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    AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag

    Zitat Zitat von bruennette_2 Beitrag anzeigen
    (Ein Zenmeister - ein sehr lebenslustiger Mensch übrigens :-) meinte mal, dass man bereit sein muss, auf dem Meditationskissen zu sterben. Und zwar nicht nur im übertragenen Sinn. Was also anzeigt, dass Meditation - und damit schließe ich das christliche kontemplative Gebet mit ein- alles andere als eine Wellnessveranstaltung ist)
    Es gibt z.B. eine Sterbemeditation.
    Tut letztendlich auch gut. - Wie auch immer das der Einzelne erlebt.

    Aber gut, jeder ist auf dem eigenen Weg unterwegs und wenn "ein bisschen Meditation" dem ein oder anderem soviel helfen kann, dass er davon durch den Alltag getragen wird und tatsächlich stabiler und achtsamer wird, dann ist das doch auch etwas Schönes. Und wer weiß welche Türen sich auch dadurch für den ein oder anderen auftun können. :-)
    Wenn ich nicht so entspannt wellnessmeditiert wäre, könnte mir das hier richtig auf den Senkel gehen, diese Arroganz, der "richtig Meditierenden", die aber trotzdem nicht im Kloster sitzen - aber auf keiiiinen Fall nur Wellnessmeditieren. Alles klar.

    Ihr könnt euch nicht mehr an eure Anfänge zurückerinnern, oder?
    Und inzwischen ist jede Sitzung eine spirituelle Offenbarung, nicht wahr?

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    AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag

    Zitat Zitat von kubus Beitrag anzeigen
    (...) Wenn ich nicht so entspannt wellnessmeditiert wäre, könnte mir das hier richtig auf den Senkel gehen, diese Arroganz, der "richtig Meditierenden", die aber trotzdem nicht im Kloster sitzen - aber auf keiiiinen Fall nur Wellnessmeditieren. Alles klar.

    Ihr könnt euch nicht mehr an eure Anfänge zurückerinnern, oder?
    Und inzwischen ist jede Sitzung eine spirituelle Offenbarung, nicht wahr?
    Ach kubus, warum bringt Dich das so auf? Ich bin ja auch keine "richtig Meditierende". Leider. Ich wäre gern etwas willensstärker, das tägliche Gebet/Meditation konsequenter in meinen Alltag einzubauen, was mir nicht wirklich gelingt. Ich wollte auch nicht die "Wellnessmeditierenden" gegen die "richtig Meditierenden" ausspielen. Sorry! Ich habe aber schon selbst am eigenen Leib beide "Zustände" erfahren und der von Dir so benannte "richtig meditierende" Zustand als bei weitem befriedigender und befreiender erfahren (was ja in sich auch schon wieder das Paradoxon eines Ziels, das eigentlich keins sein soll, bedeutet), wenngleich er irgendwie "schwieriger" zu erfahren ist, weil das Ich, also in dem Fall mein persönliches Ich ,ja immer etwas "will". Weil ich das eben so an mir selbst kenne, deshalb habe ich mein vorheriges Posting ja auch so formuliert.

    Aber ich will hier keinen Streit entfachen und als eh' nur "stille Mitleserin" ziehe ich mich ja auch schon wieder raus!

    Nix für ungut!

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    AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag

    Zitat Zitat von kubus Beitrag anzeigen
    Wenn ich nicht so entspannt wellnessmeditiert wäre, könnte mir das hier richtig auf den Senkel gehen, diese Arroganz, der "richtig Meditierenden", die aber trotzdem nicht im Kloster sitzen - aber auf keiiiinen Fall nur Wellnessmeditieren. Alles klar.
    Ich konnte mich auch noch nicht entschliessen, in ein Kloster einzutreten.....so bin ich leider auch dazu verdammt, mir ein wenig Zeit fürs "Wellnessmeditieren" vom Alltag abzuzwacken... hilft mir ein bisserl für mein Leben. immerhin.

    .

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    AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag

    Hallo Bruenettte,

    danke, Du hast genau erfasst, was ich meinte, aber nicht so in Worte fassen konnte.

    Ich hab ja nix gegen Wellness-Meditation. Ich mach mir auch keine Illusionen, was ich auf meinem eigenen Weg, schon rein aus zeitlichen Gründen erreichen kann und auch weil es eben, wenn man nicht in eingebettet in ein ganzes Leben, das rein auf Spiritualität ausgerichtet ist, oft an Disziplin fehlt. Und wenn ich auf meinem Weg eine tiefe Erfahrung mache, was tatsächlich auch mal vorkommt, dann empfinde ich die als Geschenk und nicht als Frucht meiner Bemühungen, die höchst unzureichend sind.

    Und ich habe eigentlich immer den Eindruck, je tiefer sich jemand auf einen spirituellen Weg einlässt, desto größer wird die Bescheidenheit und die Erkenntnis des eigenen Nichtwissens und Nichtkönnens. Allenfalls die Anfänger prahlen.

    Mich hat diese Sinnsuche in fünf Tagen einfach abgestoßen, weil sie sie verlogen finde, wenn ich ehrlich bin. Ich such seit ich elf oder zwölf bin, bzw. bin seitdem ganz bewusst auf meinem Weg, nach einer klaren Entscheidung. Das sind jetzt dreißig Jahre. Und ich kann nicht sagen, dass ich so viel weiter gekommen bin seither. Ich weiß nur nach wie vor, dass ich weitergehen will, dass mich andere auf dem Weg inspirieren, und dass eine Woche Schweigen keine Wunder wirkt, allenfalls ein paar frische Impulse gibt. Der Alltag holt sich das meiste von der Wirkung dann eh schnell zurück.

    Bin heute übrigens meine Haare losgeworden und sehe zumindest schon mal aus wie eine buddhistische Nonne. Sie sind in den letzten Tagen nur noch ausgefallen, es war einfach fies. Und heute kam die Nachbarin-Friseurin, und gemeinsam haben wir uns dem Abenteuer gestellt. Nun hab ich lustigen Flaum auf dem Kopf und ein geblümtes Tuch darüber. Neue, bessere Tücher sind bestellt, und eine Perücke werde ich mir wohl auch mal besorgen, obwohl ich glaube, dass ich nicht der Perückentyp bin.

    Kahle Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag

    Zitat Zitat von bruennette_2 Beitrag anzeigen
    Ach kubus, warum bringt Dich das so auf?
    Weil es mir ausgerechnet im Achtsamkeitsstrang zu unachtsam bzw. zu unaufmerksam ist.
    Du beschreibst das Oszillieren selbst, das jeder kennt, der nicht gerade sein Leben im Kloster verbringt und schon lange "in Stille" lebt - und auch dort ist es bekannt:

    Ich bin ja auch keine "richtig Meditierende". Leider. Ich wäre gern etwas willensstärker, das tägliche Gebet/Meditation konsequenter in meinen Alltag einzubauen, was mir nicht wirklich gelingt. Ich wollte auch nicht die "Wellnessmeditierenden" gegen die "richtig Meditierenden" ausspielen. Sorry! Ich habe aber schon selbst am eigenen Leib beide "Zustände" erfahren und der von Dir so benannte "richtig meditierende" Zustand als bei weitem befriedigender und befreiender erfahren (was ja in sich auch schon wieder das Paradoxon eines Ziels, das eigentlich keins sein soll, bedeutet), wenngleich er irgendwie "schwieriger" zu erfahren ist, weil das Ich, also in dem Fall mein persönliches Ich ,ja immer etwas "will". Weil ich das eben so an mir selbst kenne, deshalb habe ich mein vorheriges Posting ja auch so formuliert.
    Warum lässt man dann solche Kategorisierungen nicht einfach aus?
    Manchmal läuft es so, manchmal anders, manchmal kommt man in ganz neue Sphären, manchmal kann man im Alltag einiges davon "halten", manchmal nicht. Eine erste Erfahrung über ein paar Tage, hinterlässt meistens größere Spuren - positive oder negative, allenfalls neutrale incl. einem "nie wieder".

    Wo ist das Problem?
    Meditationsexzellenzen und Glaubenseliten herausstellen?
    Wozu?

    Schreckt nur "Neulinge" und Neugierige ab, statt zu sagen: Einfach dranbleiben, so gut man kann, Regelmäßigkeit lohnt sich.
    Wäre schade drum.
    Und deshalb empfehle ich Achtsamkeitsmeditation nach Kabat-Zinn, es gibt dabei kein Richtig oder Falsch - nur tun oder nicht tun.
    Ist ohne jeglichen Hokuspokus für jedermann machbar, der das probieren möchte.


    Meines Erachtens wird beim Hochhalten einer - speziellen - Erfahrung außerdem nicht berücksichtigt, dass nicht alles für jeden taugt, funktioniert oder möglich ist. Manche sind überfordert mit den Ansprüchen oder auch den einfachsten Übungen, weil die Konfrontation mit sich selbst - die immer dabei stattfindet - zuviel ist. Sei es das eigene Herzklopfen, die Stille, die Gedanken ... was weiß ich. Oder sonstwas. Es gibt viele Gründe, zu etwas keinen Zugang zu finden. Ich interessiere mich auch nicht für alles, was auf der Welt, im geistigen, sprituellen ... Universum möglich ist. Von machem bin ich zwar im Ansatz sehr angesprochen - verfolge es aber auch nicht weiter. Ist auch egal. Dann lässt man es eben. Aber das gilt auch für den Weg von - z.B. Malina. Lässt man es, macht man es anders, schnuppert man mal nur rein, macht man etwas ganz anderes - oder gar nichts - ist man trotzdem gleich viel Wert wie mit ... diesem oder jenem.

    Anders ausgedrückt:
    Mir ist das menschliche Türchen zu eng in deiner und Malinas "Deutung".
    Geändert von kubus (04.03.2013 um 16:42 Uhr)

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    AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag

    Apropos Zusammenhang von meditieren und sterben.
    Auf dem Meditationskissen bereit sein zu sterben ... wenn man sich loslässt dabei .. so könnte ich das verstehen, dass meditieren jedesmal ein bisschen wie sterben ist, ja. Insofern ist das eine ... mh ... grundlegende Aussage, finde ich.
    Mein Verständnis vom Zusammenhang ist bisher, dass man über das Meditieren und "das Präsenztraining" - wenn's gut läuft - im meditativen Sinne sterben kann ...

    Mich hat, als ich noch gar nichts mit Meditations anfangen konnte, die Aussage irritiert - und auch geängstigt - dass meditieren eine Vorbereitung aufs Sterben sei. Das kann ich heute nachvollziehen.


    Aber vielleicht meinte es der Zenmeister auch ganz profan.
    Dazu würde ich sagen:
    Ja, klar. Lieber auf dem Meditationskissen sterben als vom LKW erfasst werden.
    Geändert von kubus (04.03.2013 um 17:14 Uhr)

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    AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Bin heute übrigens meine Haare losgeworden und sehe zumindest schon mal aus wie eine buddhistische Nonne. Sie sind in den letzten Tagen nur noch ausgefallen, es war einfach fies. Und heute kam die Nachbarin-Friseurin, und gemeinsam haben wir uns dem Abenteuer gestellt. Nun hab ich lustigen Flaum auf dem Kopf und ein geblümtes Tuch darüber. Neue, bessere Tücher sind bestellt, und eine Perücke werde ich mir wohl auch mal besorgen, obwohl ich glaube, dass ich nicht der Perückentyp bin.

    Kahle Grüße,

    Malina

    och mensch, auch eine gemeine Nebenwirkung, das

    Wobei manche Menschen ja sehr besonders (im positiven Sinn) aussehen, so mit ohne Haare - veilleicht gehörst Du ja dazu ?
    .

    Segne die Gegenwart

    Vertraue Deinem Selbst

    Erwarte das Beste


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    AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag

    Zitat Zitat von Jolanda_40 Beitrag anzeigen
    och mensch, auch eine gemeine Nebenwirkung, das

    Wobei manche Menschen ja sehr besonders (im positiven Sinn) aussehen, so mit ohne Haare - veilleicht gehörst Du ja dazu ?
    Leider nicht... Wie sagte mein Vater immer gerne: Nur wenige Menschen haben einen anatomisch wohlgeformten Kopf. Die anderen haben Haare . Ich gehöre dann also eher zu den anderen...

    Aber ich hab eben bei Dawanda zwei so superschön Häkelmützen gefunden, die ich mir zum Geburtstag wünschen werde. Ich glaube, es wird auch ein interessantes Modeexperiment werden.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag

    Zitat Zitat von kubus Beitrag anzeigen
    Leute die zum ersten Mal so eine Klosterwoche / Kurs / Seminar machen oder für die das wirklich eine Ausnahme vom Alltag ist, so zu sein und zu denken (oder besser: nicht zu denken) die kommen natürlich anders begeistert wieder raus als die, für die die Rahmenbedingungen zwar nach wie vor schön und angenehm sind, aber in gewisser Weise auch gewohnt.
    Hmmm, ja, da gebe ich Dir Recht. Ein positiver Einstieg kann eine gute Basis sein.

    Manche sind überfordert mit den Ansprüchen oder auch den einfachsten Übungen, weil die Konfrontation mit sich selbst - die immer dabei stattfindet - zuviel ist.
    Das ist in meinen Augen eine Frage der Methode, hier ist ein guter Begleiter/Lehrer nötig. Die Konfrontation mit sich selbst grundsätzlich außen von zu lassen, wäre mir zu wenig. Da gehe ich mit Bruenettes Argumentation. Klar kann man grundsätzlich bei einem "Das tut mir gut, das reicht mir"-Kurs bleiben. Ist nichts dagegen einzuwenden.

    Mir geht es um etwas anderes. Mir geht es darum, in Form von Gebet/Meditation zum Einen die Beziehung zu Gott zu "pflegen", zum Anderen genau darin mich auch mit mir selbst auseinander zu setzen, im ganz klassischen Sinne zum Selbst-Bewusstsein zu kommen. Was eben auch bedeutet, mit den eigenen Untiefen in Berührung zu kommen, mit den eigenen Brüchen, Ambivalenzen, Schwächen. Da hört der "Mir tuts gut"-Kurs lange vorher auf, denn das ist manchmal verdammt schmerzhaft. Ich glaube aber, dass es mich zu einem ehrlichen Umgang mit mir bringt, zu einem bewussten Umgang mit mir, zu einem im besten Falle gelassenen Umgang mit meinen Schwächen und zu einem bewussten Einbringen meiner Stärken.

    Was andere Menschen mit einem Meditationskurs oder einer Klosterwoche bezwecken, geht nur sie etwas an und nur sie können letztlich ermessen, was es ihnen bringt. Wer aber nach einem "Mir solls gut tun"-Kurs hingeht und behauptet, jetzt ein höheres Wissen erlangt zu haben und damit "erleuchtet" umzugehen, der kommt mir in etwa so glaubwürdig vor wie jemand, der ein Buch über Marathon gelesen hat und ohne jedes Training meint, diesen mitlaufen zu können.
    Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.

    - Robert Bresson -

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    AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Leider nicht... Wie sagte mein Vater immer gerne: Nur wenige Menschen haben einen anatomisch wohlgeformten Kopf. Die anderen haben Haare . Ich gehöre dann also eher zu den anderen...

    Aber ich hab eben bei Dawanda zwei so superschön Häkelmützen gefunden, die ich mir zum Geburtstag wünschen werde. Ich glaube, es wird auch ein interessantes Modeexperiment werden.

    Viele Grüße,

    Malina
    Zwei meiner Chemotherapien bescherten mir die totale Ganzkörperkahlheit - incl. Wimpern und Brauen. Beide Male wollte ich keine Perücke; das konnte ich mir einfach nicht vorstellen, unter so einem Fifi zu schwitzen, von den JuckOrgien ganz zu schweigen. Mit Tüchern und Mützen ging es für mich sehr gut. Allerdings bin ich extrem uneitel, und es war mir auch egal, ob man erahnen konnte, dass ich die Mütze nicht gegen die Kälte trug. Bei meiner jetzigen Chemo hab ich die Haare behalten, ist mir genauso egal, wie mit ohne Haare.
    - Nie rechtfertigen -

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