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  1. User Info Menu

    AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?

    Soweit ich weiß, waren sie ziemlich jung. So Anfang 20 und der Freundeskreis, um das mal grob zu umschreiben, hat sie wohl auseinander gebracht.
    Wie das so ist, in dem Alter.
    Er ist heute verheiratet und hat Kinder.
    Wie hat er sich ausgedrückt?
    Ich fand das so schön, auch wenn es sicher kitschig ist.
    Er sagte: "Ich möchte es mal so sagen. Ich bin kein armer Mann, aber mit ihr war ich Millionär."
    Ich denke, er meinte das auf die persönliche Nähe, das verstanden werden bezogen.
    Ich kann ja nochmal nachfragen

    Zynisch und unpathetisch...ich glaube um so mehr Erfahrungen man in dem Bereich sammelt, ja auch enttäuscht wird, versucht man sich auch ein Stück weit selbst zu schützen.

    Es gibt Leute, die hatten einmal eine Liebe in ihrem Leben und danach hat´s ihnen so den Boden unter den Füßen weggerissen, dass sie sich auf nichts mehr einlassen wollen.
    Selbstschutz.

    Der Alltag....das ist ja auch so ein Angstding...ein Gespenst..."wenn erstmal der Alltag kommt"....

    Ja, der kommt. Aber das muss ja nichts Negatives sein. Die Beziehung kommt dann einfach ins nächste Level.

    Warum so viele Leute sich den Alltag zum Horror machen hängt meiner Meinung nach auch einfach mit der Erwartungshaltung zusammen. Und dem Bild, dass die Menschen von Beziehung haben.
    Es muss so und so sein.

    Muss man sich über den geöffneten Klodeckel streiten?
    Muss man starr an dem Muster des Zusammenwohnens festhalten?

    Heute wird im Job so viel Flexibilität gefordert.
    Warum nicht auch in der Beziehung?

    Auch wenn mir jemand nah ist, ist er doch anders als ich.

    Die Leute breiten alles vor einander aus , wenn sie sich kennenlernen. Von der schlechten Kindheit, über die Lieblingsfarbe, bis hin zu Zukunftsträumen.
    Was ja auch gut ist.
    Aber kaum einer redet über den Klodeckel.

    Ich könnte das noch ewig weiter ausführen, aber das ist ja nicht das Thema.
    Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.
    Johann Wolfgang von Goethe

  2. User Info Menu

    AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?

    Interessantes Thema...

    Die große Liebe... ja was ist das eigentlich?

    Nur diese paar Gedankensprenksel dazu:

    Zuerst müsste man für sich selbst einmal klären, was man unter Liebe versteht. Dann als nächster Schritt der Superlativ: die größte/ die große Liebe. Hm.-

    Ich denke, Liebe hat immer etwas mit Grenzen-Überschreiten (und mit Weiten des zur Verfügung stehenden Raumes) zu tun. Und zwar in der Hinsicht, dass es plötzlich möglich wird, die Grenzen des "Ichs" zusammen mit einem "Du" zu sprengen, seien es nun die Grenzen nach innen oder nach außen und dabei größtmögliche Lebensbejahung zu erfahren.

    Vielleicht wird dies durch eine große Leiden_schaft, von der man plötzlich (wie beim Urknall, der die Ausdehnung des Universums zur Folge hatte/hat ) gepackt und hinweggerissen wird, vollbracht. Oder, von einer Liebe, die ganz still und leise daherkommt, und die das "Ich" nicht explosionsartig ausdehnt, sondern zuerst einmal nach innen und in die Tiefe geht, indem es in Seinsbereiche vordringt, die bisher von einem selbst noch nicht oder kaum erschlossen wurden, sozusagen die ganze Zeit "brach" lagen.

    Vielleicht gehört es zu der uralten Sehnsucht und gleichzeitig zum Grundmuster des Menschen, sich die vollkommene Liebe eben genau so vorzustellen: Größtmögliche Grenzsprengung unter größtmöglicher Lebensbejahung (was die Bejahung der zwei "Selbsten" mit einschließt).

    Vielleicht hat Dein Bekannter, liebe frau-doktor, genau das erlebt, also eine Erfahrung gemacht, von der er heute noch zehrt, aber die ihm anscheinend auch den Blick für neue, weitere "Lieben" in seinem Leben verstellt..... denn, es kann durchaus passieren, dass eine (neue) große Liebe vor einem steht, man sie aber nicht erkennt, oder erst auf den zweiten Blick. Oder man erkennt sie, kann sie aber nicht zulassen und flieht... so kann's nämlich auch gehen.
    Geändert von bruennette_2 (28.05.2012 um 15:36 Uhr)

  3. User Info Menu

    AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?

    bruenette...mir gefällt dein post sehr. Danke dafür.

    Ich hatte auch einfließen lassen, dass es gut möglich wäre, wenn er sie heute einmal wieder sehen würde, alles was er damit verbunden hat, platzen könnte, wie die berühmte Seifenblase.

    Aber das ist natürlich eine fifty/fifty- Situation.

    Ich finde es interessant, das anscheinend die "große Liebe" immer die ist, die auseinander ging oder unerfüllt blieb.

    Aber vielleicht findet sich ja hier noch die/der ein oder andere, die/ der anderes berichten kann.

    Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.
    Johann Wolfgang von Goethe

  4. User Info Menu

    AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?

    Also, von Urknall-Lieben halte ich ueberhaupt nichts. So ein Gefuehl, egal wie markerschuetternd es sein kann, muss doch meist keinen Belastungen standhalten.

    Fuer mich kann sich eine richtig grosse Liebe nur im Alltag beweisen, wenn es auf Verstaendnis und Respekt fuereinander ankommt. Und auch Abhaengigkeit oder Selbstaufgabe hat fuer mich nichts mit Liebe zu tun. Nur, wenn man sich auf gleicher Ebene befindet kann man den anderen klar sehen.

    Ich glaube nicht, dass ich die 'grosse' Liebe gefunden habe, doch ich habe sie bei Verwandten miterlebt:

    Eine Tante und ein Onkel von mir kannten sich seit der Grundschule, haben mit Anfang zwanzig geheiratet, hatten echt harte Zeiten, die sie immer zusammen gemeistert haben. Sie haben sicher nie ueber ihre Beziehung nachgedacht - was anderes als zusammen zu sein, war fuer sie nicht moeglich. Der Onkel hat sich mit dem Sohn verkracht, so dass er nie mehr mit ihm gesprochen hat, doch er hat nie verlangt oder erwartet, dass seine Frau es ihm gleichtut. Die beiden haben sich respektiert, auch mal gestritten oder den anderen kritisiert, doch wenn es drauf an kam waren sie fuereinander da. Sie hatten jeder eigene Interesssen, und sie waren nicht von der haendchenhaltenden Sorte, aber man spuerte immer, dass sie zusammengehoeren. Sie starben beide mit ueber neunzig im Abstand von zwei Monaten.
    le gach beannacht

    Trautchen



    Das mit der Leiche ist zwar weniger schoen, doch muss das Leben ja weitergehen... (mehr oder weniger Hannes Wader)

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    AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?

    Das klingt nach etwas großem, Trautchen.
    Danke für deinen Beitrag.
    Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.
    Johann Wolfgang von Goethe

  6. Inaktiver User

    AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?

    Zitat Zitat von frau-doktor Beitrag anzeigen
    Hallo liebe BriCom!

    Alle reden darüber. Viele suchen sie.

    Gibt es sie wirklich, die große Liebe?

    Und wenn, ist sie einmalig oder kann man mehrere große Lieben in seinem Leben haben?

    Wann begegnet sie einem? Eher in der Jugend oder auch später?

    Wer war/ist eure große Liebe?

    Seid ihr noch zusammen oder findet jede große Liebe ein dramatisches Ende?

    Denkt ihr noch oft daran?

    Die große Liebe- Mythos oder Realität.

    Ich freue mich auf Eure Antworten.



    Beste Grüße.

    ich bin seit über 30 Jahren mit meiner großen Liebe verheiratet :-)) und weiß daher: yepp, es gibt sie.
    Ist kein Mythos.
    Manchmal gerät man auch mit der "große Liebe" ordentlich aneinander. Und wäscht sich gegensetig heftig die Birne - um sich dann wieder heftig zu versöhnen..:-)
    Ich glaube, dass es in meinem Leben nur Platz für eine große Liebe gibt.
    Wäre er nicht mehr da, würde ich alleine bleiben.
    Jede große Liebe findet irgendwann - leider - ein dramatisches Ende, nichts ist ewig.

    Ich glaube, dass man in jedem Alter seine große Liebe treffen kann. Es klingt komisch: ich habe es gleich gewusst, am ersten Tag, als ich meinen Mann kennenlernte...und er sagt, es wäre ihm genauso gegangen.
    Wir waren beide in einer Situation, in der wir nicht dran geglaubt haben, dass wir uns in nächster Zeit verlieben würden - hatten gerade beide Enttäuschungen hinter uns.

    Hier im Strang wurde "Beziehungsarbeit" erwähnt. Für mich das Antwort - es klingt furchtbar.
    Ich bin für meine Beziehung dankbar - mit Arbeit hat das nichts zu tun. Es ist einfach ein GEschenk.

  7. User Info Menu

    AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    i
    Ich bin für meine Beziehung dankbar - mit Arbeit hat das nichts zu tun. Es ist einfach ein GEschenk.
    Vielleicht ist das das ganze Geheimnis?
    le gach beannacht

    Trautchen



    Das mit der Leiche ist zwar weniger schoen, doch muss das Leben ja weitergehen... (mehr oder weniger Hannes Wader)

  8. Inaktiver User

    AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?

    Ich weiß nicht, ob es ein Geschenk ist oder ob der Begriff es faßt. Es ist eine Aufgabe, denke ich, also im wahrsten Sinne des Wortes. Du bist innerlich abhängig von deinem Partner, du gibst dich selbst ein Stück auf. Denn wenn du liebst, kannst du nicht nur dich im Blick haben und allein dein Ding durchziehen, das geht nicht, macht keinen Spaß, es freut nicht. Man will wissen, was der Partner denkt, wie er eingestellt ist zu dem, was man tut, ob das, was man tut, denkt, lebt auch ein Teil von ihm ist. Wenn man das alles erarbeiten soll, also den Partner von sich und seinem Tun überzeugen soll, sich selbst umgekehrt auch überzeugen muß, wird es schwer, es wird kopflastig. Gefühl, die Emotion, die Liebe wird eingekerkert, und ich weiß nicht, ob Partnerschaften so auf Dauer bestehen könnten. Ohne diese innere "Abhängigkeit", die allerdings mitnichten eine Unselbständigkeit bedeutet sondern eben einfach ein inneres Zusammengehören, ein Wissen der Seele.
    ich weiß nicht, ob ich es verständlich gesagt habe, was ich meine. Betonen möchte ich jedenfalls, dass es nichts mit einer krankhaften Abhängigkeit zu tun wie es in einem anderen strang beschrieben wird. Obwohl - die große Liebe hat ja auch irgendwie etwas nicht nachvollziehbares, etwas verrücktes, oder?
    Geändert von Inaktiver User (28.05.2012 um 19:37 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?

    Zitat Zitat von frau-doktor Beitrag anzeigen
    Die große Liebe- Mythos oder Realität.
    Ich habe da nur eine Frage: Warum ODER? Warum nicht UND? "Die große Liebe" - Mythos UND Realität. Das klänge für mich sinnvoller.
    So wie Jesus Christus ein Mythos ist - UND (gerade ALS (!) Mythos) Realtität geschaffen hat. In Form einer Amtskirche, eines Klerus usw. usf. Mit allem Schönen und Schrecklichen wie Inquisition und grausame Religionskriege, was halt so dazu gehört.
    So wie Märchen ganz offensichtlich Mythen sind - UND gleichzeitig, als innere Archtypen ganz real wirken in unserem Denken, Fühlen und Handeln.

    Außerdem beißt es mich ja fast, den Versuch einer Ehrenrettung für die "kleine" Liebe zu unternehmen. Der Vorteil der kleinen Liebe ist es jedenfalls, dass sie wachsen kann. (Was die "große" nicht kann. Anders gesagt: Da ist keine Entwicklung mehr möglich. Deswegen muss beim Mythos der "großen" Liebe vorzugsweise eine oder beide der beteiligten Parteien tot sein. Dann klappt es mit dem Mythos. Sind Romeo und Julia als Mythos vorstellbar, nach 20 Ehejahren, dem üblichen kleinlichen Streit um Alltagsdinge und gestresst inmitten von zwei pubertierenden Kindern? Nee, der Mythos klappt schon besser, wenn die beteiligten tot sind.)

  10. Inaktiver User

    AW: Die große Liebe- Mythos oder Realität?

    Morgen Dexter! So früh am Tage schon auf Christus' Spuren?

    Was Deinen zweiten Absatz angeht, so hast Du natürlich Recht (mit dem ersten auch nicht völlig unrecht, nur das mit den Märchen und den Mythen und Archetypen: ich denke ja, der Archetypus war früher da und drückt sich im Märchen [und eventuell in unserem Leben] aus - wenn es so etwas wie Archetypen überhaupt gibt, und wenn sie denn dann tatsächlich so wichtig sind). Aber ich wollte ja was zum zweiten Absatz sagen: ja, tot zu sein empfiehlt sich für zumindest eine der beiden Parteien. Eigentlich würde ich es vorziehen, für meinen Partner eine große Liebe zu sein. (Nein: lieber die große Liebe.) Ergo: ich sollte mich umbringen! (Er scheint trotz aller Unzufriedenheiten am Leben zu hängen. Vermutlich ist er deswegen wie Du eher für die kleine Liebe.)
    Geändert von Inaktiver User (29.05.2012 um 07:23 Uhr)

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