Naja, das geht mir ein wenig zu weit. Gelassenheit zu erlangen, bedeutet ja nicht, den Verstand über Bord zu werfen, und ich glaube einfach nicht an solche "Kräfte", die womöglich den Krebs weg-lieben können. Auch das vielbeschworene "Ich muss kämpfen" ist nichts für mich. Ich stell mir dann immer vor, wie ich wohl gegen einen wuchernden Tumor kämpfen würde: Mit Schwert, Florett, Pistole, Maschinengewehr; und dass ich durch Handauflegen und "Besprechung" (geh weg, du böser Krebs) was erreiche halte ich für mich definitiv für ausgeschlossen.
Am besten geht es mir damit, dass ich jeden Tag einfach lebe. Nicht auf der "Ich lebe jeden Tag extra bewusst"-Ebene, sondern: Essen/Trinken, Dinge tun, die mir Spaß machen, lästige Pflichten erfüllen, mal schlechte Laune haben, heulen gehört auch mal dazu. Das einzige, was ich bereits bei der Erstdiagnose geändert habe ist, dass ich sämtliche (!) Kontakte rigoros abgebrochen habe, die ich einfach nicht mehr wollte. Die Betroffenen wissen zum Teil nichts von meinem Beweggrund, andere verstehen es, manche auch nicht. Dás ist mir aber egal.
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17.01.2013, 21:00
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
- Nie rechtfertigen -
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18.01.2013, 09:02
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Helllllooooo Myladies

Habt Ihr's gestern gespuert? Habe Euch beim Yoga ganz viel
LIEBE 
geschickt... Wir haben ein Set fuer das Goldene Herz gemacht- ich war sehr beruehrt! Kommt doch auch dort mein Thema auf mich zu.
@Sesam: ich kann Deine Worte sehr gut nachvollziehen. Letztlich ist es das, was ich beim Shiatsu ja auch höre. Hören ist eines, die Verzeihung aber zu spüren, zu leben ist noch mal ne andere Liga. Ich will nicht sagen, ich kann das nicht (denn das ist ja auch schon wieder eine Programmierung...)- ich gehe den Weg der kleinen Schritt und bin sehr gespannt, was kommt! Ich freue mich darauf. Denn gestern war die Energie so spürbar!!!
LIEBE ist ....
@Neurosia: es freut mich, dass Du Deinen Weg gelassen gehen kannst!
Ich kann ja so recht gar nicht beschreiben, wie Shiatsu (oder die Energiearbeit der Praktikerin) funktioniert- aber es wirkt!
Und das ist stellenweise so spooky...
Es war fuer mich als "Verstandesmensch", der Tag fuer Tag einer Analysetaetigkeit nachgeht, echt eine Herausforderung, mich darauf einzulassen. Aber es hat so viele Tueren geöffnet und Licht ist in mein Leben gekommen.
Jetzt - mit einem anderen Bewusstsein- "verstehe" ich erst die weisen Buecher, die ich vor vielen Jahren bereitsbmal gelesen habe. Der tiefere Sinn erschloss sich mit da so gar nicht...
@fly: aua! Gute Besserung fuer Deinen Zeh! Sehr schmerzhaft!
Ich musste bei Deinen Schilderungen auch Phasen meines Lebens Revue passieren lassen und habe mir manchmal zuvor gewünscht, das nicht so gemacht zu haben. Aber mittlerweile denke ich, nur so bin ich der Mensch geworden, der ich heute bin!
Eure Buchempfehlungen werde ich mir mal in Ruhe anschauen. Jetzt goenne ich mir erstmal einen Kaffee- noch jemand nen Taesschen?
----- Das Herz gleicht einem Garten. Es kann Mitgefühl oder Angst, Groll oder Liebe wachsen lassen. Was für Keimlinge willst Du darin anpflanzen? ------- (Jack Kornfield)
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18.01.2013, 12:21
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Dá kann ich auch mit einem Erlebnis dienen. Nach meiner Erstdiagnose (Krebs) war ich derart durch den Wind, vor allem wegen der Wartezeit für die Abklärung, dass ich einer Bekannten "erlaubte" mir ein Fern-Reiki (!) zu senden oder wie man das nennt. Fern-Reiki, also wirklich - noch blöder kanns doch gar nicht sein, dachte ich. Aber ich dachte auch: Noch schlimmer kanns mir gar nicht gehen, also lass ich es mal geschehen. Der Hammer war: Nach ein paar Stunden kehrte meine Gelassenheit zurück, und ich konnte die Wartezeit in Ruhe aushalten.
Jahrelang war mir das so peinlich, dass ich mit niemandem darüber sprach, was sich mittlerweile geändert hat. Nun erzähl ich das, wenn es passt.
Bücher - Ja, da kann ich auch ein Lied von singen. Immer wieder habe ich Bücher mehrmals lesen müssen, um sie zu verstehen. Ganz besonders in Erinnerung ist mir meine erste Begegnung mit Zen-Literatur. "Philosophie des Zen-Buddhismus". Na, vielen Dank auch. Das Buch ist derart theoretisch abgefasst, dass ich es dreimal (!) gelesen habe. Verstanden habe ich es aber erst, nachdem ich zwischendrin auch andere - mehr praxisorientierte - Bücher las.- Nie rechtfertigen -
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18.01.2013, 14:50
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Wahrscheinlich geht es auch nicht anders. Man kann m.E. nicht "willentlich" verzeihen oder sich darum bemühen, zu verzeihen. Das Herz macht es, wenn es so weit ist. Vielleicht gehst Du grad darauf zu, wenn Du im Moment "Herzensarbeit" machst.
Mir ist es einmal völlig unerwartet "passiert". Während einer Herzensmeditation. Ohne, daß ich vorher daran gedacht hatte, es mir gewünscht oder es gewollt hatte. Ich war plötzlich "in Gedanken" bei meiner Mutter und habe ihr einfach verziehen, es ihr auch (in Gedanken) gesagt. Einfach so. Und hatte ab diesem Moment wirklich meinen Frieden damit. So konnte ich ohne jeden Groll und nur mit Mitgefühl bei ihr sein, als sie ca. ein halbes Jahr später im Sterben lag.
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Segne die Gegenwart
Vertraue Deinem Selbst
Erwarte das Beste

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18.01.2013, 15:42
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Da kann ich dir ja sowas von zustimmen. Mir ging es geradeso. Sogar meinem gewalttätigen ersten Ehemann - der mir meine gesamte Jugend versaut hat (ich habe mit 15 geheiratet) konnte ich irgendwann - peng - einfach so verzeihen. Bei meiner Mutter war es ebenso. Aber erst, als ich mich nicht mehr drum bemüht habe.
Aber vielleicht ist das vorhergehende Bemühen dennoch die Voraussetzung, irgendwann doch die Gnade des Verzeihenkönnens zu erlangen.- Nie rechtfertigen -
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18.01.2013, 15:57
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19.01.2013, 12:33Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
"... und wer trotzdem stirbt, hat sich halt nicht genug selbst angenommen und geliebt", hieße das wohl im Umkehrschluß.Zitat von Sesam
Das ist glaube ich bereits die halbe Miete. Vielleicht ist es möglich den Krebs mit bedingungsloser Selbstannahme weg-zu-lieben?
Sei mir nicht böse, aber wenn ich sowas lese, rollen sich mir die Fußnägel auf.
Kann man es nicht einfach mal so stehen lassen und aushalten, das Menschen leider Krebs bekommen und vielleicht sogar dran sterben, weil es eben einfach passiert ? Ohne, das dafür finstere Schicksalsmächte oder eine falsche Lebenseinstellung verantwortlich sind ?
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19.01.2013, 12:38Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag

Das finde ich eine gute Herangehensweise, Neurosia.Am besten geht es mir damit, dass ich jeden Tag einfach lebe. Nicht auf der "Ich lebe jeden Tag extra bewusst"-Ebene, sondern: Essen/Trinken, Dinge tun, die mir Spaß machen, lästige Pflichten erfüllen, mal schlechte Laune haben, heulen gehört auch mal dazu.
Und ich wünsche Dir noch viele, viele ganz normale Tage Leben.
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19.01.2013, 12:59Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Seltsamerweise kommt diese Einstellung immer wieder bei Krebs auf, bei anderen Krankheiten fast nie.
Das schnell gedacht wird ... ah, der hatte auch zu viele oder zu wenig Freunde, zu wenig oder zu viel Liebe, zu wenig oder zu viel Glaube. Dann gab es ja auch mal die Theorie der "Krebspersönlichkeit", die inzwischen völlig verworfen ist.
Vielleicht steckt da der Machbarkeitsglaube vieler moderner Menschen hinter ... und bei wem irgendwas nicht klappt, oder der krank wird, der ist dann "selbst schuld" auf ne gewisse Weise.
Wie war das noch? "Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."
Gerade letzteres scheint manchmal schwer zu sein.
Neurosia, ich finde Deine Einstellung dazu sehr gut
- auch von mir alles Gute!
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19.01.2013, 13:25Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag



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