hmmm... das mag sein... gestern, als meine Kinder wieder heim kamen, hatte ich so ein ganz komisches Gefühl, wie in ein Loch zu fallen. Dabei war nun wieder "action" im Haus (fast mehr als mir lieb war *g*... aber nachdem sie sich nach der langen Autofahrt abreagiert haben, ist es heute sehr schön, sie wieder hier zu haben). Ich habe tatsächlich das Gefühl, einen Platz freizuhalten und mit dieser "Leerstelle" nicht so gut umgehen zu können...
wie gesagt, ich bin einfach ziemlich überrascht über meine eigenen Gefühle, da ich mich normalerweise ganz gut auch alleine beschäftigen kann und sonst im Alltag auch ab und zu die Freiräume vermisse.
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09.06.2012, 12:46Inaktiver User
AW: Die Herausforderung mit dem Alleinsein zurechtzukommen..
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10.06.2012, 17:00Inaktiver User
AW: Die Herausforderung mit dem Alleinsein zurechtzukommen..
@daisymiller,
ich finde den Ansatz von Original-Sin ziemlich treffend
aber auch mit Nocturna und laras Beiträgen gehe ich völlig konform. Ich bin ebenfalls ein Einzelkind und liebe das Alleinsein sehr.
An das, was Origignal-Sin angeführt hat, will ich mal anknüpfen:
Selbsterfahrung geschieht durch Selbstbetrachtung und dafür ist Alleinsein erforderlich. Vielleicht hat es Dich jetzt, als Dein Freund nun ausgerechnet auch keine Zeit für Dich hatte, mit ganzer Härte auf das Alleinsein zurückgeworfen. Du dachtest durch die Liebe, durch den seelischen Kontakt, der Dir glauben macht, in diesem Augenblick das Alleinsein auch gleich für immer überwunden zu haben. Aber das hebt unser Alleinsein nicht wirklich auf. Und das wurde Dir wahrscheinlich jetzt erst richtig bewußt, wo er keine Zeit für Dich hatte. Vielleicht war genau das dieses "komisches" Gefühl was Du hattest oder das Gefühl in ein Loch zu fallen?
Dem Alleinsein muß man sich stellen, man muß sich damit vertraut machen und es akzeptieren. Die Liebe wird niemals das Alleinsein aufheben, es auch nicht überwinden helfen. Das Wesen der Liebe wird erst erfaßt, wenn wir uns mit dem Alleinsein völlig vertraut gemacht haben, denn die Liebe agiert aus dem Alleinsein und wendet sich einem anderen Alleinsein zu. Die Liebe wird erst hieraus richtig verstanden. Gerade weil ich allein bin, subjektiv und eigenständig, erfasse ich die Subjektivität des anderen voll und ganz. Es geht also nicht um ein Werden, nicht um einen Anpassungsprozeß, meine Liebe beläßt die Andersartigkeit voller Respekt und Achtung. Gerade das ist das Wesen der Liebe.
Du bleibst allein, und dieses Alleinsein ist völlig in Ordnung, ist natürlich und gesund - und Du bleibst allein, ohne isoliert, ohne einsam zu sein. Wir haben panische Angst vor Isolation und Einsamkeit. Diese Panik überdeckt das wunderbare Faktum des Alleinseins. Es ist ein köstlicher Genuß, allein zu sein - und aus dieser Glückseligkeit der Subjektivität voller Liebe und Aufmerksamkeit die andere Subjektivität (gerade weil sie allein ist) zu genießen.
Vielleicht gelingt es Dir, das Alleinsein irgendwann auch so zu sehen.



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