Hallo meine Lieben!
Könnt ihr bitte verraten, warum manche Menschen "Selbstdisziplin" haben - und ich z. B. nicht?!
Egal, worum es geht:
Muss bis zum XX 10kg abnehmen - meine Arbeitskollegin hat es geschafft - ich nicht
Muss bis XX die Wohnung "perfekt" haben - meine Freundin hat es geschafft - ich nicht
Muss bis XX einen gewissen Betrag gespart haben - meine Bekannte hat es geschafft - ich nicht
Muss mit XX Haushaltsgeld auskommen - meine Schwester hat es geschafft - ich nicht
.... und das lässt sich immer so weiterführen; egal ob "negative" Freundschaften, welche man "loslassen" sollte - mehr Bewegung - am Arbeitsplatz - ich bin total UNDISZIPLINIERT!!!
Ich aber aber noch die Hoffnung, das man "es" erlernen kann. Habt ihr Tipps bzw. Ideen für mich?! Wäre euch SEHR dankbar![]()
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Thema: Selbstdisziplin?!??
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02.06.2012, 08:25
Selbstdisziplin?!??
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02.06.2012, 08:47
AW: Selbstdisziplin?!??
Hallo Charly
ich bin auch total undiszipliniert, also benötige ich viel Toleranz und haufenweise Selbstüberlistung.
Bei mir funktionieren folgende Dinge:
- mir selbst keinen Druck machen - keine Termine setzen. unter Druck werd ich bockig. geht nicht.
- nicht nach Perfektion streben. Bei Perfektionismus werd ich bockig und fang schon gar nicht an.
- mich nicht mit andern vergleichen - ich bin nicht andere. was andern leicht fällt, fällt mir nicht unbedingt leicht. Was mir leicht fällt, fällt möglicherweise andern schwer.
- Wenn ich grad einen Anfall von Arbeitswut hab, den nutze ich den. Und zwar unabhängig davon, ob der grad in irgendwelche Pläne passt oder nicht. Das heisst, meine Termine mit andern Leuten nehm ich schon wahr, aber wenn auf meiner Liste "Fenster putzen, Wäsche waschen, Rechnungen zahlen" steht und ich plötzilch das unwiderstehliche Bedürfnis habe, meinen Schrank gründlich zu putzen, dann mach ich den Schrank. Wer weiss, wann dieses Bedürfnis wieder auftaucht?
- Wertschätzung für das, was ich tue - auch wenn es wenig ist. sich selbst loben. "ha ich bin so ein Genie, ha ich hab das toll gemacht!"
- mir Hindernisse einbauen. zB beim Budget: nicht mehr im Portemonnaie mitnehmen, als ich an diesem Tag ausgeben darf. Die Bankkarte zuhause lassen. Vermeidbare Versuchungen meiden, die nicht vermeidbaren Versuchungen sind schon schwer genug.
- kleine Schritte machen. die Besteckschublade perfekt aufräumen ist schon ein Projekt, das gut und gern ein, zwei Stunden Zeit nehmen kann, aber es ist machbar. die ganze Wohnung perfekt haben, nun, für mich ist das ein Lebensprojekt.
grüsse, barbara
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02.06.2012, 08:47
AW: Selbstdisziplin?!??
Warum "musst" Du?
Und warum die Deadlines?
Und sind die Ziele wirklich das, was Du willst?Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.
- Robert Bresson -
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02.06.2012, 08:55Inaktiver User
AW: Selbstdisziplin?!??
Wenn du allein das schaffen willst, was vier andere Personen geschafft haben, musst du ja scheitern...Nee, im Ernst:
Vergleiche sind sicher manchmal hilfreich, aber man kann ja auch andere Bezugspersonen zum Vergleichen heranziehen...realistischere...oder andere Zeiträume...passendere.
Diese Personen haben sicher die anderen von dir anvisierten Ziele auch nicht geschafft, oder irgendetwas anderes? Sprichst du auch mal mit denen darüber?
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02.06.2012, 09:40
AW: Selbstdisziplin?!??
Mir geht es besser, seitdem ich mich nicht mehr - permanent - mit Anderen vergleiche.
Das muss einfach zu Minderwertigkeitsgefühlen führen, weil es immer mindestens eine Person gibt, die in manchen Bereichen "besser" ist als man selbst.
Als ich noch jünger war,
, habe ich mich mit derartigen Vergleichen fast ständig sellber runtergezogen - sogar noch dach der Pubertät - und mir zur Krönung des Ganzen sehr häufig Freunde/Bekannte gesucht, die mich ständig mit ihrer eigenen, scheinbaren Perfektion konfrontiert haben.
Heute sehe ich es so, dass diese Menschen auch so manche Schwäche hatten - wer hat die nicht, wir sind schließlich menschlich - und mich darüberhinaus vielleicht sogar brauchten, um sich im Vergleich mit mir besser zu fühlen.
Beispielweise gibt es da eine (Ex!)Freundin, die die Überfliegerhausfrau ist und in fast hyperaktiver Weise ihr Haus wienert und dekoriert, nach einem Achtstunden-Tag.
Sie wollte mir ihre eigene Art zu leben als die einzig Wahre verkaufen und ich sollte mich doch bitteschön mal "etwas zusammenreißen".
Allerdings hat sie dann letztendlich auch ihren Mann aus dem Haus gewischt.
Mein Temperament und meine Belastbarkeit sind da völlig anders, und ich habe eben Anderes auf meine Weise "geleistet", ein Wort, das in meinem Wortschatz nicht mehr so häufig vorkommt.
Nur Du solltest Dein Maßstab sein; nobody is perfect.
Vielleicht kannst Du Dich einfach mit den Anderen freuen über das, was sie geschafft haben, und zwar ohne Dich selber abzuwerten?
Wichtig ist doch, dass man die für sich selbst wichtigen Dinge geregelt bekommt, und zwar zur eigenen Zufriedenheit.Die Gefühle lassen den Verstand nach ihrer Pfeife tanzen.. (Hedwig Dohm)
Heitere Resignation - es gibt nichts Schöneres.
(M. v. Ebner-Eschenbach)
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02.06.2012, 09:54Inaktiver User
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02.06.2012, 10:30Inaktiver User
AW: Selbstdisziplin?!??
Ich mag zum einen gern Wettbewerbe, zum anderen brauche ich auch Deadlines, aber mit Zwischenzielen. Ich mag Wettbewerbe z.B. mit meinem Freund (er trainiert für den Marathon, ich esse so lange nur einmal wöchentlich statt täglich Schokolade). Ansonsten setzte ich mir gern realistische Zwischenziele. Nicht XY abnehmen bis (das ist nur das Hauptziel), sondern erst einmal -XY in einem kurzen Zeitraum. Unter Druck kann ich am besten arbeiten. Wenn meine Wohnung chaotisch ist, lade ich auch gern mal zu mir ein, damit ich sauber machen muss ;)
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03.06.2012, 08:57
AW: Selbstdisziplin?!??
Habe gerade ein Buch (auszugsweise) gelesen. Es geht um den inneren Schweinehund, der ja bekanntlich bei Menschen mit Disziplinmangel besonders laut bellt. Darin steht, der innere Schweinehund liebe Herausforderungen (kleine). Also nicht: 10 kg abnehmen sondern: heute zu Fuß zum Drogeriemarkt und zurück. Oder: Nicht die Wohnung bis nächsten Sonntag tipptopp sondern heute die Bügelwäsche erledigen, morgen das Bad.
Ist analog der Kleine-Etappen-Methode meiner Vorschreiberinnen. Das Bild mit dem inneren Schweinehund ist jedoch so lustig und entspannt, dass ich damit besser klar kommen, den kleinen Wadenbeißer zu überlisten.
Grüßle,
die H.Alles im Leben hat seine Zeit: das Weinen und auch das Lachen.
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03.06.2012, 09:10Inaktiver User
AW: Selbstdisziplin?!??
Bevor ich zwei Stunden wertvolle Lebenszeit an meine Besteckschublade verschwende, überlege ich erst mal: Wofür brauche ich soviel Besteck, dass ich es zwei Stunden lang sortieren muss?
Zum Glück habe ich nicht so viel Besteck. Schublade durchwischen, alles wieder einräumen, fertig.
Warum soll eine Wohnung perfekt sein? Und warum sollte das ein Lebensprojekt sein? Gibt es da nicht wirklich Interessanteres?
Leben ist immer mit Unordnung verbunden, besser findet man sich gleich damit ab.
Also, zusammengefasst: Nicht so große Räder drehen wollen, das entspannt ungemein.
Wenn man das Gefühl hat, sich schrecklich disziplinieren zu müssen, dann läuft irgendwas falsch. Dinge, die einem wichtig sind, die macht man halt. Mir helfen Rituale, Gewohnheiten, feste Zeitpläne.
Der innere Schweinehund hat auch eine wichtig Funktion. Man muss den nicht immer überwinden. Manchmal sollte man auch auf ihn hören.
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03.06.2012, 11:18
AW: Selbstdisziplin?!??
Zuerst mal danke für euer Antworten!
Und damit eines klar ist, könnte man ja missverstehen: Ich will NICHT perfekt sein! Nur eben ein wenig "aufgeräumteres" Leben haben.
Irgendwie habe ich das Gefühl, noch "Kind" zu sein! Eigentlich "sehne" ich mich nach jemanden, der mir sagt wo es lang geht, was ich zu tun habe..



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