Liebe Malina70,
möge eines dieser himmlischen Wesen Dir heute helfen, Dich zu erholen und Zuversicht zu haben!
Liebe Tabea57 und liebe LaRimbecca,
danke für Eure freundlichen Worte.
Ja, so wie Du es beschreibst, LaBimbecca, mit dem Gottesbegriff, das sehe ich als archetypische Erfahrungen. Ich hoffe, des Ausdruck ist jetzt wirklich das, was ich meine - ich habe sicherheitshalber gegoogelt. Also ich glaube dann schon! oder sollte ich besser archaisch sagen - grübel, grübel
... Na, da nehme ich doch beides: also archtetypische und archaische Erfahrungen der Menschheit, die wir immer wieder mit den lebendigen unseres (scheinbar) modernen Ichs abgleichen. Dass Urerfahrungen des Ichs und des sozialen Miteinander und des Zusammenspiels zwischen beiden das Gottesbild geprägt haben bzw. prägen.
Deshalb denke ich schon lange, dass Lesen gefährlich sein kann und das Lesen der Fachliteratur dem Ich viel zuträglicher, weil unter den sichtbaren Wellen gefährliche Erfahrungen weitertransportiert werden.
Es ist ja bekannt, dass die Leiden des jungen Werthers eine Selbstmordwelle bei jungen Männern in ganz Europa ausgelöst hat.
Für ähnlich, wenn nicht noch mehr bis in die Gegenwart hinein gefährdend halte ich Effie Briest, ganz besonders für junge Mädchen! Ich finde, dieses Buch sollten Frauen unter 30 nicht lesen.
Ich glaube, die Nächte zwischen Weihnachten und Neujahr haben eine besondere Bezeichnung, habe ich mal gehört, komme nicht drauf.
Wah, und seit einigen Tagen werden die Tage wieder länger, dank sei Euch, liebe Sonne, lieber Mond und liebe Erde.
Liebe Grüße an alle hier im Strang
herbstblatt3
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29.12.2012, 09:21Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Geändert von Inaktiver User (29.12.2012 um 23:01 Uhr)
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29.12.2012, 17:19
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Hallo Ihr Lieben,
heute bin ich etwas weinerlich. Ich mach heute zum ersten Mal keine sichtbaren Fortschritte, bin müde, und die Schmerzmittel mussten auch wieder raufgesetzt werden. Ich mag gerade nicht mehr...
Auf der anderen Seite freu ich mich so sehr über liebe Besucher (meine Nachbarn waren schon fast alle da), Anrufe, Briefe und fühle mich dann auch wieder sehr gesegnet und beschenkt.
Verzeiht, dass ich auf Euch so wenig eingehe, aber die Tipperei auf dem Handy ist so mühsam.
Liebe Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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29.12.2012, 17:57Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Liebe Malina,
sei ganz herzlich gegrüßt und gedrückt.
Es gibt in Krankheit und Gesundheit die blauen und die grauen Tage und dein heutiger ist ein klein wenig blaugrau.
Es ist doch keine "Schande", Schmerzmittel erhöhen zu müssen, es ist eine Hilfe/Unterstützung auf dem Weg zur Genesung.
Ich schicke dir ein Päckchen Geduld mit einer dicken roten Schleife.
Alles Gute, Sariana.
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29.12.2012, 21:39
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Liebe Malina,
Du musst doch auch gar nicht auf uns eingehen. Kannst Du machen, klar, aber wir erwarten es nicht.
Jeder hier weiß, dass Du Deine Kraft jetzt erst mal zur Genesung brauchst.
Ja, und die Genesung - die geht ja auch vonstatten, wenn Du sie nicht siehst.
Sogar die Notwendigkeit der Erhöhung der Schmerzmittel kann ein gutes Anzeichen dafür sein: offenbar wachsen da schon wieder Nerven zusammen, die Schmerzen weiterleiten. Die tun jetzt ganz brav ihre Arbeit und schicken die Schmerzempfindungen in Dein Gehirn.
Ich wünsche Dir eine gute Nacht, schlaf gut durch, erwache mit Appetit aufs Frühstück und mit hoffentlich etwas weniger Schmerzen!
Liebe Herbstblatt,
(willst Du vielleicht Deinen Klarnamen oben rausnehmen?)
Die Nächte heißen - glaube ich - Rauhnächte.
Und Du glaubst, dass Bücher Empfindungen (aus einem kollektiven Unbewussten) transportieren können und so eine Art "schlechten Einfluss" auf uns haben können?
"Jedes Wort, das wir denken, sprechen oder hören, enhält feine Schwingungen, die unser Leben formen."
Das steht auf einer Karte in meiner Küche.Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
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29.12.2012, 23:12Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Liebe Malina70,
genau, Du musst hier nicht auf uns eingehen. Muss man überhaupt hier niemals, ge, wenn ich es so recht mitbekommen habe. Bin ja ziemlich jung hier - und lese manchmal nur mit und manchmal nicht.
Dein Recht ist es jetzt loszulassen (ich hasse dieses Wort irgendwie, aber hier stimmt es doch) und einfach in Dir zu sein, Dich treiben zu lassen ... und Dich verwöhnen zu lassen und zu erholen. Dafür ist das Krankenhaus da. Und auch Du gerade zum Verwöhntwerdensein und Erholen und Gesundwerden.
Das Alltagsleben kommt noch früh genug wieder.
Ich wünsche Dir eine erholsame Nacht

Und allen anderen natürlich auch!
Liebe Tabea57,
danke wegen des Klarnamens. Ja, ich glaube fest daran. Übrigens nicht nur ich. Z.B. erzählt Dorian Gray in Oscar Wildes Buch "Das Bildnis des Dorian Gray" Lord Henry, dass ein Buch ihn vergiftet habe (das Lord Henry ihm gegeben hatte).
Ich denke, Kunst und Kultur haben einen großen und gefährlichen Einfluss auf uns, wenn wir nicht stark und seelisch gesund genug sind, unser Ich zu entwickeln und zu leben und ihr Grenzen entgegenzusetzen. Dann kann sie uns aufzehren.
Das Gefährliche an Kunst und Kultur finde ich, ist auch, wenn wir nur rezipieren. Deswegen sollte jeder Mensch auch ein Stück selbst ein Künstler sein, damit die Kunst und Kultur nicht in ein Loch von ihm fällt, sondern mit seiner Künstlerseele in Wechselrede treten kann.
Und zwar ein eigenschöpferischer Mensch. Chorsingen und Klavierspielen nach Noten gilt da nicht - zu diesem Schluss bin ich gekommen. Es war eine harte Erkenntnis. Ja, aber da wird wohl jeder zu seinem eigenen Schluss kommen, nicht wahr.
Deswegen werde ich in meinem nächsten Leben Ingenieur. Brückenbauer oder Bauingenieur (meine bezaubernde Schwiegertochter 2 studiert das gerade, finde ich cool). Da habe ich eine solide Grundlage im wahrsten Sinne des Lebens.
Wobei es Bücher (für mich) gibt, die Heilwirkung haben. Da ist wohl jeder anders empfänglich. Oder lese ich ein Buch eine Zeit später, hat es eine ganz andere Wirkung auf mich, weil ich inzwischen ein anderer geworden bin.
Das alles wird mich nicht dran hindern, im Januar die Ausstellung "Schwarze Romantik" im Frankfurter Städel anzukucken, die bis 20.1. läuft.
Wir nehmen immer in leicht wechselnde Besetzung zu fünft ein Schönes Wochenendticket, buchen die Karten online, da muss man nicht so lange anstehen, nehmen auf der Fahrt Zeitungsartikel und Fachliteratur diesbezüglich mit und machen uns einen Tag lang ein vergnügliches Leben einschließlich Essen gehen, lachen, auch mal Probleme wälzen ... und uns wechselseitig Kraft zu geben. Und da die Besetzung immer mal wieder leicht wechselt, da ja alle auch noch andere zeitliche Dinge vorhaben, erweitert sich dabei unser Bekanntenkreis aufs Allerschönste, was dann hier zu Hause vor Ort weitergepflegt wird ... an Themenabenden bei jemandem zu Hause, Kochabenden, Theater- und Konzertbesuchen, Wanderungen, wobei wir fast alle mehr oder weniger selbst musikalisch in Orchestern und Chören tätig sind. Und andere sind herzlich willkommen.
Da sind Kunst und Musik wieder unsere Zaubermedien, die uns zusammenbringen und das ist wunderschön.
Wir waren z. B. diesen Sommer an einem der heißesten Tage des Jahres in Nürnberg im Germanischen Nationalmuseum zu der frühen Dürerausstellung. Ein ganz bezaubernder Tag!
Uns hat's schier festgebebbt (das ist schwäbisch und heißt festgeklebt) am heißen Steine, so wie die gotischen Wasserspeiermonster an den Kirchen. Im Museum war es fast kalt.Geändert von Inaktiver User (29.12.2012 um 23:51 Uhr)
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30.12.2012, 08:47
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Liebe Malina,
es ist schön, dass Du Dich hier meldest und kurz berichtest, wie es Dir geht.
Mit Handy zu tippen macht wirklich keinen Spaß, aber ich freue mich zu erfahren, was bei Dir gerade aktuell passiert. Gibt es schon genauere Untersuchungsergebnisse und einen Behandlungsplan? Aber wahrscheinlich ist es im Krankenhaus zwischen den Jahren auch etwas ruhiger. Bitte lass Dich nicht allzu sehr herunterziehen, wenn es mal einen Tag nicht so gut läuft. Die Tagesform schwankt eben, und gestern hast Du eben etwas mehr Unterstützung gebraucht. Du hast ja ein schönes "Unterstützungs-Netzwerk", real und hier hinter den virtuellen Kulissen. 
Liebe Herbstblatt,
ich glaube auch, dass Kunst und Kultur Einfluss auf den Menschen haben. Ich sehe es aber nicht so pessimistisch wie Du, sondern erlebe Musik, Kunst und Literatur aktiv und passiv als große Bereicherung. "Gefährlich" habe ich Bücher, Musik, Filme oder Bilder noch nicht gesehen, wobei deren Einfluss unbestritten ist. Trotzdem kann man ja auch eine gewisse Distanz beim Betrachten, Lesen oder Hören einnehmen. Effi Briest, Die Leiden des jungen Werther, Das Bildnis des Dorian Gray und andere habe ich so gelesen. Und trotzdem kann ich bei Fontane zum Beispiel die Sprache sehr genießen... Ähnlich geht es mir mit Kunst oder Musik. Wenn mich etwas unangenehm berührt, wende ich mich ab. Damit meine ich nicht, mir beispielsweise mal Bilder von Käthe Kollwitz anzusehen, die oft Trauer, Tod und Leid zum Thema haben. Das sind Seiten des menschlichen Lebens, die auch dazu gehören.
Wir haben zu Hause ein schönes Dachzimmer mit einer großen Bücherwand, zwei Staffeleien und einem Maltisch und eine Musizierecke mit meinem Keyboard und meiner Gitarre. Ich liebe diesen Raum!
In einer Ecke habe ich mithilfe von zwei Matratzen, bunten Kissen und einer roten Decke eine Art marokkanischen Baldachin eingerichtet, da liegen wir oft mit unseren Büchern, einen schnurrenden Kater dabei. Ich halte mich sehr gern darin auf und erlebe das als Kraft tanken.
Ich bin gespannt, was Du von der "Schwarze Romantik"-Ausstellung berichten wirst. Malina war ja auch schon dort, und wir hatten es in Erwägung gezogen, als wir vor zwei Wochen in der Nähe von Frankfurt waren, haben es aber zugunsten eines Treffens mit Freunden gecancelt. Wir werden vielleicht schon nächste Woche die "Im Farbenrausch"-Ausstellung im Folkwang-Museum besuchen. Ich freue mich schon drauf.Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.
- Robert Bresson -
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30.12.2012, 10:39
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Hallo Ihr,
heute geht es schon wieder besser. Keine Schmerzen mehr und Schmerzmittel wieder runter. Vielleicht bin ich den Rückenmarkkatheter dann bald mal los. Das wäre wieder etwas mehr Bewegungsfreiheit. Dann hab ich nur noch die beiden Blasenkatheter und die Harnleiterschienen, die raus müssen, was aber angeblich nicht schmerzhaft ist. Naja, Drainage und Magensonde gingen auch problemlos raus.
Seit heute hab ich auch ein eigenes Nachthemd an, nicht mehr diese subtile Erotikbekleidung namens Krankenhaushemd.
Mit den Onkologen hab ich noch nicht gesprochen. Ich denke, dass steht im neuen Jahr an. Und das reicht mir auch. Ein Schritt nach dem anderen. Entscheidend wird sein, wie weit der Krebs fortgeschritten ist. Darmkrebs ist im frühen Stadium sehr gut heilbar, wird aber meist erst spät entdeckt. Mein Tumor war ja schon recht groß und in die benachbarten Organe eingewachsen. Jetzt ist halt die Frage, ob Lymphknoten befallen sind und ob es Metastasen gibt. Wenn ja sind die Aussichten schlecht. Aber ich hoffe mal das Beste.
Liebe Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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30.12.2012, 11:12
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Liebe Malina,
ich freue mich dass deine Schmerzen weg sind und mit deinem eigenen Nachthemd bist du wieder mehr du selbst!
Ich hoffe das Beste mit!
flying is the art of falling to the ground without touching
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30.12.2012, 11:29
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Ein Schritt nach dem anderen - das ist gut so.
Darf ich Dich fragen, warum so viele Katheder notwendig waren? Nun soll der Arzt auch mal sein Versprechen halten und sie schmerzfrei entfernen!
Was hast Du denn gegen die Krankenhausnachthemden? Sooo eine schicke Farbgebung und so ein eleganter Schnitt!
Okay, das Individuelle bleibt auf der Strecke, daher gebe ich Butterblume recht.
Hast Du den "Anderen Adventskalender" mit dabei? Heute gab es einen Teil von Bonhoeffers "Von guten Mächten". Ein schöner Text, den ich auch deswegen mag, weil wir das Lied bei unserer kirchlichen Trauung gesungen haben und ich mir vom ersten Klosteraufenhalt eine Kerze mit dem Aufdruck der ersten Strophe gekauft habe.
Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Ich wünsche Dir, dass Du mit guten Hoffnungen ins neue Jahr gehen kannst.
Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.
- Robert Bresson -
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30.12.2012, 12:13
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Liebe Malina,
ich freu' mich immer, wenn ich Deine zwei Himbeeren hier aufleuchten sehe! Und ich freu' mich, dass es Dir heute wieder besser geht!
Ich denke an Dich!


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