Hast Du keine Freundin?
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20.06.2012, 10:57Inaktiver User
AW: Habe ich wirklich so eine schlechte Menschenkenntnis?
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20.06.2012, 11:07Inaktiver User
AW: Habe ich wirklich so eine schlechte Menschenkenntnis?
Spontan fällt mir ein Ausdruck aus einem Theaterstück ein, das ich neulich gesehen habe: Du hättest gerne "Deinen Menschen". Einen Menschen, mit dem Du beinahe symbiotisch verbunden bist, wie es Romane zu Frauenfreundschaften so gerne beschreiben. Das bekommt man weder in Liebesbeziehungen noch Freundschaften, diese Intensität des Interesses.
Die einzige Person, die Dir dieses Interesse und Wohlwollen entgegen bringen kann, bist Du selbst. Und man kann es lernen.
Jetzt sitze ich hier und mir kullern die Tränen
Mir fehlt einfach jemand, der mich in den Arm nimmt und mir sagt, dass alles gut wird. Ich habe eben keinen Mann oder Familienmitglieder die das tun. Versteht ihr was ich meine?
Danke, dass ich mich wenigstens bei euch ausheulen kann.
Du fühlst Dich einsam, sich das einzugestehen, ist der erste Schritt. Ausheulen im Internet der zweite. Und dann Gesicht waschen, versuchen zu lächeln und raus ins reale Leben. Ein paar nette Worte zu der Bäckereiverkäuferin oder der Frau an der Supermarktkasse sagen und üben einfach ohne weitere Absichten freundlich zu den Menschen in deiner Umgebung zu sein. Die netten Kontakte ergeben sich mit der Zeit, man muss ein wenig geduldig mit sich selbst sein. Alles wird gut, das hat mir mal jemand gesagt und Recht behalten.
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20.06.2012, 11:56
AW: Habe ich wirklich so eine schlechte Menschenkenntnis?
Ich fände es sehr merkwürdig, wenn dem nicht so wäre. Man kann weder dem anderen in den Kopf noch in die Zukunft gucken.
Ehe man einschätzen kann, ob man wirklich auf einer Wellenlänge liegt, ob man Zeit füreinander findet, wie wichtig man einander sein will, ob die erste Sympathie das Besserkennenlernen übersteht... vergeht einfach ein bißchen Zeit. Und oft ist die Antwort dann "eher doch nicht, ich kümmere mich lieber um existierende (Freunschafts-)Beziehungen/mein eigenes Leben/suche weiter".
Unter hundert Leuten, die aussehen als könnten sie gute Freunde werden, ist am Ende vielleicht eine/r mir der/dem sich über Jahre eine "kennt mich in meinen schlimmsten Momenten und mag mich trotzdem, darf mich nachts um 2 aus dem Bett klingeln, sich meinen Teddybären leihen, und würde mich vor der Polizei verstecken" Freundschaft entwickelt, und vorher weiß man nicht, wer das sein wird.
Wenn du allerdings *nie* die Leute findest, die du haben willst, denk mal über deine Suchmuster nach. Worauf springst du an? Korreliert das mit Sachen, die euch nach einigen Monaten auseinanderbringen?
Meine Erfahrung ist, "je heißer desto kürzer". Ich nehme an, daß das bei mir daran liegt, daß Leute, die mich spontan begeistern, ganz anders sind als ich, und Leute, mit denen ich lange zusammenbleiben will, mir viel ähnlicher sind als die, die mich begeistern. Deswegen behalte ich Leute, die mich auf den ersten Blick nerven, weil sie mir zu ähnlich sind, immer etwas im Auge und bin so tolerant und großzügig ihnen gegenüber wie ich mir wünsche, daß Leute mir gegenüber sind. Da wird oft was draus. Ich könnte mir vorstellen, daß das nicht nur mir so geht.
Wenn du von jemandem nicht mehr kriegst, was du haben willst: Du kannst ihn nicht zwingen, irgendwas zu denken oder zu fühlen oder zu tun. Du kannst klarstellen, was du willst, dann kannst du ihn noch ein paar Mal antriggern, dann kannst du noch ein paar Jahre losen Kontakt halten, falls es doch noch mal was wird. (Dann muß man allerdings überlegen, hat man wieder zusammengefunden, oder wollen sie sich nur was abholen und gehen dann wieder.)
Aber dann muß auch gut sein. Wenn er nicht paßt, warum ihm nachlaufen? Selbst wenn du ihn kriegst, paßt er immer noch nicht.
Du kannst nicht Gedanken lesen und du kannst nicht in die Zukunft schauen. Wenn das "schlechte Menschenkenntnis" ist, ja, dann hast du schlechte Menschenkenntnis. Und alle anderen auch. Auch wenn manche im Nachhinein so tun, als hätten sie es immer schon gewußt. Im Nachheinein kennt ja auch jeder die Lottozahlen.
Ich finde es bedauerlich, wenn Leute ihr Selbstwertgefühl daran hängen, übermenschliches vollbringen zu können, oder immer Recht (gehabt) haben zu müssen. Man lebt viel entspannter innerhalb seiner Möglichkeiten und mit der Bereitschaft zu Fehlern.
Sieht so aus.
Wegen dem "ausgenutzt" würde ich mir nur einen Kopf machen, wenn du ihm mehr Vorleistung gegeben hast, als du dir leisten kannst, abzuschreiben. Ansonsten hattest du eine nette Zeit, und ihr seid quitt.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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20.06.2012, 13:37Inaktiver User
AW: Habe ich wirklich so eine schlechte Menschenkenntnis?
Danke für eure Antworten.
Vielleicht kommen meine Beiträge etwas unklar rüber, ihr kennt mich ja auch nicht ;) aber zu meiner Person kann ich nur sagen, dass ich sehr gut alleine klar komme. Ich brauche meine Freiheiten, kann auch ohne Partner/Beziehung leben und fühle mich nicht grundsätzlich "einsam". Ich hänge mein Selbstwertgefühl auch nicht an solchen Themen auf. Ich habe das Gefühl mit mir im Reinen zu sein, frei von Wertvorstellungen anderer und kann mir meine Fehler genauso verzeihen, wie die der anderen.
Und ich habe auch Freunde/Freundinnen ;) Auch wenn es natürlich immer eine Definitionssache ist, wie man Freundschaft definiert und nicht alle sind tief genug um dieses "du darfst mich um 2 Nachts aus dem Bett klingeln" Stadium zu erreichen.
Aufgrund vieler Ortswechsel ist mein Freundeskreis nur eben nicht "um mich herum" und "Fernfreundschaften" sind eben anders als tagtägliche Freundschaften (versteht ihr was ich meine?)
Ich laufe auch niemandem hinterher und zwinge auch niemandem meine Freundschaften auf. Im Gegenteil, wie schon geschrieben, ziehe ich mich eher (zu) schnell zurück. Und das kann eben auch manchmal ein Fehler sein. Denn vielleicht irritiert das den anderen ja auch und denkt ich habe kein Interesse mehr und das nur, weil ich etwas falsch einschätze.
Aber ist es trotz aller Selbstzufriedenheit so unverständlich, dass man "Seinen Menschen" (danke Nathalie für den Begriff) sucht? Seinen durch-dick-und-dünn-geh-Partner?
Ich habe einfach gemerkt, dass ich das eher bei Menschen finde, die ich häufiger sehe, als bei Fernfreundschaften.
Ich finde die Vorstellung schön, so wie in der Schulzeit eine Freundin zu haben, wo andere sagen würden "die kleben auch immer zusammen." Natürlich ist Schulzeit und Berufsleben anders, ist ja auch nur bildlich gesprochen und extra überspitzt dargestellt. Andere suchen nach der perfekten Beziehung, ich eben danach. Hier sind soviele Beiträge von Usern die nicht mehr an die wahre Freundschaft glauben, ich will halt nich aufgeben ;-)
Ich warte jetzt einfach mal ab. Und nehme es so wie es kommt.
Bzgl Menschenkenntnis: es geht mir oft so, dass ich mit Menschen bei denen ich denke, nicht auf einer Wellenlänge zu sein am Ende sehr gut auskomme und umgekehrt. Und mich dann hinterher wundere, dass ich alles so falsch eingeschätzt habe. Mittlerweile versuche ich das gar nicht mehr im vorhinein einzustufen und gehe davon aus, mit allen klar zu kommen :-) Manchmal sehr spannend, was dabei rauskommt.
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20.06.2012, 14:41Inaktiver User
AW: Habe ich wirklich so eine schlechte Menschenkenntnis?
Du hast ein stärkeres Bedürfnis nach Nähe als die meisten Menschen. Und das macht Dich möglicherweise attraktiv für Menschen, die selbst starke Bedürfnisse haben und hoffen, bei Dir Hilfe zu der Befriedigung zu bekommen. Viele User meinen, sie finden in den Beschreibungen hier Mr. Mc Münchhausen ihre vermeintlich guten Freunde wieder, von denen sie im Nachhinein so enttäuscht waren. Vielleicht hast Du beim Lesen das eine oder andere déja-vue-Erlebnis.


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