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  1. User Info Menu

    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Hallo Holunderbusch,

    Kompromisse müssen wir alle im Laufe des Lebens mal eingehen. Wichtig finde ich, sich klar zu werden über seine Bedürfnisse und darüber, was unbedingt stimmig sein muss, damit es einem gut geht. Macht man nur Kompromisse, wird man unglücklich. Ich bin da mittlerweile etwas pragmatisch und weg von dieser buddhistischen Sichtweise, sich von allen "Anhaftungen" zu befreien, um mit dieser inneren Haltung äußeren Widrigkeiten zu trotzen. Wir haben Bedürfnisse, und sie dort erfüllt zu sehen, wo sie wichtig für uns sind, gibt die nötige Stabilität für die Kompromisse, die an anderer Stelle eingegangen werden müssen.

    Ich finde, dass Du gute Ideen zu beruflichen Alternativen hast, Du hast ja schon recht gut recherchiert und potentielle Umsetzungsmöglichkeiten gecheckt. Ich halte den Beruf für einen sehr wichtigen Bereich, denn normalerweise verbringt man einen großen Teil seiner Wachzeit damit. Deswegen würde ich an Deiner Stelle schauen, da in eine Umsetzung zu kommen.

    Durch Deine Ehe ist noch ein zweiter Mensch von Deinen Entscheidungen betroffen, Du beschreibst das ja schon in Bezug auf Euren Wohnort. Wenn hier keine Lösungen a la Pendeln möglich sind, überlege vielleicht mal, wie Du Deinem Wunsch nach Alleinsein und nach einer langsameren Gangart sonst noch umsetzen kannst. Helfen Dir Wochenendurlaube in der Natur? Spricht Dich der Gedanke an einen Schrebergarten an? Das ließe sich auch ohne Wohnortwechsel umsetzen.

    Was Deinen ungeklärten Kinderwunsch betrifft, kann ich mir vorstellen, dass sich mehr Klarheit darüber einstellt, wenn Du in den anderen Bereichen mehr für Dich gesorgt hast und damit Deine eigene Basis verbreitert hast.

    Alles Gute!
    Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.

    - Robert Bresson -

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    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Zitat Zitat von _muschelkalk Beitrag anzeigen
    Das hört sich gut an. Wenn du also einen Plan/Traum hast, würde er zu dir stehen.

    Machst du schon Yoga?
    Ich bin mir nicht sicher, kann mich derzeit auch sehr schlecht konzentrieren {multi-multitasking;-) }, es klingt bei dir so...Angst vor dem Schwimmen. Du mögst gerne an das andere Ufer, weil es dort viel grüner usw. ist. Aber, das Wasser ist so tief und auch so kalt und dann weiß man ja auch nicht, ob es wirklich grüner auf der anderen Seite ist.
    Schwierig. Auf der einen Seite ist es natürlich wichtig eine gewisse Sicherheit zu haben. Gerade, wenn man eigentlich nicht wirklich weiß, was die 'glückseeligmachende' Alternative ist. Auf der anderen Seite dieses Bauchgefühl, es gibt sie ... im richtigen Leben.

    Was hättest du gemacht, wenn du nicht so schnell eigenes Geld hättest verdienen müssen? Hattest du damals einen Traum?

    Weißt du, wann du falsch abgebogen bist?
    Alles sehr gute Fragen, danke.

    Ich mache Yoga, ja. Und mache es so gerne, dass ich eine Lehrerausbildung fest ins Auge gefasst habe. Aber wie gesagt, ich muss mir erst eine solide Basis schaffen – ich praktiziere zwar oft, aber erst seit einem Dreivierteljahr.

    Zu Deiner Frage, was ich gemacht hätte, wenn ich nicht so schnell hätte Geld verdienen müssen. Ich hätte einfach gerne noch in zwei, drei Berufe reingeschnuppert. Einen konkreten Traum hatte ich keinen, eher eine Richtung, die mich interessiert hat. Ich war leider nie einer der Menschen, die früh einen Traum haben und den verfolgen, ich brauche irgendwie echt lange für meine Persönlichkeitsentwicklung, so scheint es mir

    Ich hab ganz schnell gemerkt, dass mein jetziger Beruf nicht für die "Ewigkeit" ist, aber ich hab weitergemacht, weil ich für mich selbst sorgen musste. (hier wohl die falsche Abbiegung) Vielleicht war das zu passiv. Und dann hatte ich gewisse Erfolge, und Beförderungen, und hab mich arrangiert eine lange Weile. Je mehr ich verdient hab, umso unmöglicher schien mir der Ausstieg.

    Und jetzt steh ich da und hab das Gefühl, kaum Handeln zu können. Und weiß nichtmal, was mich so lähmt.

    Angst vorm Schwimmen, das trifft es sehr gut.

    Ich bin eigentlich ein Mensch, der handelt, weil ich weiß, dann geht es mir besser. Weiß auch nicht, was mit mir los ist. Es kommt mir alles so aussichtlos vor.

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    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Zum Wohnort: Ich wohn hier schon immer in meiner Stadt und kenn mich aus, vielleicht setzt Ihr Euch einfach mal in die U-Bahn oder S-Bahn und fahrt ein bisschen die Strecken ab. Ich kenn hier zig U-Bahn-Haltestellen, die quasi im Grünen liegen mit netten Häuschen drumrum, die Felder auf der einen Seite, der Wald auf der anderen, aber man ist in zehn Minuten im pulsierenden Leben der Großstadt. Das gibt es bei Euch vielleicht auch, aber Ihr kennt die Ecken noch gar nicht.
    Das haben wir hier auch, solche Haltstellen, aber das sind dann keine 10 Minuten zur Stadtmitte, sondern doch erheblich mehr. Ich hab das meinem Mann vorgeschlagen, gestern abend erst wieder. Er sagt einfach, dass er sich in so einer ländlich-vorstädtischen Umgebung echt nicht wohlfühlt. Und dass es ihn extrem nerven würde, auf die mangelhafte Verkehrsanbindung angewiesen zu sein (klar, am Stadtrand fahren halt nicht 3 Bahnen, sondern eine. Oder ein Bus. Das kann abends/nachts oder am Wochenende schon sehr nervig sein). Dass alle seine (und meine) Freunde zentrumsnah wohnen und man sich durch so einen Art Umzug sehr von seinen Sozialkontakten entfernt. Für ihn stellt es sich so dar.

    Freund von uns wohnen "so weit draußen". Das Modell findet er einfach nicht erstrebenswert, er sträubt sich.

    Wegen dem Job: 2h am Tag oder so ein Modell geht bei mir nicht. Es ist so, dass ich während eines Auftrags beim Kunden in der Firma sitze und das auch gerne bis später abends. Es ginge eher so, dass ich sage: die nächsten vier Wochen nehme ich gar keine Aufträge an und mache statt dessen ein Praktikum. Wäre vermutlich am machbarsten.

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    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Zitat Zitat von LaRimbecca Beitrag anzeigen
    Hallo Holunderbusch,

    Kompromisse müssen wir alle im Laufe des Lebens mal eingehen. Wichtig finde ich, sich klar zu werden über seine Bedürfnisse und darüber, was unbedingt stimmig sein muss, damit es einem gut geht. Macht man nur Kompromisse, wird man unglücklich. Ich bin da mittlerweile etwas pragmatisch und weg von dieser buddhistischen Sichtweise, sich von allen "Anhaftungen" zu befreien, um mit dieser inneren Haltung äußeren Widrigkeiten zu trotzen. Wir haben Bedürfnisse, und sie dort erfüllt zu sehen, wo sie wichtig für uns sind, gibt die nötige Stabilität für die Kompromisse, die an anderer Stelle eingegangen werden müssen.

    Ich finde, dass Du gute Ideen zu beruflichen Alternativen hast, Du hast ja schon recht gut recherchiert und potentielle Umsetzungsmöglichkeiten gecheckt. Ich halte den Beruf für einen sehr wichtigen Bereich, denn normalerweise verbringt man einen großen Teil seiner Wachzeit damit. Deswegen würde ich an Deiner Stelle schauen, da in eine Umsetzung zu kommen.

    Durch Deine Ehe ist noch ein zweiter Mensch von Deinen Entscheidungen betroffen, Du beschreibst das ja schon in Bezug auf Euren Wohnort. Wenn hier keine Lösungen a la Pendeln möglich sind, überlege vielleicht mal, wie Du Deinem Wunsch nach Alleinsein und nach einer langsameren Gangart sonst noch umsetzen kannst. Helfen Dir Wochenendurlaube in der Natur? Spricht Dich der Gedanke an einen Schrebergarten an? Das ließe sich auch ohne Wohnortwechsel umsetzen.

    Was Deinen ungeklärten Kinderwunsch betrifft, kann ich mir vorstellen, dass sich mehr Klarheit darüber einstellt, wenn Du in den anderen Bereichen mehr für Dich gesorgt hast und damit Deine eigene Basis verbreitert hast.

    Alles Gute!
    Danke für Deine Ideen. Mit dieser buddhistischen Anhaftungs-Sache beschäftige ich mich auch gerade. Ich glaube, dass die komplette Vermeidung von Anhaftung für mich irgendwie nicht funktioniert. Vielleicht kann das nicht jeder? Keine Ahnung.

    Du würdest es also so sehen, dass ein Mensch quasi eine Handvoll Bedürfnisse hat, und dass man die wichtigsten davon erfüllen muss, gerade um das Nicht-Erfülltsein der anderen hinnehmen zu können? Sorry für die schwurbelige Ausdrucksweise. Also nach dem Motto: ich erfülle mir Bedürfnis A,C und D, und deshalb kann ich damit leben, wenn Bedürfnis E und B unerfüllt bleiben?

    Einen Schebergarten habe ich vor kurzem gepachtet. Er ist nur 15 Minuten von der Wohnung weg und ich freue mich sehr, dass ich das hingekriegt habe. Noch fühlt es sich trotz allem wie eine etwas dürftige Kompensation an.

    Wie Du schon sagst, durch meine Ehe ist immer noch ein zweiter Mensch im Boot, wenn ich etwas entscheide. Ist halt blöd, wenn einer großen Leidensdruck in einer Situation verspürt und der andere gar keinen. Ich finde es sehr schwierig, einen gangbaren Kompromiss mit meinem Mann zu finden, gerade auch was den Wohnort betrifft.

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    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Hallo holunderbusch,

    wie stellt sich Dein Mann denn ein Leben mit Kindern vor? Auch noch mitten in der Großstadt? Normalerweise ist das doch der Zeitpunkt, wo die junge Familie ins Eigenheim am Stadtrand zieht... Oder sich auch innerstädtisch nach kindgerechten Wohnformen umschaut.

    Klar, bei zwei Beteiligten mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen muss man schon schauen, wie man das hinbekommt. Ich wohne auch in einer Großstadt mit relativ schlechter (sprich abends und am WE sehr unregelmäßiger) Anbindung des Umlands. Da muss man das Leben am Stadtrand schon sehr bewusst wollen, um die Nachteile in Kauf zu nehmen.

    Aber vielleicht wäre der Punkt Familiengründung der Angelpunkt, um den Du Deine Überlegungen sortieren könntest. Was wäre dann mit Deinem Job? Wo würdet Ihr wohnen wollen? Wie stellt Ihr Euch, auch als Paar, Euer Leben in zehn Jahren vor? Was wäre denkbar, was käme gar nicht in Frage? Vielleicht braucht Ihr einfach eine gemeinsame Vision statt vieler einzelner Punkte, die zu lösen sind.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  6. Inaktiver User

    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Hallo Holunderbusch

    laß dir mal von einer alten Frau einen weisen Rat geben

    du machst viel zu viel - Job, Haushalt, Garten, Sport....

    Du siehst dein Problem ja ganz deutlich - in erster Linie ist es deine unentschlossenheit - und das alles kippst du zu mit Aktion. Das hilft dir nicht wirklich..

    Das ist mehr sowas wie - ich mach das alles und daneben läuft mein Leben weiter - wie in einer Matrix. Alles was passieren wird, du wirst noch unzufriedener mit dir und deinem Leben.

    Wenn du jetzt noch schwanger wirst - ist das Chaos perfekt.

    Oder übe dich im Buddhismus, mache Yoga - ziehe aufs Land, such dir einen anderen Job, einen neuen Mann - DAS wird dir alles nichts nützen.

    Es geht erstmal um dich. WAS willst du, WAS brauchst du um dich gut zu fühlen.

    Und wenn nichts hilft, hilft ne Liste.

    Nötige Dinge nicht so nötige Dinge unnötige Dinge

    Klar gehört ein Job zum Leben dazu - wenn es nicht dieser ist, such dir mittelfristig was anderes.

    Und da ich Buddhistin bin: der Weg ist das Ziel!! Und schon ein kleiner Ansatz in Sachen Veränderung kann ein ganzes Leben verändern....

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    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen

    wie stellt sich Dein Mann denn ein Leben mit Kindern vor? Auch noch mitten in der Großstadt?
    Hallo Malina!

    Hm, fast alle unserer Freunde/Bekannten haben Kinder und leben ebenfalls sehr städtisch. Scheint zu funktionieren – und mein Mann ist in dem Punkt der Meinung, dass ein Kind nicht zwangsläufig nur auf dem Land glücklich wird. Sondern dass es in erster Linie geliebt und unterstützt werden muss, und die Umgebung zum Aufwachsen da eher zweitrangig ist.

    Habe letztens einen gute Freund gefragt, der in ebendieser Stadt aufgewachsen ist. Er hat einen Sohn, sie leben ebenfalls nicht im Umland. Er meint, er hätte sein städtisches Aufwachsen immer eher als Vorteil empfunden. Jetzt als Erwachsener würde er aber schon gerne mal wegziehen.

    Mir wäre es lieber, wenn meine eventuelle Kinder eher "im Grünen" aufwachsen, aber das ist wohl auf meinen eigenen Wunsch bezgl. Lebensraum zurück zu führen.


    Da muss man das Leben am Stadtrand schon sehr bewusst wollen, um die Nachteile in Kauf zu nehmen.
    Ja, eben. Und er will es eben nicht und mag sich daher auch nicht mit den Nachteilen anfreunden.


    Aber vielleicht wäre der Punkt Familiengründung der Angelpunkt, um den Du Deine Überlegungen sortieren könntest. Was wäre dann mit Deinem Job? Wo würdet Ihr wohnen wollen? Wie stellt Ihr Euch, auch als Paar, Euer Leben in zehn Jahren vor? Was wäre denkbar, was käme gar nicht in Frage? Vielleicht braucht Ihr einfach eine gemeinsame Vision statt vieler einzelner Punkte, die zu lösen sind.
    Über den Job haben wir in Sachen Kinder schon gesprochen. Wir sind beide Freiberufler, wollen uns die Elternzeit teilen und auch danach so gut wie möglich abwechselnd die Kinderbetreuung übernehmen. Zum Wohnen: siehe oben. Er empfindet es nicht als "schlimm", mit den Kindern in der Stadt zu wohnen.

    Deine Anregung mit den "Zehn Jahren" finde ich super. Darüber mache ich mir auch nicht selten Gedanken. Mein Mann ist nicht so der Planer, der lässt gerne alles auf sich zukommen in dem Vertrauen, dass sich das schon fügen wird. Er behält da auch meistens recht, subjektiv gesehen. Da sind wir sehr unterschiedlich – ich plane sehr gerne, er sieht den kommenden Dingen mit einer gewissen Gemütsruhe entgegen.

    Ich habe schon eine Vision. Ich möchte nach und nach beruflich umsatteln (nur das Wie fehlt mir noch), und ich habe die Sehnsucht nach einem (eigenen oder gemieteten) Haus in einer Umgebung, in der ich mich Zuhause fühlen kann. Mein Mann versteht diesen Wunsch und teilt ihn auch irgendwie...aber während ich mir überlege, wie ich das alles in die Tat umsetzen könnte, sieht er diese Notwendigkeit nicht so ganz.

    Es ist eben nicht sein Traum, sondern im Endeffekt meiner. Würden wir in 20 Jahren immer noch in genau dieser Wohnung in dieser Stadt wohnen, wäre es für ihn wohl auch okay. Er ist sehr im Hier und Jetzt, würde ich sagen.

    Irgendwie klingt das alles nach: Mein Mann ist die Bremse und hindert mich an meiner Entfaltung. Was ja so wohl auch nicht stimmt...

    Liebe Grüße

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    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Du siehst dein Problem ja ganz deutlich - in erster Linie ist es deine unentschlossenheit - und das alles kippst du zu mit Aktion.
    Hallo weise alte Frau

    Unentschlossenheit. Ja, schon. Ich fühl mich so erdrückt von diesen unzähligen Handlungsalternativen, dass ich, während ich in alle Richtungen agiere, mich dennoch vollkommen erstarrt fühle.

    Wenn du jetzt noch schwanger wirst - ist das Chaos perfekt.
    Oh Gott, da sagst Du was. Es ist eher unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, dass kürzlich eine Panne passiert sein könnte...und jetzt warte ich gerade ganz bang auf den Ausgang derselben. Denn es stimmt absolut, jetzt eine Schwangerschaft wäre vermutlich äußerst kontraproduktiv.

    Oder übe dich im Buddhismus, mache Yoga - ziehe aufs Land, such dir einen anderen Job, einen neuen Mann - DAS wird dir alles nichts nützen.
    Also ist Deine Maxime, dass es nicht die Umstände sind, die zufrieden machen.



    Es geht erstmal um dich. WAS willst du, WAS brauchst du um dich gut zu fühlen.

    Und wenn nichts hilft, hilft ne Liste.

    Nötige Dinge nicht so nötige Dinge unnötige Dinge
    Das werd ich tatsächlich mal tun! Hab bloß das Gefühl, grad gar kein Gefühl zu haben – was nötig oder unnötig für mich ist.



    Und da ich Buddhistin bin: der Weg ist das Ziel!! Und schon ein kleiner Ansatz in Sachen Veränderung kann ein ganzes Leben verändern....
    Ist es wirklich möglich, im Inneren so ruhend zu sein, dass das Außen unwichtig wird?

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    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Hallo holunderbusch,

    städtisches Aufwachsen hat sicher auch Vorteile, bin ja selbst in der Stadt aufgewachsen (aber mit einem schönen Park auf der anderen Straßenseite), aber ob das quirlige Szeneviertel dann noch so das Richtige ist. Zumal sich ja oft auch die Bedürfnisse ändern und auch der Blick auf die Umgebung. Ich schätze mal, wenn Du sagst, dass Dein Mann nicht so der Planer ist, dass er sich einfach nicht viele Gedanken darum macht, wie viel ein Kind in jeder Hinsicht verändert. Aber klar, wenn es im Freundeskreis viele Familien gibt, die in der Stadt leben, beeinflusst das die Sichtweise natürlich auch. Ich kenne fast nur Familien, die an den Stadtrand gezogen sind oder zumindest in Neubaugebieten mit hohem Kinderanteil.

    Und natürlich wäre es blöd, ein Kind zu bekommen, als Mittel um die eigenen Lebensvorstellungen durchzusetzen.

    Es geht ja auch immer ein Stück weit um das Selbstbild. Und ich finde, es gibt in Beziehungen auch so was wie ein gemeinsames Selbstbild, also das Bild, das man von sich als Paar oder als Familie hat: Eher szenig mit Kind im Tragetuch auf dem alternativen Rockkonzert im Park oder eher das Familienidyll im Reihenhaus am Stadtrand. Solche Bilder halt. Vielleicht auch im Freundeskreis gucken, wer so lebt, wie man sich für sich selbst auch wünschen würde (jedenfalls ungefähr). Und ich finde schon, dass es da auch wichtig ist, in etwa in dieselbe Richtung zu schauen, eine gemeinsame Vorstellung zu entwickeln. Das kann ja auch spielerisch-lustig sein. Einfach mal andere Paare, Familien beobachten, sich ausmalen, wie die wohl leben, ob man auch so leben wollte. Dabei muss ja kein Fünfjahresplan mit Meilensteinen herauskommen, nur eine Idee, wie man gemeinsam leben möchte, was man unbedingt braucht, was verhandelbar ist, etc.

    Ich merke für mich, dass ich Veränderungen leichter angehe, wenn ich ein Bild im Kopf habe, wie mein Leben nach der Veränderung aussieht und dass ich mich damit wohlfühle. Ob es dann so kommt, steht auf einem anderen Blatt. Aus manchen Bildern ist hinterher nichts geworden, dafür sind andere Dinge geschehen, die dann sozusagen eine freie Interpretation des ursprünglichen Bildes waren. Und das war auch gut. Aber ohne diese Bilder hätte ich manchen Sprung erst gar nicht gewagt.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Gibt es ein richtiges Leben im falschen?

    Hallo Malina.

    Vielen Dank für diese Anregung mit den Bildern. Damit konnte ich spontan etwas anfangen und habe beim Nachdenken schnell gemerkt, dass es für viele Bereiche diese Bilder bereits gibt, oder zumindest Ahnungen davon.

    Auch das, was Du oben beschreibst: Das Paar mit Kind im Tragetuch beim Konzert im Park – ja, das würde wohl gut zu uns passen. Ist auch ein Konzept, in dem sich mein Mann ebenfalls wiederfände.

    Das Spielerische daran gefällt mir auch gut: Bilder "auf den Tisch legen", betrachten, nachspüren, behalten oder verwerfen oder modifizieren. Vielleicht ist das auch eine Ebene, auf wir uns als Paar besser verständigen können...manchmal schaff ich es mit bloßen Worten gar nicht, meinem Mann etwas begreifbar zu machen. Ich schätze mal, wir kommunizieren sehr unterschiedlich und haben noch keine "gemeinsame Sprache" gefunden.

    Wäre ich ganz allein, also ohne Mann und Hund, würde ich jetzt vielleicht für zwei, drei Monate auf Reisen gehen. Oder hätte schon längst meine Umzugskartons gepackt. Ich finde es schwierig, quasi als Kollektiv Entscheidungen zu treffen und gleichzeitig ein Individdum zu bleiben...ich empfinde die Ehe auch in dieser Hinsicht als verbindlicher als die Beziehungen, die ich (auch mit Zusammenleben) davor hatte. Weiß auch nicht wieso. Ist doch letztens Endes "nur" ein Trauschein.

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