Ja, ich weiß ja. Zu wissen, dass man irgendwo falsch abgebogen ist, macht noch keine neue Berufung. Sicher ist nichts. Die Frage ist: gehe ich das Risiko ein und probiere was Neues oder lebe ich halt lieber mit dem Gedanken "Was wäre gewesen, wenn..."
Einen profunden Rat erwarte ich hier von niemandem. Anregungen und Gedanken reichen mir vollkommen aus
Da ist was dran. Damit trittst Du mir sicherlich nicht zu nahe. Ich bin ja auch nicht ohne Grund in Therapie (Diagnose, falls es relevant sein sollte: chronische Depression. Überraschung.)
Ich weiß immer besser, was ich mag/nicht mag/etc. siehe oben. Die Sache mit dem Kontrollbedürfnis und den Schuldgefühlen würde ich lebensgeschichtlich begründet sehen. Ich bin nicht durchgehend bei meinen Eltern aufgewachsen. Meine Mutter hat mich sehr früh bekommen, es war für meine Eltern eine sehr schwierige Situation. Meine Mutter hat auch, soweit ich das heute weiß, autistische Züge an sich. Sie kann ihre Gefühle so gut wie gar nicht zeigen und die Gefühle anderer machen ihr Angst. Als Kind wurde von mir verlangt, ebenfalls meine Gefühle zu kontrollieren. Wurde ich trotzdem emotional, wurde das durch Liebesentzug und Strafen sanktioniert. Aber was solls, ich will jetzt nicht die "Meine Mutter ist schuld"-Leier anstimmen.
Irgendwie kann ich besser mit Direktkunden. Ist vielleicht Geschmackssache, oder vielleicht hatte ich in letzter Zeit einfach mit zu vielen Volltrotteln in "Abteilungsleiter"-Position zu tun.
Ich bin bestimmt auch blockiert, es fühlt sich so an. Ob Ruhe und Sorgfalt oder Aufrütteln, das kann ich gerade überhaupt nicht beantworten.Wenn dich einige hier ermahenen alles in Ruhe und Sorgfalt zu tun, manchmal hilft auch das Gegenteil um die Basis ein bisschen aufzurütteln. Du klingst nämlich irgendwie...blockiert.
Ihr gebt mir alle wertvolle, auch kritische Anregungen: Danke dafür. Ich nehme mir all das zu Herzen. Intellektuell bin ich bei Euch, denke ich – emotional kann ich nicht so schnell.
Mir scheint es essentiell wichtig, diese Sache von "Variante A oder B", die Blaue Zukunft oben schrieb, für mich zu beantworten. Wie findet man darauf eine Antwort? Bauchgefühl? Pro-Contra-Liste? Orakel? Oder ist das einfach eine Sache der subjektiven Einstellung, ob man dem Innen oder dem Außen eine größere Macht über den Faktor Lebenszufriedenheit einräumt?
(Hier Schwurbelgrüße an farmelli)
Antworten
Ergebnis 51 bis 55 von 55
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19.04.2012, 22:31
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
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20.04.2012, 00:14
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Hallo Holunderbusch.
Ich möchte mich erst mal bei dir bedanken dass du dieses Thema hier aufgebracht hast. Ich bin in einer ähnlichen Unzufriedenheitsphase wie du. Allerdings auch deshalb weil ich mich "bewegt" habe (Neuer Job, neue Stadt). Ich fühle mich von vielem was hier geschrieben wurde sehr angesprochen.
Spontan würde ich sagen, dass beide Variante A und B richtig sein können. So lange du nicht weißt, welche für dich die richtige ist würde ich beides in kleinen Schritten ausprobieren bis du ein Gefühl dafür bekommst. Also um konkret zu werden nimm dir eine deiner Baustellen (Job oder Wohnsituation) vor und versuche daran etwas zu bewegen. Schau dir an was dabei passiert.
Variante B mit der Liste der Dinge aufzuschreiben(!) die für deine Zufriedenheit wichtig sind oder dir einen Flow geben halte ich aber für genauso wichtig (Ok, das ist etwas was ich schon Jahre vor mir herschiebe deshalb hat es für mich eine höhere Priorität... oder anders gesagt habe ich da einen Leidensdruck
Ich halte beide Varianten gleichzeitig für machbar, weil gerade Variante B mit Aufschreiben und Nachdenken, Nachfühlen einfach nur für eine bestimmte Zeit geht. Das konkrete Ändern von Situationen erfordert eine andere Art von Energie, gibt aber meistens auch wieder etwas zurück, oder?
<- Ich glaube ich neige auch etwas zum Schwurbeln, hoffe aber dass rüber kommt was ich meine
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23.04.2012, 14:44
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Ja, wahrscheinlich ist das so etwa die Variante, die für mich passt. Ich hab mich am Wochenende ausgeklinkt und das Buch, das Karla empfohlen hat und das wirklich ganz toll ist, durchgearbeitet.
Es gibt ja durchaus Sachen, die ich jetzt sofort in Angriff nehmen kann. Es fühlt sich eben manchmal nicht so an. Liegt wohl auch an der deprimierten Grundstimmung. Theoretisch weiß ich, was ich alles tun könnte, um meine Lage zu verbessern, aber am Ende sitze ich auf dem Sofa, starre vor mich hin und mache gar nichts mehr.
Was die Wohnsituation betrifft, habe ich irgendwie das Gefühl, dass wir (Mann und ich) aus einem bestimmten Grund in dieser Wohnung festhängen und noch nichts daran geändert haben, aber ich komme einfach nicht drauf, was dieser Grund sein könnte. Es wäre ja ein realistischer Plan, eine ruhigere, hellere, schönere Wohnung zu suchen und dann umzuziehen. Komischerweise tun wir das nicht.
Manchmal hätt ich gerne einen magischen Butler, der nur dafür da ist, meine geheimen Wünsche und Ängste zu dechiffrieren und sie mir dann in verständlicher Form mitteilt. Gerne auch mit Handlungsanweisungen
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23.04.2012, 16:13
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Dann wäre vielleicht entweder ein Buch zum Thema "auf den Bauch hören" gut, etwa "Mit dem Bauchgehirn zum Erfolg", oder aber nochmal mein Tipp "Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüßte, was ich will".

Danach könntest du lernen, dein eigener Butler zu sein.
The original Karla
est. 2006











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18.05.2012, 19:55
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Lieben Dank, Karla. Entschuldige bitte meine verspätete Antwort, ich war unfreiwillig außer Gefecht.
Das Buch habe ich mir gleich bestellt und komplett durchgearbeitet. Ein tolles Buch! Ich erwarte ja von Ratgeberliteratur nicht mehr allzu viel, wenn ich ehrlich bin, aber dieses hier war eine positive Überraschung und hat mich einen guten Schritt weiter gebracht.
In der Zwischenzeit hat mein Therapeut mir gesagt, dass er als Diagnose eine chronische Depression (das ist eine ganz eigene Form anscheinend) bei mir festgestellt hat. Kein Wunder, dass ich alles so negativ sehe, obwohl ich trotzdem irgendwie funktioniere. Er sagte, das ist wie eine jahrelang anhaltende milde Depression. Man kriegt seinen Alltag irgendwie auf die Reihe, ist aber fast permanent unglücklich, erschöpft und negativ drauf. Klingt komisch, aber seit ich das Buch gelesen und die Diagnose erhalten habe, geht es mir irgendwie besser.
Ich weiß jetzt genauer, woran ich bin und habe einige kleine Handlungsschritte in die Wege geleitet. In der Wohnung bleiben wir erstmal. Sie scheint nicht das wirkliche Problem zu sein. Meine berufliche Neuorientierung werde ich in kleinen Schritten verfolgen. Ich habe mir einen konkreten Plan gemacht, wie ich das anfangen will.
Ja, und das Kinderthema...ich bin ja nicht mehr wahnsinnig jung, aber ein Jahr oder so kann ich es vielleicht noch aufschieben. In einem Jahr wäre ich 35. Tja. Zumal es derzeit auch noch so aussieht, als könnte ich ohne medizinische Hilfe vielleicht gar nicht schwanger werden
Da stehen noch weitere Unterschungen aus. Bis dahin kann ich sowieso nichts machen oder entscheiden.
Wollte Euch bloß mal eben ein kleines Update geben.




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