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    AW: das gefühl immer mehr tun zu müssen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ich hab mir die letzten tage auch ein paar dokumentationen, nicht unbedingt zum glückfinden, eher zur ungleichheit der geschlechter, miss representation, killing us softly etc. angeschaut und bin wirklich ein wenig erschrocken, für wie normal diese ganzen erwartungen an frauen für mich sind (unbewusst) und das obwohl ich sie teilweise schrecklich finde. ich bereue irgendwie, dass ich die vorlesungen zu dem thema nie besucht habe, weil ich da im nebenjob arbeiten war: dieses gut und jung aussehen müssen, diese einstellung, wenn ich in 3 jahren über 30 sein werde, bin ich alt, etc. und dann noch dieser druck von außen bzgl. kinder, küche, herd. und das wichtigste ziel von ner frau ist es ja einen mann zu finden, etc.

    irgendwie ist mir da bewusst geworden, wie sehr ich mich solchen vorstellungen im laufe meines lebens angepasst habe und das trotz, dass ich sie als störend empfinde und ja ich hab ein problem damit, dass man als weibliche person zuerst über sein äußeres definiert wird und nicht über das was man so alles kann als mensch.


    Ja, da hat man's als Mann bedeutend leichter. Kein Druck von außen. Keine Erwartungen, die an einen gestellt werden. ManN wird nicht über sein Äußeres definiert, sondern es reicht, Gardemaß zu haben und tageslichttauglich zu sein. Man wird nicht als Mann gesehen, sondern bloß als Mensch wahrgenommen. Muss nicht wählen zwischen Hausmann und Ernährer, sondern kann sich einfach mit einer erfolgreichen Karriere selbst verwirklichen. Was für die Wertschätzung eines Mannes zählt, ist sein inneres Wesen, nicht was er so macht und tut. Und eine Frau zu finden ist kein Thema, denn er braucht nur eine zu wählen.
    Desire is in men a hunger, in women only an appetite. — Mignon McLaughlin, The Neurotic’s Notebook

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    AW: das gefühl immer mehr tun zu müssen

    hallo ataraxas,

    war das jetzt ein ironischer Beitrag oder meinst du das wirklich so?
    Ich finde nicht, dass es da einen allzu großen Unterschied (vielleicht nicht mehr?) gibt zwischen Mann und Frau....
    Männer sollten einen Waschbrettbauch haben, Karriere machen, viel Geld verdienen, Selbstbewusst sein und so auftreten usw...das würde ich auch als Druck als Mann empfinden....
    Was ist mit den Männern, die gar keine Karriere machen möchten...die viel lieber zu Hause bei den Kinder wären oder sind...meiner Meinung nach werden gerade diese Männer doch auch etwas beäugt..."ist ja gar kein richtiger Mann"...
    genauso - wieso sollte ein Mann nur eine Frau wählen zu brauchen und zack hat er sie....?! nee sehe ich irgendwie überhaupt nicht so.....
    Du bist da
    Ich sehe Dich nicht.
    Dein Körper wurde mit Erde zugedeckt.
    Ich höre Dich nicht,
    Deine Stimme rückt ferner von Tag zu Tag. Meine Hände fassen nach Dir
    Und greifen ins Leere.
    Aus Deinen Kleidern verfliegt mir der letzte Duft. Und doch Bist DU da - in mir.

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    AW: das gefühl immer mehr tun zu müssen

    Hallo wasserschloss,

    man kann beides vereinigen. Ein Freund, er ist Künstler, und lebt ein vollkommen anderes Leben, als ich, bezeichnet mich als den spießigsten Punk, den er je kennengelernt hat

    Ich versuche, mich mit einigem (unliebsamen) zu arrangieren und anderes (überflüssiges ) von mir weg zu halten. Es hat Jahre gedauert, bis ich für mich trennen konnte, was noch gut lebbar für mich ist, und welchen Zwängen ( Erwartungen ) ich nicht unterliegen möchte.
    Es wird immer Zwänge geben, aber in meinem Kopf muss für mich eine Freiheit herrschen. Und die verteidige ich notfalls gegen alle und mit allen Konsequenzen.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  4. Inaktiver User

    AW: das gefühl immer mehr tun zu müssen

    Zitat Zitat von ataraxas Beitrag anzeigen


    Ja, da hat man's als Mann bedeutend leichter. Kein Druck von außen. Keine Erwartungen, die an einen gestellt werden. ManN wird nicht über sein Äußeres definiert, sondern es reicht, Gardemaß zu haben und tageslichttauglich zu sein. Man wird nicht als Mann gesehen, sondern bloß als Mensch wahrgenommen. Muss nicht wählen zwischen Hausmann und Ernährer, sondern kann sich einfach mit einer erfolgreichen Karriere selbst verwirklichen. Was für die Wertschätzung eines Mannes zählt, ist sein inneres Wesen, nicht was er so macht und tut. Und eine Frau zu finden ist kein Thema, denn er braucht nur eine zu wählen.
    mich würde auch interessieren, ob du das ernst meinst? denn als mann hat man es ja auch nicht leichter. tutsi's beispiel triffts da ganz gut. wenn einer in elternzeit geht oder gerne kocht, ist er ja kein richtiger mann, etc. bilder gibts ja auch.

    meins war nicht nur auf frauen bezogen, sondern allgemein kann ich mit den rollenklischees nicht viel anfangen. ich finds schon wichtig, dass jeder mensch, unabhänging ob mann oder frau in der lage sein sollte für sich selbst zu sorgen. das hat aber mMn mehr mit meinem bild von nem unabhängigen menschen zu tun, der ne gleichberechtigte partnerschaft eingehen möchte. dass man dann mal sich untereinander aufteilt, ist was anderes, das sollte aber frei gewählt werden und nicht aufgrund der geschlechtszugehörigkeit aufgedrängt sein.

    wenn jemand sagt, kochen ist frauensache, dann geh ich schon an die decke. kochen, um satt zu werden muss jeder mensch können, was ist denn wenn die frau mal weg ist oder nicht da ist? gibts dann nichts zu essen. oder ikea möbel zusammen bauen sollte man auch als frau können, weil was ist, wenn der mann weg ist und man möbel braucht? oder man sollte zumindest fähig sein, sich hilfe zu holen von menschen, aber nur auf sein geschlecht zu reduziert werden, find ich nicht gut. das heißt aber auch nicht, dass ich nicht froh bin, ne frau zu sein. ich würd nicht tauschen wollen.
    Geändert von Inaktiver User (13.07.2012 um 17:50 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: das gefühl immer mehr tun zu müssen

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Hallo wasserschloss,

    man kann beides vereinigen. Ein Freund, er ist Künstler, und lebt ein vollkommen anderes Leben, als ich, bezeichnet mich als den spießigsten Punk, den er je kennengelernt hat

    Ich versuche, mich mit einigem (unliebsamen) zu arrangieren und anderes (überflüssiges ) von mir weg zu halten. Es hat Jahre gedauert, bis ich für mich trennen konnte, was noch gut lebbar für mich ist, und welchen Zwängen ( Erwartungen ) ich nicht unterliegen möchte.
    Es wird immer Zwänge geben, aber in meinem Kopf muss für mich eine Freiheit herrschen. Und die verteidige ich notfalls gegen alle und mit allen Konsequenzen.
    das klingt gut. magst du mehr darüber erzählen?

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    AW: das gefühl immer mehr tun zu müssen

    Ich versuche es, anhand eines Beispiels

    Ich habe eine sehr große Familie. ALLE sind schon Ewigkeiten verheiratet und haben Kinder. Ich lebe allein,habe keine Kinder und das soll auch so bleiben,denn ich brauche meine Freiheiten im Alltag. Nicht, das ich keine Beziehung leben möchte, mit allen "spießigen" Werten, aber eben nicht so, wie es von mir erwartet wird. Das hat sehr lange zu Diskussionen zwischen mir ( und hinter meinem Rücken ) und meiner Familie geführt und ich dachte oft darüber nach, ob etwas mit mir nicht stimmt, weil es eben bei uns nicht "normal" ist und ich auch das Gefühl hatte, nicht wirklich dazu zu gehören.

    Mittlerweile akzeptiere ich, das ich immer Gesprächsthema ( und komisch ) für sie sein werde, aber eben anders ticke.

    Ich weiß nicht, ob das Beispiel zeigt, was ich meine!?
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

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    AW: das gefühl immer mehr tun zu müssen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    meins war nicht nur auf frauen bezogen
    Wieso hast du dann nur von dir und deiner 'Rolle als Frau' geredet?

    ich finds schon wichtig, dass jeder mensch, unabhänging ob mann oder frau in der lage sein sollte für sich selbst zu sorgen. das hat aber mMn mehr mit meinem bild von nem unabhängigen menschen zu tun, der ne gleichberechtigte partnerschaft eingehen möchte. dass man dann mal sich untereinander aufteilt, ist was anderes, das sollte aber frei gewählt werden und nicht aufgrund der geschlechtszugehörigkeit aufgedrängt sein.
    Wenn frau zuhause bleibt, nachdem die Kinder da sind (auch wenn man das 'natürlich' eigentlich gar nicht so geplant hat) und mann außerhäusig arbeiten geht und das Geld nach Hause bringt, sorgt frau dann für sich selbst?
    Und wenn die Aufgaben umgekehrt verteilt wären? Sorgt mann dann für sich selbst?

    Woran denkst du so, wenn du davon sprichst, dass man sich untereinander mal so aufteilt und dass das was anderes sei? Was meinst du?

    wenn jemand sagt, kochen ist frauensache, dann geh ich schon an die decke.
    Und wenn unausgesprochen davon ausgegangen wird, dass 'einen Job haben' Männersache sei, gehst du dann auch an die Decke? Würdest du in einer Partnerschaft die Ernährerrolle übernehmen?
    Desire is in men a hunger, in women only an appetite. — Mignon McLaughlin, The Neurotic’s Notebook

  8. Inaktiver User

    AW: das gefühl immer mehr tun zu müssen

    @lilith: ja versteh ich, ich hab da auch so ein ähnliches bedürfnis wie du, allerdings ist das bei uns in der familie normal, da hat nur einer kinder und familie.

    Zitat Zitat von ataraxas Beitrag anzeigen
    Wieso hast du dann nur von dir und deiner 'Rolle als Frau' geredet?
    weil ich nun mal eine bin und in dem ganzen strang von mir rede ;)

    Wenn frau zuhause bleibt, nachdem die Kinder da sind (auch wenn man das 'natürlich' eigentlich gar nicht so geplant hat) und mann außerhäusig arbeiten geht und das Geld nach Hause bringt, sorgt frau dann für sich selbst?
    Und wenn die Aufgaben umgekehrt verteilt wären? Sorgt mann dann für sich selbst?

    Woran denkst du so, wenn du davon sprichst, dass man sich untereinander mal so aufteilt und dass das was anderes sei? Was meinst du?
    naja ich glaube nicht daran, dass man mit ein und demselben partner für sein ganzes leben zusammen sein wird und heutzutage ist die gesetzliche lage ja auch anders, d.h. wenn ich heiraten würde, nicht arbeiten würde und mein mann der ernäher ist, wir uns scheiden lassen, werd ich nach ner weile wieder nen job suchen müssen, was dann schwerer wird, wenn ich solang draußen war und den anspruch, was zu bekommen, was mir entspricht oder meinen berufichen qualifikationen, den kann ich dann nicht so einfach erfüllen. deshalb sehe ich es schon als wichtig an, dass jeder in der lage sein sollte sich selbständig zu ernähren und falls man kinder hat, die zu erziehen. das gilt für mich, für beide. wenn man jetzt aber sich trotzdem für irgendeine rollenaufteilung entscheidet, kann man das doch bewusst machen und wenn für beide die klassische aufteilung okay ist, dann ist es okay. es gibt ja mehrere lebensmodelle...

    das ist natürlich leicht gesagt, weil ich weder kinder habe, noch möchte. aber selbst wenn sich das mal ändern sollte, würde ich nicht zuhause bleiben, sondern ne kindertagesstätte in anspruch nehmen und halbtags arbeiten. ich hab auch einfach studiert, um auch zu arbeiten. ich bin aber auch der worst-case-scenario typ und würde nicht eine rolle komplett übernehmen wollen und auch nicht wollen, dass der partner das tut.

    Und wenn unausgesprochen davon ausgegang wird, dass 'einen Job haben' Männersache sei, gehst du dann auch an die Decke? Würdest du in einer Partnerschaft die Ernährerrolle übernehmen?
    ja natürlich. ich möchte auch in meinem beruf arbeiten und wenn mir der jobanspruch aufgrund des geschlechts weggenehmen werden würde, fände ich das nicht okay. mir wurde jahrelang wissen eingebleucht und das will ich anwenden, ich will geld verdienen und ein unabhängiges leben führen. das geht nicht, wenn mir mein partner den finanzhahn auf- und zudrehen kann. meine eltern haben zwar so gelebt und das hat super funktioniert. das ist aber ein ausnahmefall und es waren andere zeiten. und wenn man genauer hinschaut, wars doch auch nicht ganz so klassisch aufgeteilt: trotz kindererziehung hat meine mutter im familienbetrieb gearbeitet, um auch ihr eigenes geld zu verdienen oder mein vater konnte um einiges besser kochen, und hat dann auch für uns viel gekocht, der war nicht nur handwerklich begabt, der konnte auch staubsaugen und hat das auch getan, etc. es erweckte den eindruck, als sei das partnerschaftlich ausgewählt worden und nicht per se rollenbestimmt.

    für kinder würde ich die ernährerrolle übernehmen, für meinen partner nicht, nicht auf dauer, es sei denn er ist arbeitslos, etc. ich fände es gleichberechtigter, wenn jeder seinen teil auch finanziell dazu beiträgt. und das seh ich auch im haushalt so. klar wenn er besser handwerklich ist, als ich, kann er das ruhig mehr einbringen und ich kann dann die wäsche waschen, etc.

    aber ich persönlich kann nichts mit einem partner anfangen, der davon ausgeht, dass nur ich als weibliche person koche und putze und der alleine nicht mal in der lage ist sich ein toastbrot zu schmieren. und dann noch nen job hat, der viel niedriger als meiner ist und ne bohrmaschine noch nie bedient hat. der bei mir ne rollenerwartung hat, aber seiner eigenen nicht entspricht. solche extremen einstellungen bekomm ich hauptsächlich von muttersöhnchen mit, die frauen als putzfrau betrachten, vielleicht noch als servicepersonal, selbst aber weder nen tollen job noch ne gute qualifikation haben und gar nicht in der lage wären alleine ihr leben auf die reihe zu bekommen, aber dieses starke männerbild vermitteln wollen. das ist für mich nicht stark, sondern schwach, weil sie sich zu sehr von einer frau abhängig machen und sie dann gleichzeitig trotzdem als minderwertig betrachten.

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    AW: das gefühl immer mehr tun zu müssen

    weil ich nun mal eine bin und in dem ganzen strang von mir rede ;)
    Verstehe ich das richtig? Du willst nicht auf dein Frausein reduziert werden, definierst dich aber in erster Linie als Frau? -- Warum? Es gibt doch noch andere Dinge, die dich als Mensch ausmachen.

    Hast du das Gefühl, als Mensch immer mehr tun zu müssen, oder als Frau?


    dass jeder in der lage sein sollte sich selbständig zu ernähren
    Gut, lassen wir Kinder und Familie mal weg. Aber wo fängt für dich 'sich selbständig ernähren können' an? Verhungern tut ja niemand in diesem Land. Muss man, um sich selbständig ernähren zu können, zum Biomarkt gehen und jeden Tag im Café um die Ecke einen Latte Macchiato zuppeln, oder reicht es, beim Discounter einzukaufen und einen selbstgebrühten Tee zu trinken? Konkreter gefragt: Mal angenommen, dein Partner verdient weniger als du. Vielleicht sogar deutlich. Ich kenne jetzt deinen Lebensstil nicht, aber das könnte ja möglicherweise bedeuten, dass der etwas weniger kostenintensiv werden müsste (wenn sich jeder weiterhin 'selbst ernährt') oder dass du eben den größeren Anteil der Kosten übernimmst, vielleicht sogar den Löwenanteil (Urlaubsreisen, Auto, Wohnung, Einrichtung, Lebenshaltungskosten etc.). Wärest du dazu bereit? Also zu einer der beiden Alternativen? Gäbe es noch andere Modelle? Oder käme für dich ein Mann überhaupt nicht in frage, der (deutlich) weniger verdient als du? (vulgo: nicht auf Augenhöhe ist)


    ich möchte auch in meinem beruf arbeiten und wenn mir der jobanspruch aufgrund des geschlechts weggenehmen werden würde, fände ich das nicht okay.
    Du meinst, du fändest es nicht okay, wenn du ein Mann wärest, und eine Frau aufgrund ihres Geschlechts 'bei gleicher Eignung' bevorzugt würde und den Job bekäme, auf den du dich beworben und auf den du jahrelang hingearbeitet hast?


    für kinder würde ich die ernährerrolle übernehmen, für meinen partner nicht
    Nach meinem Eindruck sehen das viele moderne emanzipierte Frauen so. Zum Glück sehen das deren Partner nicht so. Sie übernehmen die Ernährerrolle für die ganze Familie, nicht nur für 'ihre Kinder'. In all den zahlreichen Fällen, in denen es am Ende 'irgendwie' doch auf eine mehr oder weniger klassische Rollenverteilung 'hinausläuft', und zwar auch und gerade, wenn beide studiert haben (er verdient mehr als sie, die Kinder sind da, sie bleibt 'erstmal' zuhause, sucht später vielleicht eine Teilzeitstelle, findet sie oder auch nicht usw.)

    Warum würdest du, wenn du einen tollen Job hättest, nicht den Löwenanteil bzw. den Löwinnenanteil ;-) zum Familieneinkommen beitragen wollen? Oder von mir aus zum partnerschaftlichen Haushalt. Was wäre so schlimm daran?

    nicht auf dauer, es sei denn er ist arbeitslos
    Wie jetzt? Wenn er arbeitslos wäre, dann würdest du ihn auch auf Dauer 'ernähren'? Aber wenn er einen Job hat, der 'niedriger' ist als deiner, dann nicht?


    Und überhaupt: Was ist das denn bitteschön?

    einen job der viel niedriger als meiner ist
    Was sind denn Berufe, die 'viel niedriger' als deiner sind? Physiotherapeut? Grundschullehrer? Barkeeper? Feuerwehrmann? Klavierbauer? Surflehrer? 'arbeitsloser' Akademiker?

    Überhaupt verstehe ich immer nicht, warum die Leute laufend diese kruden, nicht-existenten Extrembeispiele konstruieren:

    aber ich persönlich kann nichts mit einem partner anfangen, der davon ausgeht, dass nur ich als weibliche person koche und putze und der alleine nicht mal in der lage ist sich ein toastbrot zu schmieren. und dann noch nen job hat, der viel niedriger als meiner ist und ne bohrmaschine noch nie bedient hat. der bei mir ne rollenerwartung hat, aber seiner eigenen nicht entspricht. solche extremen einstellungen bekomm ich hauptsächlich von muttersöhnchen mit, die frauen als putzfrau betrachten, vielleicht noch als servicepersonal, selbst aber weder nen tollen job noch ne gute qualifikation haben und gar nicht in der lage wären alleine ihr leben auf die reihe zu bekommen, aber dieses starke männerbild vermitteln wollen. das ist für mich nicht stark, sondern schwach, weil sie sich zu sehr von einer frau abhängig machen und sie dann gleichzeitig trotzdem als minderwertig betrachten.
    Frauen, die eine berufliche Ausbildung oder auch studiert haben und mit einem Partner zusammen sind, dessen Job (viel) höher ist, werden doch auch nicht solche Unterstellung gemacht. Bei dieser Konstellation heißt es dann sogar umgekehrt: Sie kümmere sich um die Kinder, halte ihrem Mann den Rücken frei (tut das ein Mann, der 'zuhause bleibt' oder Teilzeit arbeitet, nicht?), habe auf die eigene Karriere verzichtet, habe sich für die Familie entschieden statt sich im wettbewerbsorientierten Berufsleben sinnlos aufzureiben usw. Das würde doch bei umgekehrter, oder nehmen wir mal an: emanzipierter Rollenverteilung der Mann genauso machen. Offensichtlich möchtest du eine solche komplett offene Rollendisposition nicht und musst sie darum mit abstrusen Beispielkonstruktionen diskreditieren. -- Kennst du denn solche Männer, wie du sie beschreibst? Warst gar mit ihnen zusammen? Kannst du dir vorstellen, dass es auch andere gibt? Solche, deren Job 'niedriger' ist als deiner, die aber trotzdem tolle Männer sind. Mit allem, was dazugehört.

    Und es ist doch auch so: aufgrund der Arbeitsmarktverhältnisse kann nun mal nicht jeder einen 'tollen Job' haben. Manche Menschen, und zwar egal ob männlich oder weiblich, auch Schwierigkeiten, sich auf dem Arbeitsmarkt durchzusetzen. Und zwar nicht unbedingt wegen mangelnder Qualifikation oder Motivation, sondern vielleicht aufgrund ihrer Persönlichkeit (die sie möglicherweise als Partner sogar besonders liebenswert macht) oder ihres Geschlechts. Oder weil sie das Gefühl haben, immer mehr tun zu müssen. Sortierst du solche Menschen dann aus? Zumindest als potentielle Partner?
    Desire is in men a hunger, in women only an appetite. — Mignon McLaughlin, The Neurotic’s Notebook

  10. Inaktiver User

    AW: das gefühl immer mehr tun zu müssen

    Verstehe ich das richtig? Du willst nicht auf dein Frausein reduziert werden, definierst dich aber in erster Linie als Frau? -- Warum? Es gibt doch noch andere Dinge, die dich als Mensch ausmachen.

    Hast du das Gefühl, als Mensch immer mehr tun zu müssen, oder als Frau?
    ich definiere mich als mensch, bin aber auch eine frau und natürlich definiere ich mich in erster linie als mensch, aber ich verleugne nicht mein geschlecht und schäme mich nicht dafür und ich werde auch als frau wahrgenommen.



    Aber wo fängt für dich 'sich selbständig ernähren können' an? Verhungern tut ja niemand in diesem Land. Ich kenne jetzt deinen Lebensstil nicht, aber das könnte ja möglicherweise bedeuten, dass der etwas weniger kostenintensiv werden müsste (wenn sich jeder weiterhin 'selbst ernährt') oder dass du eben den größeren Anteil der Kosten übernimmst, vielleicht sogar den Löwenanteil (Urlaubsreisen, Auto, Wohnung, Einrichtung, Lebenshaltungskosten etc.). Wärest du dazu bereit? Also zu einer der beiden Alternativen? Gäbe es noch andere Modelle? Oder käme für dich ein Mann überhaupt nicht in frage, der (deutlich) weniger verdient als du? (vulgo: nicht auf Augenhöhe ist)
    ich selbst kaufe ja auch nur bei aldi und co. ein und ich lebe gerade einen eher wenig kostenintensiven, aber dennoch nicht ungesunden lebensstil. man kann sich durchaus auch billig gesund und umfassend ernähren, wenn man weiß wo man einkauft und was und regelmäßig isst. ich hätte und habe kein problem mit wenig geld auszukommen. ich muss mir nicht überall nen latte zum mitnehmen holen und im restaurant essen gehen. ich kann mir durchaus auch ein brötchen schmieren und tee trinken. finanziell auf augenhöhe sein, ist ja auch ein dehnbarer begriff. und nur weil jemand im moment kein geld hat, ist es natürlich kein ausschlusskriterium, eher wenn er nicht mit dem geld, das er zur verfügung hat, umgehen kann. also darauf besteht immer essen zu gehen, obwohl er sich das nicht leisten kann. wenn man sich das ab und an mal gönnt, ist es was anderes, etc.





    Du meinst, du fändest es nicht okay, wenn du ein Mann wärest, und eine Frau aufgrund ihres Geschlechts 'bei gleicher Eignung' bevorzugt würde und den Job bekäme, auf den du dich beworben und auf den du jahrelang hingearbeitet hast?
    ja natürlich. ich hab auch was gegen frauenparkplätze oder die bevorzugung von frauen bei stellenausschreibungen. ich bin auch gegen fotos bei bewerbungen.




    Nach meinem Eindruck sehen das viele moderne emanzipierte Frauen so. Zum Glück sehen das deren Partner nicht so. Sie übernehmen die Ernährerrolle für die ganze Familie, nicht nur für 'ihre Kinder'. In all den zahlreichen Fällen, in denen es am Ende 'irgendwie' doch auf eine mehr oder weniger klassische Rollenverteilung 'hinausläuft', und zwar auch und gerade, wenn beide studiert haben (er verdient mehr als sie, die Kinder sind da, sie bleibt 'erstmal' zuhause, sucht später vielleicht eine Teilzeitstelle, findet sie oder auch nicht usw.)
    ich habe weder was gegen hausmänner noch gegen hausfrauen. ich habe was gegen ihre diskriminierung. es geht nicht um solche fälle, in denen sich irgendeiner der partner für die hausarbeit entscheidet und zuhause bleibt. es geht um die fälle, in denen das den frauen aufgedrückt wird, weil sie das geschlecht dazu haben und dann wird so getan als wäre hausarbeit und kindererziehung keine richtige arbeit oder minderwertig. die einstellung geht überhaupt nicht.

    Warum würdest du, wenn du einen tollen Job hättest, nicht den Löwenanteil bzw. den Löwinnenanteil ;-) zum Familieneinkommen beitragen wollen? Oder von mir aus zum partnerschaftlichen Haushalt. Was wäre so schlimm daran?
    natürlich würde ich da mehr als der andere beitragen, weil ich ja dann mehr habe und es unsere familie ist. hab ich aber nicht. deshalb stellt sich die frage nicht.


    Wie jetzt? Wenn er arbeitslos wäre, dann würdest du ihn auch auf Dauer 'ernähren'? Aber wenn er einen Job hat, der 'niedriger' ist als deiner, dann nicht?
    ob der job nun niedriger ist, er arbeitslos, etc. dann würde ich ihn wenn ich mit ihm kinder hätte natürlich miternähren, wenn er nun aber nicht arbeiten will, aber könnte und irgendwann was finden würde und gleichzeitig auch im haushalt oder zur kindererziehung nicht und zwar überhaut nichts machen will, weder zuhause noch draußen arbeitet, dann natürlich nicht.


    Was sind denn Berufe, die 'viel niedriger' als deiner sind? Physiotherapeut? Grundschullehrer? Barkeeper? Feuerwehrmann? Klavierbauer? Surflehrer? 'arbeitsloser' Akademiker?

    ich habe jetzt keine lust noch ne berufsdiskussion anzufangen oder über ein strukturelles von mir als einzelperson nicht lösbares problem zu reden, es gibt nicht für jeden nen job, wir haben keine vollbeschäftigung etc. und ich hab an sich gegen keinen beruf etwas, nur habe ich schon festgestellt, dass es unterschiedliche lebenswelten gibt.

    Frauen, die eine berufliche Ausbildung oder auch studiert haben und mit einem Partner zusammen sind, dessen Job (viel) höher ist, werden doch auch nicht solche Unterstellung gemacht. Bei dieser Konstellation heißt es dann sogar umgekehrt: Sie kümmere sich um die Kinder, halte ihrem Mann den Rücken frei (tut das ein Mann, der 'zuhause bleibt' oder Teilzeit arbeitet, nicht?), habe auf die eigene Karriere verzichtet, habe sich für die Familie entschieden statt sich im wettbewerbsorientierten Berufsleben sinnlos aufzureiben usw.
    wenn das andere machen, ist das okay. aber genau das möchte ich nicht. ich will keine kinder, deshalb stellt sich für mich so ne frage nicht. ich möchte lieber mich meinem beruf widmen. das kann jeder so entscheiden wie er will. partnerschaftlich.

    Kennst du denn solche Männer, wie du sie beschreibst? Warst gar mit ihnen zusammen? Kannst du dir vorstellen, dass es auch andere gibt? Solche, deren Job 'niedriger' ist als deiner, die aber trotzdem tolle Männer sind. Mit allem, was dazugehört.
    kenn ich, nein ich war nicht mit ihnen zusammen, aber sicher gibt es auch andere menschen. menschen gibt es in verschiedenster art und weise. das war nicht pauschal auf alle mit niedrigeren jobs bezogen. ich erwarte ein geben und nehmen und nicht nur ein nehmen

    Und es ist doch auch so: aufgrund der Arbeitsmarktverhältnisse kann nun mal nicht jeder einen 'tollen Job' haben. Manche Menschen, und zwar egal ob männlich oder weiblich, auch Schwierigkeiten, sich auf dem Arbeitsmarkt durchzusetzen. Und zwar nicht unbedingt wegen mangelnder Qualifikation oder Motivation, sondern vielleicht aufgrund ihrer Persönlichkeit (die sie möglicherweise als Partner sogar besonders liebenswert macht) oder ihres Geschlechts. Oder weil sie das Gefühl haben, immer mehr tun zu müssen. Sortierst du solche Menschen dann aus? Zumindest als potentielle Partner?
    [/QUOTE]

    das ist mir vollkommen bewusst. ich weiß dass es seit 1950 keine vollbeschäftigung gibt und dass leute dafür verantwortlich gemacht werden, dass sie keinen job finden, obwohl sie nichts falsch gemacht haben. dass die ganzen arbeitslosenvermittlungen nicht viel bringen, etc. aber genau deshalb sollte man, wenn man in so einer situation ist, nicht negativ über einen hausmann oder eine hausfrau urteilen, denn die machen auch was.

    ich sortiere niemanden aufgrund seiner arbeitsmarktsituation, seines aussehens oder ähnlichem etc. aus. wegen persönlichkeitseigenschaften schon. wenn jemand pauschaul glaubt, kochen ist frauensache, oder hausfrauen schauen den ganzen tag nur rtl II dann sortiere ich ihn schon aus. natürlich kann ich essen kochen, wenn ich früher zuhause bin weil ich nicht ganz vollzeit arbeite, oder mich dazu entschieden habe zuhause zu bleiben und die kinder zu erziehen, aber ein ungeschriebenes gesetzt : kochen ist frauensache und hausfrauen leisten keine arbeit - kenne ich nicht.
    Geändert von Inaktiver User (14.07.2012 um 15:21 Uhr)

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