Malina, hast Du denn eine größere Auswahl an Tüchern und Mützen? Ist ja wirklich ein neues Teil, das modisch integriert werden muss.
neurosia, danke für den "Fifi" auf dem Kopf - jetzt habe ich Kopfkino (unser Nachbar hat so eine haarige Fußhupe...)
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04.03.2013, 20:47
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.
- Robert Bresson -
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04.03.2013, 20:56
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Menschen, die sich für einen Aufenthalt im Kloster oder zu einem zen-basierten Kurs entscheiden, haben ja schon einen gewissen Vorlauf - die einen mehr, die anderen weniger. Die Entscheidung dafür hat ja Gründe. Daher geht sicher auch jeder individuell ganz unterschiedlich aus solch einer Erfahrung raus.
Manche wähnen sich nun unmittelbar vor der Erleuchtung, andere sehen es als Anstoß, weiterzumachen. Wieder andere konsumieren die Erfahrung wie ein stimulierendes Getränk usw.
Vor Jahrzehnten war ich seelisch total am Ende und ging in eine Selbsthilfegruppe. Dort konnte ich innerhalb wirklich kürzester Zeit eine Art "Erwachen" sprich Kraft zum Ausstieg erlangen. Fortan war ich derart euphorisiert, dass ich anfing zu missionieren. (Ich entschuldige mich noch heute bei meinem damaligen Umfeld, das ich damit sicher schwer genervt habe). Irgendwann dann fiel dieser "Missionierungszwang" von mir ab, und mir wurde klar, dass ich - wenn ich das denn unbedingt will - nicht durch Worte überzeuge, sondern durch mein So-Sein.
Während meiner Beschäftigung mit Zen stieß ich auf eine Aussage (sinngemäß): Wenn mich die Erleuchtung beim Kartoffelschälen ereilt, so sollte doch niemand davon ausgehen, wenn er nur genügend Kartoffeln schält, wird er irgendwann ebenfalls erleuchtet.
Durch meine Erfahrung in der Selbsthilfegruppe weiß ich jedoch auch, dass man sich für eine Änderung Zeit geben soll, allerdings ist auch das kein Dogma, denn - wie mir geschehen - kann es auch nach drei Monaten so nachdrücklich schnackeln, dass man das Ruder 180 Grad herumdrehen kann.- Nie rechtfertigen -
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04.03.2013, 21:09
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Ich kann leider wieder nicht ganz folgen, LaRimbecca. Ich kenne niemanden, der "Mir tut's gut"-Kurse anbietet in der Form. Alles was ich in Kursform kenne, also alles was Seriencharakter hat und alle, die dann jeweils dabei bleiben, egal ob im christlichen oder unkirchlichen Rahmen, kriegen schon die ersten zwei Male deutlich mit, dass es "Hindernisse" zu überwinden gilt, will man weitermachen. Und dabei gibt's dann auch alles das, was du beschreibst ... und noch viel mehr. Meditation ist eine lange Reihe von (eigenen) Hindernisüberwindungen ....und gerade das tut letztendlcih auch gut.
Es gibt aber auch Menschen, die brechen nach ein paar Mal ab. Aus gutem, eigenem, inneren Grund. Auch mit sehr gutem begleiter. Und das ist ok.
Mehr wollte ich nicht sagen.
Ich kenne auch keine Instant-Erleuchteten nach einem langen Wochenende. Höchstens leuchtende Augen, die sagen "das war toll".
Und ich bin davon überzeugt, dass das was du meinst - und auch Malina - ihr nicht macht, damit es euch hinterher schlecht geht.
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04.03.2013, 21:19Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
In Meditation zu gehen und eine Konfrontation mit sich auszuschließen ist gänzlich unmöglich. Sowas wie Wellness-Meditation wie hier angesprochen wurde gibt es meiner Erfahrung nach nicht. Es ist immer auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst und dem was ist. Sich bewusst werden was mein eigentliches Sein ausmacht und ist, jenseits der Rollen indem man sich mit seinen Gedanken und Gefühlen nicht mehr automatisch identifiziert. Dieses Seins-Gefühl setze ich mit der Seele/Essenz, göttlichen Anteil in mir gleich womit die Trennung von "Allem was ist" aufgehoben wird und eine Verbindung zu allen Wesen entsteht, in Liebe und Mitgefühl.
Bestenfalls!
Ich glaube die Mißverständnisse hier entstehen, weil die Praxis mit dieser Art der Achtsamkeit und Herangehensweise fehlt. Die damit gemachten Erfahrungen sind schwer vermittelbar.Geändert von Inaktiver User (04.03.2013 um 21:30 Uhr)
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04.03.2013, 21:20
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Ich bin nur auf die hier aufgeworfene Unterscheidung zwischen "Wellness-Meditation" und "richtiger Meditation" zu sprechen gekommen, kubus.
Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.
- Robert Bresson -
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04.03.2013, 23:15
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Schon klar. Das ensteht aber nur dadurch, dass hier denen, die nicht vordergründig christlich / auf bestimmte Art religiös meditieren oder erst damit beginnen, etwas abgesprochen wird. Das ist für mich nicht in Ordnung - denn s. Sesams Posting Nr. 1134.
Wer damit einsteigt - egal auf welcher Grundlage, nach welcher Schule oder mit welchem Anspruch - die erste Erfahrung ist ... uuups .... ich stehe mir selbst im Weg, so einfach ist das gar nicht .... und im besten Falle kommen alle am Ende (in der Essenz) zu einer ähnlichen Lebenshaltung. Ob über Gott / Jesus / Zen / Buddha / Achtsamkeit. Das ist das Interessante daran .... '.... und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern ...' im Christentum halt ein bisschen umwegig, schuldbeladen und hölzern im Dialog mit Gott ... aber im Prinzip geht es immer um Sein - Annehmen - Auflösen durch "umbewerten" - Sein - Annehmen - Auflösen - ...
Wahrscheinlich ist die Verwirrung jetzt perfekt.
Gute Nacht!
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04.03.2013, 23:26Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Das beeindruckt mich jetzt... Du sagst, Du suchst seit 30 Jahren nach dem Sinn?
Ich habe den Film jetzt nicht gesehen, ( nur den Anfang) aber vielleicht ist es da wohl auch ein bisschen eine Definition, was man mit Sinn meint. Geht es wirklich um den Sinn des Lebens oder nur um eine Neuorientierung in einer bestimmten Lebensphase ... Und so scheint mir ein bisschen der Ansatz der Moderatorin zu sein. Was ja eine Nummer kleiner wäre.
Ehrlich gesagt habe ich mich gefragt, ob ich überhaupt nach dem Sinn des Lebens suche, und ich bin mir da gar nicht so sicher. Für mich hat das Leben so wie es ist schlicht und einfach Sinn - in den Dingen die wir täglich tun, in den Beziehungen in denen wir wachsen, in der Kultur, die wir schaffen, in unseren Kindern, in den Diskussionen die wir führen und und und. Das Leben macht fuer mich Sinn und ganz am Grunde steht fur mich Gott als eine sichere Bank. Ich bin aber sonst schon eher ein diesseitiger Mensch und ich glaube, Du, Malina, gehst diesen spirituellen Weg viel weiter als ich. Das kann ich für mich so stehen lassen ohne es zu bewerten. Auch meine "Sinnkrisen" waren fuer mich eher diesseitig - stichwort noch nicht erfolgte Familiengruendung, aber ich habe fuer mich auch ganz diesseitige Lösungen gefunden... Vielleicht aber getragen von diesem Glauben, der mich Dinge akzeptieren lässt und dann Neues zulässt.
Menschen die noch weiter gehen als manche hier - also Ordensleute oder Priester, oder in einem anderen Sinn Künstler, sollten in meinen Augen die sein, die sich berufen fühlen .... Denn das sind ja nunmal keine normalen "Jobs" - und diese Menschen können auch vieles weiter geben.
Bin heute übrigens meine Haare losgeworden und sehe zumindest schon mal aus wie eine buddhistische Nonne. Sie sind in den letzten Tagen nur noch ausgefallen, es war einfach fies. Und heute kam die Nachbarin-Friseurin, und gemeinsam haben wir uns dem Abenteuer gestellt. Nun hab ich lustigen Flaum auf dem Kopf und ein geblümtes Tuch darüber. Neue, bessere Tücher sind bestellt, und eine Perücke werde ich mir wohl auch mal besorgen, obwohl ich glaube, dass ich nicht der Perückentyp bin.
Kahle Grüße,
Malina
Ich wünsche Dir schöne Tuchexperimente... Das wächst ja wieder nach.
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04.03.2013, 23:44
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Hallo zusammen,
melde mich - endlich wieder vereint mit meinem Liebsten- frisch geföhnt am Laptop wieder hier. Habe ihn extra hochgefahren, um mir die Mini-Doku anzuschauen. Und war angesichts Deiner Ausführungen @Malina dazu etwas irritiert, denn ich habe diese Menschen dort in keinster Weise Ego-aufgeblasen wahrgenommen.
Mir ist vor allem eine Aussage von Frau Westermann in Erinnerung geblieben, die vor der ehemals katholischen Kapelle das Laub zusammenrecht: "Jeder kann nach seiner Facon selig werden"...
Genau. Und das, was Sesam oben schreibt, ist vielleicht der Kern auch über die hier entstandene Diskussion über Religion. Was fand ich das merkwürdig, als ich das erste Mal einer Gehmeditation beigewohnt habe
...und dann sollte ich doch tatsächlich auch noch mitgehen...
Und wenn tatsächlich jmd. den Schlüssel im Rahmen einer solchen Woche zu sich selbst/ zu Gott bekommt- warum nicht möglich? Das ist doch nicht in Zeiteinheiten meßbar... Was ist denn Zeit überhaupt?
Da hat Neurosia schon einen schönen Spruch zitiert mit dem Kartoffelschälen! Ich lese zwar viel in der Richtung, kriegs aber mit meinem Siebhirn nicht wieder gegeben
.
Kubus hatte hier ja auch schon mal einen link eingestellt zum MBSR...dazu noch folgend ein link zu einem interessanten Artikel: Achtsamkeit und Christsein
@Malina: da Dein Geburtstag ja nun näher rückt, bin ich gespannt, ob Du die von Dir erwünschten Mützen als Geschenk erhältst- Du hast bestimmt ein "Mützengesicht"
...Puh, ich fühlte mich da grad an meine liebe Freundin erinnert, der wie Neurosia sämtliche Haare ausgefallen waren. Die hatte sich sowohl Mützen als auch Fifi zugelegt und hat sich ihre Augenbrauen tatowieren lassen...ihr sind sie wieder gewachsen und trägt sie aber seitdem kurz, was ihr ausgesprochen gut steht.
@Nastjenka: ich schließe mich @LaRimbecca an: ist es denn "offiziell" eine Beziehung? Und ja, warum nicht mal versuchen, Muster zu durchbrechen?
@fly: wieder da?
@LaRimbecca: klingt nach einem sehr entspannten WE (ich hätte mich an diesem gern ab und an unter Deinem Baldachin verkriechen wollen...
). Dann mal einen guten Start in die neue Arbeitswoche in der neuen Stelle!
Liebe Grüße an alle!
Ups: muss wohl mal schnell in die Kiste...
----- Das Herz gleicht einem Garten. Es kann Mitgefühl oder Angst, Groll oder Liebe wachsen lassen. Was für Keimlinge willst Du darin anpflanzen? ------- (Jack Kornfield)
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05.03.2013, 07:41Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Ja das ist für mich auch der Punkt der mir hier immer wieder aufstößt auch wenn beteuert wird "Du" bist damit nicht gemeint. Unterschwellig gibt es eben doch eine Ablehnung, wobei ich nicht verstehen kann wieso es überhaupt andere Menschen tangiert. Ich für meinen Teil rege mich nicht darüber auf welchen Weg jemand geht.
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05.03.2013, 10:34
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Mir ist beim Anschauen dieser Sendung einfach nur klar geworden, dass das einfach nicht meine Welt ist, dass ich das teilweise auch tatsächlich nicht ganz ernst nehmen kann. Aber mir ist genauso klar, dass "meine" Welt für viele hier auch total fremd und vermutlich sogar abstoßend wäre. Es würde mich komischerweise aber überhaupt nicht stören, wenn jemand das so sagen würde. Ich kann das vollkommen nachvollziehen und finde es völlig okay. Deshalb wundern mich wohl immer die Empfindlichkeiten hier.
@Nastjenka: Ich suche nicht seit 30 Jahren nach dem Sinn des Lebens, da hab ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich habe mich vor 30 Jahren entschieden, Christ sein zu wollen und diesen Weg zu gehen. Und naja ein paar Meter bin ich auf dem Weg vielleicht vorangekommen, aber ich fühl mich in vieler Hinsicht immer noch am Anfang. Und ich bin froh, wenn ich mich an Fortgeschrittenere ein wenig dranhängen kann.
@LaRimbecca: Ja, mittleriweile hab ich mir eine ganz hübschen Kollektion an unterschiedlichen Tüchern und Mützen zusammenbestellt. Ich schätze, auf eine Perücke werde wohl ganz oder zumindest weitgehend verzichten. Ich war heute zum ersten Mal mit Tuch draußen und fand es sehr okay. Ich fühlte mich sogar selbstbewusster und stärker als noch mit Haaren.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)


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