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    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Ich kann dich wirklich gut verstehen, holunderbusch. Ich glaub ich bin dir recht ähnlich, auch wenn es bei mir dann wiederum andere Dinge sind. Das mit den Schuldgefühlen und Fehler nicht verzeihen können kenne ich auch und das ist wirklich ein ganz großes Problem bei mir. Erstens ist man permanent in "Hab-Acht-Stellung" und zweitens dauernd am Grübeln über Vergangenes.
    Zögerst du deshalb vielleicht auch, den Schritt "Job wechseln" zu gehen, weil du Angst hast, dass du es danach bereuen könntest, wenn es doch nicht besser ist als vorher? Die Angst Fehler zu machen hält einen ja häufig genug davon ab, Entscheidungen zu treffen, selbst wenn sie überfällig sind. Und du kannst ja schon recht genau formulieren/eingrenzen, was die Problem- Felder sind.
    Bist du denn noch bei deinem Therapeuten? Hat dir das nichts gebracht? (sorry, falls ich das überlesen habe).
    Und ja, ich könnte mir schon vorstellen, dass die Wohnsituation dann erstmal zweitrangig ist, wenn du was im Job verändert hast. Weißt du, es kann auch nicht immer ALLES perfekt sein, das geht einfach nicht. Und irgendwie wäre es doch auch ein bisschen langweilig, oder? Aber so die Grund-Pfeiler sollten irgendwie stimmen, finde ich. Herauszufinden, welche das sind ist allerdings gar nicht so einfach. Ich bin da auch mittendrin. Und viel zu langsam für meinen Geschmack.
    Hast du denn konkrete Vorstellungen wie so ein Job- Wechsel aussehen sollte? Gleiche Branche, anderer Job? Oder ganz andere Branche? Aufbaustudium? Etc.etc.

    Zum Thema Kinder: Auch da kann ich dich total gut verstehen. Irgendwann kommt man in ein Alter, wo man sich das überlegen sollte und wenn dann alle Freunde schon Kinder haben, fühlt man sich irgendwie gezwungen "mitzumachen". Auch da wieder: Angst was zu verpassen, Angst zu bereuen, Angst eine Fehlentscheidung zu treffen. Oder? Und bei dir sogar noch: Sorge, dass der Wunsch nicht echt ist.
    Hast du insgesamt Probleme damit zu wissen was du "wirklich" fühlst? Deiner eigenen Wahrnehmung zu trauen?

  2. Inaktiver User

    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    holunderbusch,

    im Grunde zeigt der Strang hier, wo der Hase langhoppelt. Du bedankst Dich für Anregungen, und fährst dann fort, im Schweinsgalopp weiter zu hasten.

    Woher kommt diese dicke Haut, die dafür sorgt, dass so wenig ankommt, in Dir ankern, Wurzeln schlagen, und Blüten treiben kann?

    Wie fühlt es sich an, Perfektionismus als Euphemismus für ein überbordendes Kontrollbedürfnis zu betrachten?

    Ist Leben das, was man plant, oder das, was sich ergibt, während man wach an jedem Moment teilhat?

    Und: kann man das, wenn der Kopf längst drei Kapitel weiter ist?

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    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Bidde??

    War das jetzt was Nettes oder eher nicht so...?
    The original Karla
    est. 2006


  4. Inaktiver User

    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Welchen Grund sollte ich haben, etwas vom Ansatz her Nichtwertschätzendes zu schreiben? Auf der anderen Seite: Ist "wertschätzend" immer nett?

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    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Dazu kann ich nichts sagen. Ich kenne dich nicht, und auch nicht deine Gedanken und eventuelle Anlässe für eventuelle Kommentare.
    The original Karla
    est. 2006


  6. Inaktiver User

    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Zitat Zitat von Karla48 Beitrag anzeigen
    Dazu kann ich nichts sagen. Ich kenne dich nicht, und auch nicht deine Gedanken und eventuelle Anlässe für eventuelle Kommentare.
    OT: Da hast Du einerseits Recht. Andererseits sitzen wir hier alle im selben Boot, es sei denn, wir kennen einander persönlich. Wir haken da ein, wo uns etwas "anfasst". Als ehemalige Perfektionistin, die sehr verkopft war, und in ihren eigenen Denkschleifen fest steckte, fasst mich vielleicht etwas anderes an als Dich, aber der Ausgangspunkt bleibt derselbe - wir selbst sind es.

    Zum Thema "nett": Wenn etwas schmerzhaft ist, uns umtreibt, den Schlaf raubt, oder die Energie, dann ist das an sich nichts besonders Schönes. Aber immerhin ist es ein Antrieb, der uns motiviert, nach Veränderung zu fahnden. Ich habe nie verstanden, warum Kommentare, Erfahrungswerte, Gedanken dazu dann "nett" sein müssen. Sie können und dürfen ebenso schmerzhaft, leidenschaftlich, wütend, traurig, resigniert, ängstlich daher kommen - das heisst nicht, dass sie nicht dem Themensteller wertschätzend im Sinne von: ihn und sein Anliegen wahr- und ernst nehmend sind. Aber solange es sich um einen Dialog handelt, bringen wir immer auch uns selbst ins Spiel, wir können uns aus der Gleichung nicht heraus nehmen. Ich finde es ehrlicher, das emotional zu tun, und nicht in einer "netten" Maskerade.
    Geändert von Inaktiver User (19.04.2012 um 12:15 Uhr)

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    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Verstehe. Reine Stilfrage, die die TE vermutlich momentan nicht viel weiterbringt.
    The original Karla
    est. 2006


  8. Inaktiver User

    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Zitat Zitat von Karla48 Beitrag anzeigen
    Verstehe. Reine Stilfrage, die die TE vermutlich momentan nicht viel weiterbringt.
    Meine Fragen oben, die Dich zu Deiner Nachfrage in Sachen Nettsein veranlassten, haben durchaus mit der TE und ihrem Thema zu tun.

  9. Inaktiver User

    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Als ehemalige Perfektionistin, die sehr verkopft war, und in ihren eigenen Denkschleifen fest steckte, fasst mich vielleicht etwas anderes an als Dich, aber der Ausgangspunkt bleibt derselbe - wir selbst sind es.
    Hallo Chironex, mich würde interessieren, wie Du aus diesen Denkschleifen aussteigen konntest?

  10. Inaktiver User

    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Chironex, mich würde interessieren, wie Du aus diesen Denkschleifen aussteigen konntest?
    Erstmal gar nicht. Ich wurde quasi zu meinem Glück gezwungen. Totaler Kollaps, und danach noch diverse Male ein hübsches Tänzchen aus Aufstehen, in den alten Trott fallen, merken, dass es so nicht geht, und wieder zurück auf Los. Genau genommen musste ich Vieles ganz neu lernen, das sind viele Zahnräder, die ineinander greifen, und sehr viel mit meiner Kindheit zu tun haben, mit Glaubenssätzen, die sich ganz tief in mich geätzt hatten. Ihre Konturen sind immer noch spürbar, aber sie sind verblasst, und werden immer glatter.

    Ich bin überzeugt davon, dass es diesbezüglich keine Patentrezepte gibt ausser dies: Lernen, sich so anzunehmen und zu mögen, wie man jetzt gerade ist, und dieses JETZT bewusst wahrnehmen. Darauf läuft es immer wieder hinaus, und das war und ist meine wichtigste Übung an jedem Tag: Leben mit allen Sinnen wahrnehmen. Anfangs war das harte Arbeit, ich musste mir immer wieder bewusst machen, was ich sehe, höre, rieche, spüre, schmecke. Und mich NUR darauf fokussieren. Das hat mir geholfen, mich zu spüren (das IST), statt mich zu denken (das sollte sein).

    Wenn ich merke, dass ich gedanklich anfange Karussell zu fahren, imaginiere ich ein STOP! Schild. Und konzentriere mich ganz bewusst auf das, was ich sehe, höre, rieche (....). Mit der Zeit wurde das zur zweiten Natur.

    Ich habe gelernt, in diesem JETZT die guten Glücksinseln aufzusuchen. Das sind viele Kleinigkeiten, die mir vorher gar nicht bewusst waren, und die ich deshalb auch nicht schätzen konnte. Die tolle Farbe des Himmels. Die alten Damen, die beim Bäcker ihren Kaffee geniessen. Das Lächeln, das wir tauschen, weil ich sie anstrahle, und sie überrascht und froh zurück lachen. Die gute Tasse Tee. Das leckere Käsebrot. Das weiche Bett, in das ich mich abends legen darf. Ein gutes Buch. Die vielen tollen Momente mit meinem Hund.

    Meine Hunde haben mir extrem geholfen. Sie waren und sind Vorbilder für das Hier und Jetzt. Die sind immer voll da, mit allen Sinnen. Sie animieren mich, einfach zu sein, und aus diesem Sein das Beste zu machen.

    Natürlich mache ich auch Pläne, denke an die Zukunft, versuche, Weichen zu stellen. Aber ich gebe dem längst nicht mehr so viel Raum wie einst. Ich mache das, was ich tue, so gut ich kann, und das muss genügen, deshalb mache ich mir darüber hinaus buchstäblich keinen Kopf mehr.

    Ich habe begriffen, dass ich so, wie ich bin, liebenswert bin. Nicht für jeden - aber das muss ich auch nicht sein. Ich mag auch nicht jeden anderen Menschen.

    Und so konnte ich auch wieder Freude am Denken entwickeln. Als Mensch mit einem sehr klaren, agilen Kopf ist das für mich etwas sehr Wertvolles. Heute ist aber der Druck raus. Ich muss nicht mehr, ich denke, lerne, studiere aus Spass an der Freude, und habe kein Problem damit, wieder auszusteigen, wenn es für heute genug ist.

    Es ist schwierig, einen so komplexen Prozess, der sich über viele Jahre zog, in Worte zu fassen.

    Ich habe für mich heute einfach das Gefühl, dass es eine Balance gibt zwischen dem, was in meinem Kopf abgeht, und der Haptik.

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