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Thema: Kindheit

  1. gesperrt

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    Kindheit

    Hallo liebe BriCom!

    Vielleicht habt ihr Lust, mir eure Gedanken zu einem Thema mitzuteilen.

    Mir fällt, wenn ich mit Leuten rede oder auch hier im Forum lese, auf, dass die meisten sich sehr gut an ihre Kindheit erinnern können. Wird beispielsweise nach Mustern gefragt oder nach Triggern im Sinne von "hast du jenes Verhalten schon irgendwo erlebt etc.", können die meisten sehr genau sagen: Ja, mein Vater hat früher immer... meine Mutter war auch schon so.... wir mussten immer.. wir durften nie... etc. Sprich: Auf Fragen wie "wurdest du genug oder gar zu viel gelobt?", "wurdest du wegen Kleinigkeiten bestraft oder hat man dir immer alles abgenommen?" etc. können die meisten eine sehr klare Antwort formulieren. Oftmals sogar mit konkreten Situationsbeschreibungen.

    Das macht mich etwas stutzig, weil es bei mir gar nicht so ist. Ich habe kaum Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend (obwohl ich noch nichtmal 30 bin). Jugend schon eher, da aber auch hauptsächlich an Erlebnisse/ Situationen mit Freunden, aber nicht innerhalb der Familie oder in Bezug auf meine Eltern. Woran mag das liegen?

    Wie ist das bei euch so?

    kleewiese
    Geändert von kleewiese (25.04.2012 um 23:13 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Kindheit

    Hast du Geschwister? Wenn ja, dann frag sie doch, was ihr so erlebt habt. Lass dir Anekdoten erzählen. Vielleicht fällt dir dann auch das ein oder andere ein.

    Das geht übrigens vielen Menschen so, dass sie kaum Erinnerungen an ihre Kindheit haben. Das kann natürlich unschöne Gründe haben, muss aber nicht. Wenn du etwas befürchtest, dann solltest du nicht nur hier Gesprächspartner suchen, sondern mit einem Psychologen / einer Psychologin sprechen.

    Viel Glück!

  3. Inaktiver User

    AW: Kindheit

    Hallo kleewiese,
    ich glaube, dass deine Frage mehr mit Reflexions- als mit Erinnerungsvermögen zu tun hat....
    Jeder Mensch hat ein paar Erinnerungen an seine Zeit ab 4 Jahren. Oftmals werden diese im Traum oder durch Erzählungen von Familienmitgliedern/Begleitpersonen jener Zeit aktiviert oder durch Fotos jener Zeit getriggert.
    Man kommt aber erst rückblickend dazu jene zu deuten, d.h. der analytische Anteil erfolgt erst durch einen persönlich, nachdem man Erzählungen jener Zeit gelauscht, Fotos beguckt oder in Träume darüber hineingehorcht hat... und darüber Auseinandersetzung damit betrieben hat. Erst dann kommt es zu eigenständigen Antworten auf die Frage ""wurdest du genug oder gar zu viel gelobt?" oder ähnliches...

    Liebe Grüße
    Schnupp

  4. gesperrt

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    AW: Kindheit

    @Fenimi
    danke für deine Hinweise! Ja, ich habe zwei Schwestern. Ich verstehe mich mit beiden gut, allerdings habe ich zu der Ältesten nicht so ein enges Verhältnis, die wüsste vermutlich gar nicht, was sie mir sagen sollte wenn ich sie so allgemein nach Anekdoten aus der Kindheit befrage. Sie ist auch 11 Jahre älter als ich- gemeinsame Kindheit haben wir also eigentlich nicht wirklich gehabt. Mit der anderen hab ich ein sehr enges Verhältnis, ihr geht es aber ähnlich wie mir
    "Befürchten" tue ich nichts. Eher geht es mir darum, dass ich momentan das Gefühl habe mir "fehlt" die Erinnerung an meine Kindheit um mich selbst so ganz zu verstehen. Ist das verständlich? Ich hänge vielleicht der Vorstellung nach, so manche Verhaltensweisen oder Denkmuster besser verstehen zu können, wenn ich die Ursachen dafür kennen würde. Diese können ja - müssen natürlich nicht (!) - in der Kindheit liegen. Und da "beneide" ich Leute, die so genau angeben können, wie das früher bei ihnen zu Hause war und welche Erfahrungen sie gemacht haben.

    @Schnuppiline
    Genau das versuche ich zur Zeit. In mich reinzuhören, was da so ist. Mich selbst in der Vergangenheit suchen, sozusagen. Um mich heute besser zu verstehen. Aber ich finde den Zugang nicht.

    Ich fühle mich ein bisschen wie von der eigenen Vergangenheit abgeschnitten. Das ist nicht weiter dramatisch, wenn auch etwas schade. Ich wollte hauptsächlich wissen, ob sich tatsächlich die meisten so genau an ihre Kindheit erinnern können oder ob ich da gar nicht so eine Ausnahme bin.
    Geändert von kleewiese (26.04.2012 um 00:56 Uhr)

  5. gesperrt

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    AW: Kindheit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Man kommt aber erst rückblickend dazu jene zu deuten, d.h. der analytische Anteil erfolgt erst durch einen persönlich, nachdem man Erzählungen jener Zeit gelauscht, Fotos beguckt oder in Träume darüber hineingehorcht hat... und darüber Auseinandersetzung damit betrieben hat.
    Aber bei solchen nachträglichen Bewertungen besteht doch immer die Gefahr,dass man sich täuscht, oder? Dass man in gewisser Weise jene Bedeutungen in die Ereignisse legt, die einem gerade gelegen kommen - um Antworten zu finden, Verhaltensweisen zu erklären etc.

    Wenn z.B. hier im Forum Leute auf Nachfragen wie oben genannt antworten, dann klingt das immer sehr sicher, als wäre es eine konkrete Erinnerung und nicht eine nachträgliche Interpretation. Da heißt es dann z.B. "Ich hab früher schon gelernt, dass ich nur gemocht werde, wenn ich Leistung zeige." Oder ähnliches. Ich könnte eine solche Aussage, egal um was es geht, gar nicht treffen.

  6. VIP

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    AW: Kindheit

    Ich traf kürzlich zufällig in der Stadt zwei Frauen, mit denen ich schon zusammen im Kindergarten war und die ich lange nicht gesehen hatte.
    Spontan gingen wir einen Kaffee trinken und während unseres Geplauders à la "Weißt Du noch..." sagte eine plötzlich:

    "Komisch, je älter ich werde, um so mehr erinnere ich mich an Dinge aus der Kindheit und träume von Sachen, die ich längst vergessen hatte."

    Dieser Satz hat mich sehr beschäftigt. Denn mir geht es ganz genau so.

    Und ich stelle fest, dass ich heute Ereignisse aus dieser Zeit ganz anders bewerte, als zu der Zeit, als sie passierten. Oder dass ich Schlüsse und Folgen daraus erkenne, die ich als Kind oder als junger Mensch noch gar nicht erkennen konnte.

    Ereignisse im Elternhaus werden von einem Kind ja nicht hinterfragt. Sie sind so, wie sie sind und werden von einem Kind erst einmal als "normal" empfunden. Fragen (oder gar Zweifel) stellen sich erst viel später.

    Kurz gesagt: Je älter ich werde, umso mehr erkenne ich, warum ich so bin, wie ich bin.


    Um keinen falschen Eindruck zu erwecken: Weder diese beiden Frauen noch ich haben in der Kindheit wirklich schlimme Dinge erlebt.

    Dennoch gibt es eine Menge prägender Ereignisse, an die man sich oft erst viel später erinnert und auch als solche erkennt. Manchmal von selbst, manchmal auch erst mit Hilfe von Therapeuten.
    Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)



  7. VIP

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    AW: Kindheit

    Zitat Zitat von kleewiese Beitrag anzeigen
    Wenn z.B. hier im Forum Leute auf Nachfragen wie oben genannt antworten, dann klingt das immer sehr sicher, als wäre es eine konkrete Erinnerung und nicht eine nachträgliche Interpretation. Da heißt es dann z.B. "Ich hab früher schon gelernt, dass ich nur gemocht werde, wenn ich Leistung zeige." Oder ähnliches. Ich könnte eine solche Aussage, egal um was es geht, gar nicht treffen.
    Das hätte ich in Deinem Alter wohl auch nicht gekonnt.
    Ich denke, dass später eine Erinnerung und die Interpretation dazu vermischt werden.

    Das Kind hat unbewußt gelernt, dass es nur gemocht wird, wenn es Leistung bringt und strampelt sich womöglich jahrelang ab. Weil so eine Erfahrung ja prägt und Einfluss auf das weitere Leben hat.

    Das aber klar zu begreifen, so zu formulieren und sich dem möglicherweise sogar zu widersetzen, kann es erst später.
    Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)



  8. gesperrt

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    AW: Kindheit

    Danke, Rotfuchs, für deinen interessanten Beitrag.
    Dann besteht ja noch Hoffnung, dass die Erinnerungen samt Bewertungen mit dem Alter noch kommen .

    Und ich stelle fest, dass ich heute Ereignisse aus dieser Zeit ganz anders bewerte, als zu der Zeit, als sie passierten. Oder dass ich Schlüsse und Folgen daraus erkenne, die ich als Kind oder als junger Mensch noch gar nicht erkennen konnte.
    Woher weißt du/ weiß man dann, dass die Schlüsse und Folgen bzw. die Bewertungen überhaupt "richtig" oder angebracht sind?

    Passiert es nicht oft, dass man sich da etwas vormacht? Oder sich total verrennt in eine Idee und Erklärung? Gerade wenn man z.B. einer Verhaltensweise oder einem Denkmuster auf die Spur kommen möchte und in der Kindheit nach "Auslösern" sucht um das endlich zu verstehen, biegt man sich dann bestimmte Ereignisse nicht auch gerne mal zurecht? Und auf einmal wird aus einer Situation, die man nie als bedenklich empfunden hat, weder als sie passierte, noch später, ein Schlüsselerlebnis?

    Hm. Im Endeffekt kann man vielleicht nie wissen, ob man eine Situation richtig bewertet oder nicht. Schon gar nicht im Nachhinein. Dann frage ich mich aber: Woher weiß man, ob man der eigenen Wahrnehmung trauen kann? Wird man darin mit der Zeit einfach geübter?

    Über weitere interessante Beiträge freut sich
    kleewiese

  9. gesperrt

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    AW: Kindheit

    Zitat Zitat von Rotfuchs Beitrag anzeigen
    Das Kind hat unbewußt gelernt, dass es nur gemocht wird, wenn es Leistung bringt und strampelt sich womöglich jahrelang ab. Weil so eine Erfahrung ja prägt und Einfluss auf das weitere Leben hat.

    Das aber klar zu begreifen, so zu formulieren und sich dem möglicherweise sogar zu widersetzen, kann es erst später.
    Um bei diesem Beispiel zu bleiben: Woher soll die erwachsene Frau aber wissen, dass das früher wirklich so war? Dass sie als Kind tatsächlich unterbewusst gelernt hat, funktionieren zu müssen? Vielleicht stellt sie in ihrem Erwachsenenleben fest, dass sie JETZT das Gefühl hat und konstruiert im Nachhinein Kindheitsgeschichten, die dazu passen bzw. legt in Erinnerungen diese Interpretation hinein. Um sich ihr heutiges Sein und Verhalten besser erklären zu können.
    (Kann ja auch sein, dass sie erst später, als Erwachsene, diese Grundeinstellung erworben hat).

  10. gesperrt

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    AW: Kindheit

    Zitat Zitat von Rotfuchs Beitrag anzeigen
    Dennoch gibt es eine Menge prägender Ereignisse, an die man sich oft erst viel später erinnert und auch als solche erkennt. .
    Es gab also Dinge/Erlebnisse/Ereignisse, die du erst viel später als bedeutsam empfunden hast bzw. du hast dich plötzlich an prägende Ereignisse erinnert, die du total vergessen hattest? Ist das dann so eine Art "Aha-Erlebnis"? Oder bist du durch bewusste Reflexion auf solche Dinge gekommen? Falls es zu persönlich ist, einfach ignorieren

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