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21.05.2012, 03:13Inaktiver User
AW: Was bedeutet es, "Frau zu sein"?
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21.05.2012, 07:27Inaktiver User
AW: Was bedeutet es, "Frau zu sein"?
Stecherle,
man wird als Frau andauernd drauf aufmerksam gemacht, dass man eine Frau ist. Gehste die Straße hoch, wirste drauf aufmersam gemacht, kaufste ein handy wirst du drauf aufmerksam gemacht, gehst du die Straße wieder runter pfeift die einer hinterher. Ist es draußen dunkel und man will durch den Park, dann macht man sich selber darauf aufmerksam, dass man Frau ist.
Andauernd ist man Frau.
Es ist manchmal sehr sehr schön, einfach zu sein.
Es erleichtert, denn irgendwie verdeckt das ganze Frausein einen erheblichen Teil dessen, was man eigentlich ist.
Für mich zumindest.
Farmelli
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21.05.2012, 07:31Inaktiver User
AW: Was bedeutet es, "Frau zu sein"?
Eigentlich ist es im Tierreich genau anders herum. Die gefährlichsten Tiere sind Mütter, da sie zu allem bereit sind. In sehr patriarchalen Gesellschaften sind es die Frauen, die die Hosen anhaben und fürchterlich taff sind (Italien, Griechenland).
Ich meine manchmal, dass dieses ganze "Weich und Flauschig" sein, zweckmässig erfunden wurde. Denn im Grunde kenne ich ebenso viele Männer, denen es überhaupt nicht liegt sich durchzusetzen, da es anstrengend ist.
Grundsätzlich. Nicht anstrengender für Mann oder für Frau. Sondern einfach: anstrengend.
Den Unterschied den ich allerdings beobachte, ist, dass viele Frauen Dominanz bzw. Durchsetzen (auch auf weiche bestimmte art) missverstehen. Denn viele Männer machen es schlicht nebenher, ein bisschen Hirschgeweihschärfen ein bisschen Hufgetrappel...eher ein Spiel als Ernst.
Frauen nehmen es viel zu ernst und so wird eine Niederlage zu etwas anstrengenden, statt zu einem einfachen kleinen Scharmützel. Frauen kämpfen essentieller.Geändert von Inaktiver User (21.05.2012 um 07:47 Uhr)
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21.05.2012, 07:35Inaktiver User
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21.05.2012, 08:35Inaktiver User
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21.05.2012, 08:38Inaktiver User
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21.05.2012, 18:52Inaktiver User
AW: Was bedeutet es, "Frau zu sein"?
Ja, tut mir leid, Original-Sin, wenn für dich dieses Thema schon "abgelutscht" ist -für mich ist es grad eine Frage, die mich bewegt. Und ich finde es schöner, in aktuellen Austausch zu gehen als mich durch alte und uralte Stränge zu wühlen...

@Ruby: was du schreibst, stimmt genau
Traurigerweise merke ich häufiger, wenn ich versuche, meine "weichere Seite" rauszulassen, finden das auch nicht alle gut, damit zurechtzukommen ist auch wieder eine Herausforderung.
Aber mit irgendwas müssen wir die grauen Zellen ja in Schwung halten, oder?
LG
Birke
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21.05.2012, 19:27Inaktiver User
AW: Was bedeutet es, "Frau zu sein"?
Ach, es geht nicht um "abgelutscht"... Es kommt nur in all diesen Strängen zum gleichen Phänomen: es werden Klischees über Klischees ausgetauscht, gegeneinander gestellt, so und anders und neu formuliert... und m. E. führt genau das weg davon, wirklich man/frau selbst zu sein.
Ich verstehe schon, dass Du Dich für Dich fragst: "Wer bin ich eigentlich? Wie bin ich? Und wie fülle und fühle ich meine geschlechtliche Identität?" Es ist m. E. nur wenig zielführend, Verallgemeinerungen dazu zu suchen. Und ganz schräg ist es, wenn Männer Frauen erzählen, wie sie Frau zu sein hätten. Und auch das passiert hier und in Ratgebern immer wieder. Wobei ich es schon nicht gut finde, wenn eine Frau einer anderen erzählt, wie sie typischerweise Frau sei, was weiblich sei, oder auch, welcher Persönlichkeitsanteil an ihr, der eindeutig zu ihr, einer Frau, gehört, eher männlich sei...
Und dann kommen wieder diese ganzen missverständlichen, unguten Zuschreibungen wie aktiv-passiv, gebend-empfangend...
Ich bezweifle auch, dass es Dir weiter hilft, wenn ich Dir erzähle, was für mich ganz persönlich "Frausein" bedeutet. Aber gut, ganz kurz gefasst: für mich bedeutet es, einen weiblichen Körper zu haben, den ich als Lockstoff einsetze, um Männer anzuziehen und männliche Hormone zu triggern - ich bin heterosexuell. Das ist die körperliche und sexuelle Ebene.
Darüber hinaus spiele ich durchaus gerne "Mann und Frau" - ich finde diese ganzen Konventionen wie "in den Mantel helfen", "Tür aufhalten" und "Feuer geben" nett.
Auf der Kommunikationsebene im alltäglichen, quasi umgangssprachlichen Diskurs vertrete ich durchaus mal Klischees wie "typisch Frau, redet halt gern", "typisch Mann, gibt mal wieder den leidenden Einsiedler". Glaube ich an diese Klischees? Für den Alltag sind sie zweckmäßig. Auf einer höheren Diskursebene, da, wo es in den gesellschaftlichen Diskurs geht, halte ich Klischeekisten jedoch für bedenklich. Ich glaube, allzu eindeutige, verallgemeinernde Zuschreibungen vertragen sich nicht mit Gleichberechtigung, die zwar nicht mit Gleichheit - und schon gar nicht mit erzwungener Gleichmacherei! - zu verwechseln ist, aber doch zumindest die Möglichkeit und Akzeptanz von Gleichheit oder auch Umkehrung der "üblichen" Zuschreibungen als Basis benötigt.
So - mein soziologischer Beitrag zum Abend.
Gruß Sin


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