mich hat die wahrheit überfordert, an mehreren punkten.
das hat mit verarschen nichts zu tun- sondern schlichtweg: was gehört in die beziehung und was gehört nicht rein?
was die jetzige beziehung betrifft: nein, ich muss nicht wissen was bei seiner letzten ärztlichen untersuchung rauskam- wenn es wichtig ist, wenn es auswirkungen hat- wird er es mir mitteilen bzw. wir reden drüber. ich muss nicht jeden letzten fussel seiner unterhose kennen und im gegenzug über jeden fussel in der meinigen rechenschaft ablegen.
das hat für mich sehr viel mit vertrauen zu tun. wenn ich einem menschen vertraue- dann brauche ich nicht ständig irgendwelche aussagen von ihm.
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20.06.2012, 17:41Inaktiver User
AW: Moral, Ethik, Vertrauen.......????
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20.06.2012, 17:44Inaktiver User
AW: Moral, Ethik, Vertrauen.......????
Das ist doch auch völlig in Ordnung so.
Ich möchte es aber nicht wissen. Übehaupt möchte ich einiges gar nicht wissen. So wie ich auch längt nicht alles erzähle. Verheiratet zu sein bedeutet für mich nicht, einander alles sagen zu müssen. Das würde ich wohl auch gar nicht aushalten. Solange sich mein Partner loyal verhält, mich nicht demütigt, mich schätzt und wir weiterhin miteinander lachen können, sind meine Ansprüche an Ethik, Moral und Vertrauen erfüllt. Daran ändert ein Seitensprung nichts.
Ich gebe aber auch zu, mit den Jahren ziemlich gelassen und pragmatisch geworden zu sein.
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20.06.2012, 17:48Inaktiver User
AW: Moral, Ethik, Vertrauen.......????
wer mich verarschen will--------------------- wird es auch mit informationen tun, mit vermeintlicher ehrlichkeit, ganz gezielt mit vermeintlicher offenheit-------- umso deftiger ist dann die verarsche.
vertrauen- entweder ich vertraue einem menschen oder ich tue es nicht.
klar, ich bin mit meinem vertrauen auch schon enttäuscht worden-------------- wir sind menschen, ich bin mir sicher bzw. ich weiss, dass ich auch schon menschen in meinem umfeld enttäuscht habe---------und?
das ende einer täuschung--------- dann heisst es: aufstehen, staub ausbürsten und weitergehen.
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20.06.2012, 20:46Inaktiver User
AW: Moral, Ethik, Vertrauen.......????
Ich sag ja das ich keine Ahnung hab worums bei Dir ging, bei mir hatte es mit verar..... zu tun, auch wenn er immer behauptet, das er mich schonen wollte. Er wollte SICH schonen und ausserdem gabs da gar nichts zum Schonen müssen.......ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen was das sollte......????
Du hast in allem Recht was Du schreibst, hat man Vertrauen bzw. KANN man diesem Menschen Vertrauen, dann muss man nicht alles wissen......da bin ganz Deiner Meinung.
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20.06.2012, 20:49Inaktiver User
AW: Moral, Ethik, Vertrauen.......????
Hallo belinda,
dein zunächst sehr allgemein gehaltener Strang gewinnt ja nun so langsam an konturen, wobei ich mir ja von Anbeginn an dachte, dass da ein dich erschütterndes Erlebnis dieses Kalibers und der Fremdgeh-Thematik hintersteht.
Zunächst wollte ich sponatn zustimmen, aber die anderslautenden Folgebeiträge waren inhaltlich ja auch nicht von der Hand zu weisen.
Ich habe darüber nachgedacht, und nicht zuletzt diese, mich sehr berührende und traurig machende Äußerung von dir
bringt mich zu folgendem Fazit:
Das scheitern einer Beziehung tut weh-immer!
Und Ehrlichkeit, oder iwS moralisch einwandfreies Handeln ist kein Garant für eine lebenslange, funktionierende Partnerschaft.
Wenn sie an zuviel Ehrlichkeit zerbricht, daran, dass man mit dem gesagten nicht umgehen, es nicht fassen, damit nicht mehr zukünftig leben kann und will, weil man keinen Konsens mehr findet, der die Partnerschaft trägt, weil sich zwei in unterschiedliche Richtungen entwickelt, weil sich Gefühle, Vorlieben, Neigungen, einstellungen verändert haben,
wenn ehrlich und offen gesprochen wird- und man dennoch, oder grad deswegen, erkennen muss, dass es nicht mehr passt-
ja, dann tut das weh.
Es ist schlimm, es ist schade, es ist bedauernswert.
Aber man kann es verkraften. Man kann nach einer Zeit des Trauerns neuen Mut schöpfen, sich sagen: that's life,
man kann den anderen in guter Erinnerung behalten, weil er einem, auch wenn das Ergebnis, die Konsequenzen erstmal traurige sind auf jeden Fall den RESPEKT erwiesen hat, zu sagen was Sache ist,
man kann weiterhin anderen glauben, sich selbst und seiner Wahrnehmung vertrauen...
ein solches Scheitern hat eine ganz andere Qualität.
Es hinterlässt nie und nimmer solche Wunden, es demütigt und erniedrigt nicht, untergräbt nicht- womöglich irreversibel- das eigene Selbstverständnis und das Vertrauen in das Wort des Menschen, der einem doch eigentlich (mal) so nahe stand,
ein sauber Schlussstrich aufgrund unüberbrückbarer Differenzen verbaut gewiss nicht seine emotionale Zukunft.
Nicht umsonst werden aber bei (insbesondere fortgesetztem) Betrug beim Betrogenen nicht gerade selten Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung festgestellt, die denjenigen teilweise jahrelang komplett aus den Socken katapultieren und oftmal eine vertrauensvolle, neue Beziehung nahezu unmöglich machen.
Betrogene, vom eigenen Partner hintergangene Menschen werden in ihren Grundfesten erschüttert, sie verlieren nicht nur ihre Partnerschaft sondern ganz insgesamt ihren Halt und ihren Platz in der Welt und oft auch ihren Lebensmut, ihren Esprit, ihren Glauben an die Liebe-
da helfen auch keine Fallzahlen.
Zu wissen, dass jeder zweite verarscht wird ist ungefähr so sinnvoll und tröstlich wie die, eine erschütternde Diagnose zu erhalten, verabreicht mit der statistischen Erkenntnis, dass jede vierte Frau ja schließlich Brustkrebs bekommt.
Hilft einem jetzt auch nur bedingt weiter... :-/
Liebe belinda,
ich habe keinen Rat für dich.
Ich bin nur, mal wieder, entsetzt darüber, was das "Kavaliersdelikt" Fremdgehen so anrichtet,
wieviel Kummer, Leid, Schmerz und Schrecken es verbreitet.
Ich denke, das ist den wenigsten, die fröhlich durch die Gegend pimpern und nur um sich, ihre eigenen Befindlichkeiten, Vorteile und Lustgewinne kreisen nicht mal klar, was es eigentlich noch schlimmer macht.
Ja, klar, es gibt die Möglichkeit das eben gezwungenermaßen "locker" sehen zu wollen.
Wenn ich schon davon ausgehe nach Strich und Faden beschissen und angelogen zu werden und meinem Partner nicht mal mehr die Uhrzeit glaube, weil er mich mit 50% Wahrscheinlichkeit ohnehin früher oder später belügt, dann bin sicher nicht komplett von der Rolle, wenn das dann tatsächlich auch eintritt.
Aber was ist das für ein Leben?
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20.06.2012, 20:56Inaktiver User
AW: Moral, Ethik, Vertrauen.......????
Das seh ich auch so, aber das mit dem Seitensprung....hmmmm.....
Dann ist es ja eigentlich kein Seitensprung, sondern einen offene Ehe!
Ein Seitensprung ist es bei mir nur, wenn es heimlich ist und eben nicht "erlaubt".
Ich finde Deine Einstellung sehr gut, ich wäre froh auch so eine zu haben. Mir gefällt mein relativ hoher Anspruch an Ehrlichkeit, Wahrheit usw. auch nicht so gut. Könnte ich es mir aussuchen, wäre mir eine lockerere Einstellung tausendmal lieber.
Ich arbeite ja mit meinem Therapeuten daran gelassener zu werden, das ist aber echt nicht einfach.
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20.06.2012, 21:15Inaktiver User
AW: Moral, Ethik, Vertrauen.......????
Es ist bezeichnend, dass du, als Geschädigte, daran arbeitest es lockerer zu sehen.
Genauso würde es ja auch Leid verhindern, wenn Lügner und Betrüger mal daran arbeiten würden es enger zu sehen.
Anpassungsleistungen sind ja keine Einbahnstraße...eigentlich.
Allerdings sehen zweitere darin wohl eher keine Notwendigkeit und sind auch vergleichsweise selten Patienten einer therapeutischen Praxis...klar...ihnen tut ja auch nix weh, ne?
Irgendwie erinnert mich diese Entwicklung an ein Phänomen im deutschen Schulsystem.
Das Niveau und der Schwierigkeitsgrad von Schulbüchern, Mathematikaufgaben, Texten, Gedächtnisprüfungen et cetera heutiger Zehntklässler liegt ungefähr bei dem von 7.Klässlern vor dreißig Jahren.
Da aufgrund zahlreicher demographischer und sozialer Entwicklungen die Schüler (im Mittel) immer schwächer wurden, wurden dann kurzerhand, damit es nicht mehr soviele miese Noten und Ehrenrunden gab, kurzerhand die Anforderungen immer weiter runtergeschraubt- schon gab es wieder jede Menge guter Schüler.
Das etliche Betriebe jetzt nen auf dem Papier durchschnittlich begabten Realschulabgänger auf dem Stand eines 13jährigen schlechten Schülers in die Hand gedrückt bekommen und das Prädikat "nicht ausbildungsfähig!" leider immer häufiger zutrifft könnte evetnuell mit dieser fragwürdigen Methode- nämlich schlicht und der Einfachheit halber sukzessive den Maßstab nach unten zu korrigieren, egal ob das dann irgendwann noch im Sinne des Erfinders ist- zusammenhängen...mh?Geändert von Inaktiver User (20.06.2012 um 21:38 Uhr) Grund: Ergänzung
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20.06.2012, 21:57Inaktiver User
AW: Moral, Ethik, Vertrauen.......????
belinda... du bist noch ziemlich jung, stimmt's ?
Ich denke schon sehr lange über dieses Thema nach und weiß auch keine Antwort darauf. Letztendlich versuchen wir alle, halbwegs un-ramponiert durchs Leben zu kommen, in den Spiegel schauen zu können, mit unseren Ängsten fertig zu werden und unseren Lebensweg so gut zu meistern, wie es eben geht.
Du musst nicht lernen, Dinge zu akzeptieren, die du gar nicht akzeptieren willst. Verbiege dich nicht, das geht schief.
Meine Vorstellung von Moral muss niemand teilen. Aber für mich persönlich ist ein Seitensprung kein Drama, keine Verarschung und auch kein Trennungsgrund mehr. Es gibt weitaus schlimmere "Verfehlungen"; diese ist so menschlich... aber ich verstehe, daß nicht jeder es so sehen kann.Geändert von Inaktiver User (20.06.2012 um 22:03 Uhr)
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20.06.2012, 22:07
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21.06.2012, 00:11


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