Guten Abend!
Ich lobe mir das smartphone- so geht der Kontakt auch trotz Umzug weiter.
Liebe Malina, war die Beerdigung schon? Das mit dem Friedhof finde ich sehr schön für Euch; eine ähnliche Geschichte mit einer besonderen Grabstelle habe ich letzte Woche von einem Kollegen gehört, dessen Frau gestorben ist. Am Dienstag musste ich sehr an Dich denken, weil dort auch das Buch liegt, aus dem ich hier immer zitiere. Das lag ja schon im Karton. Ich schicke Dir in Gedanken ein wenig Trost und die wunderbare Lotusblume, die dort abgebildet ist
Hier nun Thich Nhat Hanh:
Es gibt zwei Arten von Knoten, von Hindernissen in uns. Die erste sind unsere Emotionen, die uns in Bedrängnis bringen: Angst, Aerger, Verzweifelung, Abwertung und so fort. Das zweite Hindernis sind unsere Konzepte, unsere Vorstellungen. Unser Wissen und unsere Idee von der Wahrheit hindern uns daran, frei zu sein und die Wahrheit zu erkennen. Diese zwei Knoten gilt es zu lösen.
Wenn wir spirituellen Lehren zuhoeren, geht es nicht darum, immer mehr Konzepte und Wissen anzuhäufen. Solches Gepäck ist eine Bürde, von der wir uns freimachen sollten. Weisheit und Einsicht entstehen nicht aus Wissen.
Entscheidend ist es zu praktizieren: zu atmen, zu gehen, zu sitzen, zu laecheln.
Es geht nicht darum, über unser Wissen zu sprechen, sondern darum, unsere Einsicht zu leben.
Klingt so einfach- und ist doch so schwer![]()
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29.07.2012, 22:35
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
----- Das Herz gleicht einem Garten. Es kann Mitgefühl oder Angst, Groll oder Liebe wachsen lassen. Was für Keimlinge willst Du darin anpflanzen? ------- (Jack Kornfield)
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30.07.2012, 12:58
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Da hast Du recht.
Ich kenne es von mir, dass ich gelesen habe, gelesen habe, gelesen habe. Die Menge an Informationen konnte ich sowieso nicht aufnehmen, und Erkenntnis und Handeln ging nicht Hand in Hand. Es ist auch schwer, etwas zu ändern. Es totzuhirnen, funktioniert aber auch nicht. Deswegen: kleine Schritte. Und Rückschläge nicht allzu schwer nehmen.
Steffken, seid ihr gut angekommen in den neuen vier Wänden? Gibt es noch viel zu tun?
Mögt ihr mir morgen mal die Daumen drücken? Ich habe einen Gesprächstermin, der sehr entscheidend für meinen weiteren beruflichen Weg sein wird - auf jeden Fall in positive Richtung. Ich muss aber aufpassen, mir nicht zu viel aufzuhalsen.Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.
- Robert Bresson -
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31.07.2012, 18:41
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Hallo zusammen,
@steffken: Seid Ihr gut angekommen im neuen Haus? Wie war der Umzug?
@LaRimbecca: Daumen sind gedrückt. Ich wünsch Dir echt ein berufliches Happy End!!
Die Beerdigung war heute, und ich muss sagen, sie war sehr schön. Es waren wirklich alle da, die mein Vater mochte und die ihn mochten, und war so schön, all diese Menschen versammelt zu sehen. Gestern abend waren schon gute Freunde von uns aus Österreich gekommen. Die haben uns gut abgelenkt, was uns gut getan hat. Ich habe in der Messe heute die Lesung übernommen und gemeinsam mit den österreichischen Freunden und einer Cousine die Fürbitten vorgelesen, die ich vorher rausgesucht hatte. Das war sehr schön. Ansonsten haben mich die alten schönen Worte aus der Totenmesse einfach getröstet.
Was ich allerdings etwas erschreckend fand, war, dass wir um Blumengaben geradezu bitten mussten. Meine Mutter und ich hatten einen sehr schönen Kranz, ein weiterer Kranz kam von Freunden, und die anderen Gestecke hatten wir tatsächlich erbeten, sonst hätten wir nur Geld bekommen. Nun haben wir so viel Geld für Grabschmuck, dass wir vermutlich 25 Jahre damit auskämen... Wir werden das meiste wohl zum Grabstein dazutun. Aber ich finde es wirklich schade, dass die ganzen Kränze und Gestecke immer mehr aus der Mode kommen. Alle denken irgendwie nur noch pragmatisch und geben lieber Geld. Aber ich finde einen nackten Sarg schon sehr traurig. Naja, so hatten wir nun noch genug an Blumenschmuck, und es war ganz schön.
Jetzt, wo alles vorbei ist, kommt natürlich noch mal richtig heftig die Trauer hoch, aber ich denke, das ist normal. Das wird auch wieder vergehen. Icn bin aber froh, dass ich morgen noch einen Tag frei habe. Den brauche ich wirklich noch. Am liebsten hätte ich sogar noch die ganze Woche frei, aber das gibt der Urlaub dann doch nicht mehr her. Und zwei Tage werde ich schon überleben.
Viele Grüße,
Malina
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31.07.2012, 22:54
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag


für Deinen Vater, Malina.
Es klingt nach einem guten, würdevollen und schönen Abschied, den ihr heute nehmen konntet. Und es ist schön, dass so viele Menschen Abschied genommen haben und damit auch ihrer Beziehung zu Deinem Vater Ausdruck verliehen haben.
Ich schreibe morgen mehr, bin hundemüde und muss gleich ins Bett. Das Gespräch heute war sehr gut, es eröffnet schöne Perspektiven. Nach fast vier Jahren beruflich schwieriger Zeiten habe ich gerade das Gefühl, dass endlich Land in Sicht ist.
Bis morgen!Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.
- Robert Bresson -
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22.08.2012, 14:09
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Hallo Ihr Lieben,
mittlerweile sind wir richtig angekommen im Haus. Genießen es jeden Tag und es hat sich waehrend 2 Wochen Urlaub wirklich wie Urlaub angefuehlt! Die letzte Kiste ist mittlerweile auch ausgepackt und das Buch liegt auch wieder an der richtigen Stelle.
Mehrfach musste ich an Dich @Malina denken: wie geht es Dir? Findest Du auch in Deinem Glauben Trost? Wir waren letzten Samstag auf einer Hochzeit eingeladen. Es war eine kirchliche Trauung, die mich sehr berührt hat. Es war eine evang. Trauung und die Worte, Lieder etc. waren so schoen.
@LaRimbecca: ich habe mich sehr für Dich gefreut, was Deine berufliche Situation anbelangt!
Ist doch echt toll, dass sich dort eine Perspektive entwickelt hat!
Ab nächsten Sonntag gibt's wieder die Wochentexte..versprochen....
Ansonsten hatte ich die letzten Wochen gute Gelegenheit, mit meinen beiden Söhnen bewusst (er) Zeit zu verbringen
----- Das Herz gleicht einem Garten. Es kann Mitgefühl oder Angst, Groll oder Liebe wachsen lassen. Was für Keimlinge willst Du darin anpflanzen? ------- (Jack Kornfield)
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22.08.2012, 16:05
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Ihr Lieben, wie geht es Euch ?

Ich hoffe, allen so weit gut....
@Malina
Ich weiß nicht, ob ich es schon mal geschrieben habe... ich habe die Beerdigung damals als eine wirklich schöne Abschiedsfeier empfunden - trotz meiner Trauer. Klingt, als wär es bei Euch ähnlich gewesen
@Rimbecca
Was ist nun aus Deinem Gespräch geweorden ? Hat sich etwas Gutes für Dich ergeben im Job ?
@Steffken
Ich beneide Dich
Bei uns stehen noch viele unausgepackte Kisten herum.... aber wir fühlen uns trotzdem schon sehr zuhause und geniessen das Haus auch sehr, vor allem den schönen großen Garten. Grad werden jeden Tag ein paar Brombeeren reif
Und ich bin schon ein paar mal fein in der Sonne gelegen (ja, genau, anstatt Kisten auspacken
Ich denk mir immer, die stehen in 2 Wochen auch noch da und bei schlechtem Wetter kann ich die schliesslich auch noch auspacken
).
Und es ist alles sehr, sehr schön geworden. Ich fühl mich manchmal wie ein Kind, das sich irgendwo eingeschlichen hat. Und denk immer, das ist ein Haus für Erwachsene, da hab ich doch nix zu suchen. Und dann denk ich: ALLES MEINS

Der einzige,der ein wenig Probleme hat, ist unser Kater - der Nachbarskater ist sehr sehr aufdringlich und nervt ihn, glaub ich, ein wenig... aber das wird schon werden
Und Internet geht immer noch nicht... so kann ich immer nur im Büro hier rein...aber auch das wird eines Tages so weit sein
..
Segne die Gegenwart
Vertraue Deinem Selbst
Erwarte das Beste

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22.08.2012, 19:23
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Hallo zusammen,
mir geht es so einigermaßen. Im Alltag funktioniere ich ganz gut, ich vermute mal, man merkt mir nichts groß an. Aber in mir ist schon noch eine tiefe Wunde und auch viel Traurigkeit, die ich immer wieder bewusst hochkommen lasse und mir in stillen Momenten anschaue. Man läuft schnell Gefahr, sich wieder völlig dem Alltag hinzugeben und alles andere wegzudrängen. Aber ich glaube, Auseinandersetzung ist schon wichtig. Ich bin auch furchtbar müde im Moment, froh, wenn ich von der Arbeit heimkomme und nicht mehr viel tun muss. Meine Mutter erzählte eben am Telefon ähnliches. In der Messe vor zwei Wochen ging es um den Propheten Elias, der nach einigen unschönen Erlebnissen sich irgendwann in der Wüste hinlegt und nicht mehr aufstehen will. Ich habe gelernt, dass daher der Ausdruck Eliasmüdigkeit stammt, eine frühe Form von Burnout oder Erschöpfungsdepression. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Elias wird irgendwann von einem Engel wieder auf Trab gebracht, vielleicht passiert mir das ja auch noch
.
Ob ich im Glauben Trost finde? Ja und nein. Einerseitst trägt mich der Glaube an ein Leben nach dem Tod schon sehr, das merke ich immer wieder. Ich denke oft an die Beerdigungsworte: Der Herr vollende in Dir, was er in der Taufe begonnen hat. Das finde ich sehr tröstlich, das zeigt so einen Kreislauf an, wo der Tod nicht Ende, sondern eben Vollendung ist.
Auf der anderen Seite fühle ich mich in meiner Beziehung zu Gott so in etwa wie bei einem Freund, den man um was Wichtiges gebeten hat und der die Bitte nicht erfüllt hat. Man stellt nicht unbedingt gleich die ganze Freundschaft in Frage, aber man wird vorsichtig, geht erst mal auf Distanz, kann nicht gleich wieder so richtig vertrauen. Vom Kopf her weiß man, dass einem nicht jede Bitt erfüllt wird, aber gefühlsmäßig ist man erst mal verletzt. Aber ich geh ja im Oktober noch mal für eine Woche ins Kloster, vielleicht kann ich dann ein bisschen Beziehungspflege betreiben.
@steffken: Glückwunsch zum gelungenen Einzug. Klingt alles sehr schön. Und gut, dass Du Dir Zeit für die Familie nehmen konntest.
@Jolanda:
Das
kenn ich total gut. Geht mir ganz genauso, wenn ich durch meine Wohnung gehe. Aber es ist doch ein tolles Gefühl. Ich sag auch immer, ich hab jetzt eine ErwachsenenwohnungIch fühl mich manchmal wie ein Kind, das sich irgendwo eingeschlichen hat. Und denk immer, das ist ein Haus für Erwachsene, da hab ich doch nix zu suchen. Und dann denk ich: ALLES MEINS
. Eben rief eine ehemalige Nachbarin an, und da wurde mir noch mal bewusst, wie gerne ich jetzt hier wohne und wie überhaupt nicht ich mich zurücksehne trotz der langen Fahrtzeit zur Arbeit. Die Wohnqualität macht das einfach wett.
Kommt gut durch die Woche,
Malina
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22.08.2012, 19:32
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Schön, dass dieser Strang mal wieder lebendig wird!

Malina,
Ihr beiden Umzüglerinnen, ich wünsche euch ein gutes Ankommen im neuen Heim und dass ihr euch dort dauerhaft wohlfühlen werdet! Jolanda, lass die Kater mal unter sich ausmachen, was Sache ist. Das bedeutet dann vielleicht mal einen Kratzer und Katzenjammer, aber irgendwann sind die Revieransprüche geklärt. Was macht Dein Bein? Ist es schon komplett ausgeheilt?
Beruflich hat sich tatsächlich gerade eine sehr gute Entwicklung aufgetan. Ich werde mit einer halben Stelle für die Koordination unserer Angebotsentwicklung zuständig werden, eine Aufgabe, die mich inhaltlich sehr reizt. Außerdem verbessern sich die Rahmenbedingungen: spürbare Gehaltserhöhung und die Fahrtwege zu/von der Dienststelle für diesen Anteil gelten als Arbeitszeit und ich kann die Kilometer abrechnen. Wahrscheinlich kann ich außerdem ein Home Office einrichten oder hier vor Ort ein Büro nutzen, was bedeutet, dass ich deutlich weniger Zeit fürs Pendeln aufwenden muss. Ich freue mich sehr, auch wenn es gleichzeitig ein etwas merkwürdiges Gefühl ist, nach den letzten Jahren der beruflichen "Dürrezeit" jetzt wieder recht weit vorn zu stehen und übergreifende Aufgaben wahrzunehmen. Aber jedes Mal, wenn schon etwas reinkommt, was mit der neuen Aufgabe zu tun hat, packt mich die Lust.
Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.
- Robert Bresson -
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23.08.2012, 09:01
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
@Malina
Ich finde das gut, wie Du es machst
Eben nicht einfach wieder komplett in den Alltag stürzen und die Trauer verdrängen. Sondern sie zulassen. Anschauen. Vielleicht kannst Du sie sogar eines Tages liebevoll in den Arm nehmen. Trauer ist teilweise ein sehr schmerzhaftes Gefühl, aber auch eines, das uns gerade sehr, sehr menschlich macht, finde ich.
Solltest Du eines Tages einen Engel brauchen, weil Du zuuu müde wirst, ist sicher einer für Dich da. Oder mehrere. Ich bin mir sicher, auch jetzt wacht schon einer über Dich und steht Dir bei.
Und zu Deinem "Freund"
, der Deine Bitte nicht erfüllt hat: ich bin mir sicher, er hat eben mehr daran gedacht, was für Deinen Papa das Beste ist. Und das ging in dem Moment einfach vor. Der Wunsch, geliebte Menschen hier zu behalten ist ja eigentlich eher ein egoistischer Wunsch, finde ich. Und sie bleiben ja doch trotz allem auch irgendwie immer bei uns. In unseren Herzen und unseren Gedanken 
@Rimbecca
Das hört sich prima an und freut mich sehr für Dich. Du klingst wirklich, als wärst Du voller Elan und Energie, das ist schön
Klar müssen die Kater das unter sich ausmachen - ich bin ja eh den ganzen Tag nicht da. Aber es ist schon manchmal schlimm für mich, wenn ich so mitkriege, daß er immer weniger rausgeht, und sich nur noch drin "versteckt". Wenn einer von uns "Menschen" rausgeht, läuft er sofort fröhlich und aufgregt mit raus. Gehen wir wieder rein, kommt er sofort wieder mit rein. Und er war in der alten Gegend der Oberstreuner... nur draussen, nur unterwegs. Er benutzt sogar sein Kistchen, das er in den letzten 8 Jahren nur benutzt hat, wenn er krank war und nicht raus durfte.... Und wenn er dann so jämmerlich schreit und jammert wie ein kleines Kind, wenn der andere an die Terrassentür kommt...
Und Wunden hat er schon genug davon getragen in den letzten Jahren... und in den letzten Wochen auch

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Erwarte das Beste

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23.08.2012, 18:56
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Ja, vom Kopf her sag ich mir das auch. Aber dann frage ich mich eben auch, warum es meinem Vater nicht vergönnt war, noch ein paar Jahre länger zu leben. Klar, die Frage ist müßig, wie viele Menschen sterben noch jünger. Aber es bleibt eine Frage, auf die ich in diesem Leben keine Antwort mehr bekommen werde, wo ich lernen muss zu vertrauen. Und das geht nicht von heute auf morgen, und ich will das ruhig auch etwas offen halte und den Schmerz darüber auch spüren. Alles vorschnell wegzuerklären führt ja auch oft dazu, dass die Dinge im Unterbewusstsein weiter schwelen. Insofern lasse ich ruhig auch mal alle negativen Gefühle zu. Eine stabile Beziehung sollte das aushalten können
.
Gruß,
Malina


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