Hallo Birke,
das frage ich mich natürlich auch, aber ich finde keine Antwort und auch niemand, der mich persönlich kennt. Manchmal ist es eben Pech.
Ich kenne aber viele, die lange alleine sind und diesen Zustand gerne beenden würden, zumindest ihren Aussagen nach. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass sie das Singledasein genießen, irgendwann mal kann man es vielleicht gar nicht mehr. Ich verstehe nicht, warum manche einen Partner nach dem anderen finden und andere jahre- oder jahrzehntelang alleine leben, ohne es eigentlich zu wollen.
Würde ich an Schicksal glauben, würde ich dem Schicksal alles in die Schuhe schieben;).
LG, Juli
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04.06.2012, 22:30
AW: Warum sind manche Menschen ungewollt lange allein?
Frei ist, wer in Ketten tanzen kann.
Friedrich Nietzsche
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04.06.2012, 22:38
AW: Warum sind manche Menschen ungewollt lange allein?
Ganz ehrlich? Ich glaube, es gibt nicht den einen "wirklichen" Grund. Es gibt mögliche Erklärungsansätze - aber die stimmen offensichtlich nicht für jeden. Manchmal liegt es mehr in der jeweiligen Person, manchmal mehr in der jeweiligen Umgebung, manchmal schlicht am mangelnden Glück. Garantien gibt es nun mal nicht, so blöd das ist.
Vielleicht ist es hilfreicher an das Schicksal zu glauben und sich mit dem ein oder anderen abzufinden, als immer mit sich zu hadern, weil ja alles möglich ist, wenn man sich nur ausreichend bemüht, wirklich will, etc... Letztlich auch nur ein Glaubenssatz.Ein Verstand, der einmal
durch eine neue Idee über sich hinaus wuchs,
kehrt niemals
zu seiner ursprünglichen Form zurück.
[Oliver Wendell Holmes]
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05.06.2012, 00:50
AW: Warum sind manche Menschen ungewollt lange allein?
Dann liegt es vielleicht auch einfach an den mangelnden Gelegenheiten - soooo oft als mit 18 geht man später nun auch nicht mehr aus...oder? Und nicht alle Männer, denen man begegnet, oder die einem gefallen, sind Single.
Ich möchte mir jedenfalls den Schuh, dass es an mir liegt (und nur an mir), nicht anziehen.
Glück und Zufall spielen schon auch eine erhebliche Rolle.
Ich würde ja auch gerne an DEN zufälligen und magischen Moment glauben - aber ich denke, man muss ab einem bestimmten Alter oder in einer bestimmten Situation ( z.B. alleinerziehend), schon in die Offensive gehen.
Es wird wohl niemand an der Haustüre klingeln, aber deswegen braucht man auch nicht gleich einen Therapeuten :-).
Ein Träumer hat vielleicht keinen Plan;
Aber ein Realist hat keine Visionen !!!
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05.06.2012, 08:45
AW: Warum sind manche Menschen ungewollt lange allein?
Das sehe ich auch so. Es gibt im Leben keine Garantie für was auch immer. Und ich bin mittlerweile auch sehr skeptisch was alle möglichen Erklärungsversuche angeht. Oft sind sie in meinen Augen nur ein Versuch, sich einzureden, dass man alles letztlich selbst in der Hand hat. Man muss nur ordentlich an sich arbeiten, den eigenen Seelenmüll aufräumen, sich erlauben, glücklich zu sein, etc. Und wie viele tun das alles nicht und haben trotzdem glückliche Beziehungen?
Klar gibt es manchmal Gründe, die z.T. auch auf der Hand liegen. Eine nicht abgeschlossene Alt-Beziehung, Mangel an Gelegenheit z.B. durch einen sehr fordernden Job, hohe Ansprüche, Zufriedenheit mit dem Status Quo, etc. Aber nicht für jeden, der ungewollt allein ist, treffen solche Gründe zu.
Und ich glaube schon, dass es schwer ist, sich von dem doch recht elementaren Wunsch nach einer Partnerschaft innerlich zu verabschieden. Aber dennoch steht uns eben im Lebens nichts zu. Und wenn es nicht sein soll, dann belastet man sich irgendwann nur noch mit dem Thema. Manchmal reicht es schon, die Möglichkeit, dass man dauerhaft allein bleibt, einfach nur zuzulassen und sich zu überlegen, wie man mit diesem Fall umginge. Das eröffnet schon wieder Handlungsspielräume, lenkt den Fokus von DEM Thema weg. Und manchmal ergibt sich dann ganz unverhofft doch noch was. Und wenn nicht, dann hat man zumindest Plan B. in der Tasche.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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05.06.2012, 09:42Inaktiver User
AW: Warum sind manche Menschen ungewollt lange allein?
@Juli37 und manch andere
Ihr schreibt im Prinzip das was auch in einem sehr interessanten Buch, wo nur Single Frauen befragt wurden, als Essenz rauskam...wozu braucht Frau anno 2012 einen Mann? Politisch unkorrekt ausgedrückt..eigentlich nur für Sex. Das kann man theoretisch auch allein, aber zu zweit macht es im Regelfall mehr Spaß und insbesondere der Austausch von Zärtlichkeiten ist nicht mit industriellen Hilfsmitteln ;) ersetzbar. Und männerloses Kinderkriegen geht ja mind. in Holland oder anderen umliegenden Staaten locker von der Hand. Ansonsten haben die vielen Singlefrauen keinen handfesten Grund genannt, welche Vorteile denn eine Beziehung (mit einem Mann) bringen könnte. Alles andere ist vorgeschobene Romantik...gemeinsam spazieren, im Cafe sitzen und und und. Nein, im Gegenteil...viele haben z.B. den Stress gesehen, den sich Paare in ihrer Umgebung machen und wurden davon direkt abgeschreckt. Dazu, was ich schon geschrieben habe, gewinnen diverse Singlegewohnheiten oder Alltagsrealität immer mehr an Bedeutung und wollen nicht mehr aufgegeben werden. Wer will denn gern jeden Abend wenn er geschafft vom Job kommt noch vom Partner mit dessen Problemen zugetextet werden? Will man da nicht die Schuhe ausziehen, sich auf die Couch hauen und einfach mal die Augen zumachen? Es überwiegen einfach die Vorteile des Singlelebens, erst recht wenn Frau im Leben erfolgreich ist, guten Job, gutes Geld, gute Freunde, gute Wohnung, Freiheit und Flexibilität bei der Alltagsgestaltung.
Ich glaube dass die Anspruchshaltung oft nur ein Schutz ist, weil viele eben keine Beziehung wollen und sich die Anspruchshaltung dann als Entschuldigung zur Beruhigung des Gewissens heranziehen. "Ich find ja keinen, sind nur Graupen unterwegs". Nein, sind es nicht. Aber wenn man im Innern garnicht will, weg will von den "ich bin komisch" oder "die anderen sind alle komisch" Vorwürfen, ist die Anspruchshaltung die beste Beruhigungspille. Man will ja, aber es gibt eben nur Graupen und daher geht nichts. Perfekt. So kann man auch im Freundeskreis jegliche Diskussionen bzgl. "wieso hast Du denn immer noch keinen" im Keim ersticken, denn besonders für Frauen ist nichts schlimmer als im Freundes-oder Elternkreis ehrlich zu sagen "ich will/brauch gar keinen Mann". Also packt man die Anspruchshaltung als Entschuldigung auf den Tisch und meistens wird dann verständnisvoll genickt..natürlich, besser keinen als ne Graupe. Somit ist das bewußte Alleinsein auch von der Umgebung legitimiert.
Ansonsten sind es viele kleine Gründe, die das ganze jeweils verstärken, sei es die geforderte "immer bereit" Flexibilität am Arbeitsplatz oder Zweitjobs die Freizeit fressen, seien es die neuen Medien, die mit ihrem Single-Überangebot viele einfach überfordern, die Entscheidungsfähigkeit gen null drücken iund suggerieren, dass man heute eigentlich nicht mehr raus muss um jemanden kennenzulernen. Oder das gewandelte Bild der Frau in der Gesellschaft, weg vom Beruf "Hausfrau" (auch wenn Frau Schröder gegensteuert), hin zum selbstbestimmten Leben mit Studium, Arbeit, Einkommen. Der Mann als Versorger oder Regalanschrauber ist out, das können Frauen heute immer mehr allein. So bleibt eben am Ende fast nur die sexuelle Komponente, die sich bisher nicht so einfach ersetzen lässt. Nur die allein reicht eben nicht aus, damit sich viele Frauen vom ruhigen Singleleben verabschieden.
Ich hoffe das klingt nicht nach Vorwurf an die Frauen, dass die zu selbstständig geworden sind und wir Männer jetzt keine Pfründe mehr haben um zu punkten ;). Nein, es ist einfach die Beschreibung dessen, was sich in den letzten 20-30 Jahren gewandelt hat, besonders bei den Frauen. Die Zahl der Akademikerinnen ist in den letzten 20 Jahren in Deutschland um 70% gestiegen. Die Männer sind nahezu dieselben geblieben, werden aber eben durch den Wandel der Frauen bspw. bei Karriere, Geld und Intellekt immer häufiger überholt. Das ist absolut nichts Schlechtes, Frauen finden dadurch aber immer schwerer einen Partner, der mit ihnen mind. auf Augenhöhe (von besser reden wir erstmal garnicht) liegt. Männer kriegen bei erfolgreichen Frauen meist schnell das flitzen, bevor die Frau ggf. zugreifen kann. Dazu dann die alten Muster dass Männer oft gern Frauen möchten die ihnen mind. im Verstand und Einkommen unterlegen sind und ab einem bestimmten Alter 20 Jahre jünger sein sollen. Diese Männer finden immer weniger Frauen dieser Art, während gebildete Frauen immer weniger Männer finden, die mit ihnen wenigstens auf derselben Stufe stehen.
Insgesamt gesehen und das zeigen ja die Zahlen, ist der Trend deutlich hin zum Alleinleben, tendenziell auch mehr gewollt als erduldet.
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05.06.2012, 10:01Inaktiver User
AW: Warum sind manche Menschen ungewollt lange allein?
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05.06.2012, 10:31
AW: Warum sind manche Menschen ungewollt lange allein?
Noch ein Gedanke zur Titlefrage:
Weil es Dinge gibt, die ihnen wichtiger sind, als nicht allein zu sein?
Was ich von Frauen ganz oft gehört habe ist sinngemäß, "Männer sind Luxus": Sie machen das Leben komplizierter, teurer, anstrengender, unsicherer, und machen es generell schwerer, über die Runden zu kommen. Während Männer sich eher Sorgen um ihre Unabhängigkeit im Sinne von "tun was sie wollen, wann sie wollen, wie sie wollen" und in jüngeren Jahre auch um ihren Ruf machen. Es sind also auf beiden Seiten Autonomieüberlegungen, aber nicht an der gleichen Baustelle.
Da ist dann oft auch ein Bedauern über das Singledasein, aber im konkreten Fall fällt die Entscheidung immer gegen eine engere Beziehung, weil es eben immer Sachen gibt, die wichtiger sind.
Kann es sein, das schließt sich nicht aus? Daß die vergebliche Suche nach dem Mann, der alles richtig und das Leben leichter macht, am Ende dazu führt, daß frau erschöpft den nächstbesten Schönschwätzer nimmt?
Daß da so eine "ganz oder gar nicht" Haltung dahinter steht?** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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05.06.2012, 10:37
AW: Warum sind manche Menschen ungewollt lange allein?
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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05.06.2012, 11:35
AW: Warum sind manche Menschen ungewollt lange allein?
Ich gebe zu, dass ich auch nicht weiß, weshalb so viele wertvolle Menschen keinen vernünftigen Partner finden. Ich fantasiere deshalb mal so vor mich hin:
Kann es sein, dass wir alle immer und immer wieder von dem ewig andauernden Glück träumen, wohl wissend, dass Glück empfinden zu können immer die gegenseite hat: Traurigkeit . Das eine hat mit dem anderen zu tun.
Dazu muss jedermann (-frau) immerzu Erfolg haben. Wohl wissend, dass wir keinen Entertainer sind, die jedes jahr eine noch bessere Show auf die Bühne bringen.
Aus sehr eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass Mißerfolge, Scheitern und richtig dauerhaft belastende Situationen Partner näher zu einander bringen. Man hat was durchgestanden!
Es gibt auch kein Rezept, wie man dauerhaft selbstbewusst und unangreifbar bleiben kann. Es gibt kein Rezept, wie man Erfolg hat. Es gibt vor allem kein Rezept auf Glück.
Aber unsere Erwartung an einen Partner ist, der (die) muss mich glücklich machen. Ich bezweifle inzwischen, dass das geht.
Wenn ich wirklich der große Zampano wäre, könnte ich wenigstens behaupten, ich würde meine Frau glücklich machen. Stimmt aber nicht.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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05.06.2012, 16:04


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