Guten Morgen,
meine Güte, ist das hier lebendig.
Lorelei, weißt du, es geht mehr um eine Szene was das Alter betrifft. Für mich hab ich festgestellt, dass mir die "etablierte" Literaturszene zu unlebendig ist. Und, ich habe auch schon so manches probiert. Eigene Literaturgruppe gegründet, Mitglied beim Kabaret gewesen. Ehrlich gesagt, das wurde immer arbeitsintensiver - ich bin noch auf der Suche.
Wobei wir hier ja auch was Spezielles machen: nämlich dem schriftlichen Ausdruck frönen. Ist ja auch ne Art von slammen . Sich schriftlich ausdrücken ist noch was Anderes als sich unterhalten.
Malina, mir ist vor Jahren, als ich mit meiner Familie wieder mal im schönsten Brennpunktkietz lebte aufgefallen: bei unseren Kontakten waren auffallend viele Katholiken dabei. Oder so infiziert. Ohne das man das beabsichtigte. Und ohne dass es groß thematisiert wurde.
Ich bin sogar des Öfteren von der Religionslehrerin meiner Kinder, einer sehr patenten Frau, angesprochen worden in ihre Fusstapfen zu treten. Ich wäre so der Typ dafür.
Dabei sind zwei Seelen in meiner Brust. Diejenige die glaubt und auch die der jedes missionieren fast einem Gewaltakt gleicht.
So richtig verstehen tue ich das nicht. Weil ja jeder Mensch einen Anfang, einen Aufhänger braucht.
Zwei meiner Töchter haben übrigens so Kurzurlaube im Kloster gemacht. Keine Exerzitien sondern eher eine Verbindung von Arbeit mit Aufenthalt. Denen hat das wohl sehr viel gegeben. Groß darüber gesprochen haben sie allerdings nicht - ich glaube, sie fanden das sehr persönlich.
Bei mir ist übrigens alles soo schön verschneit - leider sehe ich schon die Vergänglichkeit....
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19.02.2013, 08:35Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
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19.02.2013, 16:18
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Hallo

Heute mal wieder etwas ausführlicher von mir
Liebe steffken, tja leider kann man (frau) es sich nicht aussuchen, welche Störung einen so befällt
Ich dachte früher immer, dass ich depressiv wäre - hatte auch depressive Phasen - aber in meiner ersten Thera mit Mitte 20 kam dann die Angst in den Vordergrund. Und sie ist tatsächlich ein Riesenhemmschuh! Deswegen fand/finde ich das Fastenmotto nicht ganz unpassend für mich, eben ein wenig umgemünzt auf die Angst.
Das hast Du sehr treffend formuliert, liebe LaRimbecca
Habe das konkret letztes Jahr - aber auch schon mal vorher - gemerkt, wie zu viel Herz in etwas zu stecken auslaugen kann. Und die Einteilung von Energie, Kraft und den Ruhepausen steht dieses Jahr ganz oben auf meiner Agenda. Bisher klappt es gut!
Liebe Malina,
erst einmal tut es mir leid, dass Du so doll gelitten hast nach der Infusion
Aber schön, dass Du nun wieder auf dem Dampfer bist! 
Dein gestriges Post finde ich klasse!
Du machst mich neugierig
Und ich stimme Dir zu mit Deinem letzten Satz. Viele Menschen sind noch nicht offen für "neue" Wege (die ja eigentlich schon uralt sind...). Still zu sein, in sich hinein zu spüren und zu fühlen, "Es" da zu erleben, das ist so toll und kraftgebend.
Als ich letztens im Gottesdienst war, fand ich es auch sehr schade, dass so wenig Leute da waren. Die Predigt der Pastorin war so schön... Ich finde, das sollten viel mehr Leute hören! Dass Du Deine Narrenfreiheit ein wenig nutzen willst, finde ich superUnser Diakon ist der Meinung, ihm ist egal, wie viele da kommen, er macht es auch für sich allein, und ich finde, man sollte Leute viel gezielter und direkter einladen. Mal sehen, ob ich da was bewirken kann. Im Moment hab ich so ein wenig Narrenfreiheit bei ihm wegen meiner Krankheit und meinem Umgang damit. Vielleicht kann ich das ja nutzen...
Warum nicht auch mal neue Wege wagen?? Und es gibt sooo viele Suchende heutzutage, denen ein wenig Spiritualität einfach gut bekommen würde.
So, nun zu mir. Ich bin noch nicht wirklich reflektiert, verzeiht mir das bitte
Das WE war ja schon mal supertoll. Freitag Spieleabend mit Freunden und noch bisschen los, Samstag, Sonntag und gestern unterwegs/entspannt mit meinem Weltenbummler, Sonntagnachmittag fünf Stunden Treffen mit Ex-Kolleginnen bei Kaffee, Kuchen und Aperol mit Sekt. Eine hat mich ca. vier Jahre nicht mehr gesehen, die war erstaunt, wie sehr ich mich verändert habe. "Du redest und wirkst ganz anders, Du scheinst richtig bei Dir angekommen zu sein." Diese Rückmeldung fand ich sehr schön 
Und heute kam ein geiler Satz meiner Chefin: "Was ist los mit Dir? Du leuchtest so! Du schwebst ja fast!"
(Sie hat Angst, dass ich schwanger werde, weil wir ne Mädelsabteilung sind, und das da halt öfter passiert). Ich nur: "Alles gut. Es läuft..."
Ich hab ein paar Posts vor diesem geschrieben, dass ich lieben möchte. Ohne Angst. Die hatte ich nun mal immer. Ob in Beziehung oder den Versuchen. Ja, und nun ist er da, der Weltenbummler. Vom Aussehen her nicht wirklich mein Typ, aber seine Art fiel mir ja schon am ersten Abend sehr positiv auf und außerdem ist er groß - was ich sehr mag. Jetzt haben wir viel Zeit verbracht, zwar kaum allein, aber zum Reden und Knutschen hat's gereicht. Und: Aaaauuuuuaaaaa. Der berührt was in mir. Seine Nähe macht mich ganz wuschig und ist gleichzeitig der Hammer. Ich genieße das total.
Mein Verstand meldet sich natürlich ab und an zu Wort
Er ist acht Jahre jünger, ab Frühling wieder mehr unterwegs (macht Catering und Märkte deutschlandweit), kommt aber regelmäßig hier in die Stadt zurück. Aus diesem Grund wohnt er auch in einer WG, überlegt aber evtl. sich eine eigene Wohnung zu nehmen. Er war sieben Jahre Single, war in über 30 Ländern, hatte dort auch Liebeleien, die ja aber nicht lebbar waren. Jetzt hatte er drei Monate so etwas wie eine Freundin hier, die ihn nach Strich und Faden verarscht hat. Als wir uns kennenlernten, war das zwei Wochen her. Er sagt, durch viele Gespräche mit seinen Freunden ist er drüber hinweg. Ich glaube ihm das mal, trotzdem bin ich vorsichtig. Irgendwie.
Vom Gefühl her könnte ich mich da total reinfallen lassen - aber... Ich habe doch noch Angst. Angst, verletzt zu werden. Und außerdem hatte ich mich Mitte November verknallt, das ja nicht so gepasst hat. Wie schnell nacheinander kann frau sich verknallen??
Muss dazu sagen, dass es vom Gefühl schon anders ist, er ist ja auch ein ganz anderer Typ. Ich merke nur, dass ich Angst habe, mich doof anzustellen, was zu vermasseln. Obwohl ich weiß, dass ich die Angst nicht zu haben brauche. Er findet mich ja schließlich auch toll 
Ach herrje, ja, das ist mein derzeitiger Kuddelmuddel. Wenn der mich berührt, meine Hand nimmt, den Arm um mich legt oder ich mich an ihn anlehne, sein Herz höre, ist das so schön! DAS hatte ich noch nicht oft in meinem Leben. Und wenn ich seine Stimme höre... nee, ich hör mal lieber auf jetzt...
Und sortiere mich mal bisschen weiter...
Schönen Tag Euch!
Geändert von happy_fly (19.02.2013 um 16:23 Uhr)
„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“
(Peter Kuznic, kroatischer Theologe)
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19.02.2013, 17:15
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Hallo fly,
ich hatte vor Jahren auch mal eine Weltenbummler-Affäre. Und ich hab daraus eins gelernt. In solchen Beziehungen muss man den Augenblick genießen und das inbegriffene Ende im Hinterkopf behalten. Dann kann man die schönen Momente genießen und ohne allzu viel Verletzung wieder rauskommen. Ich hab das nie bereut, und wir haben heute noch losen Kontakt.
Schwierig wird es nur, wie ich es gern getan habe, wenn man anfängt, Zukunftsszenarien zu entwerfen, die dann irgendwann immer weniger mit der Realität zu tun haben. Also genieß den Weltenbummler wie eine leckere aber vergängliche Köstlichkeit. Auch wenn es vorbeigeht, die Erinnerung wird bleiben, und das ist auch viel.
Liebe Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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19.02.2013, 18:22
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Danke Malina, das hilft mir gerade sehr.
„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“
(Peter Kuznic, kroatischer Theologe)
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19.02.2013, 21:25Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Das ist doch schoen.
Ich kenne auch so einen "Weltenbummler". Allerdings schon seit etwa 3 Jahren.
Einfach ist das nicht immer, wir haben uns aber auch Zeiten gar nicht gesehen und ich hatte einen anderen Freund, aber wir docken dann doch immer wieder aneinander an und er ist für mich erreichbar und tut mir gut.
So ein richtiger Weltenbummler ist er natürlich nicht, aber schon extrem viel unterwegs, wenn ich ihn mal kontaktiere ist es immer spannend zu hören wo er gerade ist... Meist zu weit weg, aber er hat ein Zimmer in meiner Stadt. Außerdem hat er noch ein Kind in einem anderen Land aus einer geschiedenen Ehe, um das er sich oft kümmert.
Auch ich muss, wenn wir uns dann mal gesehen haben, Zukunftsszenarien bekämpfen, aber ich sehe ihn schon sehr auf der "Haben"-Seite in meinem Leben.
Ich denke auch, liebe Fly, dass man die schönen Momente geniessen kann und in dem Sinne auch mal ganz egoistisch sein kann. Den Katzenjammer kann man dann nicht immer ganz vermeiden und ich will auch achtgeben offen für etwas anderes zu bleiben. Denn ich weiß ja, dass ich eigentlich mehr will.
Ich finde übrigens ganz toll, wie intensiv ihr Euren Glauben lebt.
Ich nehme mir auch immer vor öfter in die Kirche zu gehen, aber dann ist immer so viel anderes!
Ich habe ja sehr viele Hobbies und Freunde und Familie und mache auch noch Sport und dann will ich Sonntags eben auch mal ausruhen und nicht so viele "Termine" haben. Derzeit bleibt also der Kirchbesuch öfters auf der Strecke gebe ich zu, aber die Male wo ich da war, hat es mir gut getan.
Und ich mag diesen Strang.
Er strahlt sowas ruhiges aus, sehr wohltuend, auch wenn ich mal nur lese.
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19.02.2013, 22:03
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Bei mir fing das nach den ersten Exerzitien an, dass ich hinterher dachte, wenn Du wieder zu Hause bist, gehst Du mal wieder öfter in die Kirche. So ganz vage als Vorsatz. Und dann bin ich tatsächlich praktisch jede Woche gegangen. Ein bisschen war es so eine sportliche Herausforderung, ob und wie lange das nun auch auch umsetze, aber es hat mir auch gut getan.
Hier hab ich am WE eigentlich viele Möglichkeiten, von denen ich ich drei bis vier realistischerweise auch nutze: Samstag abend, Sonntag mittag oder Sonntag abend. Und irgendein Termin passt dann immer. Und jetzt, wo ich mir in der Chemowoche, wo ich nicht zur Kirche kann, die Kommunion nach Hause bringen lasse, käme ich mir wie eine Betrügerin vor, wenn ich in den anderen Wochen nicht ginge.
Wenn es zur Gewohnheit wird, fängt man auch an, die anderen Termine eher drumherum zu planen. Wobei ich da auch nicht sklavisch bin. Wenn es mal nicht geht, dann geht es halt nicht. Terminstress mach ich mir nicht, und manchmal gehen andere Dinge einfach vor. Ich bin sicher, dass Gott das auch versteht. Ich halt ihn da nicht für so einen Paragraphenreiter.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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19.02.2013, 22:34
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
@ Malina, danke für Dein gestriges Posting, es berührt mich sehr. Ich schreibe die Tage noch mehr dazu.
Eigentlich flattere ich hier gerade nur durch nach einem ungeplanten Abend beim Griechen, bei dem mein Mann und ich gefeiert haben, dass ich mein Maßband um 31cm kürzen kann. Kurzfristig habe ich heute erfahren, dass ich die neue Stelle schon am 01.03. antreten werde, mein neuer Chef braucht mich dringend und hat es daher durchsetzen können.

Morgen muss ich früh los zu einer zweitägigen Fortbildung, danach noch mehr.
Ich wünsch Euch was!Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.
- Robert Bresson -
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20.02.2013, 01:55
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Zur Religion:
In der Süddeutschen war vor Ewigkeiten mal ein Artikel über den Unterschied der beiden Religionen.
Fazit, kurzgefasst: Die evangelische Religion ist mehr kopfgesteuert, die katholische sinnlicher.
Bei den Katholen gibt es viele Rituale, die sinnentleert erscheinen. Aber in Zeiten der Not sind sie eingeübt und werden mit Leben erfüllt.
Und die Adventszeit, in der auch - außer bei Nikolaus - auf Schokolade verzichtet werden sollte und die Fastenzeit machen das Leben bewusster. Und anschließend wird krachend gefeiert. Entspricht lt. Psychologie mehr dem Menschen.
Selbst der Rosenkranz, bei dem ich als Kind immer so verzweifelt versucht habe, konzentriert zu beten und die Gedanken dabei doch abgeschweift sind, hat eben diesen Zweck. Zu sich zu kommen.
Ein Unterschied liegt auch daran, dass Reichtum bei Evangelen bedeutet, dass sie ein Gott wohlgefälliges Leben führen.
Ein Kathole muss sich für Reichtum schämen und möglichst viel abgeben.
Tatsächlich sind Evangelen auch im Schnitt reicher als Katholen.
Und ein "großer Gott wir loben Dich" zu Pfingsten mit reichlich Weihrauch... das geht wirklich voll über die Sinne.
Was Papst Benedikt betrifft... war von Anfang an klar, dass er kein Reformer sein wird. Schließlich hat er schon bei Johannes alles abgeschirmt.
Und leider den Hardliner Müller schon wieder an einflussreicher Stelle untergebracht. Der von Laien und erst recht nicht von Frauen innerhalb der Kirche irgendwas hält. Sind lediglich als widerspruchslose Diener/innen erwünscht.
In der Zeit von Johannes/Benedikt ist meines Wissens kein einziger Priester laisiert worden. Lieber werden die nichtehelichen Kinder über die Kirche finanziert als dass sie einen offiziellen Vater bekommen.
Ihr seht schon, sehr papstfreundlich bin ich nicht.
Habe aber das Glück gehabt, dass ich sehr viele engagierte Priester kennengelernt habe.
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20.02.2013, 07:37Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Naja, aber eben das kriegen die Allerallerwenigsten hin, jedenfalls nicht dauerhaft - auch wenn sie es sich vornehmen. Schon dutzendfach im Freundinnenkreis erlebt.
Ich sage da ja eher: Warum sollte man auch ?
Wenn ich mir eine verbindliche Beziehung zu einem liebevollen Mann wünsche, ist es DAS, was ich will. Da brauche ich mir nicht einreden, das was anderes ganz toll ist.
Ich hätte/habe mich ab einem gewissen Alter garnicht mehr auf etwas eingelassen, was mir nicht entspricht.
Aber da muß jeder für sich gucken, was ihm gut tut.Geändert von Inaktiver User (20.02.2013 um 07:48 Uhr)
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20.02.2013, 07:44Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Eben da muß man aufpassen, das man sich nicht ins Knie schießt.

Ich habe einen Monat vor meinem Mann einen Typ kennen gelernt, auch so ne Marke "Schmetterling, der sich auf nix ernsthaft einläßt", wo es beidseitig schon ganz schon gefunkt hat, eine starke erotische Anziehung da war.
Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens, mich darauf nicht einzulassen, auch, wenn es unsagbar schwer fiel, nach längerem Single-Dasein.
Denn dann hätte ich zur Zeit des Segeltörns wieder in so ner blöden Geschichte gesteckt, wo man eben doch nicht soo offen für anderes ist. Und meinen heutigen Mann wahrscheinlich garnicht wahrgenommen .... Da darf ich garnicht dran denken.Geändert von Inaktiver User (20.02.2013 um 07:49 Uhr)


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