ich ringe gerade mit mir selber, weil ich mich unsicher, in gewisser Hinsicht auch unwohl fühle und mich frage, woher diese Gefühle kommen, sind sie ganz normal oder liegt es vor allem daran, dass ich zum ersten Mal mit einem Zustand konfrontiert werde, der mir absolut unbekannt ist *grübel*
Ich bin seit einer Woche alleine. Das ist so ein vollkommen anderer Zustand, als der, in dem ich mich normalerweise befinde... im Alltag habe ich eher das Gefühl, kaum einen Augenblick für mich zu haben. In meinem Job habe ich es jeden Tag mit mindestens hundert wechselnden Personen zu tun (Kollegen, Schüler), wenn ich nach hause komme, sind meine Kinder da, meistens auch noch Freunde von ihnen, meine Eltern oder meine Schwester rufen an, Freunde melden sich etc. Jetzt habe ich Ferien, meine Kinder sind mit ihrem Vater weggefahren, die ganzen Freunde mit Kindern sind auch weg. Mein Freund arbeitet (und hat sich beklagt, dass er so wenig Zeit für sich hat *g*... also halte ich mich da zurück) und ich sitze hier ganz alleine zuhause und fühle mich so "komisch"... endlich hätte ich Zeit... aber ich fühle mich niedergeschlagen und es fällt mir schwer, irgendetwas anzufangen... es ist nicht so, dass ich hier im Chaos untergehe, aber "das bisschen Haushalt" für eine Person ist so schnell erledigt... dann habe ich mich eigentlich auch jeden Tag mit jemandem getroffen (mal zum Radfahren mit einem Kollegen, Kaffee mit einer Freundin, dann habe ich meine Eltern besucht), aber trotzdem habe ich das Gefühl von unermesslicher Leere... und das macht mir Angst. Ich mache mir z.B. Gedanken, wie das mal ist, wenn meine Kinder aus dem Haus sind... gewöhnt man sich daran? Also im Sinne, dass man sich dann auch ganz wohl fühlt damit?
Wie gesagt, bisher ist mir diese Erfahrung eher fremd, ich bin selber in einer großen Familie aufgewachsen, habe bisher IMMER einen Haufen Leute um mich herum gehabt und das letzte Mal, als ich so allein war, war mit 17, als meine Familie ohne mich im Urlaub war (und da war ich erschrocken darüber, dass es mir so gar nichts ausmachte, zwei Wochen ganz ohne jegliche "Kontakte" zu vertrauten Menschen auszukommen). Und nun sitze ich da, fühle mich so unwohl mit dem Alleinsein, versuche, den aufsteigenden Groll gegenüber meinem Freund richtig einzuordnen . Wir haben uns am Sonntag gesehen, er ist diese Woche beruflich ziemlich eingespannt und hat sich am Dienstag das letzte Mal gemeldet - was mir wie eine Ewigkeit vorkommt... wo ich mich aber wieder frage, übertreibe ich nicht, ihm da zu grollen und ist es nicht vielleicht ganz normal und nur ich bin zu empfindlich und komme mit dem Zustand des Alleinseins nicht zurecht... ich frage mich, wie gehe ich damit am besten um?? Muss Mensch da durch um.... vielleicht eine bessere Beziehung zu sich selbst zu finden? Oder ist es ganz normal, sich unwohl zu fühlen, wenn man "sooo" alleine ist und sinnvoll, sich da Beschäftigung und "Erfüllung" anderweitig zu suchen?
Antworten
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07.06.2012, 12:48Inaktiver User
Die Herausforderung mit dem Alleinsein zurechtzukommen..
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07.06.2012, 13:08
AW: Die Herausforderung mit dem Alleinsein zurechtzukommen..
hallo daisy
hmmmm, ich kann rational verstehen was du meinst, für mich persönlich war alleine sein schon immer sehr wertvoll und begrüssenswert, ich liebe es alleine zu sein. aber jeder mensch ist anders
und das ist gut so
mein partner kann auch schlecht alleine sein, bin ich weg sucht er immer irgendeine beschäftigung, muss nicht zwangsläufig mit jemandem sein, aber er muss dann aktiv sein.
da ich manchmal viel weg bin, hat er es ein wenig gelernt auch mal zu hause alleine zu sein und es fängt ihm an zu gefallen.
mir sagte mal jemand, wer nicht alleine sein kann hat angst vor seinen gedanken! ob das stimmt weiss ich nicht, ich habe nicht soviel mit esotherischem am hut.
wenn deine kinder ausziehen wirst du das schon lernen oder eben anders füllen und ob da jeder durch muss um zu sich selber zu finden weiss ich nicht, vielleicht, vielleicht auch nicht.
du hast schwierigkeiten alleine zu sein andere nicht, was solls
lass dir nichts einreden und wenn es dich wirklich stört wirst du schon einen weg finden da raus zu kommen und das alleine sein zu geniessen.
mich stört mein eigenbrötler-dasein nicht mehr, je älter ich werde desto mehr begrüsse ich es.
lara"Die Hoffnung ist das Übelste aller Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert"
Friedrich Nietzsche
"Wer nach allen Seiten hin offen ist, kann nicht ganz dicht sein"!
"Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt"!
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07.06.2012, 15:21
AW: Die Herausforderung mit dem Alleinsein zurechtzukommen..
Als ich deinen Beitrag las, dachte ich im ersten Moment, du wärst von deinem Freund/Mann verlassen worden und würdest zum ersten Mal in deinem Leben allein wohnen. Auf den Gedanken, dass sich dein Alleinsein auf die Ferienzeit deiner Kinder und der tageweisen Abwesenheit deines Freundes bezieht, kam ich ehrlich gesagt nicht.
Es ist interessant wie unterschiedlich die Menschen ticken. Ich an deiner Stelle würde tief einatmen und die Stille genießen. Dein übliches Programm an Kontakten würde mir Schweißausbrüche verursachen und den Wunsch nach einem Einsiedlerleben in mir wecken.
Ich weiß nicht, ob man sich das Alleinsein, mit dem man sich gut fühlt, antrainieren kann. Wenn du aus einer Großfamilie stammst bist du einfach anders gepolt, so wie ich als Einzelkind bereits in jungen Jahren hervorragend mit mir allein zurechtkam. Wenn ich ein spannendes Buch habe und eine bequeme Couch, draußen vielleicht noch Mistwetter herrscht, gibt es wenig für mich was attraktiver wäre."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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07.06.2012, 15:50
AW: Die Herausforderung mit dem Alleinsein zurechtzukommen..
"Die Hoffnung ist das Übelste aller Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert"
Friedrich Nietzsche
"Wer nach allen Seiten hin offen ist, kann nicht ganz dicht sein"!
"Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt"!
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07.06.2012, 17:44Inaktiver User
AW: Die Herausforderung mit dem Alleinsein zurechtzukommen..
Hallo Nocturna,
ich bin gerade irgendwie fasziniert, wenn ich darüber nachdenke, WIE unterschiedlich die Menschen auf dieses Thema reagieren... normalerweise lebt man ja auch so vor sich hin in dem gewohnten Rahmen und Rhythmus. Erst wenn sich da etwas ändert, besteht überhaupt die Notwendigkeit sich darüber Gedanken zu machen...
Die momentane Situation betrachte ich ein bisschen als "Eperimentier-Phase" und versuche herauszufinden, was ich wirkich brauche, was nur Gewohnheiten sind etc. Und natürlich mache ich mir Gedanken über meine Reaktion, wie z.B. was mich so unruhig sein lässt oder wie das werden soll, wenn ich tatsächlich nicht mehr so viele Leute um mich herum habe oder auch, wie meine Verhaltensweisen z.B. bei anderen ankommen (insbesondere was meine Beziehung angeht, mein Freund ist auch Einzelkind und reagiert in vielen Situationen für mich unverständlich, im Sinne von "ungesellig").
Ich denke schon, dass ich durch die bisherigen Erfahrungen sehr stark geprägt worden bin. Gleichzeitig frage ich mich aber auch, ob man auch lernen kann, sich mit anderen Umständen wohlzufühlen? Oder muss ich fürchten, dass ich als alte Dame meinen Kindern auf den Geist gehen werde oder wahlweise meinen Partner erdrücken werde? Bisher war keines davon der Fall, da ich ja auch so viele hatte, auf die sich meine Aufmerksamkeit verteilt hatte... aber jetzt, wo ich mal eine ganze Woche alleine bin, fange ich an, mir schon etwas Gedanken zu machen...
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07.06.2012, 17:45Inaktiver User
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07.06.2012, 18:15
AW: Die Herausforderung mit dem Alleinsein zurechtzukommen..
Hallo Daisymiller,
ich lebe jetzt seit 2 1/2 Jahren alleine, das erste Mal in meinem Leben. Nach meiner Trennung (auf meinen Wunsch hin) bin ich in eine kleine sehr schöne Wohnung mit kleinem Garten gezogen. Ich fühle mich hier sehr wohl und jeder ist begeistert von dieser gemütlichen Wohnung.
Vor dem Alleinsein hatte ich große Angst......und es fühlt sich meistens nicht gut an, immer noch nicht.
Ich werde mich wohl nie ans alleinsein gewöhnen und mir gefällt es nicht. Aber ich muss es akzeptieren und versuchen das Beste daraus zu machen.
Ich bin ganztags berufstätig und kann die Abende alleine sehr gut verbringen.
Aber die Wochenenden.....obwohl ich einen großen Freundeskreis habe und wirklich viel unterwegs bin, fehlt mir doch jemand, der da ist, wenn ich nach Hause kommen.
Ich hoffe ich werde mich noch daran gewöhnen und lernen, es zu geniessen.
Aber ich denke auch, dass es Menschen gibt die gerne alleine sind und andere, denen es nie gefallen wird.
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07.06.2012, 20:20
AW: Die Herausforderung mit dem Alleinsein zurechtzukommen..
Glaube ich nicht.
Deine Kinder werden dir mit etwas Glück jede Menge Enkelkinder bescheren, die dich bis ins hohe Alter auf Trab halten werden. Deine Aufmerksamkeit wird sich auf viele Personen verteilen, so dass sich jeder beachtet und geliebt fühlt, aber nicht überbeansprucht wird.
Die Mutter meiner Bekannten ist eine solche Frau. Sie ist ein wichtiger Fels in der Brandung ohne die ihre Kinder mit ihren zahllosen Verpflichtungen teilweise nicht zurechtkämen."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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08.06.2012, 13:40
AW: Die Herausforderung mit dem Alleinsein zurechtzukommen..
meine situation hat sich vor 7 jahren grundlegend geändert, von einer ehe zum alleine sein, sohn ausgezogen, viele freunde weg, bekannte weg etc.
mich hat es nicht gestört diese umstellung da ich das alleine sein schon vorher liebte, auch eine ganze woche lang
ich denke immer noch dass es typsache ist, du wirst schon dafür sorgen dass dein haus immer voll ist auch wenn keine kinder mehr da sind
so wie ich guckte dass ich meine ruhe bekam als kind noch daheim wohnte und das haus manchmal voller trubel war.
lara"Die Hoffnung ist das Übelste aller Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert"
Friedrich Nietzsche
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"Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt"!
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09.06.2012, 09:17Inaktiver User
AW: Die Herausforderung mit dem Alleinsein zurechtzukommen..
Morgen Daisy!
Kann es sein, dass Du eigentlich eher auf die zeitweilige Trennung von Deinem Freund reagierst und ziemlich verunsichert und enttäuscht bist?


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und so ein WE alleine war schon eine ganz tolle Sache... aber nach einer Woche sieht das etwas anders aus

