komplett unterschreiben.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Hilft auch nix. Oder, hilft schon, aber nicht im Schulsport.

    Ich war jeden freien Tag wandern oder im Schwimmbad, habe noch, als ich schon so fett war, daß der Arzt mir Vorträge hielt, ich solle gefälligst jeden Tag 10 Minuten joggen, täglich zwei Stunden auf dem Fahrrad verbracht, habe zu meinen "besten Zeiten" drei Abende die Woche Sport gemacht, und war trotzdem offiziell eine lebenslange sportliche Komplettniete, die sich beim Hochsprung auf die Stange setzte, beim Schlagballwerfen den hinter ihr stehenden Sportlehrer traf und nach dem 2 km-Lauf für drei Tage heimgeschickt werden mußte wegen unterrichtsstörendem Husten.

    Das ist irgendwie eine Eigenschaft des Schulsports, glaube ich.
    Ja, glaube ich auch. Ich war ja jetzt auch keine Couchpotatoe. In der Unterstufe war ich sogar mal in der Volleyball-Schulmannschaft. Aber ich war jetzt halt nicht Miss HöherSchnellerWeiter. Das reicht dann schon aus, um einen in die völlige Demotivation zu treiben.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Das die Lehrer absolut nicht eingreifen, wenn die Kinder einnander das Leben zur Hölle machten, habe ich auch so erlebt. "Der ärgert mich!" "Dann ärger ihn zurück!". Ja, danke. Schwachkopf. Grrr. Immerhin waren unsere Lehrer gegenüber dem "zurückärgern" dann genauso "tolerant". Als ein Mädchen mitten in der Stunde aufstand und ihrem Sitznachbarn eine semmelte, weil er sie die ganze Zeit mit dem Zirkel gepiekt hatte, sagte der Lehrer zum Sitznachbarn "recht geschieht's dir". Es hat Jahre gedauert, bis mich die Idee anfiel, "Wenn du's *gesehen* hast (und du hast das gesehen), warum zum Kuckuckhast du nicht eingegriffen?" Grrrrrr.
    Ich glaube, das Problem ist, dass nur diejenigen Lehrer werden, deren Schulzeit schön war. Die können dann nicht verstehen, wie es einem geht, wenn man gehänselt wird. Lehrer wäre für mich der allerletzte Beruf. Noch eher schrubbe ich Klos.
    Avatar made by Betsi!

  10. Inaktiver User

    AW: ehemals Außenseiter?

    schon eigenartig, ich war auch jemand mit sehr guten Noten ohne dafür viel tun zu müssen...Außenseiter, ja manchmal habe ich mich verdammt so gefühlt, hatte viele Gründe.

    Das Elternhaus, das so anders war als das meiner Klassenkameraden, der kleine Bruder, den ich immer im Schlepptau hatte, weil er nicht allein bleiben wollte, die untypischen Interessen für ein Mädchen, das Gefühl im falschen Körper zu leben, nach 2 Sportunfällen mit einem Handicap versehen und so hungrig nach Anerkennung.

    Es ging mir dann relativ zeitig so ähnlich wie Ruby, ich wurde ehrgeizig und legte es darauf an, in allen Bereichen die Beste zu werden. Freunde hat mir das nicht unbedingt mehr verschafft, aber Respekt.
    Das hat bis heute Bestand, ich habe sehr wenige gute Freunde, viele Bekannte, kann aber immer noch mit manchen Mainstreamdingern nix anfangen. Beruflich habe ich nach wie vor den Hang zu Männerdingern, bin da als Frau zwar absolut anerkannt, aber wir sind nicht viele. Ist körperlich schwer und bissi schmutzig.

    Was mir nicht passt, mach ich nicht und ich klinke mich auch durchaus bei Partys aus. Da ich so gut wie keinen Alkohol trinke, kann ich solchen Festivitäten auch nix abgewinnen, bin dann immer der Chauffeur.

    Ich kann an manchen Tagen auf Leute einfach so zugehen und an manchen Tagen hebe ich mir lieber einen Bruch, als jemanden anzusprechen.

    Durch den Sport unsrer Jüngsten sind wir sehr viel unterwegs und mein Lebensgefährte ist ein sehr offener Mensch, da ist es das Hobby - der Sport - der mich unter die Leute treibt. Obwohl's ein Außenseitersport ist. Man kennt sich seit Jahren.

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