Würdest du dann sagen, die Intensität aller deiner Beziehungen war gleich?
Ich bin überzeugt, dass man nicht nur einmal im Leben lieben kann. Aber genauso überzeugt bin ich eben auch, dass man nicht für alle Partner gleich stark empfindet auch wenn man jeden auf eine Art liebt, und manche Erinnerungen verblassen eben im Lauf der Zeit, und andere eben nicht.
Und wer sich eben besonders stark eingeprägt hat, der war dann vielleicht rückblickend die eine Große Liebe, oder vielleicht eine von zwei oder drei - aber wer so wie viele heute mehr oder weniger in serieller Monogamie lebt, ob der hinterher von fünf oder sechs oder noch mehr Partnern sagen würde, die waren alle "große Lieben"?
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30.05.2012, 10:32Inaktiver User
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
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30.05.2012, 10:41
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
In gewisser Weise hat diese "große Liebe" ja schon etwas (ab-)wertendes in sich.
Warum muss man verschiedene Lieben überhaupt miteinander vergleichen?
Insgesamt ist das Thema aber wohl einfach eins der persönlichsten überhaupt, das sich deshalb weder wirklich diskutieren noch in eine allgemeingültige Definition pressen lässt.
Ich habe irgendwann die schöne Aussage von Oscar Wilde für mich entdeckt:
"Sich selbst zu lieben, ist der Beginn einer lebenslagen Romanze."
Das ist für mich eigentlich die größte, wichtigste Liebe ... denn sie ist die Wurzel aller äußeren Lieben.
So empfinde ich es zumindest für mich selbst.
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30.05.2012, 10:54
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Ich sehe es (manchmal) genau anders herum: eine große Liebe kann uns die Möglichkeit geben, in unserer Selbstliebe zu wachsen. Niemand ist am Anfang einer Liebe völlig im Reinen mit sich, aber durch die Liebe kann man auch als ICH wachsen. Selbstliebe nicht die Wurzel aller äußerer Lieben, sondern es kann auch die Frucht einer äußeren Liebe sein. Liebe als Therapie.
Sicher kann eine Liebe nicht funktionieren, wenn überhaupt keine Selbstliebe vorhanden ist. Aber sie kann uns ändern, uns mit uns selbst versöhnen, uns helfen, uns anzunehmen. Uns einfach gut tun.
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
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30.05.2012, 11:02Inaktiver User
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Hm, ich finde "werten" einen völlig normalen Vorgang um sich die Welt zu erklären, wir sortieren doch fortwährend alles irgendwie ein, ich kann mir nicht vorstellen wie man sich sonst zurechtfinden sollte? Aber das ist etwas anderes als "ab" werten, ich kann das jedenfalls überhaupt nicht negativ finden. Es geht doch darum etwas so zu benennen, dass man es verstehen kann.
Das Leben ist halt bunt und unterschiedlich, und das war ja meine Frage: wenn es keine große Liebe gibt (und naturgemäß als Gegenstück dann auch die "kleine" Liebe) - dann wär ja alles gleich - und das ist mir wiederum eine furchtbare Vorstellung.
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30.05.2012, 11:03
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Ja das kann ich mir sogar vorstellen

Bei mir kam es nur nicht dazu ...
Ich habe erst zu mir selbst finden müssen - inklusive Liebe und Akzeptanz, um eine funktionierende Beziehung/ Liebe leben zu können. Davor habe ich mich immer wieder in desktruktiven Mustern verfangen.
Wobei mir die Superlative hier in der BriCom im allgemeinen schon manchmal Stiche versetzen.
Wenn ein Partner nicht "funktioniert", der Sex nicht spitzenmäßig ist, die Schmetterlinge nicht täglich Tango tanzen usw. wie oft wird hier sofort das Abschießen-Schildchen gezückt.
Meine jetzige Liebe ist auch kein großer Urknall gewesen ... und die Gefühle sind nicht so, wie vor 10 Jahren als ich besinnungslos verliebt war.
Aber ist sie deswegen weniger groß?
Dieser Mann hat mir mein(e) Kind(er) geschenkt.
Wir sind auf eine Art untrennbar verbunden - wenn das nicht groß ist
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30.05.2012, 11:04Inaktiver User
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30.05.2012, 11:04
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30.05.2012, 11:06Inaktiver User
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30.05.2012, 11:09Inaktiver User
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30.05.2012, 11:14
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
So sehr ich mich fuer jeden freue, der einmal, mehrmals, kurz oder ewig die grosse Liebe gefunden hat - gibt es hier niemanden, bei dem eine urspruenglich als gross oder ueberwaeltigend empfundene Liebe sich nach einiger Zeit als nichts weiter als hormonell verblendete Wahrnehmung herausgestellt hat?
Beeinflusst das Ende einer Liebe, in welche Kategorie man sie einordnet?
So wie in diesem Song von Martina McBride:
Strangers
(bobby braddock)
Two strangers passing on the sidewalk
Barely brush each other’s hand
He says I’m sorry
She says don’t worry
And that is how it all began
A few short days and night together
And it’s like they were meant to be
Lying there with her he softly whispers
Just think what we were so recently
Strangers, strangers
The world greatest lovers
Last week we were strangers
Two strangers passing in the hallway
Barely touch each other’s heart
Now they’re pretending
Two shadows blending
But they’re a million miles apart
Soon she’ll be packing up her suitcase
They’ll be dividing all the blame
They know how they started
Now empty hearted
They don’t have a clue how they became
Strangers, strangers
The world greatest lovers
And now they are strangers
The world’s greatest lovers
Have turned into strangers
Strangers, strangersle gach beannacht
Trautchen
Das mit der Leiche ist zwar weniger schoen, doch muss das Leben ja weitergehen... (mehr oder weniger Hannes Wader)



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Das sind auch meine Worte, wenn ich auf unserer glückliche Beziehung angesprochen werde. 
