Hallo Anyka,
ich schliesse mich da an.
Dieses ausk... wenn Du dich öffnest ist ein Symptom.
Du schreibst selbst, dass du eigentlich schüchtern bist und voller Ängste steckst.
Nach aussen trittst Du aber anders auf. Du verleugnest also deinen Gemütszustand und zwar nicht nur nach aussen, sondern vermutlich auch vor dir selbst.
Ich kenne das ein wenig von mir. Man kontrolliert sich selbst recht stark, überspielt und unterdrückt vieles. Das führt manchmal dazu, dass man eigene Gefühle und Bedürfnisse nicht mehr wahrnimmt. Sie sind aber weiterhin da und brechen (im wahrsten Sinne des Wortes) irgendwann durch.
Ich tippe mal das du dadurch auch nicht authentisch rüberkommst.
Ein äußerlicher Stilwechsel wird dir da nicht helfen. Ich glaube mit einem therapeutischen Ansatz könnte man das Grundproblem bei der Wurzel packen, auch wenn es schwer fällt.
Viel Glück
Gute Einstellung![]()
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28.04.2012, 11:06Inaktiver User
AW: Ich verstecke meine Weiblichkeit auf eine plumpe Art. Hilfe!
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28.04.2012, 22:24
AW: Ich verstecke meine Weiblichkeit auf eine plumpe Art. Hilfe!
Das stimmt schon, authentisch wirke ich nicht.
Aber ist es denn besser, seine Ängste undsoweiter raushängen zu lassen? Was wäre da der Kompromiß? Das will doch erst recht keiner haben, eine Frau mit solchen Defiziten.
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28.04.2012, 23:21
AW: Ich verstecke meine Weiblichkeit auf eine plumpe Art. Hilfe!
anyka, der kontrollverlust ist für dich bitter nötig, weil die kontrolle dich bisher daran gehindert hat, zu heilen. öffne dich lieber und lass alles gift abfließen, k... endlich alles heraus, bis du leer bist! ein guter therapeut unterstützt dich so dabei, dass du das tun kannst. wenn du keinen guten kennst, geh zu deinem hausarzt / deiner hausärztin und lass dir jemanden empfehlen, manchmal wissen die gute adressen für andere fachgebiete und geben einem die info auf explizite anfrage auch. zum hausarzt wirst du wohl eh gehen, um die therapie verschrieben zu bekommen - es sei denn, du willst alles aus eigener tasche zahlen, wovon ich nicht ausgehe.Und ihr habt wohl Recht, eine Therapie ist angesagt. *bibber* Das ist für mich wie Kontrollverlust - wenn ich mich öffne, kommt alles raus, auch der Mageninhalt.
da liegt doch auch einer der hasen im pfeffer. bei solch heftigen körperreaktionen kann man die nähe doch gar nicht genießen, also das, wonach sich eigentlich (fast) jeder in einer beziehung sehnt - die intensität und verbundenheit mit dem anderen. irgendwie passen doch alle einzelteile zueinander. du sehnst dich nach echter nähe, stehst dir dabei aber (noch) selbst im weg. diese fragerei nach dem, wie du wohl wirkst, ist doch nur kosmetik und ausweichen vor der eigentlichen wurzel des problems.In guten, also nahen Beziehungen zu Partnern habe ich auch immer K*** müssen. Also wenn die Gespräche zu intensiv wurden.
willst du das ganze, das ganz offenkundig aus dir herauswill, denn ein leben lang mit viel energie herunterdrücken? dann wirst du weiter auf der stelle treten und dir außerdem die schönsten seiten, die das leben zu bieten hat, selbst wegnehmen. ich hoffe, du entscheidest dich - für dich selbst - noch anders.
alles liebe, sportsfrau.Jeder von uns hat etwas Unbehauenes, Unerlöstes in sich,
daran unaufhörlich zu arbeiten seine heimlichste Lebensaufgabe bleibt.
Christian Morgenstern, (1871 - 1914),
deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer
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28.04.2012, 23:36
AW: Ich verstecke meine Weiblichkeit auf eine plumpe Art. Hilfe!
Vorab: Du bist keine Frau mit einem Defizit. Das Wort impliziert etwas Negatives.
Du hast ein Problem. Das macht aus Dir aber keine negative Frau.
Der "Kompromiss" ist der, dass Du versuchst, das Problem mit professioneller Hilfe zu lösen. Ganz allein für Dich und nur für Dich. Du musst erst mal Dir selbst gefallen, bevor Du anderen gefallen kannst.
Allerhöchste Priorität hat DEIN Wohlbefinden. Alles andere, auch Deine Wirkung auf andere, kommt danach von allein.Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)
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29.04.2012, 08:33
AW: Ich verstecke meine Weiblichkeit auf eine plumpe Art. Hilfe!
Hallo Anyka,
die Lösung liegt in Dir selbst - es ist jetzt blöd, das so zu raten, aber in der Tat müsstest Du Dich mit diesen Ängsten und Befürchtungen auseinandersetzen. Meiner Erfahrung nach geht sowas nur mit einem guten Therapeuten. Man kann sich zwar auch selbst auf den Hosenboden setzen und nachdenken und vielleicht mal mit einer Freundin drüber reden - dabei dreht man sich aber oft im Kreis und erhält womöglich von Außenstehenden auch noch falsche/kontraproduktive Ratschläge.
Ein guter erster Schritt ist auf jeden Fall, sich klar zu machen, was Dir Deine burschikose Kleidung und Dein burschikoses Auftreten "bringt". Das kannst letztlich nur Du beantworten.
Mir persönlich erscheint das hier plausibel und naheliegend: einerseits hältst Du Dir damit die Männer vom Leib - und beschwichtigst insofern Deine Angst vor Nähe und Abhängigkeit.
Andererseits hast Du damit eine prima Dauer-Ausrede, wenn Dir kein Mann wirklich nah kommen will - Du bedienst somit Deine Angst vor dem Abgewiesenwerden. Und zwar indem Du Dir sagen kannst: kein Wunder, dass die Kerle nichts von mir wollen - so burschikos, wie ich immer auftrete! Ich müsste mich ja nur weiblicher kleiden oder geben, und dann würde es auch klappen.
Du vermeidest damit die Misserfolge, vor denen Du solche Angst hast.
Da das eine "Doppel-Angst" ist (die Angst vor Nähe und Abhängigkeit und die Angst vor dem Abgewiesenwerden), ist es wahrscheinlich auch nicht so einfach, "über Deinen Schatten zu springen".
Ein praktischer Tipp wäre: mal mit einer Freundin ein tolles Kleid und hohe Schuhe zu kaufen, Dich bei Douglas schminken zu lassen (machen die glaube ich sogar kostenlos oder wenn, dann ist es nicht teuer) und einfach mal zusammen "auf die Rolle" zu gehen und Deine Wirkung auf Männer zu testen.
Das ist ein Tipp, der für eine Frau ohne Dein Problem sicher ein Riesenspaß wäre. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es für Dich eben NICHT einfach und schon gar kein Spaß ist.
Eine "geschützte" Möglichkeit, mal eine andere Rolle auszuprobieren, ist ja immer Karneval. Sich da einfach mal weiblich aufzuhübschen und loszuziehen, ist vielleicht einfacher, weil man sagen kann: he, ich bin ja heute nur "verkleidet".
Aber Karneval ist natürlich erst wieder in einem knappen Jahr...
Wie würde es denn auf Dich wirken, wenn Du Dich überwinden würdest und weiblich gekleidet Deine Wirkung testen würdest - und feststellen würdest, dass Du dann TATSÄCHLICH besser ankommen würdest? Wäre das gut oder schlecht?
Ich frage das deshalb, weil ich mir denken kann, dass bei Dir im Hinterkopf ja auch der Gedanke herumspuken könnte, dass Du UM DEINER SELBST WILLEN gewollt werden willst - und Dich nicht erst besonders weiblich zurechtmachen müssen willst, um einen Mann zu begeistern... Sowas würde zumindest bei mir eine gewisse Rolle spielen.
Und der letzte Aspekt, der mir zu dem von Dir beschriebenen Problem noch einfällt:
Welches Image hatte denn "sich weiblich zurechtmachen/sich weiblich geben" bei Dir im Elternhaus?
Als ich nämlich jünger war, habe ich mich auch nie geschminkt und mit stattdessen burschikos gekleidet und gegeben. Und zwar u.a. deshalb, weil meine Mutter das auch immer so gemacht hat - und im Elternhaus wurde immer über Frauen gelästert, die sich "zurechtmachen", das wurde immer so in eine "nuttige" Ecke gedrängt oder auch in eine "Madame"/"Etepetete"-Ecke. als ich mir mal Ballerinas (!) gekauft habe, hat meine Mutter mich total ausgeschimpft: ich wüßte doch, welche Schuhe sie an meinen Füßen sehen wolle!
Ballerinas waren zu feminin, "gestattet" waren Schnürschuhe.
Bei mir hat sich das aber irgendwie von selbst gelegt, im Lauf der Jahre. Ich habe, als ich dann ausgezogen und aus der ländlichen Gegend in eine Großstadt weggezogen war, fand ich Spaß daran, ein bißchen zu experimentieren. Ich habe das schritt für Schritt gemacht - nicht alles auf einmal. Zuerst mal nur Wimperntusche. An einem anderen Tag dann mal höhere Schuhe (wobei man erstmal lernen muss, darauf zu gehen....). Um sich daran zu gewöhnen, könnte man erstmal auch nur zu Hause zu herumlaufen.
Viel Glück!
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29.04.2012, 10:51Inaktiver User
AW: Ich verstecke meine Weiblichkeit auf eine plumpe Art. Hilfe!
"raushängen lassen" klingt ebenso negativ wie "Defizit".
Rotfuchs hat recht. Du hast kein Defizit, sondern du bist unsicher.
Das ist eine völlig normale menschliche Eigenschaft. Die meisten Menschen sind in bestimmten Situationen unsicher, die einen mehr die anderen weniger. Das ist auch nicht schlimm. Ich persönlich emfinde das auch wesentlich angenehmer und sympathischer, als Leute, deren Ego durch die Decke geht.
Eine gute und wie ich finde treffende Analyse.
Anyka, du machst dir deine Wirklichkeit selbst, eine Art selbsterfüllende Prophezeiung.
Deim Verhalten ergibt das von dir erwartete Ergebnis.
Es gibt interessante Studien, die belegen das Menschen sich immer wieder in die gleiche Situation bringen, auch wenn sie diese eigentlich als negativ empfinden.
Klingt im ersten Moment merkwürdig, hat aber durchaus einen Hintergrund.
Es gibt Sicherheit. Wenn ich weiß was mich erwartet kann ich mich darauf einstellen, das Gefühl ist vertraut.
Wenn du dich anders verhältst und kleidest nehmen dich die Männer als Frau wahr und handeln entsprechend. Damit begibst du dich also auf unbekanntes Gebiet, das nährt deine Unsicherheit, als lässt du es.
Man kann diesen Kreis durchbrechen, wenn man dafür sorgt, dass dieses unbekannte unsichere Gefühl ein bekanntes, vertrautes Gefühl wird.
Dazu muss man sich diesen Situationen aber immer wieder aussetzen. Das ist nicht einfach, aber wenn du wirklich etwas ändern willst musst du es versuchen, ev. auch mit therapeutischer Hilfe.Geändert von Inaktiver User (29.04.2012 um 11:00 Uhr)
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29.04.2012, 20:50
AW: Ich verstecke meine Weiblichkeit auf eine plumpe Art. Hilfe!
Ganz, ganz großen Dank für diese wirklich absolut treffende Analyse und auch alles andere, was von euch kommt. Ich fühle mich meinem "Thema" endlich näher und es stimmt, dass ich gern drumrumeiere, um den Kern der Sache nicht angehen zu müssen.
Ich sehe jetzt klarer.
Habe mir gestern, aus einem inneren Bedürfnis heraus, dennoch eine etwas andere Garderobe zugelegt, ein Outfit, das weiblich-sommerlich, und trotzdem frisch und sportlich aussah - also nicht total maskiert oder so. Ein Paar Absatzschuhe, in denen ich lief, als hätte ich gestern das Laufen gelernt :-D und etwas Lipgloss. Es hat sich schön angefühlt, richtig.
Und der Nebeneffekt war: ja, Anyka, sieht gut aus, aber unter der roten Bluse bist immer noch du.
Ich möchte den Weg gehen. Den einzig richtigen...
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29.04.2012, 21:37Inaktiver User
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30.04.2012, 10:54Inaktiver User
AW: Ich verstecke meine Weiblichkeit auf eine plumpe Art. Hilfe!
Hallo Anika,
ich finde es toll wie du dein Problem und deine Sorgen angehst ! Ganz toll sogar.

Den anderen nicht nur symptomatischen Posts kann ich mich voll und ganz anschließen und lasse nur noch einen kleinen Tipp für die oberflächlichen Symptome hier:
Was übrigens auch sehr schön ist als Start: Augenbrauen zupfen lassen. Dann kommt man sich nicht "angemalt" vor.
Dir alles gute!
FarmelliGeändert von Inaktiver User (30.04.2012 um 12:23 Uhr)
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30.04.2012, 11:59Inaktiver User



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Andererseits steht es mir. Ich muss immer grinsen, wenn kurze Haare als burschikos geltend gemacht werden wollen. Mit markanten Gesichtzügen und ein paar Accessoires, sind die alles andere als burschikos. 
