Diese Definition der großen Liebe entspricht auch meiner Auffassung, danke für die Formulierung.
Meine große Liebe fand ich erst im reiferen Alter, und bis heute haben wir eine stressfreie Beziehung.
Ob es mehrere große Lieben im Leben eines Menschen geben kann, weiß ich allerdings nicht. Ich erlebe sie zum ersten Mal und habe nicht vor, das enden zu lassen.
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Ergebnis 21 bis 30 von 181
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29.05.2012, 09:49
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
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29.05.2012, 10:08Inaktiver User
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Moin O-S,
aus deinen Zeilen spricht eine gewisse...äh...Verstimmung *ggg*
Auch ich bin eine Anhängerin der "kleinen Liebe - mit großem Entwicklungspotenzial;)" und frage mich, warum es dir so wichtig ist/wäre von deinem Partner als "große Liebe" deklariert zu werden?
Für mich hat dieser Begriff einen -sorry- durch und durch fragwürdigen Beigeschmack.
Begründung: siehe meine VorschreiberInnen
Die unerfüllte, tragische, unvollendete ist doch meist diejenige, der die meiste Größe zugesprochen wird.
Das kleine, unscheinbare, dafür aber reale Glück findet weder in der Literatur, noch im Film, noch unter den handelsüblichen, persönlichen Highlights die m.E. gebührende Beachtung.
Heftig, sensationell, monumental muss es sein.
Berauschend, verzehrend, leidenschaftlich und das ganze mit einer nicht zu gering bemessenen Dosis Verzweiflung gespickt, sonst machts ja auch nicht aua, und je mehr aua desto tiefer...oder so ähnlich.
Meine ganz persönliche Geschichte dazu:
ich halte mich gewiss nicht für einen männermordenden Vamp.
Bin froh und glücklich verheiratet, ganz ohne weltbewegenden Urknall, dafür mit stetig wachsender Begeisterung :)
Dem ganzen gingen allerdings diverse "Kisten" voran, ich hab mich wirklich ausprobiert,
wobei ich aber guten Gewissens behaupte,
dass ich nie vorsätzlich mit einem Mann gespielt hab; ich war immer ernsthaft interessiert, das ein oder andere mal sogar ziemlich verknallt.
Was allerdings keinerlei, ich wiederhole KEINELEI zuverlässiger Gradmesser dafür war, wie gut die Herrschaften wirklich zu mir passten (oder ich zu ihnen) und wie sich das miteinander wenige Wochen später gestaltete.
Kurzum- es funktionierte (bis auf eine einzige, langjährige Beziehung) überhaupt nicht, und das kristallisierte sich auch immer recht flott heraus.
Mir fallen aber auf Anhieb mindestens zwei bis drei ein, die das ganz und gar nicht so sahen und unsere gravierenden Verständigungsschwierigkeiten, die teilweise extrem abtörnenden Differenzen und die komplette Inkompatibilität in jeder nur denkbaren Hinsicht, die nach erschreckend kurzer Zeit zutage traten, als nicht im entferntesten hinreichend betrachteten, das ganze doch lieber zu lassen. Die von mir ausgesprochenen Trennung wurde auch nicht akzeptiert.
Ich sei schließlich ihre "große Liebe"- was dazu führte, das die keine Ruhe gaben.
War mir unbegreiflich- die hatten doch mit mir genausoviel Stress, wie ich mit ihnen,
da stimmte vorn und hinten nichts... was aber ihrem Gefühl scheinbar keinen Abbruch tat, im Gegenteil, meine daraus gezogene Konsequenz getrennter Wege schien ihre verklärte Sicht auf mich/uns noch mehr anzufachen, die Zurückweisung befeuerte die offenbar spektakulären Empfindungen bis ultimo.
Teilweise ließen die mich über Jahre nicht in Ruh- im Namen der Liebe, natürlich,
die wurden mir regelrecht unheimlich.
Ich glaube zwar wirklich, dass da sehr extreme Gefühle im Spiel waren...
die Vorstellung allerdings dass mich ein Mann als "seine, DIE große, unsterbliche Liebe" bezeichnet,
"über die er nie hinwegkommen wird", mit dem ich nur ein paar Wochen oder wenige Monate zusammen war,
und bei dem ich mit einer gruselbedingten Gänsehaut sofort die Straßenseite wechseln würde, wenn der mir zufällig über den Weg läuft, finde ich nicht gerade erbaulich.
Da lieber eine kleine Liebe, die beide hegen und pflegen und sich an ihr erfreuen!Geändert von Inaktiver User (29.05.2012 um 10:12 Uhr)
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29.05.2012, 10:41Inaktiver User
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Klein und unscheinbar? Na vielen Dank auch! Nein, dafür tauge ich nicht. Oder will mich nicht dazu machen oder missbrauchen lassen.
Ich war mal einer - naja, zumindest so etwas in der Art. Bevor ich mich eingelassen habe. Auf einen Mann, bei dem es bei mir damals nicht "Zoom" machte, der aber damals überwältig von mir und/oder meiner Wirkung auf ihn war. Und dafür soll ich mich jetzt vom Jaguar- in ein Käfer-Cabrio umbauen lassen? Na ich weiß nicht.ich halte mich gewiss nicht für einen männermordenden Vamp.
Zunehmend frustriert ab
Sin
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29.05.2012, 12:07
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Meine persönliche Meinung hierzu: es ist doch nicht wichtig, wie andere Menschen die "große Liebe" definieren oder welcher Art von Liebe die meiste Größe zugesprochen wird. Es geht doch darum wie ich selber die große Liebe definiere, und das mache ich nicht an dem Umfang der (Un)Erfüllung, der Tragik, des Leidens fest... sondern einfach daran wie mein Partner und ich insgesamt als Liebespaar dastehen.
Komischerweise habe ich tatsächlich von Anfang an gespürt mit welcher Perfektion wir harmonieren... und zwar nicht Perfektion in ihrer objektiven Definition, sondern er ist der perfekte Mensch für mich aber ich bin auch der perfekte Mensch für ihn... mit all unseren Vorzügen und Makeln.
Wir ähneln uns in den wichtigsten Bereichen, wir unterscheiden uns in vielen, jedoch nicht relevanten Bereichen und wir ergänzen uns zusätzlich. Von Anfang an und bis heute fühle ich mich bei ihm angekommen. Wir behalten jeweils die Sicht auf den anderen, ohne uns selber als Individuum zu vernachlässigen.
Eine kleine Liebe, wäre mir persönlich zu wenig... und auch eine große Liebe muss gehegt, gepflegt werden und an ihr kann man sich auch erfreuen...Da lieber eine kleine Liebe, die beide hegen und pflegen und sich an ihr erfreuen!
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29.05.2012, 13:01Inaktiver User
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Tu das nicht jeder? Ich kenne niemanden, der die Intensität seiner Gefühle daran festmacht, wie sehr er an einer Beziehung gelitten hat, dieses Argument höre ich eigentlich immer nur von denen, die das nicht zu kennen scheinen, und mit einer harmonischen Beziehung ganz zufrieden sind.
Ich denke schon (und habe das auch so erlebt), dass es Menschen gibt, zu denen man eine sehr tiefe Verbindung hat, die einen erkennen und die man erkennt - ob das auch als Alltagsbewältigungsgemeinschaft auf Dauer funktioniert ist für mich nicht maßgebend für die "Größe" der Liebe.
Natürlich spreche ich auch nicht davon, sich für ein unbekanntes ODB jahrelang zu verzehren - aber auch wenn eine Beziehung nach wenigen Jahren warum auch immer scheitert kann das eine oder DIE große Liebe gewesen sein und bleiben. Deshalb kann man dennoch auch danach noch schöne Beziehungen führen und jemand anders lieben und mit ihm glücklich sein, aber so eine spezielle Verbindung hat man glaub ich nicht oft im Leben, und vielleicht tatsächlich nur einmal.
Wäre das nicht so hieße das für mich, jeder wäre irgendwo ersetzbar und austauschbar, das finde ich nun auch keinen schönen Gedanken. Ich empfinde das jedenfalls nicht so, man kann mehr als einen Menschen lieben, aber sicher nicht alle genau gleich intensiv.
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29.05.2012, 14:40
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Nun ja, Literatur und Kino brauchen doch Unterhatlungswert, und diese Art Glueck ist ausschliesslich privater Natur und fuer jede Art Publikum eher langweilig.
Ausserdem laesst es/sie (die grosse Liebe) sich nicht erklaeren oder analysieren, wer es/sie hat, weiss und schaetzt es, aber wie es funktioniert weiss keiner - genauso wenig wie man begruenden kann, warum sie bei einigen lebenslang haelt und bei anderen einfach versiegt.
frau-doktors Freund, der immer noch von seiner grosen Liebe schwaermt und damit seine Frau auf den zweiten Platz zu verweisen scheint kann bei mir uebrigens gar nicht punkten.le gach beannacht
Trautchen
Das mit der Leiche ist zwar weniger schoen, doch muss das Leben ja weitergehen... (mehr oder weniger Hannes Wader)
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29.05.2012, 15:22
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Ein interessanter Aspekt!
Vielleicht liegt es daran, daß ein Paar erst im Alltag - quasi auf NormalNull - erkennen kann, daß selbst "die große Liebe" normal wird, wenn sie zum Dauerzustand geworden ist?
Wie sehr man sich liebt, hängt ja auch vom Gefühlsdruck ab, der dabei erlebt/erkannt/erlaubt wird. Und unerledigte Gefühle beschäftigen den Menschen mehr, weil sie tiefer verwurzelt in der Seele sind, als bereits als "normal" angenommene/eingestufte Liebe.
Ja - ist allerdings relativ.Gibt es sie wirklich, die große Liebe?
Es kann mehrere geben, abhängig von den Umständen und den Teilnehmer(inne)n.Und wenn, ist sie einmalig oder kann man mehrere große Lieben in seinem Leben haben?
jederzeitWann begegnet sie einem? Eher in der Jugend oder auch später?
Mehr als alle Anderen, die Frau - erst die "grösste Liebe meines Lebens" -, die sich einige Jahre später als die grösste Enttäuschung meines Lebens herausstellte ...Wer war/ist eure große Liebe?
Nicht erforderlich. Die Qualifikation "große Liebe" muß nicht entzogen werden, wenn sie nicht gelebt werden konnte/durfte.Seid ihr noch zusammen oder findet jede große Liebe ein dramatisches Ende?
An die guten Seiten schon ... aber was vergangen ist, ist eben vorbei und wir leben im JETZT.Denkt ihr noch oft daran?
Mit anderen Worten: schöne Erinnerungen können zwar beglückend sein, verzerren aber die Realität, wenn man ihnen zuviel Raum gibt.The very purpose of creation and of evolution is expansion of happiness
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29.05.2012, 22:16
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Natürlich spreche ich auch nicht davon, sich für ein unbekanntes ODB jahrelang zu verzehren - aber auch wenn eine Beziehung nach wenigen Jahren warum auch immer scheitert kann das eine oder DIE große Liebe gewesen sein und bleiben. Deshalb kann man dennoch auch danach noch schöne Beziehungen führen und jemand anders lieben und mit ihm glücklich sein, aber so eine spezielle Verbindung hat man glaub ich nicht oft im Leben, und vielleicht tatsächlich nur einmal.
vs
frau-doktors Freund, der immer noch von seiner grosen Liebe schwaermt und damit seine Frau auf den zweiten Platz zu verweisen scheint kann bei mir uebrigens gar nicht punkten.
sehr interessant
Mein Bekannter scheint mir nicht unglücklich. Er schätzt seine Frau und er liebt sie auch. Aber eben anders, auf einem anderen Level, für andere Dinge.
So, zumindest, habe ich ihn verstanden.
Ich denke, angeregt durch eure Beiträge, intensiv darüber nach ob ich eine große Liebe hatte.
Mir fällt es schwer mich da festzulegen, weil ich seit einiger Zeit "anders" unterwegs bin.
Rückblickend kann ich mich an eine Beziehung erinnern, die sehr sehr gefühlsintensiv war.
Der eine hat ausgesprochen was der andere dachte, usw..
Wir haben eine Menge miteinander durchgemacht und auch einige Jahre nach unserer Trennung war da immer noch diese tiefe Verbindung, das stillschweigende Einvernehmen.
Es mag sein, dass ich das rückblickend romantisch-verklärt betrachte, aber es war damals einfach so.
Beim letzten Umzug habe ich ein Bild aufgehangen, was jahrelang im Keller lag- von ihm gemalt.
Mir kam der Gedanke, die Lösung für unser damaliges Problem, das eher seins war.
Ich bin nicht traurig darüber.
Wie erwähnt, leben wir im Jetzt.
Aber es hat mich ein wenig verstimmt, dass ich damals nicht darauf gekommen bin.
Vielleicht wären wir dann weiter gemeinsam durch´s Leben gegangen.
Es war toll, aufregend, anstrengend, intensiv, lustig.
Ja, es war groß.
Dafür bin ich sehr dankbar.
Ob das nochmal kommt? Ob ich das nochmal so will?
Ich weiß es nicht.
Aber ich bleibe gespannt.Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.
Johann Wolfgang von Goethe
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30.05.2012, 00:08Inaktiver User
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Nee, ich kann das nicht schön finden, mir rollen sich da die Fussnägel dezent gen Himmel. Was für ein Käse - da hebt jemand eine Illusion in den Himmel, die nie Realität werden konnte, und misst daran nun sein Leben, das im Vergleich mit dieser glorifizierten Schmonzette natürlich schlecht abschneidet. Wer kann schon gegen Luftschlösser anstinken?
Der Gute lebt lieber im Wolkenkuckucksheim als tatsächlich. Das ist seine Entscheidung. Mit grosser Liebe hat das meines Erachtens aber gar nichts zu tun.
Die gibt´s. Und zwar auch im schnöden Alltag. Vielleicht sogar gerade da.
Wer ist man? Ich bin nicht man. Und nein, ich schütze mich nicht. Ich will leben, Leben, volle Kanne, und das geht nicht, wenn ich emotional auf der Bremse stehe.Zynisch und unpathetisch...ich glaube um so mehr Erfahrungen man in dem Bereich sammelt, ja auch enttäuscht wird, versucht man sich auch ein Stück weit selbst zu schützen.
Ziemlich dusselig eigentlich, oder? Da biste auf die Nase gefallen, und es tat richtig weh. Und was machste? Bleibst beleidigt liegen, statt aufzustehen, und darauf zu bauen, dass es möglicherweise weitere gute Erfahrungen für Dich geben könnte? Weh getan hat´s doch schon. Jeder könnte die Erfahrung machen, dass das auch wieder aufhört, wenn er sich ein- und vor allem Altes los lässt. Das heisst nicht, dass er es vergisst. Es heisst nur, dass er akzeptiert, dass JETZT eben ein anderer Film läuft, und er sich DARAUF einlässt, statt den Körper auf der Erde zu lassen, und mit Kopf und Gefühl in anderen Sphären zu schweben. Mir wäre mein Leben für so eine Selbst-Demontage zu schade.Es gibt Leute, die hatten einmal eine Liebe in ihrem Leben und danach hat´s ihnen so den Boden unter den Füßen weggerissen, dass sie sich auf nichts mehr einlassen wollen.
Selbstschutz.
Es wäre schon viel gewonnen, wenn jeder mal bei sich bliebe, und von sich erzählte. Für sich und seine Träume Verantwortung übernähme, und neugierig bliebe auf den Menschen, mit dem er das Sofa teilt. Weil der sich nämlich auch konstant verändert, jeden Tag Neues erlebt, und die Welt nicht jeden Tag durch dieselbe Brille betrachtet. Könnte ganz spannend sein, so ein Alltag.Der Alltag....das ist ja auch so ein Angstding...ein Gespenst..."wenn erstmal der Alltag kommt"....
Ja, der kommt. Aber das muss ja nichts Negatives sein. Die Beziehung kommt dann einfach ins nächste Level.
Warum so viele Leute sich den Alltag zum Horror machen hängt meiner Meinung nach auch einfach mit der Erwartungshaltung zusammen. Und dem Bild, dass die Menschen von Beziehung haben.
Es muss so und so sein.
Muss man sich über den geöffneten Klodeckel streiten?
Muss man starr an dem Muster des Zusammenwohnens festhalten?
Heute wird im Job so viel Flexibilität gefordert.
Warum nicht auch in der Beziehung?
Auch wenn mir jemand nah ist, ist er doch anders als ich.
Die Leute breiten alles vor einander aus , wenn sie sich kennenlernen. Von der schlechten Kindheit, über die Lieblingsfarbe, bis hin zu Zukunftsträumen.
Was ja auch gut ist.
Aber kaum einer redet über den Klodeckel.
Ja - hier sitzt eine. Ich bin seit 26 Jahren mit demselben Mann zusammen. Es gab eine Unterbrechung von einem knappen Jahr, in dem wir getrennt waren. Als ich ihn sah, es war in einer Duisburger Disco
, wusste ich: Der isses. Eigentlich wusste ich an diesem Abend auch, dass ich den mal heiraten würde. Nur sagt man sich das als knapp 19 jährige kurz vorm Abi natürlich nicht, da läuft gerade ein ganz anderes Kopfkino.
Es war an diesem ersten Abend eine ganz grosse Liebe. Und die ist es heute immer noch. Ich finde auch nach mehr als einem Vierteljahrhundert und verdammt noch mal jeder Menge Alltag, dass er ein ganz wunderbarer Mann ist. Älter, faltiger, mit mehr Bauch - aber für mich immer noch wunderbar. Wir haben uns auch heute noch immer wieder auf´s Neue jede Menge zu erzählen. Er ist immer noch, und immer wieder, mein bester Freund. Er ist der Mensch, der immer und bedingungslos für mich da ist. Und ich bin seine Menschin, die für ihn dasselbe symbolisiert. Das ist etwas ganz Starkes, Gewachsenes, ein dicker, verästelter Baum, der aus diesem ersten Liebes-Knöspchen gewachsen ist.
Ich schaue ihn oft an und denke: Ja! Das isser.
Heisst übrigens nicht, dass es da nix anderes gegeben hätte. Hat es. In dem Jahr, in dem wir getrennt lebten - was nichts mit der Liebe, aber viel mit mir und einer grossen persönlichen Krise zu tun hatte - traf ich einen Mann, der vielleicht auch das Zeug zu einer solchen Liebe gehabt hätte. Das war ein ähnliches Urknall-Ach-Du-Scheixxe-Was-Ist-Das-Denn - Erlebnis, ein ähnliches "den kenn ich doch - das ist meiner!" Gefühl. Und das hat mich damals erheblich aus der Kurve geschmissen, denn ich dachte, das kann doch nicht sein, dass einem das im selben Leben zweimal passiert, und mit unterschiedlichen Männern.
Aber dann war es eben doch etwas anderes. Besagter Mann hat den Knall offenbar auch gespürt, aber er hatte nicht den Mumm, sich darauf einzulassen, und vielleicht war das eine weise Entscheidung. Mir hat es sicher viele schlaflose Nächte erspart, denn irgendwann hätte ich mich ja vermutlich dann entscheiden müssen für den einen, und damit gegen den anderen. So blieb es bei diesem eher diffusen Initialfunken, der irgendwo verpuffte. Eine grosse Liebe würde ich diese Luftnummer aber niemals nennen - grosse Liebe, das ist für mich eindeutig etwas, das GELEBT wird, vital, beweglich, angefüllt mit Alltag, mit Sonntag, haptisch, nicht virtuell, inklusive Krisen, grossen Freuden, und ganz kleinen, leisen, zarten, die man sehen wollen muss, damit sie nicht untergehen. Ich habe das grosse Glück, mir diesen Blick frisch halten zu können. Und einen Mann, der sich darauf ebenfalls versteht.
Unsere Krisen haben dafür gesorgt, dass wir gar nicht erst angefangen haben, uns für selbstverständlich zu halten. Nö, es war nicht immer einfach mit uns, wir haben uns schon auch sehr weh getan so manches Mal, uns enttäuscht, und auch im Stich gelassen. Aber los gelassen, nein, das haben wir einander nie.
Ich nenne das eine grosse Liebe, trotz Alltag, auch wenn Klodeckel für uns nie ein Thema waren
Geändert von Inaktiver User (30.05.2012 um 00:14 Uhr)
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30.05.2012, 06:33Inaktiver User
AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?
Wow! Schön geschrieben!



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