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  1. User Info Menu

    Wie löst man sich von der Traurigkeit??

    Hallo,

    ich bin schon seit einiger Zeit dran an mir selbst zu arbeiten um den richtigen Weg zu erkennen und um altes abzuschliéßen oder zu lösen.

    Doch seit einer Woche nimmt mich das stark mit. Ich arbeite sehr dran positiv zu sein und alles negative wegzulassen. Aber manches in meiner Vergangenheit schmerzt wirklich noch mehr als ich dachte.

    Obwohl ich versuche mich auf die Arbeit zu kontzentrieren kann ich fast den ganzen Tag über nicht klar denken. Ich bin total sensibel und bin den Tränen nahe. Ich halt einfach nichts mehr aus.

    Am Abend wenn ich müde bin kann ich nicht schlafen oder mir kommen wie auf Kommando die Tränen ohne das ich es kontrollieren kann. Es kommt einfach wie eine Watsche.

    Ich weiß zwar das ich auf dem richtigen Weg bin, aber diese starken Traurigkeitsgefühle ziehen mich nicht nur runter sondern schwächen mich extrem.

    Wie komm ich aus meinem Tief raus? Was macht ihr wenn ihr tiefst-traurig seid?
    Habt ihr Tricks um euch selbst zu "überlisten" ?

    Ich hab nicht wirklich jemand um darüber zu sprechen, darum wär ich für jeden Tipp sehr dankbar.

    Liebe Grüße
    Anjelina

  2. User Info Menu

    AW: Wie löst man sich von der Traurigkeit??

    Oh, das klingt so, als wäre "die Vergangenheit" vielleicht noch gar nicht lange her? Was ist passiert?

    Traurigkeit hat ihren wichtigen Stellenwert, man muss manchmal durch diese Täler gehen. Wenn aber unkontrollierbare Zustände auftreten und man "irgendwie wegen früher" oder so weinen muss, dann kann das auch eine Depression sein, die ohne Arzt nicht in den Griff zu kriegen ist.

    Sprichst du mit deinem Hausarzt darüber, wie es dir geht?

    GLG Karla
    The original Karla
    est. 2006


  3. User Info Menu

    AW: Wie löst man sich von der Traurigkeit??

    Guten Morgen!

    Zitat Zitat von anjelina Beitrag anzeigen
    Ich arbeite sehr dran positiv zu sein und alles negative wegzulassen.
    Was ist denn mit positiv und negativ gemeint?

    Traurigkeit ist nichts Negatives, sondern eine ganz normale Reaktion.

    Wie Du daraus kommst? - Durch das Tal der Traurigkeit gehen.

  4. User Info Menu

    AW: Wie löst man sich von der Traurigkeit??

    Mir ist schon klar das ich da durch muss, aber das ich im Moment so übertrieben sensibel und unkonzentriert bin macht mir schon zu schaffen.

    Ich hab einiges von meiner Kindheit aufzuarbeiten. Ich verarbeite ein Trauma (sexueller Missbrauch in der Kindheit).
    Das hat mich wirklich sehr geprägt. Ich hatte eine zeit in der ich das so stark verdrängt habe das ich gar nicht in der Lage war Gefühle so zuzulassen wie ich es sollte. Und eine Menge anderer Verluste kommen noch dazu.

    Ebenfalls kommt mir im Moment oft meine alte Beziehung hoch die ich nocht nicht verarbeitet habe und ich ihn ehrlich gesagt immer noch sehr liebe - trotzdem weiß ich das das keine Zukunft hätte - und außerdem habe ich einen Freund.

    Sehr verwirrend für mich das ganze.

    Vor lauter Gefühlschaos kann ich mich im moment nicht entspannen. Sogar bei meinem Freund, eigentlich macht er im Moment alles richtig. Er unterstützt mich überall, er ist total lieb und romantisch. Aber irgendwie ist mir das alles zu viel. Die Liebe die ich für ihn empfinde spür ich im Moment nicht mal. Jetzt wo er sich so benimmt wie ich es mir immer gewünscht habe kann ich mich nicht darauf freuen. Ich fühle nichts dabei. Ist das normal? Es macht mir Angst.

    Ich habe absolut kein Selbstvertrauen, arbeite hier aber auch daran. Ich versuche alle negative Gedanken in positive zu wandeln.
    Beispiel: Statt zu denken das schaff ich sowieso nicht oder Zweifel aufkommen formuliere ich es anders: Ich schaffe es, ich kann das, ich bin stark.

    aber anstatt das es mich aufbaut werde ich nur noch trauriger. Unterdrücken will ich es nicht. Ich lass es dann auch zu und denk mir ganz einfach das gehört zum Loslass-prozess dazu. Aber es steckt irgendwie mehr dahinter. Trotz aufbauenden Worte an mich selbst wrede ich immer schwächer, immer trauriger.

    Ich kann mit dieser Situation sehr schlecht umgehen und weiß nicht so ganz wie ich wieder "fühlen" kann. Was positives. oder auch den Alltag überstehen ohne das irgend eine schlechte erfahrung bei mir "anklopft" und sich breit macht.

    Kennt ihr das? Hattet ihr auch schon solche Zeiten in dem ihr euch verloren gefühlt habt?

    Alleine weiß ich mir im moment leider nicht zu helfen.

  5. Inaktiver User

    AW: Wie löst man sich von der Traurigkeit??

    Ich kenne das vor allem an stillen Abenden - da kommt dann plötzlich und mit unglaublicher Macht so eine unglaubliche Traurigkeit, die mich übermannt, dass ich weinen muss und es mich wirklich schüttelt. Doch am nächsten Morgen ist "alles wieder gut". Es sind so Episoden, und bei mir haben sie viel mit meinem Hormonspiegel zu tun, aber eben auch mit der besonderen Situation des Abends, der sich langsam der Nacht neigt (sprich: sehr personenbezogener Umstände).

    Was du beschreibst, hört sich - bislang - allumfassend an. Ist das nur ein Eindruck? Gibt es Besonderheiten, die du bislang nur noch nicht erwähnt hast, weil du momentan gerade in einer Phase bist, die allumfassend auf dich einwirkt?

    Es hört sich jedenfalls ernst an und ist möglicherweise mit einer bloßen Befindlichkeit nicht gleichzusetzen.


  6. Inaktiver User

    AW: Wie löst man sich von der Traurigkeit??

    Zitat Zitat von anjelina Beitrag anzeigen
    Ich hab einiges von meiner Kindheit aufzuarbeiten. Ich verarbeite ein Trauma (sexueller Missbrauch in der Kindheit).
    Willkommen im Club
    Darf ich dich fragen, auf welche Weise du dieses Trauma verarbeitest? Hast du professionelle Hilfe?
    Besteht noch Kontakt zu den Personen, die dich missbraucht haben?

  7. User Info Menu

    AW: Wie löst man sich von der Traurigkeit??

    Das wäre wichtig zu wissen.

    Was meinst du mit "ich arbeite daran" - hast du einen Therapeuten? Oder meinst du, da allein durchzumüssen?
    The original Karla
    est. 2006


  8. User Info Menu

    AW: Wie löst man sich von der Traurigkeit??

    Ich kann gar nicht sagen ob es allumfassend ist. Das sind im Moment so die entscheidensten Auslöser. Hier spielt sich schon noch einiges im Hintergrund ab. Ich hab mich seit ich sexuell missbraucht wurde SEHR verändert. Ich war damals 14 (jetzt 24) und seither habe ich Unterbewusst auch SEHR viel verdrängt und wurde in der Zeit von zimlich allen Menschen in meinem Umfeld sehr entäuscht. Seither hab ich mich zurückgezogen und glaube auch das ich dadurch eine Persönlichkeitsstörung entwickelt habe mit der ich nicht zurecht komme. Die Angst sowas wieder durchmachen zu müssen war immer da.

    In Therapie bin ich leider nicht obwohl ich der Meinung bin das ich dringend welche brauche.

    Aber soll ich euch was sagen... ich hab die Schnauze einfach VOLL!! Ich suche schon seit ich 14 bin nach Hilfe, war schon an DUTZENDEN STELLEN, und immer wieder wurde ich mit Tabletten ruhig gestellt oder schon von anfang an abgewiesen. Sogar als ich wegen eines Selbstmordversuches im Krankenhaus war (mit 14) wurde ich vom Arzt nach 4 Tagen Intensiv mit folgenden Worten nach Hause geschickt: Tut uns leid, das ist circa so als ob du den Fuß gebrochen hast, aber mehr als ne Kopfwehtablette können wir dir nicht geben.

    So ähnliche Beispiele hab ich bei ca. 20 anderen Stellen erlebt.

    Als ich vor einiger Zeit mit meiner Vergangenheit konfrontiert wurde war es mir zu viel (bei Interesse könnt ihr gerne meinen alten Beitrag über meinen sexuellen Missbrauch lesen)
    Ich suchte mir schweren Herzen wieder mal eine neue Hilfe und wurde WIEDER MAL - entäuscht.
    Ich wollte es erst verarbeiten, aber die Therapeutin hat mich schon fast gezwungen zur Polizei zu rennen statt mir zuzuhören. Es wurde mir zu viel. Ich wollte mich umbringen weil ich einfach nicht mehr kann!
    Ich bin es wirklich leid nach Hilfe zu suchen die mich letzendlich wieder entäuscht. Ich fühl mich einfach verarscht und alleine gelassen. Wäre mir meine Mama und meine Brüder nicht so wichtig würde ich ohne nachzudenken, ohne schlechten Gewissens mein Leben beenden. ENDLICH VORBEI MIT DER SCHEISSE...

    aber ich bin nun mal gefangen in dieser Welt.

    Karla, es war mein Opa der mich sexuell missbraucht hat. Ich habe im Moment keinen Kontakt. Ich habe ihm einen Brief geschrieben in dem ich ihn beschrieben habe wie schrecklich es war, was es für fürchterliche psychische Nachwirkungen auf mich hatte und kurz gesagt das er einfach ein Schwein ist. mehr hab ich noch nicht getan, es kam aber auch keine Antwort. vielleicht zeig ich ihn an ... vielleicht auch nicht - aber in meinem Momentanen Zustand pack ich das nicht weiter vorzugehen.
    Und ich hab genausowenig jemand der mir hilft oder mich unterstützt. Mein Freund kann mit meinem Problem absolut nicht umgehen, der geht mir sogar aus dem Weg. Jemand anderen hab ich einfach nicht

    Am liebsten würde ich meinen Selbstmord planen.. so das es aussieht als ob es ein Unfall war, damit meine Mama sich keine Vorwürfe macht. Aber ein Teil von mir sagt nein, halte durch. Doch der Teil wird leider immer kleiner....

  9. Inaktiver User

    AW: Wie löst man sich von der Traurigkeit??

    Anjelina,

    du musst keinen Selbstmord planen, um Menschen zu finden, die dich verstehen!!!!

    Auch ich wurde als Kind sexuell missbraucht, von meinem Bruder, und meine Mutter hat es gewusst und nicht nur nichts getan - alle haben mich als miese kleine Lügnerin hingestellt. Viele-viele Jahre habe ich den Missbrauch dann so sehr verdrängt, dass ich ihn sogar vergaß. Ja, so etwas gibt es. Wenn der Schmerz zu überwältigend ist, spalten wir ihn ab. Erst mit Ende 30 fielen mir in sehr beängstigenden flash backs diverse Einzelheiten wieder ein. Ich glaubte, in einem lebendig gewordenen Horrorfilm leben zu müssen und bin bald wahnsinnig geworden...

    Fakt ist: Ohne therapeutische Begleitung wäre ich nicht da, wo ich heute bin.

    ABER: Ich musste erst an einen Punkt kommen, an dem ich selbst schon sehr viel Vorarbeit geleistet hatte. Es gibt Voraussetzungen, die zu einer erfolgreichen Behandlung gehören.

    An diesen Voraussetzungen kannst du vieles leisten, Anjelina

    Du bist noch sehr jung, gerade erst 24. Aber bei aller Jugend muss ich dir auch sagen, dass du nun eine erwachsene Frau bist, die für sich selbst einzustehen hat. Diese Erfahrung, keine adäquate Hilfe erhalten zu haben, muss natürlich niederschmetternd sein. Aber sie ist eine Zeit des adoleszenten Umbruchs gefallen. Deshalb betrachte dies nicht als statisches Factum, bitte!

    Was du zunächst tun kannst:

    1) Sage deinem Freund, dass es dir psychisch sehr schlecht geht aufgrund der Missbrauchsgeschichte. Bitte ihn um Rücksichtnahme. - Aber erwarte NICHT, dass er dir hilft. Das kann er nicht. Sein Verhalten hat es dir schon gezeigt. Wieso machst du ihm das zum Vorwurf??? Wie viele Menschen können unfassbares Leid nur schlecht verkraften? Das ist doch normal. Und dir ist Unfassbares passiert, mach dir das bewusst!!!

    2) Begebe dich zu deinem Hausarzt und lass dir Kontakte zu Tageskliniken geben, die dich in deiner aktuellen Situation gut beraten können. Ja, sie werden dir auch Medikamente geben. Aber das ist nur der Anfang, um zu verhindern, dass du dir etwas antust und dich zu beruhigen. Eine Therapie kann erst ansetzen, wenn du etwas stabiler bist.

    3) Erkundige dich - mithilfe des Hausarztes und der Tagesklinik - nach einem guten Therapeuten, der auf posttraumatische Belastungsstörungen spezialisiert ist. Du kannst auch deine Krankenkasse fragen. Ich habe seinerzeit ganze Listen zugeschickt bekommen, und übrigens auch sehr viel Verständnis, als ich mich erst getraut habe, das Wort "sexuell-missbraucht" offen in den Mund zu nehmen.


    Das ist jetzt erst einmal ein Akut-Plan.

    Deine Androhung, dich umzubringen, ist ein Hilferuf. Die Hilfe, die du dir erwartest, ist aber möglicherweise nicht zu erbringen. Durch niemanden.

    Bitte schreibe hier weiter. Ich mache mir Sorgen

  10. User Info Menu

    AW: Wie löst man sich von der Traurigkeit??

    Ohje, so viele schlechte Erfahrungen, so oft unverstanden geblieben...das muss sich wirklich so anfühlen, als wäre alles weitere Suchen nach Hilfe fast sinnlos. Aber du täuschst dich. Ich meine aus der Ferne, eine Depression zu erkennen, und da kann man nicht wirklich klar denken. Die Traurigkeit überdeckt ja alles.

    Gib niemals auf! Niemals!
    Soll ein anderer Mensch schuld sein, dass du aus dem Leben gehst? Nein! Niemals! Das ist niemand wert! Du bleibst bitte tapfer und suchst dir nochmals Hilfe.
    Inzwischen gibt es bessere Hilfen als vor zehn Jahren.
    Wenn du magst schreib mir mal per PN in welcher Stadt du bist. Dann kann ich mal dort forschen, wo Hilfe herkommen könnte.

    Am wichtigsten aber ist, dass du darüber redest, wie es dir geht, mit deinem Arzt. Tabletten sind keine Lösung, nein, aber sie sind sehr oft ein wichtiges Mittel zur Lösung der akuten schlechten Gefühle und Zustände. Ich habe selbst Erfahrung damit. Man will sie eigentlich nicht, aber sie helfen. Wann warst du das letzte Mal beim Arzt?

    Dass dein Freund sich überfordert fühlt, ist verständlich. Er kann dir ja auch nicht wirklich helfen. Er fühlt sich bestimmt ganz hilflos... sieht dich weinen, kann nichts tun, dass es dir besser geht... Die meisten Mitmenschen sind überfordert mit so traurigen, traumatisierten Menschen. Man kann es ja auch nicht nachvollziehen. Man hat die Ausbildung nicht. Man möchte helfen, kann es aber nicht. Ganz schlimm, auch für die Umwelt.
    The original Karla
    est. 2006


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