Dann ist die Frage ob Du zukünftig Deine Freundschaften wieder intensivieren möchtest oder so "abgekühlt" beibehalten möchtest.
Es gibt den schönen wahren Spruch: "Gib was Du brauchst." Heißt, wenn Du wieder selber mitfühlender, aufmerksamer wirst in Deinen Begegnungen, kommt das von der einen oder anderen Seite auch wieder zurück zu Dir.
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11.06.2012, 20:11Inaktiver User
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
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12.06.2012, 01:33Inaktiver User
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
Hallo Letstalk!
Die Erfahrung habe ich auch schon oft gemacht im Leben!
Dass du es mitnehmen konntest, ist natürlich auch eine Fähigkeit von dir! Ein anderer Mensch hätte sich vielleicht schmerzlich sein Leben lang nach dem Dorf, wie es einmal war, zurückgesehnt.Und ja, von diesen schönen Gepflogenheiten in meinem Heimatdorf hab ich viel mitgenommen "hinaus ins Leben", ich habe einen roten Faden, an dem ich mich entlanghangele ;-)
Hallo Yvosonic!
Das ist wirklich eine sehr traurige Geschichte. Ich kann gar nicht viel mehr dazu sagen, als dass du Glück hast, einen Partner zu haben, dem du dich anvertrauen kannst und dass ich dir wünsche, dass du wieder Erlebnisse haben wirst, die eine andere Sichtweise auf Freundschaften zulassen!
Hallo Brausepaul!
Sehe ich da einen Unterschied zwischen Männern und Frauen …
Die meisten meiner männlichen Freunde sind schon vor Jahren weggezogen und die Kontakte sind sehr spärlich geworden. Mir mangelt es also an Vergleichsmöglichkeiten.
Bei den von mir gebrachten Beispielen dachte ich übrigens an zupackende, pragmatische Frauen, die ich kenne, nicht an Männer.
Ich erinnere mich aber an ein Erlebnis mit einem guten Freund, mit dem man sehr offen über Probleme reden konnte (seine oder meine). Von ihm war ich auch irgendwann sehr enttäuscht. Er ging mir aus dem Weg, als es einen Trauerfall gab, während ich für ihn da gewesen war, als sein Vater schwer krank war.
Meist schüttet eine Frau einem männlichen Freund nicht in der gleichen, "grenzenlosen" Art das Herz aus wie bei einer Freundin. Deshalb entstehen bestimmte Probleme und auch diese gewisse Erwartungshaltung nicht! (Dafür vielleicht eine andere.
)
Es ist bekannt, dass Männer die Erwähnung eines Problems oft mit der Bitte um dessen Lösung gleichsetzen, während die Frau sich nur mal aussprechen und beim Sprechen einen neuen Standpunkt entwickeln wollte. Das kann zu Frustrationen und Missverständnissen führen, auf beiden Seiten.
Ein guter Freund, mit dem ich mich viel über fachliche Dinge austausche, rief vor Kurzem an und fragte ganz gegen seine Gewohnheit als Erstes: "Wie geht es dir?" Und da hat er dann meine Geschichte zu hören gekriegt.
Und ich war mit seiner Reaktion sehr zufrieden! Ich sage ja, ein paar "Aha. Nein! Wirklich? Das ist aber dumm gelaufen!" reichen mir völlig. Da müssen keine Problemlösungsvorschläge her. Keine stundenlangen Gespräche. (Die entstehen bei uns ohnehin ganz von allein.
Immerhin hat er auch auch so dies und das zu berichten und freut sich über meine Nachfragen.)
Hallo Sesam!
Gut möglich!Es gibt den schönen wahren Spruch: "Gib was Du brauchst." Heißt, wenn Du wieder selber mitfühlender, aufmerksamer wirst in Deinen Begegnungen, kommt das von der einen oder anderen Seite auch wieder zurück zu Dir.
Ich denke aber auch, man ist nicht gut beraten, dass für andere zu tun, was man sich für sich auch wünscht. Das funktioniert nämlich unter Umständen nicht. Deshalb verhalte ich mich so, wie ich es tue, damit ich mich selbst leiden mag und morgens im Spiegel anschauen kann.
Es fiel mir auch auf, dass bei den Telefonaten am Sonntag, die Freundin sehr angenehm reagiert, die sich zuvor über etwas gefreut hat, was ich ihr sagen/ geben konnte. Nur was war zuerst? Was Henne und was Ei? Immerhin war SIE es, die sich über meine Aufmerksamkeit gefreut hat. Ich glaube, mich so verhalten zu haben wie sonst auch.
Wie belebt man Freundschaften, in denen das Gefühl eingeschlafen ist?Geändert von Inaktiver User (12.06.2012 um 01:41 Uhr)
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12.06.2012, 08:03Inaktiver User
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
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12.06.2012, 09:39Inaktiver User
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
Das versuche ich zurzeit so ungefähr. Ich zieh mich etwas zurück und versuche nicht, sie zu ändern, auch wenn ich mich ärgere über den Status Quo.
Kann gut sein, dass wir wieder lebendiger miteinander umgehen können, wenn ich in einer anderen Lebensphase bin, andere Interessen und Themen haben - oder sie.
Es sind mir ja zum Glück noch zwei sehr gute Freundinnen und ein Freund verblieben, die nur alle nicht in meiner Stadt wohnen. Zum Glück gibt es das Telefon.
Ob durch das Akzeptieren des Dümpelns auch wieder Gefühle entstehen können … ? Vielleicht.
Manchmal ist das ja so. Da ist man Jahre lang genervt von irgendeiner Eigenschaft einer Freundin und dann passiert plötzlich etwas und man erlebt sie von einer ganz anderen Seite und kann wieder gemeinsam lachen und sich innig austauschen.
Aber eigentlich heißt ja "dümpeln", schon auch loslassen … Schade. Das ist nicht meine Art, an sich setze ich mich ein, für das, was ich will (in dem Fall die Freundschaften). Und habe doch gerade in den letzten Tagen gedacht: Ich bin ihnen nicht wirklich wichtig, dann bin ich jetzt FREI und will das auch sein! Das Leben (oder der Mensch?) ist voller Widersprüche …
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12.06.2012, 11:11
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
@ Letstalk: Danke für Deine Worte..ich hoffe,Du hast recht.Ich muss aufhören alles schwarz zu sehen..bin allerdings sehr enttäuscht von den meisten Menschen. Vielleicht kommt irgendwann die Zeit,in der ich mich wieder drauf einlassen kann,das Gute auch zu sehen,wennn es mir begegnet..
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12.06.2012, 11:14Inaktiver User
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
dümpeln ist für mich nicht loslassen. sondern ihm/ihr/es zeit geben. und menschen brauchen in veränderungen auch zeit. wir sind keine maschinen, wir schaffen veränderungen in uns selbst, in unserem denken, verhalten über eine gewisse zeitschiene. die wenigsten können einen inneren schalter umlegen.
loslassen und ich bin ihnen nicht wichtig------------- für mich eine andere schiene.
tipp: manchmal zeigt es von mehr liebe und zuneigung etwas/jemanden loszulassen als sich an und in demjenigen verkrampft festzuhalten. (wikipedia- der kaukasiche kreidekreis)
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12.06.2012, 21:09Inaktiver User
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
Für mich hieße "dümpeln", dass eine enge Freundin gerade keine enge Freundin ist, erst einmal. Das tut mir schon weh. Weil ich ja auch ein "Versprechen" auf Intensität und Beständigkeit gegeben habe, so fühlt es sich an.
"Dümpel" kann heißen, nicht mehr um etwas zu kämpfen, was der andere gerade nicht oder in anderer Art und Weise will. Juchu!
Einen Schritt zur Seite zu gehen und das Seilziehen zu beenden, fühlt sich wunderbar an.
Okay.sondern ihm/ihr/es zeit geben.
Ja.und menschen brauchen in veränderungen auch zeit.
Gestern Abend hatte ich den Gedanken, dass es irgendeine emotionale Verstrickung zwischen den mir besonders nahe stehenden Menschen und mir gibt. Irgendetwas, dass ich noch nicht recht begreife. Ein unterschwelliges Gesetz, letzten Endes auch eine Strippe, an der sie mich führen. Über diese wird mir mitgeteilt, wie ich zu sein habe und was ich tun soll.
Daraus möchte ich mich lösen. Nach langer Zeit habe ich nun erkannt, dass diese Rolle mir als Mensch nicht gerecht wird und ich mich dabei schlecht fühle.
Hoffentlich versteht das einer, ich verstehe es ja selbst noch nicht.
Ich könnte sagen: "Ich würde mich riesig darüber freuen, wenn du mich mal mit dem Auto abholst und mit mir einen Spaziergang im Grünen machen würdest."
Aber kann man sagen: "Ich würde mir so wünschen, dass du mich als Person wahrnehmen würdest und ich so sein darf, wie ich bin. Ich möchte zeigen dürfen, wie es mir gerade geht. Ich will von dir auch keine Lösungen für meine Probleme!" Upps, das wäre mir eine Nummer zu groß und zu grundsätzlich.
Ich erinnere mich daran, dass eine der besagten Freundinnen mir vor ein paar Jahren mal sagte, dass sie sich so wünschen würde, dass mal jemand fragt: "Wie geht es dir?" Ich habe das daraufhin öfter getan. Aber wann zum letzten Mal? Irgendwann ist es wieder eingeschlafen.
Allerdings habe ich den Eindruck, dass ich etwas in dieser Richtung eigentlich IMMER frage: "Hat sich etwas in Bezug auf xy ergeben? Macht dir das Sorgen/ Wie geht es dir damit?" Ist das nicht das Gleiche?
Heute ist mir etwas passiert, das mich sehr überrascht hat.
Eine entferntere Freundin hatte mich gebeten, sie zu einer Veranstaltung zu begleiten. Während der ersten … 5 Stunden habe ich mich ziemlich bedrängt gefühlt, weil sie mir körperlich oft zu nahe kam und weil sie immer gern hört, dass man ihre Aussagen bestätigt. Sie wiederholt sie dann solange und setzt ein "Oder? So ist es doch?" hinzu, bis ich entweder "Ja" sage oder mich widerborstig für einen anderen Kommentar entscheide, womit ich allerdings Gefahr laufe, dass sie ihre Aussage kurz darauf wiederholt. Anstrengend. Eine Marotte von ihr, die mir schon früher auffiel, die ich mir heute aber mehr ausmachte als sonst. Ich war schon drauf und dran mich auf den Heimweg zu machen, als sie mir ganz überraschend ein an sich viel zu großes Geschenk machte, das ich wirklich gut gebrauchen kann.
Die große Überraschung war, was das mit mir machte, nachdem ich mich durchgerungen hatte, es anzunehmen: Die ganze Welt sah anders aus, ich selbst fühlte mich ganz anders. Meine Freundin hat mir wirklich eine Sorge genommen, von der ich selbst gar nicht gewusst hatte, das sie mich so bedrückte.
Danach konnte ich auch strahlen und meiner Freundin ihren Wunsch nach einem schönen, geselligen Tag viel besser erfüllen.
Was mich daran wohl etwas schockiert, ist die Tatsache, dass es sich ja um etwas Materielles gehandelt hat, was so große Wirkung zeigte.
Man kann natürlich auch sagen, das schönste Geschenk für mich war, auf einen großherzigen Menschen zu treffen, der mir im richtigen Moment mit der richtigen Sache eine große Freude gemacht hat.
Sachen gibt's im Leben …
Die große Frage ist: Ändert das etwas in Hinsicht auf das Gefühl des bedrängt Werdens vom Mittag? An sich doch nicht. Auch wenn sich nach dem Geschenk alles in Wohlgefallen auflöste und die Stimmung prima war und es auch kein Drängeln mehr gab. Was kann ich daraus lernen?Geändert von Inaktiver User (12.06.2012 um 21:20 Uhr)
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12.06.2012, 21:51Inaktiver User
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
Das du auch nur ein Mensch bist?

Ich denke dein Verhalten und deine Gedanken sind völlig normal.
Sie hat sich zuanfang auf eine Art verhalten, die dir missfallen hat.
Ich kann das nachvollziehen. Ich kenne auch Menschen, die einem (meist unbewusst) so sehr auf die Pelle rücken, wie es normalerweise nur der Partner darf. Auch dieses ständige ersuchen um Bestätigung des gesagten nervt.
Dann hat sie etwas sehr nettes getan und du hattest in gewisser Weise Schuldgefühle für deine vorherigen Gedanken. Ich weiß nicht, kann man daraus etwas lernen? Vielleicht etwas gnädiger oder toleranter zu sein? Schwer zu sagen. Es gibt immer Tage, an denen man etwas dünnhäutiger ist und vielleicht ein wenig ungerecht.
Kein Grund an sich zu zweifeln
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12.06.2012, 22:08Inaktiver User
AW: Erwartungen in einer Freundschaft

Oh wie schön! Hatte ich wohl wieder mal vergessen.
Überhaupt kann ich nach dem Lesen deiner Antwort nur sagen: Puh! Glück gehabt!Ich denke dein Verhalten und deine Gedanken sind völlig normal.
Danke für die Erinnerung! Offensichtlich brauche ich die manchmal.
Bewusst hatte ich vielleicht noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen, sondern ich kam mir so materiell vor und hatte Angst, käuflich zu sein. Dabei hat sie meine "Not" nur richtig erkannt, diese gelindert und so den Schlüssel zu dem Urlaubstag gefunden, den sie sich gewünscht hatte.
Muss ich da gar nichts draus lernen?
Ach ja, doch!
Und mich weniger damit stressen, bis ich was sage, sondern auch mal selbstbewusster und direkter um die Wahrung meiner Grenzen zu bitten. Wenn ich das tue, habe ich nämlich ein schlechtes Gewissen. Blöd, gell?Vielleicht etwas gnädiger oder toleranter zu sein?
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12.06.2012, 22:57
AW: Erwartungen in einer Freundschaft
Sehr gut kann ich nachvollziehen wie es dir geht!
Allerdings habe ich schon lange aufgehört, dies alles zu hinterfragen. Es hat mich sehr krank gemacht:
Die großen schlimmen Sorgen die ich durchleben musste und keiner - wirklich keiner da, der mir ein Stück weit half, bzw. ein Mensch, der dann noch viel zu früh diese Welt verlassen hat. Hinterfragt hab ich lange, meine Erwartungen an andere geäußert und wurde zurückgestoßen. Konnte auch kein "Mitleid" ertragen und habe mir doch nichts mehr ersehnt, wie wahrgenommen zu werden. Die Starke, die durch alles geht. Und als ich dann dadurch krank wurde und hilflos, hab ich wenn nur verwunderte Blicke erhalten. In meiner Not die anderen, mir nahe stehende Menschen um Hilfe gebeten und wieder keine erhalten. 12 Jahre lang Leid, und dabei in den ersten fünf Jahren alle "Freunde" verloren, später dann vier Jahre davon vollkommen alleine, nicht einen Menschen mehr an mich gelassen. Und mich selbst geheilt. Diese Zeit habe ich gebraucht, um keine Erwartungen mehr zu haben, um Frieden mit der Vergangenheit zu schließen. Eine Freundin habe ich nach wie vor nicht, von dem, was von der Familie übrig ist, erwarte und erfrage ich nichts mehr, aber ich habe vor über einem Jahr wieder einen Menschen an mich gelassen, der mich aufgefangen hat und mich nun wieder lehrt, dass man leben teilen kann. Aber man muss dazu bereit sein. Man muss wagen zu sagen - genau zu artikulieren - keine Angst vor Mitleid haben und Schwäche zu zeigen... zu akzeptieren ohne zu hinterfragen, ohne es persönlich zu nehmen. Die anderen lassen...
Ich kann dir nur raten, hör auf von anderen zu erwarten. Befreie dich... vor allem auch von der Erwartungshaltung anderer gegenüber deiner Person. Du bist du, kein Mensch kann dir sagen oder wissen, wie du in deiner Situation zu sein oder zu fühlen hast etc.Geändert von Sindira (12.06.2012 um 23:19 Uhr)



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