Neurosia,
Was für ein schöner Wunsch! Genau das wünsche ich dir auch und ein "ohnestolpern" vorankommen.Lass es dir gut gehen, so gut wie möglich und wenn möglich, noch ein Quentchen mehr.
Keela
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11.01.2013, 09:29Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
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11.01.2013, 10:01
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Hallo zusammen,
@Neurosia: Danke für Deine Offenheit und guten Wünsche. Es tut tatsächlich gut, eine Leidensgenossin zu haben. Ich wünsche Dir auch alles erdenklich Gute!!
Ich lese gerade mein erstes e-Book: "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", noch vor meiner Erkrankung gekauft und nun leider sehr aktuell. Es ist toll geschrieben aber auch hart zu lesen, weil die Protagonistin auch Lungenmetastasen hat, weit fortgeschritten allerdings.
Gestern hab ich mich wohl doch überlastet, auch wenn es sich nicht so anfühlte. Aber mein Darm ist da ein guter Indikator, leider. Dafür bin ich seit gestern komplett ohne Schmerzmittel. Mein Gefühl, dass ich die nicht mehr brauche, hat mich also nicht getrogen. Das finde ich sehr fein.
Heute will ich mich mal etwas mehr schonen, aber ich will vor der Chemo noch so viel wie möglich erledigen, das stresst gerade etwas.
Morgengrüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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11.01.2013, 10:40Inaktiver User
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11.01.2013, 16:42
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Hallo Malina,
genau das Buch hat mir mein Chef zu Weihnachten geschenkt (ich hatte ihn allerdings ein bißchen daraufhin gelenkt, indem ich erzählt hatte, dass Christine Westermann dies Buch empfohlen hat). Wie weit bist Du? Ich habe es jetzt durch, und es ist wunderschön, berührend - und sehr traurig. Nur, dass Du vorgewarnt bist, es kann ja sein, dass so ein Buch Dich runterzieht. Klar, Krebs ist nun mal nichts fröhliches. Aber ob Du es jetzt so explizit lesen musst? Aber ich will Dir nicht den Eindruck geben, ich wollte Dich bevormunden; ich bin sicher, Du weisst, was Du Dir zumuten kannst.
Neurosia, Du auch?

LaRimbecca und happy fly, das liest sich spannend, was Ihr von Euren "Glaubenslebensläufen" berichtet. Ich hatte auch diesen vertrauensvollen Kinderglauben, von dem Du, LaRimbecca, schreibst. Bin auch durch kirchliche Jugendarbeit sozialisiert und habe da viel Schönes erlebt. Eine wirklich Zäsur in meinem Leben war allerdings meine frühere berufliche Tätigkeit in der Kirche. Nie wieder habe ich so viel Heuchelei, Pharisäertum und Falschheit erlebt. Es war wirklich ätzend, und mehr werde ich nicht dazu schreiben. Jedenfalls hat das dazu geführt, dass ich mich radikal abgewandt habe von der Kirche. Was allerdings nicht bedeutet, dass meine sprituelle Neugierde ganz weg ist. Jahrelang war "das alles" für mich ziemlich weit weg, aber offenbar immer noch da in mir. Und jetzt bin ich zwar nicht mehr gläubig im kirchlich-religiösen Sinn, aber ich bin auf der Suche und auf dem Weg. Nicht nach einer Religion - die will ich nicht mehr - aber nach Sinn, nach Tiefe, nach innerer Verbundheit zu etwas.
So etwa.Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
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11.01.2013, 19:19
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Ihr Lieben,
heute nur kurz etwas von mir...
Danke, LaRimbecca für Deine Schilderung. Da geh ich später (morgen/übermorgen) noch mal drauf ein, wenn ich mehr Luft habe.
Auch danke für den Tipp mit den 90 Prozent! Das werde ich umsetzen können...
Und für die zehn Zentimeter Maßband-Abgeschnippsel:



Liebe Malina, gut, dass Du Dir ein Netbook geleistet hast. Ich brauche auch eine Tastatur zum Schreiben, kann mir das auf einem Tablet sehr schwer vorstellen...
...konsequent meinen Weg gegangen... So im Nachhinein betrachtet ist es wohl so, ja. Aber, es war nicht immer leicht! Aber auch dazu später mehr und zum spannenden Weg des Glaubens.
Und bitte stresse Dich nicht mit den Dingen, die Du noch unbedingt erledigt haben willst
Und hey, Tabea, kann ich nachvollziehen, was Du schilderst
Ich bin ja nu auch mitten im Geschehen, ich erlebe viele "echte" Menschen, aber auch Schattenseiten. Meine Feststellung: Dadurch, dass ich von außen komme und meinen eigenen, für mich selbst definierten Glauben mitgebracht habe, gehe ich das Ganze anders an und vermittel so kirchliche Inhalte auf eine "andere" Art. Meine Chefin findet das immer ganz toll, weil ich ohne kryptische Ausschweifungen Dinge einfach auf den Punkt bringen kann (von denen ich denke, fühle, glaube, dass das die Essenz des Glaubens ist). Und das sind ja Sinn, Tiefe und innere Verbundenheit. Das ist allen Religionen gemein.
Ich glaube, dass die Globalisierung und Vernetzung der Welt da auch noch einiges ins Rollen bringen wird. Bewusstseinswandel, quasi.
So, nu aber hopp hopp. Muss noch zum Termin und dann wird in einen Geburtstag reingefeiert
Meine Woche war sehr gut. Zwei neue Auftraggeber. Ein spannendes Konzept in Arbeit. Ein großes Projekt kommt. Ein anderes auch.
LaRimbecca, wie war das noch mit den 90 Prozent???
Alles gut, mein Herz ist die Woche oft gehüpft vor Freude. Vllt war das letzte Jahr zum Üben da, und dieses Jahr darf ich das Gelernte umsetzen. Mal schauen.
Die erste Woche Jesus-Experiment habe ich heute schriftlich festgehalten. Erst mal so für mich, mal sehen, ob ich damit noch etwas "anstelle".
Wünsche Euch einen schönen Abend!
Und Neurosia:
„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“
(Peter Kuznic, kroatischer Theologe)
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11.01.2013, 20:38
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Neurosia, ich habe Deinen Beitrag erst heute gelesen. Alles Gute für Dich!
Ich fänds schön, wenn auch Du noch ein Quentchen mehr herausholst, lese Deine Beiträge hier gern.
Malina, kannst Du das, was Du noch erledigen möchtest, etwas aufteilen? Damit es nicht so viel auf einmal ist? Oder auch etwas weglassen, was nicht so wichtig ist?
Das kann ich ziemlich gut nachvollziehen. Meine engste Freundin ist auch bei der Kirche angestellt und berichtet Ähnliches. Jetzt bin ich, nicht nur in Bezug auf spirituellen Austausch, eher ein Einzelgänger. Trotzdem glaube ich, dass Gemeinschaft ein wichtiger Aspekt im Glauben ist ("Wo ein oder zwei in meinem Namen versammelt bin, da bin ich mitten unter ihnen"), aber suche auch noch meinen Weg damit. Die Kirchengemeinden hier vor Ort sind zum Einen teilweise sehr überaltert, haben zum Anderen Pfarrer, mit denen ich nichts anfangen kann, und zum Dritten sind hier viele Angebote mittlerweile dem Einsparungszwang zum Opfer gefallen. Ich weiß noch nicht, wie da mein Weg sein kann.Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.
- Robert Bresson -
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11.01.2013, 21:22
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Hallo zusammen,
@Tabea:
Wenn ich das Buch nicht schon gehabt hätte, hätte ich es wohl nicht gekauft. Es ist tatsächlich sehr hart, und ich vermute auch ein trauriges Ende. Danach werde ich auch bewusst keine solchen Bücher mehr lesen. Die Gefahr, dass mich das runterzieht, ist mir zu groß.
Um Kirche hab ich jahrzehntelang einen Bogen gemacht und meinen Glauben privat gelebt. Angenähert habe ich mich durch Exerzitien vor anderthalb Jahren. Und seither hatte ich das Glück auf viele sehr überzeugende Vertreter zu stoßen, gerade aus dem Ordensbereich, aber auch sonst. Das gibt mir schon das Gefühl, dort hinzugehören. Aber es gibt natürlich auch andere. Und ich bin ja in der glücklichen Lage, mir aussuchen zu können, mit wem ich mich abgebe. Und dann tut mir Gemeinschaft mit Gleichgesinnten auch einfach gut.
Bin gerade schon etwas weniger müde und erschöpft, was ich mal als gutes Zeichen nehme. Und mein Netbook ist verschickt worden, Hurra!!
Abendliche Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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13.01.2013, 13:37
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Einen schönen Sonntag

Wie geht es Euch? Malina, alles i. O.?
Ich wollte ja noch auf Euro Antworten eingehen...
Erst einmal: Danke!
Ich habe mich jahrelang für meinen Weg geschämt. Es waren so fünf krasse Jahre von 19 bis 24, da habe ich alles falsch gemacht, was mensch so falsch machen kann. Als ich aus der Gewaltbeziehung kam, musste ich auch erst mal Kassensturz machen und hatte 20.000 DM Schulden. Die habe ich nach und nach abgestottert und bin erst seit zwei Jahren schuldenfrei. Meine damalige stationäre Therapie hat mir sehr geholfen, wieder in das praktische Leben zurückzufinden und Vertrauen zu Menschen aufzubauen. Dann habe ich den neuen Beruf erlernt, der mich in mein jetzige Stadt führte - letztlich arbeite ich jetzt in einem anderen Beruf, den ich schon als Kind mochte
Hab das weder studiert noch irgendwas, trotzdem klappt's und keinen stört's. Ganz lange hatte ich aber immer noch das Gefühl, nicht gut genug zu sein - beruflich wie privat. Das hat sich erst mit der zweiten Therapie gelegt, die jetzt ein Jahr her ist und da ging es dann ans Eingemacht (Vater-Thema, inneres Kind usw.).
Was aber ein "Vorteil" meines schrägen Lebensweges ist, dass ich die Tiefen des Lebens kenne und deshalb die Höhen sehr genießen kann. Dankbarkeit ist für mich sehr wichtig, ich bin oft wirklich sehr dankbar. Mitgefühl ist mir auch sehr wichtig. Mich selbst zu lieben ist mir wichtig.
Und deswegen fand ich wohl das Jesus-Experiment so spannend. Ich muss ehrlich sagen, dass ich im Alltag noch immer oft gehetzt bin, ängstlich vor großen Aufgaben etc. Möchte ruhiger werden. Und das Beten die letzten Tage hat da tatsächlich geholfen. Wenn ich mich hinsetze und zu Gott - mit Gott - rede, werde ich ruhig und so ein Gefühl von Frieden breitet sich in mir aus. Das ist mir jetzt neu, und ich finde es schön.
Ich habe auch das Gefühl, dass mein Weg mich tiefer zu Gott führt. Es gab in der letzten Woche ein, zwei Begebenheiten, die mich sehr berührt haben. Und ich weiß, wenn mich etwas innerlich sehr anspricht, dann ist da was hinter. Da kommt noch etwas Großes, Schönes, Veränderndes auf mich zu. Seit meiner damaligen Krise erlebe ich es immer wieder, dass manchmal mein Inneres auf Äußeres stark anspringt, und genau da geht mein Weg dann lang - auch, wenn es erst mal total "verrückt" istEs klingt jedenfalls als hättest Du einen guten Weg für Dich gefunden, und ich wünsche Dir sehr, dass er Dich immer tiefer zu Gott führt. Das ist so eine spannende, facettenreiche Beziehung mit Höhen und Tiefen und immer wieder neuen Erfahrungen. Ich werde da wohl auch, so lange ich lebe, nie auslernen und immer weiter auf diesem Weg gehen, der ungeheuer spannend und herausfordernd ist.
LaRimbecca, "Kuschel-Glauben" ist ein toller Ausdruck
Und ja, ich kann mir gut vorstellen, dass ein junger Mensch, der christlich geprägt ist, beim Erwachsenwerden erst einmal die weltlichen Dinge wichtiger als den Glauben findet. Und oft ist es ja nun mal so, dass erst Krisen, wie Deine Erschöpfungsdepression, innere Veränderungen mit sich bringen und mensch sich wieder mehr auf sich - und dann mitunter auch auf seinen Glauben - besinnt.
Das Trainieren - ja!
Wie oben geschrieben, merke ich ja jetzt schon Veränderung.
Die zweite Lektion lautet übrigens: "Mal angenommen, Gott hätte mir etwas zu sagen". Es geht darum, wie Gott mit mir redet. Dafür soll man sich einige Bibelstellen/Verse jeden Tag durchlesen und auf sich wirken lassen. Eine davon, die mir sehr gut gefällt:
»Niemand kann zwei Herren zugleich dienen. Er wird den einen vernachlässigen und den andern bevorzugen. Er wird dem einen treu sein und den andern hintergehen. Ihr könnt nicht beiden zugleich dienen: Gott und dem Geld.
25 Darum sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um euer Leben, ob ihr etwas zu essen oder zu trinken habt, und um euren Leib, ob ihr etwas anzuziehen habt! Das Leben ist mehr als Essen und Trinken, und der Leib ist mehr als die Kleidung!
26 Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte – aber euer Vater im Himmel sorgt für sie. Und ihr seid ihm doch viel mehr wert als Vögel!
27 Wer von euch kann durch Sorgen sein Leben auch nur um einen Tag verlängern?
28 Und warum macht ihr euch Sorgen um das, was ihr anziehen sollt? Seht, wie die Blumen auf den Feldern wachsen! Sie arbeiten nicht und machen sich keine Kleider,
29 doch ich sage euch: Nicht einmal Salomo bei all seinem Reichtum war so prächtig gekleidet wie irgendeine von ihnen.
30 Wenn Gott sogar die Feldblumen so ausstattet, die heute blühen und morgen verbrannt werden, wird er sich dann nicht erst recht um euch kümmern? Habt ihr so wenig Vertrauen?
31 Also macht euch keine Sorgen! Fragt nicht: ›Was sollen wir essen?‹ ›Was sollen wir trinken?‹ ›Was sollen wir anziehen?‹
32 Mit all dem plagen sich Menschen, die Gott nicht kennen. Euer Vater im Himmel weiß, dass ihr all das braucht.
33 Sorgt euch zuerst darum, dass ihr euch seiner Herrschaft unterstellt, und tut, was er verlangt, dann wird er euch schon mit all dem anderen versorgen.
34 Quält euch also nicht mit Gedanken an morgen; der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last hat.«
Das ist zum Beispiel so ein Text, der mich wahnsinnig doll beruhigt
Zudem soll ich beim Beten zwei Fragen stellen:
Zeig mir, Gott, wie du bist.
Zeig mir, Gott, wie ich bin.
Zum Thema Kirche allgemein: Ich fand/finde es spannend, beruflich für sie tätig zu sein. Negative Erfahrungen habe ich bis jetzt noch nicht gemacht. Kann aber auch daran liegen, dass wir eine eigene kleine Abteilung im großen Ganzen sind und uns super verstehen. Trotzdem ist aber eine sehr anspruchsvolle Aufgabe und es wird viel verlangt von einem. Dennoch finde ich es für mich persönlich bereichernd, weil ich so hinter die Kulissen schauen kann. Und ich habe eine Vorstellung: Ich möchte, dass die Kirche modern(er) und alltagstauglich wird. Und ich habe schon viele dort getroffen, die das auch wollen. Miesepeter und Langweiler hab ich natürlich auch schon getroffen, aber mit denen befasse ich mich erst gar nicht

Und ja, ich finde es auch wichtig, sich über den Glauben auszutauschen.
Drum bin ich froh, hierher gefunden zu haben
Liebe Grüße,
fly„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“
(Peter Kuznic, kroatischer Theologe)
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13.01.2013, 15:50Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
...
Geändert von Inaktiver User (13.01.2013 um 16:17 Uhr)
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13.01.2013, 18:32
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Ob Du´s glaubst oder nicht: meine jetztige Stelle ist wieder bei KirchensZum Thema Kirche allgemein: Ich fand/finde es spannend, beruflich für sie tätig zu sein.
allerdings die andere "Fraktion". Und auch ich finde es spannend und bereichernd, allerdings ist es vor allem die Arbeit, die das Bereichernde ausmacht.
Ich möchte auch nicht, dass die damaligen negativen Erfahrungen eine solche Macht über mich haben. Immerhin habe ich auch viel Gutes in meinem Leben erfahren. Und wer weiß, wozu die Erfahrungen gut waren. Sie werden ihren Sinn schon gehabt haben, da bin ich ganz sicher.
Danke für die Texte übrigens!
Sesam, was wolltest Du denn schreiben? Ich würde es gern lesen.
Habt eine gute Woche allesamt!Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009


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