Vielleicht bin ich auf dem falschen Dampfer, aber ich habe in diesem Leben gelernt, auf meine ERSTEN Impulse zu achten. Drum schreib ich Dir, was mir durch Bauch und Hirn schiesst. Du wirst wissen, ob Du damit etwas anfangen kannst.
Mein Impuls ist: Du kompensierst mit äusserer Bewegung die fehlende und dringend notwendige innere Bewegung, Revision, Leidenschaft.
Es geht hier nicht um´s Tun, darum, grosse Veränderungen zu initiieren, sondern darum, inne zu halten, und erst einmal bei und in Dir anzukommen.
Keine neuen Projekte.
Kein Jobhunting.
Kein Praktikum.
Keine neue Verantwortung in Form eines Gartens, wobei ich den Impuls an sich einen guten finde, denn bei der Gartenarbeit wird oft der Kopf frei, und damit der Weg, sich selbst wieder zu spüren, eins mit sich zu sein.
Schalt mal ab. Die Vernunft. Das Pro und Contra. Lass Dein Inneres zu Wort kommen. Oder ins Bild. Schau was Dir liegt, und such Dir etwas, das Dich in einen Flow bringt. Was rührt, was berührt Dich? Wo, wann, wie fühlst Du Dich geborgen, wo, wie lädst Du auf? Was macht Dich glücklich? Was leicht?
Manchmal muss man erst an der falschen Haltestelle aussteigen, und sich derbe verlaufen, um sich selbst auf die Spur kommen zu können.
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18.04.2012, 19:07Inaktiver User
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
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18.04.2012, 19:20
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Auch ein Ehepaar muss nicht zwingend zusammen in einer Wohnung leben. Insofern könnte es auch eine Lösung für euch geben: Du am Stadtrand, er in der Stadt.
Was wäre daran so schlimm? Viel schlimmer ist es doch, wenn einer der zwei Betroffenen total unglücklich ist (Trete vor die Tür und finde alles schrecklich... klingt furchtbar für mich).
Führerschein sollte er schon machen. Um flexibel zu sein. Kann ja nicht alles auf deinen Schultern lasten, was mit "Auto" zu tun hat. Und gar deshalb in der Stadt bleiben...äh...
Das Trubelige würde er vermissen.
Das Leben eines jungen, ungebundenen Menschen also.
Der kommen und gehen kann, wie er mag, der in Kneipen gehen kann, usw.
Verstehe ich.
Aber kinderfreundlich ist die Stadt nur bedingt. Gut, kann man alles hinkriegen. Nur sollte das, was für das Kind am besten ist, nicht in den Vordergrund rücken? Was wäre das, Stadt, Land, Mitte...The original Karla
est. 2006











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18.04.2012, 19:38
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Hallo Holunderbusch,
kann dich gut verstehen. Wenn ich deinen Strangtitel mal wörtlich nehme und nachfrage: Was empfindest du in deinem Leben als "falsch", was wäre es dann? Gibt es da was? Das Leben in der Stadt, die Ehe an sich, deine Ehe im Konkreten, die Kinder-Überlegung, der Job? Ist es so, dass du das Gefühl hast irgendwie ein falsches oder nicht dein Leben zu leben und dich jetzt einigermaßen darin einrichten zu müssen, was aber nie ganz klappt?
Weiß dein Mann denn, dass du momentan unglücklich, unzufrieden bist? Ich verstehe, dass du ihn nicht drängen magst ins Grüne zu ziehen etc., aber gegebenenfalls sollte er schon wissen an welchen Lebensumständen und -entscheidungen du zu knabbern hast. Denn dann kann er sich auch Gedanken über seine Prioritäten machen und vielleicht ist dann auf einmal das Leben im Szeneviertel gar nicht mehr so wichtig... Manchmal brauchen Entscheidungen auch Zeit, v.a. wenn man etwas immer für selbstverständlich gehalten hat. Und vielleicht hast du es ja auch immer eher als beiläufige Frage formuliert?
Was ich sagen will: Es ist vermutlich immer gut, im Gespräch zu bleiben und sich gegenseitig zu informieren- über Träume, Erwartungen etc.
Geändert von BlaueZukunft (18.04.2012 um 19:46 Uhr)
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18.04.2012, 19:44
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Stimmt...
Vielleicht ist ihm noch gar nicht klar, in welcher Not zu bist.
Das rüberzubringen, ist manchmal auch wirklich nicht einfach.
Buchtipp "Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüßte, was ich will". Barbara Sher.The original Karla
est. 2006











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18.04.2012, 20:29
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Ja, das könnte stimmen. Dharma hat etwas ähnliches angemerkt. Ich bin sehr im "Optimierungs-Modus" derzeit. Ich stelle fest "Mir fehlt Sinn" und setze an allen Fronten irgendwelche Hebel in Bewegung, um das zu beheben. Wenn Ihr das so von außen beschreibt, sehe ich auch, dass ich anscheinend einen ziemlichen Aktionismus an den Tag lege. Von "innen" fühlt es sich dennoch an, als würde ich stillstehen.
Deine Fragen sind wichtig, das spüre ich langsam. Ich hab bloß so wenig Geduld mit mir.
Hallo Karla,
wahrscheinlich würde er das sogar "mitmachen", wenn ich nun alleine an den Stadtrand ziehen wollte. Er ist da nicht so der Typ, der zu Vorschriften oder Klammern neigt. Ich glaub eher, dass ich mir das schwer vorstellen kann. Ein gemeinsames Zuhause ist mir (jedenfalls im Moment) wichtig. Vielleicht auch daher, weil meine Beziehung zu meinen Eltern nie eine einfache war. Eine eigene, "selbst gebaute" Familie, dazu können auch Freunde gehören, gibt mir was.
Was das Viertel betrifft, an dem er hängt: Er sagt, er findet es hier einfach interessant. Die Leute, die sehr gemischte soziale Struktur. Die Szenen auf der Straße. Für ihn ist das Inspiration (auch berufliche). Partygänger ist er gar nicht (eher ruhig, siehe unten). Da bin ich selbst mehr unterwegs. Ich habe den Eindruck, er schaut einfach gerne zu, was um ihn herum so passiert. Und hier passiert eben viel, insofern ist das toll für ihn.
Gestern Abend kam er auf mich zu und sagte mir, dass ihn mein momentanes Unglück sehr bedrückt, und dass er mit mir in einen anderen Stadtteil zieht, wenn ich das möchte. Eben so, dass er noch eine akzeptable Anbindung an die Öffentlichen hat. Es klingt jetzt vielleicht verrückt, aber diese Aussage hat mich spontan ein wenig mit der Wohnungssituation versöhnt.
Was kinderfreundlich wäre, weiß ich nicht so genau. Im Voraus hab ich da so gar kein Gefühl dazu.
Der Führerschein, hmmmmm. Er kommt selbst eben prima ohne Führerschein klar, er ist da echt anspruchslos. Mit dem Rad, zu Fuß, per Bahn oder Bus bewegt er sich offenbar ziemlich zufrieden fort, ohne dass ihm da was fehlt. Auch längere Fahrten würde er klaglos mit den Öffentlichen machen, wenn ich ab jetzt nicht mehr fahren wollte. Hieße, er würde den Führerschein eigentlich "für mich" machen. Wäre das nicht zu viel verlangt? Ich komm zu keinem Ergebnis.
Hallo Blaue Zukunft,
das ist eine sehr gute Frage - was ist eigentlich "falsch"? Und es ist eigentlich klar, dass es nicht einfach die Wohnsituation ist. Ein ganz, ganz großer Teil ist auch mein Beruf, der mich so gar nicht mit Sinn erfüllt. Manchmal habe ich Spaß an ihm, und schöne Projekte erfreuen mich ebenso wie eine erfolgreiche Entscheidung. Aber unterm Strich reicht das nicht so weit, dass ich mir vorstellen könnte, das bis zur Rente zu machen (wobei man in meiner Branche schon mit 40 zu den "Alten" gehört
)
Die Ehe fühlt sich nicht falsch an. Ich finde es schön, verheiratet zu sein. Mein Mann ist eher so der ruhige, ruhende Part. Er neigt überhaupt nicht zur Rastlosigkeit, was vielleicht nicht schlecht für mich ist. Gerade jetzt sind die Pole ziemlich extrem. Ich komme kaum noch zur Ruhe, nehme jeden Lebensbereich unter die Lupe. Mein Mann lässt die Dinge gerne auf sich zukommen in dem Sinne, dass vorauseilendes Grübeln einfach nicht in seiner Natur liegt. Er kann ohnehin sehr gut mit sich alleine sein. Ich musste mir das erst erarbeiten und bin immer noch dabei.
Ich würde jetzt spontan antworten, dass der Job und das Leben in der Stadt die beiden größten Baustellen sind und wie Du sagst, versuche ich mich immer wieder zu arrangieren, was nicht so recht klappen will.
Ich hatte schon den Gedanken: wenn ich eine dieser beiden Baustellen beheben kann, ist die andere womöglich akzeptabel. Ob das stimmt, weiß ich nicht.
Danke für Euren Input, das hilft mir sehr
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18.04.2012, 20:29
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18.04.2012, 20:36
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Klar kann er den Schein "für dich" machen.
Wieso denn nicht?
Wenn nicht für dich, für wen dann? Stellmalvor, ein Arbeitgeber... da würde er doch auch?
Außerdem, wenn Kinderwunsch besteht, wird Autofahren können wichtiger.
Mal eben Kind hierhin, dahin, dorthin, mit der Frau zur Entbindung z.B.
Das kann doch nicht alles an dir allein hängen.
Und - besser man bereitet sich vor. Nicht denken "Jetzt brauche ich den nicht". Ja - jetzt. Aber später vielleicht, und dann kann eine Situation sein, die es viel schwieriger macht, den Lappen mal eben kurz zu machen.The original Karla
est. 2006











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18.04.2012, 20:46
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
...und das ist etwas, was ich ihm generell ganz, ganz schwer begreiflich machen kann: Das mit dem "Später". Ich glaube, für ihn fällt das in die Kategorie "Sich Sorgen über ungelegte Eier machen." Wenn das Kind erstmal da ist, was für ihn gefühlt sehr weit weg liegt, wird sich das alles finden. So etwa denkt er.
Er ist nun nicht verantwortungslos – wir haben einen Hund, um den kümmert er sich sehr liebevoll und zuverlässig. Wenn man das vergleichen kann.
Er versteht es auch, dass ich vorher zum Beispiel geklärt haben will, wer wann Elternzeit macht. Aber Argumente wie "Wenn wir dann mal ein Kind haben und das Auto öfter brauchen, möcht ich nicht alle Fahrten alleine bewältigen" gehen ihm irgendwie nicht in den Kopf. Er sieht hier unzählige Menschen, die auch ohne Auto mit ihren Kindern unterwegs sind, und die Notwendigkeit erschließt sich ihm wohl nicht. Zur Entbindung oder anderen "Notfällen" würde er mich mit dem Taxi bringen.
Irgendwie sind mir da die Argumente ausgegangen, ich weiß auch nicht.
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18.04.2012, 21:34
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Warum ist es (dir) denn so wichtig, dass er einen Führerschein macht? Ich finde jetzt auch nicht unbedingt, dass man in einer großen Stadt, wenn man ohnehin gerne mit dem Fahrrad, Sbahn etc unterwegs ist, unbedingt ein Auto und somit einen Führerschein braucht?
Ich bin eher die Planer- Natur, aber z.B. jetzt einen Führerschein zu machen, dass ich in x Jahren dann noch nicht vorhandene Kinder zu Freunden fahren kann- das wäre dann selbst mit zuviel des Planens
(ich hab aber trotzdem einen Schein)
Kann es sein, und ich frage jetzt einfach mal so, dass du schlichtweg zuuu perfektionistisch bist und tendentiell nicht mit dem zufrieden, was du hast? Das ist nicht als Vorwurf gemeint, ich bin da nämlich ähnlich. Leuten wie uns fehlt vielleicht einfach die Gabe, auch mal innezuhalten und sich das Schöne anzusehen, quasi den Fokus auf das Positive zu richten, anstatt stets damit beschäftigt zu sein, was eben gerade NICHT zu 100% passt, was noch BESSER sein könnte. Ich glaube, dass man da stark aufpassen muss, denn das ist ein Teufelskreis und führt nur zu einem Ziel: Unzufriedenheit.
Ich meine also, es ist wichtig zu unterscheiden, ob es wirklich ernsthafte Baustellen gibt, die es zu bearbeiten gilt oder ob die Unzufriedenheit und Rastlosigkeit nicht aus einem ureigenen Perfektionismus entspringt. Dann sollte man erstmal diesen beseitigen bevor man äußere Umstände verändert und hofft dadurch etwas zu verbessern.
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18.04.2012, 22:54
AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?
Was, achso, nee!

Da bin ich jetzt drauf eingegangen, weil Karla danach gefragt hatte. Wir hatten zuhause dieses Führerscheinthema vor ein paar Monaten schon mal. Ich bestehe da nicht drauf, dass er den macht. Ich fände es zwar sehr praktisch, weil ich derzeit Elternbesuche (über 700km einfach), Urlaubsreisen etc. alleine fahren muss, was bei langen Strecken nicht immer eine Freude ist.
Der aktuelle Stand ist eher so, dass er ihn machen würde, wenn sich rausstellt, dass das echt nötig ist. Ob man sowas überhaupt "verlangen" könnte, war meine Frage an Karla. Meine Argumente pro Führerschein sind nicht schlecht, seine aber auch nicht. Ich habe mich dann also geschlagen gegeben
Ja, ich bin schon perfektionistisch, was mich selbst betrifft. Hab ich von meiner Mutter. Seufz. Ich sehe das auch als Problem und habe unter anderem deshalb meinen Therapeuten aufgesucht, weil dieser wahnsinnige Leistungsdruck mich auf Dauer sehr unglücklich macht. Ich kann mir Fehler sehr schwer verzeihen. Ich glaube, mein "Schuldgefühl-Knopf" ist so groß und so leicht zu drücken, den sieht man noch ohne Fernglas aus dem Weltall. (Muaaahhh, jetzt lass ich aber ganz schön die Hosen runter hier. Ist mir unheimlich.)Kann es sein, und ich frage jetzt einfach mal so, dass du schlichtweg zuuu perfektionistisch bist und tendentiell nicht mit dem zufrieden, was du hast?
Mein Mann tut eigentlich diesem Perfektionsdrang gut (bzw schlecht). Der Mann kann auch mal Zeug stehen lassen, ohne dass es ihn aufregt. Der hat ein viel langsameres Tempo als ich. Der wird ganz selten hektisch. Manchmal macht mich das ganz irre, weil ich immer schnell vorpreschen will. Aber im Grunde weiß ich selbst, dass es gut für mich wäre, Tempo rauszunehmen.
Ja. Das ist sicherlich richtig. Ist auch eines der Themen, an denen ich dran bin, schon seit längerem. Die Baustellen "Job" und auch "Lebensraum" kristallisieren sich heraus. Wobei, wenn es mir gelingen würde, einen befriedigenden Jobwechsel einzuleiten, dann wäre die Wohnsituation vielleicht nur noch Prio 2? Keine Ahnung.Ich meine also, es ist wichtig zu unterscheiden, ob es wirklich ernsthafte Baustellen gibt, die es zu bearbeiten gilt oder ob die Unzufriedenheit und Rastlosigkeit nicht aus einem ureigenen Perfektionismus entspringt. Dann sollte man erstmal diesen beseitigen bevor man äußere Umstände verändert und hofft dadurch etwas zu verbessern.
Was das Thema "Kind" angeht, da bin ich total schwankend. Ich muss dazu sagen, ich bin jetzt die einzig Kinderlose im Freundeskreis. Mein Mann hat noch ein paar eigene kinderlose Kumpel. Wenn alle meine guten Freunde keine Kinder hätten, hätte ich dann trotzdem einen Kinderwunsch? Vielleicht nicht. Das gibt mir zu denken. Will ich nur "dazu gehören"? Und andersrum gefragt: ist ein Kinderwunsch unecht, weil er sich zu einem Zeitpunkt manifestiert, an dem alle anderen den Schritt schon gewagt haben? Auch hier: ich komm mir nicht auf die Spur.


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