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26.06.2012, 00:32
AW: Der blinde Punkt bei der Partnersuche
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26.06.2012, 09:58
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26.06.2012, 12:38Inaktiver User
AW: Der blinde Punkt bei der Partnersuche
Ich habe keinen Tipp zum "Loslassen" und fände es auch nicht erstrebenswert den Wunsch auf Dauer "wegzumachen".
Er ist da, er ist menschlich, er ist mehr als nachvollziehbar, er ist ok. Klar holt der einen immer wieder ein. Viele Leute werden wöchentlich von dem Wunsch eingeholt, im Lotto zu gewinnen - und es hilft doch nichts. Gehört aber irgendwie zur Wochen- bzw. Lebensstrukturierung dazu.
Alles was bleibt, ist mit dir selbst dauerhaft Frieden zu schließen - ob mit oder ohne "Bäuchlein" (bei BMI 21 gehören dir mit der Klage darüber eh die Ohren langgezogen), mit oder ohne Mann, mit oder ohne Wunsch nach einer Partnerschaft.
Mantra dazu: Ich liebe und akzeptiere mich voll und ganz.
(Vor allem in den Momenten in denen ich Zweifel an mir habe und Dingen hinterherlaufe, die immer schneller sind als ich.)
- Das ist gleichzeitig auch die Übung sich selbst erstmal Wertschätzung und Respekt zukommen zu lassen.
Du klingst für mich sehr bemüht darum, korrekt und planmäßig vorzugehen. Tendenziell unlocker. Und wenn der bisherige Plan nicht hinhaut, strebst du nach einer Planerweiterung. In diesem Fall über eine Anfrage hier. Dabei bist du so auf einen Plan fixiert, dass wenigstens ein Plan fürs Loslassen resultieren sollte. machen, tun, nicht locker lassen.
Natürlich kann man auch unlocker einen Mann finden, ich meine nicht, "stell das ab, dann findest du einen". Im Umgang mit sich selbst hilft es aber, sich auch mal eine ganze Weile in Ruhe lassen zu können auch wenn nicht gerade Lebensprogrammpunkte wie Therapie, Studium, Ausbildung, neuer Job, neues Projekt, neuer VHS-Kurs ansteht.
Irgendwie bin ich froh, dass deine Therapie vorbei ist.
Wenn dir langweilig ist, dann entwickel Leidenschaft auf einem Gebiet und vertiefe es, engagier dich irgendwo mit Herzblut. Nicht als Ersatz für irgendetwas, was ein Mann auch nicht auf Dauer ausfüllen könnte, nicht zur Überbrückung bis .....doch noch der Prinz dahergeritten kommt, sondern als einen wichtigen Lebensinhalt für dich.Geändert von Inaktiver User (26.06.2012 um 12:53 Uhr)
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26.06.2012, 13:14
AW: Der blinde Punkt bei der Partnersuche
Desire is in men a hunger, in women only an appetite. — Mignon McLaughlin, The Neurotic’s Notebook
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26.06.2012, 13:19
AW: Der blinde Punkt bei der Partnersuche
Desire is in men a hunger, in women only an appetite. — Mignon McLaughlin, The Neurotic’s Notebook
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26.06.2012, 13:39Inaktiver User
AW: Der blinde Punkt bei der Partnersuche
Dankeschön :-) Die Situation war, dass ich relativ aufgeräumt hatte in meinem Leben und klare Standpunkte hatte. Ich hab mich etwas mehr getraut, selbst auf Männer zuzugehen und ich habe meine Sexualität wiederentdeckt. Ich hatte nach vier sexlosen (und knutschlosen etc.) Jahren einen ONS, ein halbes Jahr bevor ich meinen Freund kennengelernt habe, dann eine lose Affäre. Aber das hat mich darin bestärkt, dass es wohl doch Männer gibt, die mich mögen und attraktiv finden, auch wenn keiner von ihnen "zum Verlieben" taugte. Irgendwelche "Selbstoptimierungs"-Dinge hatte ich nicht.
Dann habe ich elitepartner ausprobiert, fand das meist skurril (eher ältere erfolgreiche Männer, die junge erfolgreiche Frauen suchten und Fernbezeihung stand von vornherein nicht zur Debatte), habe mich mit einem getroffen, das Date war schrecklich, aber so habe ich etwas Selbstsicherheit bekommen.
Meinen jetzigen Freund kannte ich zu der Zeit schon, ein neuer Arbeitskollege, den ich erst für ziemlich arrogant und hart (er ist seeeehr direkt...) hielt. Über einen Kollegen, mit dem wir beide befreundet waren, sind wir dann immer öfter zusammen unterwegs gewesen und ich merkte, dass er anders ist. Ich glaube, dass er mir geholfen hat, etwas anders zu machen. Ich wusste bis dahin gern vom ersten Augenblick an, ob jemand auf eine Beziehung, Affäre etc. aus ist. Ich habe nie jemandem die Möglichkeit gegeben, mich in Ruhe kennenzulernen und umgekehrt. Das hat viel damit zu tun, dass ich von meiner damals großen Liebe (mit 18) sehr sehr enttäuscht wurde und daher habe ich gleich so eine Offenheit gesucht, die unangebracht war. Aber in meiner Therapie habe ich den Umgang damit gelernt. Nicht alle Männer sind so, manche sind scheiße, manche sind toll. Ich hab so ne Art Vertrauensaufbau gemacht.
Mein Freund wollte mir im Kennenlernen keine klare Antwort geben, weil er meinte, dass er seine Entscheidung getroffen hat und ich schon selbst wissen müsste, was ich von ihm will ;-) Ich mochte ihn sehr gern, hatte gaaaaanz viel Herzklopfen, aber Beziehung mit einem Kollegen? Hui. So haben wir uns beide Zeit gelassen, Zeit miteinander zu verbringen und uns der Gefühle bewusst zu werden. Das hat geklappt und mich nicht unter Druck gesetzt. Ist jetzt eineinhalb Jahre her und es ist ganz wunderbar :) (Hui, sorry für die lange Antwort)
Vielleicht kannst du ja irgendwie üben, so ein gewisses Grundvertrauen zurück zu bekommen (ohne naiv dran zu gehen, aber vielleicht erst einmal einen kleinen Vertrauensvorschuss zu geben). Vielleicht hilft es, wenn du DIR bewusst machst, was du vom Gegenüber willst, ehe du dich hinterfragst, was er wohl wollen könnte. Das hilft natürlich immer noch nicht gegen die Betriebsblindheit :-P
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26.06.2012, 13:54Inaktiver User
AW: Der blinde Punkt bei der Partnersuche
Ich lese hier immer wieder "richtige" Männer / "richtige" Frauen. Was ist damit denn eigentlich genau gemeint?
Natürlich kann ich nur von meinen eigenen Erfahrungen und meinem eigenen Umfeld sprechen und da sehe ich diese Problematik nicht. Was aber ggf daran liegen mag, dass sich die meisten Paare auch innerhalb des Kollegenkreises finden und es da keinen Geschlechterunterschied in der Berufsrolle gibt. Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob der nette Backwarenverkäufer von nebenan von mir eingeschüchtert wäre ;))
Aber ist es nicht dennoch so, dass man einen Partner sucht der die Interessen teilt und die Rolle der Frau akzeptiert? Mag sein, dass dann viele Männer aus einem klassischen Männer-(z.B. Handwerks-)Beruf wegfallen, weil diese vielleicht tatsächlich das klassische Frauenbild bevorzugen, aber je ähnlicher der Beruf/die Berufsbildung umso eher passt es doch auch wieder. Und wenn die Männer ein anderes Frauenbild bevorzugen, dann passen die eben nicht, ist doch egal ob die eingeschüchtert sind. Genauso wie die TE eben auf klassische Musik und Kultur steht, da fallen doch auch schon mal unendlich viele Männer weg
. So ist es eben. Je mehr Ansprüche man selbst hat umso kleiner wird der Kreis der potentiellen Kandidaten, oder?
Wenn man einfach nur irgendeinen Mann will, dann sollte man sich wohl tatsächlich darauf beschränken, hübsch auszusehen, Kinder groß zu ziehen und bestenfalls noch unterwürfig zu sein, dann klappt`s bestimmt *Ironiemodus off* ;)
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26.06.2012, 14:11
AW: Der blinde Punkt bei der Partnersuche
Du brauchst/brauchtest ja auch keine "Selbstoptimierungs-Dinge" - denn du HAST ja sozusagen gar kein 'Optimierungsbedarf' gehabt, hinsichtlich der (wichtigen) Punkte, die ich immer wieder erwähne --- siehe das von mir unterstrichene.
Gleich drei Punkte beherzigt, die andere suchende Singles m.E. eben falsch machen (du aber eben nicht):
- sie haben eher ein unscharfes Bild von ihrem 'Traumpartner' (was übersetzt auch heißt: zu wissen, was man wirklich braucht und wie die eigenen Bedürfnisse sind)
= "und klare Standpunkte hatte"
- sie bieten nicht genug Sex und Erotik (im weitgehenden Sinn gemeint)
= "und ich habe meine Sexualität wiederentdeckt"
- sie können die 'Zeichen' nicht (gut genug) deuten, ob der Richtige oder der Falsche vor ihnen steht
= "auch wenn keiner von ihnen "zum Verlieben" taugte"
siehe oben - was ich immer sage: du hattest gewissermaßen ein klares Bild davon, was du willst und du hast deinem männlichen Gegenüber 'Sicherheit' gegeben mit deiner Verhaltensweise; das war keinesfalls "unangebracht" aus meiner Sicht.... und daher habe ich gleich so eine Offenheit gesucht, die unangebracht war. Aber in meiner Therapie habe ich den Umgang damit gelernt. Nicht alle Männer sind so, manche sind scheiße, manche sind toll. Ich hab so ne Art Vertrauensaufbau gemacht.
Was ich eben auch immer sage:
- sie bieten dem OdB nicht genügend ‚Sicherheit’ (‚ich bin wirklich an dir interessiert!’)
= "und daher habe ich gleich so eine Offenheit gesucht"
Und einen weiteren Fehler, wie ihn andere häufig machen, hast du ebenfalls nicht gemacht.Ich mochte ihn sehr gern, hatte gaaaaanz viel Herzklopfen, aber Beziehung mit einem Kollegen? Hui.
- sie suchen nicht 'richtig'
= "aber Beziehung mit einem Kollegen? Hui"
Du HAST also gewissermaßen 'richtig gesucht' - du hast dich nicht davon beirren lassen, was so manche an Blödsinn von sich geben - dieses 'never-fuck-the-company' ...
Das ist natürlich totaler Unfug - über 30% !!!!! aller Liebesbezieehungen fangen im Kollegenkreis, bzw. beruflichen Zusammenhängen an.
Wer das z.B. von vornherein ausschließt, vermindert die Wahrscheinlichkeit, den für sich Richtigen zu finden, ganz erheblich.
Das will ich dir auch gern glauben - ich jedoch wollte nicht einfach auf das Theorem abheben, von wegen Frauen in einer Führungsposition hätten es schwer.
Die TE gebrauchte die Formulierung, dass ihr Beruf mit "Autorität assoziiert" werde (oder so ähnlich) - ich gehe davon aus, dass sie damit nicht 'ausschließlich nur' eine berufliche Führungsposition meinte, so wie man es allgemein versteht ... mglw. meinte sie das eben AUCH, aber eben nicht nur.
Aber gut, vielleicht täusch ich mich auch, war sone Idee von mir.
VanDyckGeändert von VanDyck (26.06.2012 um 14:49 Uhr)
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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26.06.2012, 16:04Inaktiver User
AW: Der blinde Punkt bei der Partnersuche
Vielen Dank für Deine Geschichte!
Das ist beeindruckend und ich stimme dem auch zu, dass Du doch ganz offensichtlich zumindest unterbewusst dann wirklich auch ohne "Selbstoptimierung" doch alles richtig gemacht hast.
Was soll ich sagen..ich finde es bewundernswert, wie Du es nach vier Jahren wieder so locker geschafft hast, einfach mal wieder eine Affäre zu haben. Meine Geschichte ist anders. Meine letzte Affäre hatte ich mit 25. Als ich an dem Punkt war, dass ich gemerkt habe, mich verletzen diese unverbindlichen Affären letztlich mehr als dass sie mich befriedigen, habe ich erst mal zwei Jahre wirklich fürchterlich unter einem ganz starken Gefühl körperlicher Einsamkeit gelitten. Ich weiß schon, dass es weiß Gott dramatischeres gibt als keinen Sex zu haben. Das soll jetzt auch nicht zu melodramatisch klingen, aber es war belastend.
Ich habe es so erlebt: ich bin zwar die meiste Zeit in meinem Leben alleine. Aber ich fühle mich nur ganz selten einsam. Als ich dann aber mit meiner Lust und meinem Verlangen nach Nähe und auch nach Sex so alleine da stand, da habe ich mich wirklich verdammt einsam gefühlt. Das war hart und für mein Selbstwertgefühl ganz mies. Wenn nicht mal ein Mann meine Lust will - sondern nur auf diese lieblose, kalte Art, die ich erlebt habe, und für die ich mich auch noch geradezu anbieten musste - was bin ich dann eigentlich als Frau noch wert? Offenbar für die Männer ganz wenig.
Ich weiß schon, dass dieser Gedankengang fatal ist. Mir hat geholfen, mich auf meine sonstigen Werte als Mensch zu konzentrieren: in Freundschaften, bei Freizeitaktivitäten, im Beruf. Das hat mich dann wieder zufriedener und glücklicher mit mir selbst gemacht. Aber die Lust ist eingeschlafen, bzw. ich habe sie bewusst bei Seite geschoben, weil es mir weh getan hat damit so alleine dazustehen. Insofern habe ich es als große Erleichterung und geradezu als befreiend empfunden, dass nach etwa zwei Jahren mein Verlangen wirklich eingeschlummert ist. Das hat mich dann nämlich nicht mehr belastet und ich hatte mehr Energie für mich und mein Leben. Ich war plötzlich viel ausgeglichener und ruhiger. Ich war froh darüber.
Ich stimme grundsätzlich den vielen Leuten zu, die hier immer wieder betonen, dass Sex und sexuelle Ausstrahlung gerade beim Kennenlernen eine elementare Rolle spielt. Andererseits halte ich es aber auch für richtig, was ja auch hier immer wieder geschrieben wird, dass man mit sich selbst zufrieden und mit seinem Leben einigermaßen glücklich sein sollte. Nicht nur um vielleicht doch noch mal eine Partnerschaft zu finden, sondern um einfach das Beste aus seinem Leben zu machen - so oder so. Das mag ein individuelles Problem sein, aber meine persönliche Erfahrung ist, dass sich beide Ansätze jedenfalls für mich kontraproduktiv gegenüber stehen. Ich kann nicht glücklich und zufrieden für mich alleine leben, wenn ich gleichzeitig meine Lust sehr bewusst immer wieder stimuliere und dann doch damit alleine bin. Ich weiß nicht, wie andere das aushalten. Für mich ist es ein Problem.
Und was ich noch ergänzen möchte:
Auch in der Zeit, als ich wirklich sexuell neugierig und aufgeschlossen war und mich viel mit dem Thema beschäftigt habe und sogar sehr, sehr offen für eine Affäre gewesen wäre -wenn sie denn bloß ein bißchen respektvoll und menschlich achtsam gewesen wäre- waren meine Erfahrungen mit Männern keine anderen als heute. Meine Affären habe ich alle über das Internet bzw. über Kontaktanzeigen kennen gelernt. Auch damals war es so, dass Männer von sich aus nie auf mich zugekommen sind.Geändert von Inaktiver User (26.06.2012 um 16:44 Uhr)
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26.06.2012, 19:59
AW: Der blinde Punkt bei der Partnersuche
Hallo Zirconia,
erst einmal möchte ich mich noch dem Kompliment von VanDyck über deine reflektierten Selbstbeschreibungen anschließen. Ich könnte mir im übrigen vorstellen, dass du damit auch -- wenn man in deinen Beiträgen die Geschlechter gegeneinander austauscht -- die Situation und Gefühlswelt nicht weniger Männer beschreibst.
Gruß,
ataraxasDesire is in men a hunger, in women only an appetite. — Mignon McLaughlin, The Neurotic’s Notebook




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Ich habe bei elitepartner gelernt, dass ich noch lange nicht elitär genug für die "Elite" bin und habe mich dann wieder zu den Normalos zurückgezogen.
