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    AW: Selbstdisziplin?!??

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bevor ich zwei Stunden wertvolle Lebenszeit an meine Besteckschublade verschwende, überlege ich erst mal: Wofür brauche ich soviel Besteck, dass ich es zwei Stunden lang sortieren muss?
    ja, diese Frage hab ich mir auch gestellt, als ich die Schublade vor lauter Zeugs gar nicht mehr richtig aufkriegte und die Sachen, die ich suchte, nicht fand. ich hab mich nur noch geärgert. doch von A - Z: Chaos auskippen, Schublade putzen, Besteckplastikfachdingens putzen, ganzen Inhalt putzen, für jedes Teil einen Platz suchen und finden (weil nicht mehr alles kam in die Schublade zurück, einen Teil hab ich an eine Person verschenkt, die an Besteckarmut litt), abwaschen, abtrocknen, einräumen - das dauerte schon.

    aber jetzt ist Ordnung und die bewährt sich seit längerem, der Aufwand hat sich also gelohnt. ich finde jetzt ohne zu schauen jedes einzelne Ding in der Schublade.


    Warum soll eine Wohnung perfekt sein? Und warum sollte das ein Lebensprojekt sein? Gibt es da nicht wirklich Interessanteres?
    Perfektion nicht haben können ist menschlich, nach Perfektion streben aber auch. Als eine Art Wegweiser, wohin die Reise geht. und da ich Messievergangenheit habe und doch viel Zeit in der Wohnung verbringe und mich wohl fühlen möchte und ausserdem eher faul bin, ja, für mich ist das eins der lohnenden Lebensprojekte. und eins von denen, wo der Schweinehund immer wieder mal einen Tritt in den Hintern kriegen muss.


    Leben ist immer mit Unordnung verbunden, besser findet man sich gleich damit ab.
    ja sicher, aber es muss nicht jede Fläche mit wirrem Zeug vollgestopft sein und der Boden schon gar nicht. Ich bin ja schon super stolz, dass es mir gelingt, den Schreibtisch konsequent frei zu halten und das kleine Beistelltischchen im Lesezimmer.


    Der innere Schweinehund hat auch eine wichtig Funktion. Man muss den nicht immer überwinden. Manchmal sollte man auch auf ihn hören.
    oh, bei mir wird er ausgiebig gehätschelt und gefüttert, das ist nicht das Thema. Er darf aber auch nicht die Oberhand kriegen.

    grüsse, barbara

  2. Moderation

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    AW: Selbstdisziplin?!??

    Was mir so einfällt: Du hast zu viele Baustellen?

    Du vergleichst dich ja nicht mit einer Person, sondern gleich mit vieren. Mindestens.

    Selbstdisziplin ist eine endliche Resource. Überleg dir, wo du sie am meisten brauchst. Und dann, wie da das konkret umsetzen wirst. Also nicht "ich werde die Wohung aufgeräumt halten", sondern "ich werde am Abend eine Stunde vor dem Zubettgehen jedes Teil, das nicht an seinem Platz ist, an seinen Platz räumen. Wenn es keine Platz hat, kommt es in eine Kiste. Am Sonntag halte ich mir den Nachmittag frei, um für jedes Teil in der Kiste einen Platz zu finden." Nicht "Ich werde mit dem Haushaltsgeld hinkommen", sondern "Ich berechne am Anfang des Monats das verfügbare Geld, hebe in jeder Woche 1/5 davon ab, und wenn das Geld weg ist und die Woche noch nicht rum, wird nichts mehr gekauft." (Außer vielleicht Kartoffeln und Quark, oder sonst ein Billigessen. Hungern ist nicht gut für die Selbstbeherrschung.)

    Mach nicht mehr als zwei Baugruben zur Zeit auf, besser nur eine -- der Versuch, alles auf einmal zu machen, führt ins Chaos. Erst wenn ein Thema ein "Selbstgänger" geworden ist, das nächste vornehmen. Wenn wirklich alles auf einmal gemacht werden muß, mach alles nur ein bißchen. Es ist aber besser, sich klarzumachen, was *nicht* gemacht werden muß.

    Stell dir immer wieder bildlich (und am besten "körperlich" vor, wie du das richtige tust. Wie du an dem Laden vorbeigehst, in dem du sonst immer Geld läßt, und nicht reingehst. Halte dich von Versuchungen fern.

    Lebe nicht in der Vergangenheit. Wenn du etwas heute nicht geschafft hast, mußt du es nicht morgen "gutmachen". Du mußt es nur morgen richtig machen, als hätte es heute nie gegeben.

    Gib dir eine Belohnung, wenn dir etwas gelingt, aber es sollte eine Belohnung sein, die nicht deine Ziele sabotiert. Such dir Leute, die dich ermutigen, dir Komplimente machen,, dir den Rücken decken und zu dir stehen. Tu das auch selber: Schreib dir jeden Abend auf, was dir gelungen ist.

    Es scheint ja auch darum zu gehen, daß du das Gefühl hast, keine Kontrolle über dein Leben zu haben? Kontrolle kann man auch gewinnen, wenn man sich klarmacht, was man nicht kontrollieren muß. Dann läuft es nicht mit einem davon, sondern man läßt es laufen.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Selbstdisziplin?!??

    Beim Begriff "Perfektion" habe ich meistens ganz spontan folgende Assoziation:

    Das Bild hängt schief - Erinnerungen an Loriot - YouTube
    Die Gefühle lassen den Verstand nach ihrer Pfeife tanzen.. (Hedwig Dohm)

    Heitere Resignation - es gibt nichts Schöneres.
    (M. v. Ebner-Eschenbach)

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    AW: Selbstdisziplin?!??

    @wildwusel: Genau das ist das Problem; habe das Gefühl mein Leben nicht unter Kontrolle zu haben - das macht mir Angst, lähmt mich teilweise.

    Kann meine Gedanken einfach nicht abschalten:
    Was ist, wenn ich jetzt wieder alles zunehme, was ich mir hart runtergearbeitet habe? Was ist, wenn jemand spontan zu Besuch kommen will und bei mir herrscht das Chaos? Was ist, wenn ich eine Nachzahlung von Strom etc. habe, oder etwas kaputt geht - wie zahle ich das? Wie schaffe ich die Mehrarbeit im Büro - die auf jeden Fall kommt?! Warum melden sich gewisse Leute so selten oder gar nicht bei mir?!

  5. gesperrt

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    AW: Selbstdisziplin?!??

    Zitat Zitat von Charly1 Beitrag anzeigen
    habe das Gefühl mein Leben nicht unter Kontrolle zu haben
    Hallo Charly

    die üble Nachricht ist: in der Tat, wir haben unser Leben nicht unter Kontrolle. Beziehungsweise, das, was wir vernünftigerweise kontrollieren können, ist sehr begrenzt.

    Für den Rest benötigt man ein gutes Mass an Urvertrauen, also die innere Gewissheit: es kommt schon gut. Egal was passiert, es gibt immer eine Lösung. Es geht immer irgendwie weiter, es geht immer irgend eine Tür auf.


    das macht mir Angst, lähmt mich teilweise.
    kann ich nachvollziehen. Sich mit der Unkontrollierbarkeit des Lebens zu konfrontieren, das erschreckt gewaltig. Gerade weil in unserer Gesellschaft ja immer so getan wird, als sei alles kontrollierbar, als könne man alles steuern. nein kann man nicht.



    Kann meine Gedanken einfach nicht abschalten:
    Was ist, wenn ich jetzt wieder alles zunehme, was ich mir hart runtergearbeitet habe? Was ist, wenn jemand spontan zu Besuch kommen will und bei mir herrscht das Chaos? Was ist, wenn ich eine Nachzahlung von Strom etc. habe, oder etwas kaputt geht - wie zahle ich das? Wie schaffe ich die Mehrarbeit im Büro - die auf jeden Fall kommt?! Warum melden sich gewisse Leute so selten oder gar nicht bei mir?!
    Eine mögliche Methode bei Gedankenkarussellen ist, sich bewusst und mit aller Kraft an die Gegenwart zu hängen:

    Was wenn du zunimmst? JETZT hast du nicht zugenommen und du erfreust dich an der Figur, für die du hart gearbeitet hast. Was wenn spontan jemand zu Besuch kommen will? JETZT GERADE kommt niemand. (und wie oft kommt denn jemand? ist das überhaupt ein realistisches Thema?) Was, wenn eine Nachzahlung kommt - nun, du legst jetzt schon auf die Seite, was du kannst, und du bist sparsam mit dem Strom, und mehr kannst du nicht so oder so nicht machen. JETZT sind deine Rechnungen bezahlt (sich selbst auf die Schulter klopf). JETZT schaffst du die Arbeit im Büro, und was morgen sein wird, darum kannst du dich immer noch morgen kümmern.

    Sich immer auf die Gegenwart beziehen und aufzählen, was jetzt gerade alles gut ist, halte ich für sehr nützlich. Mir hat's auf alle Fälle geholfen, als ich frisch selbständig war und Anfang Monat nie wusste, ob ich Ende Monat auch die Miete zahlen könnte. Irgendwie hat's dann immer geklappt.

    grüsse, barbara

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