Danke für dieses emotionale Plädoyer!
Ich habe es sehr ähnlich erlebt. Vor 29 Jahren und seit dem. Auch mit einem Jahr Trennung, zur Selbstfindung und Neujustage, inklusive großer persönlicher Krise. Ich habe sie damals im Stich gelassen, aber niemals losgelassen. Das ist mir immer bewußt, das "hält den Blick frisch". Danke für diese Formulierungen.
Ich habe nach dem Kennenlernen allerdings einige Monate gebraucht, um überhaupt zu erkennen, daß in mir eine Liebe wächst. Es ging sehr langsam, es gab kein WOW. Die Gefühle wachsen, trotz Alltag und Sorgen, bis heute und hoffentlich auch weiter.
Hans
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30.05.2012, 09:22
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
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"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
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30.05.2012, 09:33Inaktiver User
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Ziemlich dusselig eigentlich, oder? Da biste auf die Nase gefallen, und es tat richtig weh. Und was machste? Bleibst beleidigt liegen, statt aufzustehen, und darauf zu bauen, dass es möglicherweise weitere gute Erfahrungen für Dich geben könnte? Weh getan hat´s doch schon. Jeder könnte die Erfahrung machen, dass das auch wieder aufhört, wenn er sich ein- und vor allem Altes los lässt. Das heisst nicht, dass er es vergisst. Es heisst nur, dass er akzeptiert, dass JETZT eben ein anderer Film läuft, und er sich DARAUF einlässt, statt den Körper auf der Erde zu lassen, und mit Kopf und Gefühl in anderen Sphären zu schweben. Mir wäre mein Leben für so eine Selbst-Demontage zu schade. [/QUOTE]
Dann würde dir ein wenig Demut gut zu Gesicht stehen, anstatt Menschen abzuwerten die in einer Situation sind die du offenbar aus eigenem Erleben gar nicht kennst.
Ich wünsche es dir nicht, aber vielleicht wärst du etwas mitfühlender, wenn du jetzt nach diesen 26 Jahren verlassen würdest, und vielleicht würdest auch du zunächst "dusselig" reagieren...
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30.05.2012, 09:40Inaktiver User
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Das ist schön für dich, und es ist eben eure ganz persönliche Liebesgeschichte.
Ich selbst würde "große Liebe" nicht mit "jahrelang funktionierender Beziehung" gleichsetzen, das sind für mich verschiedene Dinge, die zusammentreffen können, aber nicht müssen, für mich bedingen sie sich auch nicht.
Für mich kann es sowohl eine harmonische langjährige Beziehung geben, die nicht die große Liebe ist als auch eine Begegnung, die die große Liebe ist, auch ohne dass daraus eine lange Beziehung wird.
Mir fällt auf, wie gern letzteres abgewertet wird, ich finde das unschön. Noch dazu neigen Menschen dazu, die bei genauerem Hinsehen auch gar nicht wissen, wovon sie da sprechen, weil sie es selbst gar nie so erlebt haben. Warum muss man dann anderen absprechen, dass sie für sich anders empfinden??
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30.05.2012, 09:56Inaktiver User
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Ich denke nicht, dass ich etwas über Demut lernen muss. Aber vielleicht liest Du meinen Text noch einmal, und gehst schlicht davon aus, dass darin keinerlei Abwertung enthalten ist. Er sagt nur, dass ICH es für MICH dusselig fände, so zu handeln. Ich habe in meinem Leben viele schwierige Erfahrungen gemacht. Dass sowas wie Liebe überhaupt existiert, war mir in meinen ersten 15, 16 Jahren nicht wirklich bekannt, bewusst. Vielleicht war ich noch jung genug, um dennoch wagen zu können, mich einzulassen - und zwar immer wieder, auch nach Phasen, die verdammt schmerzhaft waren, und in denen so mancher anderer vielleicht das Handtuch geschmissen hätte.
Gerade weil mein Leben schon mal sehr, sehr klein war, schon quasi ausgelöscht, sage ich: es ist dusselig, es auf Sparflamme zu leben.
Das kannst Du nun finden wie Du willst, aber eines ist es sicher nicht: Abwertend.
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30.05.2012, 10:00
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Reinhard Mey sang mal:
"Nie wieder so arglos, nie mehr so naiv.
Und nie, als sie ging, je ein Schnitt mehr so tief.
Und ich war wie von Sinnen und war sterbenskrank,
Doch ich lernte verlier‘n und den aufrechten Gang.
Heute weiß ich, sie hat ihren Teil mit daran,
Daß ich lieben und leiden und verzeihen kann.
Vielleicht hat man‘s begriffen, wenn man erkennt:
Nicht jede große Liebe braucht auch ein Happy-End."
Falls wir damals nicht wieder ein Paar geworden wären, wäre es doch eine große Liebe für mich gewesen. Und vielleicht auch die einzige in meinem Leben, wer weiß.
Natürlich hat Beziehungsdauer und Beziehungsqualität nichts miteinander zu tun. Aber vielleicht ist eine langjährige harmonische Beziehung im Rückblick "die" Liebe des Lebens gewesen. Das hängt sicher davon ab, was eine "besondere" Liebe ausmacht. Das definiert vermutlich jeder von uns etwas anders.
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
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30.05.2012, 10:04Inaktiver User
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30.05.2012, 10:04
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Ich verstehe nicht, was Dich so verstimmt? frau-doktor fragte nach vielen verschiedenen Erfahrungen und Meinungen, und die wurden hier gegeben.
Kritik wurde meiner Meinung nach nur darauf bezogen, dass man einer grossen Liebe ewig nachtrauert und sich somit neuen Chancen verschliesst und neue Lieben immer nur kleiner sein koennen.
Wenn eine grosse Liebe nicht von Dauer ist, kann sie doch eine wunderschoene Erinnerung werden und das Leben bereichern, ohne es einzuschraenken.
Ich liebe Geschichten mit Happy End wie die von c-f - doch leider ist Happy End immer Glueckssache.le gach beannacht
Trautchen
Das mit der Leiche ist zwar weniger schoen, doch muss das Leben ja weitergehen... (mehr oder weniger Hannes Wader)
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30.05.2012, 10:08Inaktiver User
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Eben - wer weiß. Ohne Vergleich ist das schwer zu beurteilen.
Eben. Und darum kann man es doch einfach so stehen lassen, was jeder für sich als Große Liebe empfindet, ohne (was du nicht tust) das so leicht abzutun als reine Projektion, Rosarote-Brille, Lust am Drama und was noch alles zu lesen war.
Ich frag mich dann immer: woher wissen denn das diejenigen so genau, die das doch ihrem eigenen Bekunden zufolge gar nie erlebt haben???
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30.05.2012, 10:11Inaktiver User
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Was mich verstimmt ist, dass von vielen nicht respektiert wird, dass eine große Liebe auch eine sein kann, die eben nicht dreissig Jahre gedauert hat. Und das hauptsächlich von Menschen, die das selbst gar nicht erlebt haben aber natürlich genau wissen, dass das nicht sein kann, und nur ihre Form der Liebe gelten lassen.
Ich spreche doch langjährigen Paaren auch nicht ab, dass sie eine intensive und leidenschaftliche Beziehung haben können?
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30.05.2012, 10:18
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Wenn dies das Kriterium ist: "Die große Liebe gibt es nur einmal" - dann entspricht das nicht meinen Erfahrungen.
Das ist wahrscheinlich ein Gedanke, der einem nach einer Trennung kommen kann, weil man befürchtet, nie wieder so sehr lieben zu können oder dann, wenn man alleine ist bzw. in einer Beziehung, die einen nicht wirklich glücklich macht.
@chironex: Schöner Beitrag. Es gibt sowas wie freundliche Tritte in den Hintern, so habe ich Deinen Beitrag gelesen.



, wusste ich: Der isses. Eigentlich wusste ich an diesem Abend auch, dass ich den mal heiraten würde. Nur sagt man sich das als knapp 19 jährige kurz vorm Abi natürlich nicht, da läuft gerade ein ganz anderes Kopfkino. 
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