ich halte da, wie überall, einen pragmatischen Ansatz für sinnvoll: frau lernt einen Mann kennen, hat das eine oder andere Date, und da werden so ein paar Dinge sichtbar: zum Beispiel ist einer grosszügig, aber unpünktlich. Der nächste ist pünktlich, liebt aber Bier über alles, was ich hasse. Der dritte mag Bier genauso wenig wie ich und ist philosophiebegeistert wie ich, aber findet kein Problem darin, weisse Socken in Sandalen zu tragen.
die Frage ist: kann ich damit leben, so wie er ist? und solange die Antwort "ja" ist, warum nicht ein nächstes Date abmachen und die Sache weiter führen...?
jene, die ihm entsprechen und die ihn grösstenteils so lassen, wie er eh schon ist.Was sind denn Eurer Meinung nach "realistische" Erwartungen an einen Partner?
Einen Raucher zum Nichtraucher umzupolen ist unrealistisch. Vom Raucher zu verlangen, dass er zum Rauchen auf den Balkon geht, das ist realistisch.
Wichtig ist sicher, genau zu beobachten, was Sache ist. Wenn es darum geht, mit jemandem zusammenzuziehen, so würde ich durchaus sicherstellen wollen, dass sein Verhalten in Bezug auf Geld und in Bezug auf Haushalt einigermassen mit mir kompatibel ist, und sonst eben NICHT zusammen zu wohnen, weil das dann bloss Ärger bringt. Dann lieber getrennt wohnen bleiben und so die Zeit zusammen geniessen.
Sobald es um gemeinsame Verpflichtungen geht - vor allem finanzielle Verpflichtungen - muss es passen.
ich würde da auch mal einen Gang runterfahren und fragen: was funktioniert? Unter welchen Umständen werde ich zB zum Kaffee eingeladen, und wann nicht? wann kriege ich Komplimente, wann nicht? welche Komplimente? - und etwas damit experimentieren, zB was passiert, wenn ich Hosen trage und was, wenn ich Rock trage? Was ändert sich, wenn ich meine Frisur, das Make Up, die Farben der Kleidung, meine Umgangsformen ändere...?Und trotzdem: genau dieser Ansatz, die Schuld immer bei sich selbst zu suchen ist auch schon wieder ein Problem in sich selbst. Denn wenn man den Ansatz hat, dass es daran liegt, dass man etwas falsch macht – und sei es nur, dass man zuwenig Selbstliebe oder Selbsterkenntnis entwickelt hat – wenn man keinen Partner hat, dann wird man auch so lange nicht zufrieden mit sich sein, bis man dann einen Partner hat. Andererseits sollte man mit sich selbst zufrieden und einigermaßen ausgeglichen sein, um attraktiver für einen Partner zu werden. Das hat schon etwas Paradoxes an sich.
einfach mal ein bisschen damit spielen und beobachten, was geschieht.
grüsse, barbara
Antworten
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02.07.2012, 19:53
AW: Der blinde Punkt bei der Partnersuche
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02.07.2012, 20:52
AW: Der blinde Punkt bei der Partnersuche
Hallo Zirconia, ich wllte dir nicht zu nahe treten, hoffe dass das nicht falsch ankam.Ich war allerdings wirklich sehr erschrocken, wie viele falsche Schlüsse du aus den normalen Situationen gezogen hast und wie viele falsche Muster du dir mit dieser Kopflastigkeit antrainiert hast.
Trotzdem meine ich grundsätzlich, dass du absolut richtig bist, so wie du bist. Das musst du "nur" verinnerlichen um es nach außen ausstrahlen zu können.
Ansonsten finde ich die Beiträge von Bae sehr hilfreich ...
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02.07.2012, 21:42
AW: Der blinde Punkt bei der Partnersuche
ich lege wert auf augenhöhe, auf mit mir gelebte beziehung, auf zuhören, kommunikation, familiensinn, einen gewissen ehrgeiz, neugierde, treue zu mir und zu sich selber, guter umgang mit menschen, reisefreudigkeit, mir zugewandheit, humor, kulturinteresse, zärtlichkeit, sex, sich mit mir auseinandersetzen wollen, streiten, verständnis etc.
NACHTRAG! am wichtigsten fast finde ich respektvolles verhalten. ich will mit respekt behandelt werden.
mir fällt auch auf dass paare die in einer unguten beziehung sind, wo es an respekt fehlt (was du zirconia z.b. erlebt hast) oft die "opfer" vor sich selber keinen respekt haben, darum finden sie partner die vor ihnen keinen respekt haben.
das ist nicht verhandelbar, das sind meine erwartungen und die bekomme ich erfüllt. sonst macht es für mich keinen sinn.Geändert von lara1803 (03.07.2012 um 14:35 Uhr)
"Die Hoffnung ist das Übelste aller Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert"
Friedrich Nietzsche
"Wer nach allen Seiten hin offen ist, kann nicht ganz dicht sein"!
"Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt"!
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02.07.2012, 22:26Inaktiver User
AW: Der blinde Punkt bei der Partnersuche
Mmmh, ok. Jetzt gibt das endlich ein einigermaßen passendes, persönliches Bild, Zirconia. Merkst du was, uch im Schreiben? Weniger Mäuerchen, mehr einlassen. Will sagen, der Unterschied kommt sogar über dieses Medium rüber, das dauert zwar, aber besser bei Beitrag 200, als nie. Das geht bestimmt auch an anderer Stelle, ich bin da zuversichtlich.


Mich macht das auch betroffen, welche Handstände du vollzogen hast um an einen Mann zu kommen und klar, nach der Therapie, hätte es doch viel besser laufen MÜSSEN .... es ist aber keine Beziehung dabei herausgekommen und deshalb bist du frustriert.
Ich kann dir an dem Punkt nur raten, heb auch diese Logik auf und verabschiede den Frust, denn es ist ja überhaupt nicht so, dass du schlechter herausgekommen bist, als du reingegangen bist. Im Gegenteil, guckst du und hänge es dir fett an die Wand - nur bitte den letzten Satz streichen:
Therapie ist wie gesagt nicht Garant dafür, dass man alles erreicht, was man sich davon verspricht - aber du bist sehr weit damit gekommen. Im Prinzip bist du dadurch genau da, wo du jetzt bist - incl. Freundschaften. Das ist doch nicht Nichts und hat doch prima getragen bis hierhin.
Ich finde, das sollte dich stärker machen und nicht schwächer.
Diese Logik schwächt übrigens auch:
Das ist ein Irrtum aus verschiedenen Gründen:Ganz zentral auch in den Therapiegesprächen war natürlich der Ansatz, der ja auch hier immer befürwortet wird, die Verantwortung und die Erklärung für alle Rückschläge und Enttäuschungen bei mir zu suchen. Ich stimme dem auch grundsätzlich zu, dass immer zwei Menschen dazu gehören, wenn im zwischenmenschlichen Bereich etwas schief läuft.
Und trotzdem: genau dieser Ansatz, die Schuld immer bei sich selbst zu suchen ist auch schon wieder ein Problem in sich selbst. Denn wenn man den Ansatz hat, dass es daran liegt, dass man etwas falsch macht – und sei es nur, dass man zuwenig Selbstliebe oder Selbsterkenntnis entwickelt hat – wenn man keinen Partner hat, dann wird man auch so lange nicht zufrieden mit sich sein, bis man dann einen Partner hat. Andererseits sollte man mit sich selbst zufrieden und einigermaßen ausgeglichen sein, um attraktiver für einen Partner zu werden. Das hat schon etwas Paradoxes an sich.
- Du verwechselst Schuld mit Verantwortung. Das ist ein essentieller Unterschied. Schuld verurteilt, beugt einen, du hast dich nicht schuldig gemacht.
Du trägst für deinen Anteil die Verantwortung im Sinne von: Es lief einiges schief und du hast Antworten darauf gefunden, was du nicht mehr tun solltest. Du hast dich deiner Verantwortung gestellt, dir Fragen gestellt und eine Therapie gemacht!
Entlaste dich an der Stelle. Alles andere ist schon wieder Leistungsdruck und Selbstquälerei und das alte Papa-Programm.
Du hattest (damals) deine (unbewussten) Gründe das zu tun, was du getan hattest, es war in diesem Sinne auch nicht falsch, sondern deiner alten, eigenen inneren Logik folgend. Nicht mehr, nicht weniger.
Alles was die Verantwortung an Gefühl für dich auslösen sollte, ist Selbstbetroffenheit im Sinne von 'Ohweh, das ist mir so viel Lehre, dass ich meine Ansprüche niiiee mehr unter ein gewisses Maß schraube und ich werde auch niiiee mehr alleine an einer Beziehung arbeiten.'
Der Unterschied dabei ist: Schuldgefühl macht klein, Verantwortungsgefühl macht aufrecht.
Aufgabe ist jetzt eben, DEIN Maß zu finden - und nicht ständig zu fragen, was ist das Maß der anderen.
Therapie war herauszufinden, was schief lief, was du nicht mehr machen solltest und wie du dich mit dir wohl fühlen kannst .....Mit einem (potentiellen) Partner ist das nicht anders. Die einzelnen, detaillierten Antworten bekommst du in der Begegnung und Auseinandersetzung mit einem konkreten Gegenüber.
- Es gibt viele Menschen mit Selbstliebe, die keinen Partner haben und es gibt viele Menschen ohne Selbstliebe, die haben einen Partner.
Deine Logik: Ohne Selbstliebe kein Partner, mit Selbstliebe fällt der Partner vom Himmel, da das attraktiv macht. Das ist ein Irrtum.
Außerdem ist die Selbstliebe per se mal nicht da um sich attraktiver zu machen, sondern schlicht dazu da, dass man ein gutes Leben leben kann. Mit oder ohne Partner.
Keine Selbstliebe zu haben ist ein mühsames Leben. Mit und ohne Partner.
Für meinen Geschmack bist du an der Stelle nach wie vor viel zu sehr auf "die Männer" fixiert und das auch noch theoretisch. Das funktioniert so nicht und das kann dir auch niemand wirklich beantworten. Baes' pragmatischen Ansatz finde ich auch ganz gut. Das kannst du nur mit einem konkreten Gegenüber jeweils Punkt für Punkt, Schritt für Schritt klären, wenn dir etwas "aufstößt" und das kann auch eine Weile dauern, bis du für dich unterscheidest zwischen dem, was dein Maß ist, wo für dich absolute Grenzen sind ohne dass du dein Selbst verleugnen musst und was für dich verhandelbar ist. Und außerdem kann sich da sowieso jeweils eine Menge verschiedeben - je nach eigener Situation und vor allem je nach Gegenüber. Man selbst bleibt nicht starr und jeder (unterschiedliche) Mann eröffnet einem ja in einem selbst auch unterschiedliche Facetten.
Gegenseitiges Vertrauen, sich aufeinander grundsätzlich einzulassen und miteinander reden und lachen zu können, ist für mich die Basis, denn so kann man vieles entschärfen, wovor man vielleicht erstmal Angst hat oder sogar schon anfängt Abstand davon zu nehmen. Ich bin an der Stelle dafür neugierig zu sein und es anzusprechen: Warum machst du das so, was ist der Hintergrund / dein Interesse dabei, ich habe das Gefühl, du hast an der Stelle keine / zu viele Erwartungen, ich habe Befürchtungen in diese und jene Richtung ......wie siehst du das .... Immer wieder kennenlernen, sich austauschen, sich näher kommen. Wenn es weiter geht, ist es gut. Und zwar von Anfang an - so lange die Beziehung dauert; zwei Wochen, zwei Monate, zwei Jahre, zwei Jahrzehnte. Kann man nicht mehr darüber sprechen, ist das für mich ein Alarmzeichen. Fängt einer an zu mauern, hat er einen Grund. Wird der Grund nicht offenbart, wird's komisch (gilt auch für mich selbst). Dabei gilt für mich grundsätzlich: Wenig rumhirnen, was im anderen wohl vorgeht und keinerlei kruden Theorien darüber zu entwickeln, mehr nachfragen.
Ich habe mich mal auf einen insgesamt sehr liebenswerten Mann eingelassen, der gaaanz anders war als ich, gaaanz anders im Wahrnehmen, Denken und Bewerten der meisten Dinge. Wir waren auf eine gute, ruhige Art verliebt, konnten gut reden, ich dachte, ich komme mit seinen Andersheiten klar, das ginge in die Richtung 'Gegensätze ziehen sich an'. Ging aber nicht wirklich und was ich seither weiß: Es kommt auch auf die Körpersprache an. Mir waren ein paar Bewegungen von ihm und wie er z.B. geniest hat, von Anfang an unangenehm. Das hat dann mit ein bisschen mehr Zeit und besser kennen lernen ein "Nebenbild" von ihm ergeben, womit ich nicht klar kam bzw. was ich nicht so um mich haben wollte, es ging dabei nicht um "ich kann mich daran gewöhnen". Ich dachte noch, das sei albern, auf solche "Kleinigkeiten" so absolut zu reagieren, aber irgendwann war klar, dahinter standen Dinge, mit denen er in meinen Augen nicht gut umging.
Was er z.B. in meinen Augen nicht gut konnte, ist über sich selbst zu lachen und das ist für mich sehr wichtig.
Das gilt für mich vor allem beruflich.
Privat halte ich damit nicht (mehr) hinterm Berg und ich empfehle dir, das auch nicht zu tun. Wenn du ein emotionaler Mensch bist, muss ein passender Partner auch damit umgehen können und das wird er auch, sonst passt er nicht.
Nicht verletzend zu werden ist klar, aber Emotionen zurückzuhalten und "vorsichtig" zu sein, geht nicht. Das ergibt irgendwann ein unstimmiges Außenbild, das macht einen zur coolen Fassade hinter der es brodelt.
Eine Beziehung ist letztendlich eine Zumutung, in der sich zwei einander zumuten, so wie sie sind.
Ja, da ist auch das Wörtchen 'Mut' drin.
Was natürlich nach hinten losgehen KANN (aber auch nicht MUSS!), ist, überhaupt nicht miteinander im Austausch zu sein und auch keinen guten Kontakt zueinander zu haben, weil man selbst so geflasht ist und sich gar nicht vorstellen kann, dass der andere nicht genauso empfindet .... das ist dir wohl in deinem jugendlichen "Leicht-Sinn" passiert.
Daraus eine generelle Vorsicht abzuleiten und auf cool zu machen, halte ich für überzogen. Vielleicht schätzt du deshalb deine Körpersprache auch eher als freundlich ein, während andere damit schon "flirten" verbinden, weil du in Wirklichkeit gar nicht so cool bist.
Ich wünsche dir alles Gute und empfehle dir, jetzt einfach mal darauf zu setzen, dass du älter bist, weiter bist, dass die eine oder andere Reflektionsschleife weiter gedreht hast, dass du dich kurz rausnehmen kannst und nichts überstürzen musst, falls du dir mal unsicher bist - du weißt ja jetzt, wo die Fallen sind und worauf es ankommt - und vor allem mit deinen Pfunden aller Art zu wuchern, statt sie ängstlich zu unterdrücken. Mach mal pralles Leben anstelle angestrengter Selbstbeschränkung. Das bekommt dir primär selbst besser und das Weitere wird sich zeigen!
Und btw.: auf 5 Kilo mehr oder weniger kommt es NICHT an!
Geändert von Inaktiver User (02.07.2012 um 22:42 Uhr)
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03.07.2012, 09:36
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03.07.2012, 09:41



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