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19.04.2012, 16:31Inaktiver User
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
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19.04.2012, 16:46Inaktiver User
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Hallo Holunderbusch,
Ich arbeite auch in so einem Beruf. Es ist extrem fordernd, ständig Ideen und Bilder für andere zu finden, meistens ist man darin ja sehr gut, aber wenn man dann vor sich selber steht hat man die berühmte Panik vor dem weißen Blatt. Mir geht es immer ähnlich wie dir, wenn mein Reportoir sozusagen "leer" ist: man hat eine ganze Weile gearbeitet und "rausgeworfen" und dann ist Ende Gelände...ein rasender Stillstand (hui!
). Ich weiß nicht ob es dir auch so geht, aber genau in diesen Momenten zweifel ich auch immer alles an im Leben...neues Hobby, die Wohnung muss neu gemacht werden, eine Reise...sonstwas...irgendwas...D-R-I-N-G-E-N-D! Aber dann bekommt man gar nichts hin.
Ich habe gemerkt, dass ich dann Inspiration brauche. Ideen die ein bisschen spinnert sind, Leute die von absurde Sachen erählen. Dinge wo der Funke überspringt. Sozusagen aufladen, damit der Akku der Phantasie wieder läuft.Denn schließlich lebt man von der. Viele der Trips, die ich dann gemacht habe, haben mir dann auch Ideen für andere Sparten gebracht, denn das schöne in dem Beruf ist ja, dass man für jede Art von Arbeitgeber arbeiten kann, von Allgemeinnützigen Vereinen bis zur Automobilbranche übers Museum und zurück.
Teilweise waren die Trips auch einfach an einen See für zwei Nächte. Ohne irgendwas zu tun...kann ich sehr empfehlen. Da gibts nämlich auch Natur.
Woher bekommst du denn deine Inspiration für deinen Beruf? Machst du ihn gerne?Geändert von Inaktiver User (19.04.2012 um 16:50 Uhr)
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19.04.2012, 19:59
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
*TE hastet durch Tür und schlägt Hände über Kopf zusammen*
Das wird jetzt ein Riiiieeesenpost, um Euch allen so gut ich kann zu antworten.
Ja. Eigentlich voll idiotisch, aber ich denke wirklich: was ist, wenn ich jetzt Himmel und Hölle in Bewegung setze, und es dann gar nicht bringt? Dann kann ich gleich inne Kiste steigen (sehr dramatisch gesprochen).
Ja, bin ich und bleibe ich auch. Es "bringt" mir schon was in dem Sinne, aber ich stelle fest, dass ich offenbar bei aller Hektik ein Langsammerker bin. Ich sehe schnell Dinge ein, kann sie aber nur langsam in mein Leben integrieren.Bist du denn noch bei deinem Therapeuten? Hat dir das nichts gebracht?
Andere Branche. Kopfarbeit macht mich fertig irgendwie.Hast du denn konkrete Vorstellungen wie so ein Job- Wechsel aussehen sollte? Gleiche Branche, anderer Job? Oder ganz andere Branche? Aufbaustudium? Etc.etc.
Ja. Ist tatsächlich so. Überrascht hier jetzt wahrscheinlich niemanden außer mirAuch da wieder: Angst was zu verpassen, Angst zu bereuen, Angst eine Fehlentscheidung zu treffen. Oder? Und bei dir sogar noch: Sorge, dass der Wunsch nicht echt ist.
Hast du insgesamt Probleme damit zu wissen was du "wirklich" fühlst? Deiner eigenen Wahrnehmung zu trauen?
Ich bedanke mich für Anregungen. Das stimmt. Während ich das tue, ist mir aber selber klar, dass sie ihre Zeit brauchen werden, um in meinem Herzen anzukommen. Einfach, weil es so unglaublich viele sind, aus ganz vielen Richtungen. Sei Dir gewiss, ich setze mich mit jeder Idee auseinander. Aber nicht in "Echtzeit".
Zu dem oben markierten Satz von Dir: ich empfinde meinen bzw. jeden Perfektionismus nicht als etwas Positives. Das möchte ich gerne gesagt haben. Im Gegenteil: Ich sehe an meiner Mutter sehr gut, was Perfektionismus anrichtet. Du kannst auch "überbordendes Kontrollbedürfnis" überall da einsetzen, wo ich von "Perfektionismus" sprach, das stößt mich nicht vor den Kopf. Ich weiß, dass Kontrolle ein großes Thema ist. Und es ist auch ein Mechanismus, welcher bei mir von klein auf tief eingeschliffen ist. Ich kann das sehen, und dennoch komme ich nur in Minischritten weiter. Auch das frustriert mich unendlich, denn intellektuell hab ich es ja begriffen.

Kann ich, bis auf den letzten Satz, genau so unterschreiben.
All das, was Du schreibst, kann ich im Herzen vollends verstehen. Du sagst selbst, dass Du für diesen Prozess viele Jahre gebraucht hast. Ich stehe indessen an seinem Anfang. Entsprechend bitte ich Dich um etwas Geduld – mit mir.
Es ist schwierig, einen so komplexen Prozess, der sich über viele Jahre zog, in Worte zu fassen.
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19.04.2012, 20:00
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Eosa,
stimmt. Ich ahne, dass dies nichts ist, was ich nächsten Monat gelöst haben werde. Seufz.
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19.04.2012, 20:09
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Hallo farmelli.
Ja, total! Im Moment der Leere kriegt der Zweifel seinen großen Auftritt.
Ja, das kenne ich auch so. Ich muss auch sagen, seit ich freiberuflich arbeite, habe ich eine große Bandbreite von Kunden "durch", und das war oft auch sehr interessant.Ich habe gemerkt, dass ich dann Inspiration brauche. Ideen die ein bisschen spinnert sind, Leute die von absurde Sachen erählen. Dinge wo der Funke überspringt. Sozusagen aufladen, damit der Akku der Phantasie wieder läuft.Denn schließlich lebt man von der. Viele der Trips, die ich dann gemacht habe, haben mir dann auch Ideen für andere Sparten gebracht, denn das schöne in dem Beruf ist ja, dass man für jede Art von Arbeitgeber arbeiten kann, von Allgemeinnützigen Vereinen bis zur Automobilbranche übers Museum und zurück.
Mich nervt die Branche einfach so sehr. Ich kann's nicht mehr sehen. Wenn ich durchgehend direkt für den Auftraggeber arbeiten könnte, würde das womöglich etwas ändern, aber ich werde vorwiegend von Agenturen gebucht...und hab langsam keine Kapazitäten mehr für Profilneurotiker jeglicher Couleur.
Inspiration. Gute Frage. Habe festgestellt, dass es eigene Erfahrungen sind, die mich inspirieren. Wie Du ja auch oben schreibst. Auch neue Dinge, die ich lerne. Neue Eindrücke. Neue Menschen.Woher bekommst du denn deine Inspiration für deinen Beruf? Machst du ihn gerne?
Im Moment würde ich sagen, ich mach meinen Beruf nicht gerne. Auch aus den genannten Gründen. Wenn ich in einem Projekt drin bin, und es läuft gut, empfinde ich schon auch Zufriedenheit. Andererseits habe ich immer wieder das Gefühl, dass die Kopfarbeit meinen Grübelzwang extrem verstärkt.
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19.04.2012, 21:07
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Ich bin mir bei dir immernoch nicht sicher, ob das Problem eher in den äußeren Umständen liegt oder in deiner inneren Einstellung.
Variante A: Es sind tatsächlich die "Baustellen" deines Lebens, die dir momentan zu schaffen machen. Dann wäre die "Lösung" hier eine Veränderung herbeizuführen. Den Jobwechsel durchziehen, umziehen etc. Wäre das geschafft müsste es dir eigentlich deutlich besser gehen und die Rastlosigkeit weg sein. Denn die Ursache wäre dann ja behoben.
Variante B: Es sind gar nicht die äußeren Begebenheiten, sondern deine innere Einstellung ist die Ursache deiner Probleme. Da kannst du dann Job wechseln, ins Grüne ziehen und 4 Kinder haben und deine Rastlosigkeit und latente Unzufriedenheit wird vermutlich weiterhin da sein.
Was meinst du, was es ist?
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19.04.2012, 21:30
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Bist Du irgendwie Hellseherin oder so?

Das ist genau die große Frage, die ich mir verzweifelt zu beantworten versuche. Deshalb schreibe ich hier. Weil ich mir selbst anscheinend grad keine Antworten geben kann und hoffe, durch Außenperspektiven einen Schritt weiter zu kommen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass ich ein schwieriger "Fall" bin.
Denn wenn ich mich zwischen Deinen Varianten A oder B entscheiden soll, sage ich ganz klar: Beides.
Toll, ne? Das frustriert Dich jetzt bestimmt gar nicht
Irgendeine diffuse Bauchstimme sagt mir von irgendwoher: Du musst anhalten. Du optimierst Dich grad zu Tode. Und prompt kommt der perfektionistische (oder kontrollwütige Teil) um die Ecke und sagt "Ja, aber!"
Wenn ich mich jetzt ernsthaft sofort festnageln müsste, würde ich zart zu Variante B tendieren. Aber im Grunde ist mir das Gefühl für mich selbst nachhaltig verloren gegangen. Wie findet man das wieder?
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19.04.2012, 21:36
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Mal ein paar pragmatische Gedanken:
Ich weiß nicht genau was du dir vorstellst. Ein Job ist kaum immer und zu jeder Zeit nur toll und Erfüllung. Wenn du jetzt genau wüsstest was deine Berufung ist, wenn du dieses bereits intensiv und mit Hingabe betreiben würdest, dann könnte ich dir auch noch folgen. Aber z.Z. fühlst du nur Unzufriedenheit mit dem was du hast, ob du das was du suchst dann in einer anderen Beschäftigung finden wirst - tja das ist eben nicht sicher.
Irgendwie treibt es mitunter doch fast jeden ähnlich um. Andererseits kenne ich allerhand Leute, die ihren Traumberuf ausüben (größtenteils Künstler) und diese wiederum empfinden ebenfalls tiefe Unzufriedenheit - in diesen Fällen darüber, dass ihre Tätigkeit ihnen kein finanziell unabhängiges Leben ermöglicht. Und glaube mir, diese Situation ist ebenfalls sehr belastend, denn sie ist noch wesentlich existenzieller.
Einen Rat kann ich dir nicht geben, aber sicher solltest du intensiv in dich hineinhorchen, was du wirklich willst und was unter den gegebenen Umständen sinnvoll und machbar ist.
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19.04.2012, 21:49
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Ja, das hab ich mir fast gedacht, dass du das sagstToll, ne? Das frustriert Dich jetzt bestimmt gar nicht
Das Problem ist nur, dass ich dir eigentlich nur Fragen stellen kann (die dich dann hoffentlich auch ein bisschen weiterbringen)- denn eine Antwort habe ich ja selbst noch nicht gefunden. Mir geht es ähnlich wie dir.
Wenn ich dich aber so lese, dann scheint es mir doch eher erstmal wichtig zu sein rauszufinden "wer" du überhaupt bist. Weißt du denn genau was du magst, was du nicht magst, wie du entspannen kannst, was du blöd/schön/toll/spannend/langweilig etc findest?
Hast du mal ernsthaft darüber nachgedacht, warum du in bestimmten Situationen handelst, wie du es tust?
Warum du ein so ausgepägtes Kontrollbedürfnis hast?
Warum du schnell Schuldgefühle bekommst und in welchen Situationen?
Ich habe das Gefühl, dass du mit dir selbst irgendwie nicht im Reinen bist.
Kann da was dran sein?Geändert von BlaueZukunft (19.04.2012 um 21:59 Uhr)
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19.04.2012, 21:57Inaktiver User
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Glaub mir die lieben Profilneurotiker wünschst du dir zurück, wenn du anfängst zum 100sten Mal Abläufe zu erklären und gewisse Dinge, die die Neurosensüchtigen nämlich drauf haben...
Beide haben ihre Vor- und Nachteile...
Aber ja ich versteh dich, es menschelt sehr viel mehr, wenn man jemanden vor sich hat, der enzückt seine erste irgendwas Veröffentlichung in der Hand hält und keine abgebammelten Hornbrillenträger
mhmm...ok...Kopfarbeit.Im Moment würde ich sagen, ich mach meinen Beruf nicht gerne. Auch aus den genannten Gründen. Wenn ich in einem Projekt drin bin, und es läuft gut, empfinde ich schon auch Zufriedenheit. Andererseits habe ich immer wieder das Gefühl, dass die Kopfarbeit meinen Grübelzwang extrem verstärkt.
Das würde natürlich danach schreien, dass du das komplette Gegenteil machst.
Losrennen und auspowern? z.B. Hilft bei mir...man kann nämlich auch seinen ganzen Unmut in Kreisen sozusagen kaputtrennen/auspowern/den Garaus machen. Wenn dich einige hier ermahenen alles in Ruhe und Sorgfalt zu tun, manchmal hilft auch das Gegenteil um die Basis ein bisschen aufzurütteln. Du klingst nämlich irgendwie...blockiert.
Beim Davonrennen nur nicht vergessen das innere Navigationsgerät anzuschalten damit du nach nem Tag oder so wieder am Ausgangspunkt bist
Könnte beides funktionieren...in sich gehen...und den Ausbruch proben (auf Zeit): oder am besten erst den Ausbruch proben und dann in sich gehen, wenn man wieder im trauten Heim ist.
Aber immer schön dabei denken: Schei** auf die doofen Fragen. Wer will schon Antworten haben

Hoffe jetzt hab ich nicht geschwurbelt



Bidde??
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