Das hier würde ich vielleicht weniger dramatisch formulieren und dann fühlst du dich auch nicht so komisch oder überfordert.
Und dieser Wunsch ist doch normal,das man möchte das der andere mich so wahrnimmt wie ich bin.
Aber nicht immer klappt das,weil man abgelenkt ist,nicht ganz bei der Sache,Probleme im Hinterkopf usw.
Nimmst du deine Freundin immer so wahr wie sie ist,und wenn du dies mit ja beantwortest, woher nimmst du die Sicherheit das es so ist?...Holst du dir da immer ein Feedback,ich glaube kaum. Und das ist normal.
Das irgendwie jeder eine Rolle zugewiesen bekommt bzw. bestimmte Erwartungen an einem gehegt werden um dann eben in diese Rolle zu schlüpfen kommt öfters vor,und ist auch nicht zwingend schlecht,außer man fühlt sich komplett unwohl.
Irgendwie finde ich dich putzig,wie du dich beschreibst,so ungeschönt-sprich nicht hervorhebend wie es manch andere tun.
Vielleicht hast du irgendwie Druck,den du ablädst über Erwartungen an andere,oder auch Wünsche...du merkst dabei das entweder dir nicht richtig zugehört oder du übergangen wirst.
Woran mag das liegen,nur an dir selbst und das daher ein Echo ausbleibt,oder an die eine oder andere Freundin die dich nicht richtig wahrnimmt bzw. das was du dann sagst oder möchtest.?
Richtig ist auch das man nicht Gedanken lesen kann,man muss schon Tacheles reden. Zumindest steh ich auf diese Variante,da ist jeder anders.
Die Tage sind verschieden und auch die Gemütsverfassung,da ist man mal mehr mal weniger Feinfühlig,also was willst du tun um dich besser zu fühlen,mal davon abgesehen das du dir auch wünschst das deine Freunde dir beistehen?..(Was ich absolut nachempfinden kann,versteh mich nicht falsch)
Und was das "Dümpeln" betrifft,das würde ich weniger eng sehen. Denn manchmal "Kann man nicht ändern,was nicht mehr ist" und da ist ein loslassen hilfreicher als weiter zu kämpfen.
Einfach etwas Zeit geben,sozusagen eine Verschnaufs-Pause. Das kann jeweils gut tun,um dann wieder zueinander zu finden und manchmal erkennt man dann eben das "nichts mehr da ist". Auch ein lösen von jemanden kann dazu gehören.
Und dafür öffnet sich dann woanders eine Tür.
Dazu passend finde ich den einen Kommentar hier,wo jemand schrieb als es ihr schlecht ging das ausgerechnet die Frau die bei ihr regelmäßig sauber macht ihr zuhörte und getröstet hat.
Manchmal kommt das aus einer Ecke womit man am wenigsten mit rechnet. Ja,das kann ich so unterschreiben.
Und das ab und an ne Freundin mit ihrem Verhalten nerven kann ist total normal,jeder hat ja so seine Macken,du genauso wie jeder andere Mensch. Von daher,bißchen Toleranz(klappt auch nicht immer) in bezug auf andere,auch wenn sie mal anders reagieren als du dir es erhofft hast,vielleicht entspannen sich dann auch deine Gedanken im allgemeinen,so vielleicht halt,nää.
lg![]()
Antworten
Ergebnis 41 bis 50 von 129
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13.06.2012, 00:18
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
Sein wie ein Fluß,
der still die Nacht durchströmt.
Die dunkle Nacht nicht fürchten.
Die Sterne widerspiegeln, wenn welche am Himmel sind,
und wenn Wolken den Himmel bedecken,
Wolken, die Wasser sind wie der Fluß,
auch diese widerspiegeln, ohne Schmerz,
in den ruhigen Tiefen. (Manoel Bandeira, Der Fluß)
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13.06.2012, 00:45
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
Das was du hier schreibst finde ich sehr traurig und schade.
Oft möchte man nicht mehr außer das einem zugehört wird,man muss nicht alles verstehen,aber zumindest der Versuch dies zu tun und noch wichtiger sich auch die Zeit nehmen für denjenigen.
Das was du auch schreibst,das du zurüchgestoßen wurdest,oft ist es auch so das man nicht gerne das Leid des anderen hören möchte bzw. nicht ertragen kann. Als bsp.: "Das ist wie mit dem Tod,geht es einem gut denkt man nicht darüber nach,dass das Leben nur eine gewissen Zeitspanne beträgt-wie lange weiß keiner-,doch wird man krank oder jemand stirbt aus dem nahen Umfeld,merkt man plötzlich wie sich so manche distanzieren,denn sie wollen nicht über den Tod nachdenken, sich damit auseinander setzen,weil es einem nur zu schmerzlich selbst bewußt wird das man auch irgendwann gehen muss." Das ist immer noch irgendwie ein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft,aber manchmal erträgt man dieses Leid nicht und kann noch weniger diesen Schmerz der anderen Person aushalten,aus diversen Gründen.
Ich weiß nicht was bei dir vorgefallen ist,aber das rechtfertigt natürlich nicht wenn sie dich, dir nahe stehende Menschen, zurück stoßen und sich keine Zeit nehmen dir ein oder zwei Ohren zu schenken,und ja das finde ich immer wieder traurig.
Das ist auch immer sowas,wenn jemand Stark wirkt nach außen kann man sich nicht vorstellen das derjenige wie jeder andere auch Schwache Seiten hat,deswegen auch die verwunderten Blicke,aber sich auch keiner die Mühe macht mal hinter die Fassade zu blicken.
Aber vielleicht kann dir dann eben die Familie den Rückhalt geben auch wenn du von ihnen nichts mehr erwartest oder erfragst? Oder,wie ich eben lese, den Menschen den du kennen gelernt hast?
Es stimmt,keiner hat dir zu sagen wie du in einer Situation zu sein oder zu fühlen hast. Ja,das kann man so stehen lassen.
lgSein wie ein Fluß,
der still die Nacht durchströmt.
Die dunkle Nacht nicht fürchten.
Die Sterne widerspiegeln, wenn welche am Himmel sind,
und wenn Wolken den Himmel bedecken,
Wolken, die Wasser sind wie der Fluß,
auch diese widerspiegeln, ohne Schmerz,
in den ruhigen Tiefen. (Manoel Bandeira, Der Fluß)
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13.06.2012, 01:26
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
Ich habe aus Zeitrgünden jetzt nicht alle Antworten gelesen, muss aber sagen, dass es in meinem über 40jährigen Leben nur insgesamt drei Leute gab, die mir in einer solchen Situation beigestanden haben.
Vielleicht gibt es in deinem Leben momentan diesen Menschen nicht?
KittyCoat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
Mae West: Goodness had nothing to do with it...
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13.06.2012, 02:03Inaktiver User
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
Liebe Sindira, in vielem, was du schreibst, habe ich mich sehr wohl wiedergefunden. Du beschreibst es mit Worten, die ich so gar nicht gefunden hätte. Ich hoffe nur, dass ich nicht noch viele, viele Jahre in diesem Zustand gefangen bleibe …
Dir wünsche ich viele positive Erlebnisse!
Liebe Backpapier, auch so ein witziger Name, wie du auf den wohl gekommen bist? Was du schreibst, kann ich gut nachvollziehen und werde es mir morgen noch einmal durchlesen!
Ich ringe halt mit zwei Gefühlen (Dankbarkeit - Einsamkeit): Einerseits habe ich in meinem Leben viele gute Menschen getroffen und Hilfe bekommen (siehe das heutige Erlebnis) und gleichzeitig war ich in den wirklich schwierigen und schmerzhaften Situationen in meinem Leben allein. Im Augenblick glaube ich, dass ich, um diese Wiederholung zu durchbrechen, mir erst einmal eingestehen muss, wie einsam ich mich oft gefühlt habe.Geändert von Inaktiver User (13.06.2012 um 11:37 Uhr)
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13.06.2012, 13:42Inaktiver User
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
Stimmt, sicher kann ich mir nicht sein.
Zum einen habe ich einen Fachmann, der 1,5 Stunden im Monat für mich Zeit hat (Mann, ist mir das peinlich, das hier zuzugeben, dabei bin ich mit Sicherheit nicht die einzige). Von ihm halte ich sehr viel und vertraue ihm ganz. Es ist ein wunderbares, klares Gefühl, eine "Beziehung" zu erleben, in der ich nicht verstrickt bin oder manipuliert werde.Die Tage sind verschieden und auch die Gemütsverfassung,da ist man mal mehr mal weniger Feinfühlig,also was willst du tun um dich besser zu fühlen,mal davon abgesehen das du dir auch wünschst das deine Freunde dir beistehen?
Ich neige dazu, diese "Beziehung" anders zu bewerten als die Freundschaften, es ist eben nicht das wirkliche Leben. Aber immerhin: Diesen Beistand habe ich! Und es ist ein Beistand.
Wie in diesem Fall bemühe ich mich nun auch in anderen Bereichen wahrzunehmen und es mir hinter die Ohren zu schreiben, wenn mal jemand anders auf mich reagiert, als ich es aus Gewohnheit erwarte. Das ist, glaube ich, ganz wichtig! Ich merke schon, dass ich jetzt ein anderes Verhalten überhaupt denken und als normal ansehen kann. Ein großer Fortschritt.
Nicht an letzter Stelle gilt es, Gefühle nicht immer solange unter Kontrolle zu halten, bis sie im Untergrund ihr Unwesen treiben. Das ist das Schwierigste. Ich komme mir so kindlich vor, wenn ich plötzlich wegen einer Kleinigkeit verunsichert oder traurig bin. Da wäre es viel einfacher, Haltung zu bewahren und nach vorne zu gehen.
Die zarte Stimme (des Gefühls oder nur bestimmter Gefühle?) in mir droht immer wieder in Vergessenheit zu geraten und überhört zu werden.
(Ich sehe schon: Alles muss man selber machen!
Sich zuhören und sich ernst nehmen auch noch.)
Wenn die Freundinnen aus Überforderung "hm" und nix weiter sagen, hört sich das für mich aus alter Gewohnheit so an wie: "Was du erzählst, stimmt nicht, deine Wahrnehmung ist gar nicht berechtigt." Manchmal meinen sie es auch so.
Aber nicht immer.
Und im Augenblick bin ich so etwas von froh, dass ich keines dieser Gespräche gestern oder heute führen musste. Was für eine Erleichterung. Dieses Überlegen "Sehe ich es richtig? Sind meine Gefühle berechtigt?" kostet unglaublich viel Kraft.
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13.06.2012, 14:05Inaktiver User
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
Nachtrag:
Zwei, drei Mal im Jahr erlebe ich solche Verwöhn- oder Aufpäppeltage wie gestern, an denen jemand aus dem Freundeskreis oder der Verwandtschaft sich als wunderbarer Gastgeber erweist. Es gibt gutes Essen und ich werde auch noch zu irgendetwas eingeladen (Kino, Essengehen, Ausstellung o.ä.). Ich finde das absolut nicht selbstverständlich, sondern sehe es als ein ganz großes Geschenk! Ich habe aber auch kein Problem damit, es anzunehmen, da es mir ja mit gewisser Regelmäßigkeit zuteil wird.
Manchmal frage ich mich, ob das auch eine Rolle ist, die ich übernommen habe, weil ich das jüngste Kind war. Wie geht euch das? Kriegt ihr auch solche Besuchstage geschenkt? Ist das normal? Könnt ihr das annehmen?
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13.06.2012, 14:23
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
Hallo,
ich bin gerne „Freundin“ und kann von mir behaupten mehr gegeben als bekommen zu haben.
Das mag auch daran liegen dass ich es nicht so habe mit dem „nehmen können“ und meine Ängste, Wünsche, Zweifel und Erwartungen so formulieren zu können.
Mache die Dinge auch gerne mit mir aus, schon immer, was mir auch manchmal schon vorgeworfen wurde. Habe ich meinen Mut zusammengenommen und habe mich „verletzlicher, weicher“ gezeigt kann ich leider auch nicht behauptet nicht die ein oder andere Enttäuschung erlebt zu haben
.
Daran habe ich gearbeitet (auch mit Hilfe einer Fachfrau) und die hat mir die Augen geöffnet.
Alte Muster aus Kindheitstagen mussten aufgearbeitet werden, das war ein langer, schmerzhafter aber erhellender Weg.
Den Punkt Erwartungen habe ich im Bezug auf „Freundschaft“ gestrichen ich nehme aber heute gerne etwas an wenn mir jemand etwas Gutes tun mag, ohne Hintergedanken, einfach so. Und kann das heute sogar richtig genießen
.
Und ich äußere meine Bedürfnisse heute klarer, dadurch werde ich auch anders wahrgenommen und auch behandelt.
Und kann daher zwei, drei Menschen meine Freunde nennen . . .
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13.06.2012, 14:55Inaktiver User
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
Interessant was du über Gefühlskontrolle schreibst, darin habe ich sozusagen den schwarzen Gürtel.
Es gab vor einigen Jahren Ereignisse, die mich emotional zutiefst erschüttert haben.
Einzelheiten würden jetzt zu weit gehen.
Ich habe mir in der Folgezeit angewöhnt mich emotional stark zu kontrollieren. Anders ausgedrückt habe ich nicht mehr zugelassen, dass mich etwas wirklich berührt. Es ist durchaus hilfreich, wenn einen nicht mehr viel erschüttern kann, aber natürlich hat es auch negative Auswirkungen. Auch die positiven, angenehmen Gefühle dringen nicht mehr durch.
So richtig aufgefallen ist es mir erst, als mir klar wurde, dass sich diese verdrängten Emotionen auf andere Art gehör verschaffen ... wie du schreibst sozusagen im Untergrund.
Diese emotionale Mauer wieder einzureisen ist ein verdammt schwieriges und langwieriges Unterfangen.
Aber ich denke es geht einem nur gut im Leben, wenn man diese wichtige Balance zwischen Gefühl und Kontrolle hergestellt hat.
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13.06.2012, 15:04
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
@brausepaul:
für den in diesem kontext wunderbaren verschreiber: "einzureisen"... sehr wahr, die gefühle reisen dann wieder ein, aus dem untergrund... und verlangen beachtung.
ich bin schrecklich inkonsequent - aber nicht immer
tippfehler gibts von mobile devices gratis. wer sie findet, darf sie behalten.
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13.06.2012, 15:09Inaktiver User
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
Das klare Äußern von Bedürfnissen ist mit Sicherheit sehr wichtig. Unerlässlich letzten Endes.
Allerdings ist auch die Haltung und die Ausstrahlung dabei wichtig. Es gibt Menschen, die müssen gar nicht reden, allein aufgrund ihres Verhaltens und ihrer Ausstrahlung würde man es nie wagen, ihnen bestimmte Fragen zu stellen. Andere dagegen sagen, was sie sich wünschen oder nicht mögen - und nichts passiert.
Warum das so ist, würde ich wirklich gern besser verstehen.
Kleines banales Beispiel:
Ich finde es schön, wenn man sich die Straßenschuhe auszieht, bevor man meine Wohnräume betritt, was immer wieder zu kleinen, freundschaftlichen Debatten führt. Die fangen meist mit den Worten an: "Die sind ganz sauber!" Ich dann: "Bist du dir wirklich sicher, dass du auf dem Weg hierher nirgends in Taubenkot oder Spucke getreten bist? Beides ist ja hier überall zu finden." Und so weiter. (War das jetzt wieder putzig?
)
Eines Tages bemerkte ich mehrfach, dass die gleichen Frauen beim Besuch bei anderen aus dem Freundeskreis, OHNE JEMALS aufgefordert worden zu sein, die Schuhe auszogen. Ich staunte. Und fragte nach, ob ihnen das auch aufgefallen sei. Es war ein eher lustiges Gespräch.
Fazit: Sie wussten selbst nicht, warum das so war.
Meine Theorie: Sie fühlten sich bei den anderen etwas mehr als Besuch und wollten sich "anständig" benehmen, wohingegen ich eher zur "Familie" gehöre.
Dennoch hat es auch etwas mit Respekt zu tun (Warum wird über meinen geäußerten Wunsch debattiert, wohingegen er anderswo im vorauseilenden Gehorsam erfüllt wird?). Vielleicht bin ich auch in diesem Punkt die jüngste "Schwester", mit weit über 40 Jahren …




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