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02.03.2013, 20:56
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
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Segne die Gegenwart
Vertraue Deinem Selbst
Erwarte das Beste

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03.03.2013, 13:35
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Danke Euch!

Steffken, gute Besserung für den Kleinen! Es hört irgendwie nicht auf, die Erkältungswelle ebbt immer noch nicht ab.
Ich bin gerade zurück von einem Wochenende mit einer ganz lieben Freundin, die ich schon über ein Jahr nicht mehr gesehen habe. Es war eine schöne Zeit mit ihr mit tollen Gesprächen, einem leckeren Essen und "Skyfall" auf DVD (hatten wir beide im Kino verpasst). Ich war nach dem ganzen Streß der letzten Wochen eigentlich ziemlich müde, aber es war eine dieser Begegnungen, die einem lebendig machen und den Wert einer tollen Freundschaft aufzeigen.
Jetzt ist aber Couchsurfing und Kater bekuscheln angesagt, vielleicht nachher auch noch eine Badewanne.Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.
- Robert Bresson -
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03.03.2013, 18:58Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Liebe Larimbecca,
das klingt doch nach einem guten Jobeinstieg und einem guten Wochenende.
Ich habe mein Wochenende unter anderem zum "Frühjahrsputz" genutzt, oder besser zum Waschtag.
Muss auch mal sein.
Dann habe ich auch noch "meinen" Weltenbummler getroffen.
Es war gut ihn zu sehen und wir haben ganz gut geredet.
Scheinen immer wieder an dem gleichen Punkt anzukommen, ich wünsche mir mehr, er meint es nicht geben zu können. Und beide können die Sicht des anderen verstehen, ich frage mich allerdings schon, ob eben auch Angst bei ihm dahintersteckt.
Mittlerweile kennen wir uns ja ganz gut und scheinen wieder an dem gleichen Punkt anzukommen ... und der bevorstehenden Trennung. Am Ende gab es auch ein paar positive Gedanken, wie, dass es doch auch ein Muster ist, dass wir vielleicht doch durchbrechen können? Ich weiß es nicht.
Für mich muss sich etwas ändern, denn so "halbe Sachen" kann ich nicht. Dass ich dabei keine ganz normale 24-Beziehung erwarten kann ist mir schon klar, das habe ich ihm auch gesagt.
Sonst wäre es eben auch ein Mensch der mir viel bedeutet und der mir mittlerweile doch sehr vertraut ist, den ich vielleicht - wieder einmal - verliere.
Aber vielleicht wäre - mit etwas Abstand - ja auch eine ganz normale Freundschaft möglich.
Nun, das nur als Gedanken zwischendurch zu meinem Wochenende.
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03.03.2013, 19:50
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Hallo Ihr,
ich hatte ein schönes Wochenende mit Freundin und Patenkind, auch wenn wir das geplante Programm etwas zusammenstreichen musste, bzw. ich nicht an allem teilnehmen konnte. Aber egal, was blieb, war immer noch genug, dass ich mal wieder ein wenig auftanken konnte. Es war auch bitter nötig nach dieser harten Woche und vor der nächsten Chemogabe.
Aber was ich eigentlich erzählen wollte, weil es irgendwie hier in den Strang passt. Heute nachmittag war im WDR eine Doku mit Christine Westermann auf dem Weg zu sich selbst. Dieser Weg hat sie in den Benediktushof geführt, dem Zentrum für überkonfessionelle Spiritualtität des ehemaligen Benediktinermönchs Willigis Jäger. Nun ja, da kamen zugegebenermaßen all meine Vorurteile wieder hoch. Die Kursteilnehmer, die da intervierwt wurden, wirkten alle so bestürzend erlöst und erleuchtet. Und Christine Westermann, die erst mit einer gesunden Skepsis an die Sache heranging und durchaus dieselben Fragen stellte, die ich auch hätte, auf die sie aber keine für sie befriedigenden Antworten bekam, fand am Ende auch, dass sie irgendwie erlöst und erleuchtet sei. Alles klar, nach fünf Tagen im Schweigen, mit ein bisschen Meditation und Laubrechen...
Ich hab nicht mal was gegen diese Kurse, und wenn es jemandem gut tut, dort eine Woche einfach zu sitzen und zu schweigen, dann sei es ihm herzlich gegönnt. Ich weiß ja sehr wohl, wie gut das Schweigen tun kann. Aber diese Pseudo-Erlöstheit ginge mir da, glaub ich, schwer auf den Zeiger. Manchmal denke ich, das ist so eine typische Zeitgeisterscheinung: Ich mach ja jetzt einen Kurs für nicht gerade wenig Geld und opfere meine Zeit, also MUSS dabei auch mindestens die Erleuchtung herausspringen.
Und ich bin davon überzeugt, dass es, egal welchen Weg man auch einschlägt, jahrelanges, wenn nicht jahrzehntelanges beständiges Üben erfordert, um auch nur ein paar Schritte voranzukommen. Bis man jemandem wirklich anmerkt, dass in seinem Inneren was angekommen ist, vergeht sehr viel Zeit, die diese Pseudo-Erlösten im Leben nicht haben. Ich hab die vermutlich auch auch nicht, aber ich weiß das wenigstens. Ich weiß, wie schnell man im Alltag daran scheitert, sich konsequent Zeit für Stille zu nehmen, wie schwer es oft fällt, still zu werden, wie viele alltägliche Dinge einen wieder zumüllen. Und wie man in einer neuen Woche Schweigen praktisch wieder von vorn anfängt.
Und lustigerweise erschien mir gerade dort, wo es ja ausdrücklich darum geht, das Ego loszulassen, das Ego vieler Menschen unendlich aufgeblasen ist mit Erleuchtung und Erkenntnis. Sowas macht mich ja ehrlich gesagt total misstrauisch. Würden die Leute da kleinere Brötchen backen, könnte ich mich wohl viel eher damit anfreunden.
Das nur so als Beobachtung am Rande.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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03.03.2013, 21:17
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Das kenne ich auch. Und habe beim Lesen Deiner Beschreibung als erstes gedacht: "Mal schauen, was im Alltag übrig bleibt." Es ist sehr wertvoll, sich einige Tage rauszuziehen aus dem Alltagsgetummel und sich auf dieses Thema zu konzentrieren. Es ist sicherlich auch gut, damit man Meditations- und/oder Kontemplationstechniken kennen lernen kann. Aber der Transfer in den Alltag ist schwierig und bei allem Wollen nicht immer einfach, dies dauerhaft zu implementieren. So empfinde ich es zumindest. Und dann dauert es noch mal eine Zeitlang, bis all das dazu führt, seine Haltung oder sein Verhalten zu ändern.
Nastjenka, bist Du mit Deinem "Weltenbummler" zusammen, habt ihr Beziehungserfahrungen? Ich glaube, es ist immer schwer, wenn die Bedürfnisse in einer Beziehung zu weit auseinander gehen. Dann wird aus Kompromissen ein Verbiegen und irgendwann wird genau das das Problem. Sicherlich kann man Anregungen bekommen von dem, wie andere eine Partnerschaft angehen oder die Welt sehen. Aber irgendwann gilt es zu unterscheiden zwischen dem, was man an sich selbst ändern will und kann, weil es zu einem passt, und dem, wo man klar sagen muss, dass man sich dann zu stark von sich selbst entfernt.Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.
- Robert Bresson -
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04.03.2013, 10:57Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Hallo Malina,
schön das Dein Wochenende trotzdem gut verlaufen ist.
Die Sendung hätte mich auch interessiert. Leider habe ich sie nicht gesehen so kann ich nur auf Deine Beschreibung anworten.
Ich sehe das etwas anders. Was jeder Einzelne aus so einer Woche mitnimmt, wie sich das auf sein zukünftiges Leben auswirkt, wie er die Erkenntnisse in den Alltag einbringt, können wir nicht wissen. Mutmaßungen mag ich nicht anstellen und ich finde das steht keinem zu.
Ich denke was man durch so einen Aufenthalt mitnimmt sind Erfahrungen, wie Seins-Zustände die Orientierung geben und das Erlernen von Techniken und Verhaltensweisen wie man immer wieder dahin kommen kann.
Diese Erlebnisse sind Motivation auf den Weg weiterzugehen. Um zu wissen wohin ich will, muss ich erstmal wissen wie sich das anfühlt, wie es ist. Inwieweit sich jemand darauf einlassen möchte ist jedermanns Entscheidung die ich nicht bewerten möchte.
Was Pseudo-Erlöstheit, Erleuchtung ist, sein soll weiß ich nicht.
Zitat:
Und lustigerweise erschien mir gerade dort, wo es ja ausdrücklich darum geht, das Ego loszulassen, das Ego vieler Menschen unendlich aufgeblasen ist mit Erleuchtung und Erkenntnis. Sowas macht mich ja ehrlich gesagt total misstrauisch. Würden die Leute da kleinere Brötchen backen, könnte ich mich wohl viel eher damit anfreunden.
Auch das kann ich nicht beurteilen. Ich denke aber es ist doch ganz natürlich das die Menschen voller Begeisterung und Freude von ihren Erlebnissen erzählen, wenn sie danach befragt werden. Das heißt noch lange nicht das sie dies ständig vor sich hertragen.
LG SesamGeändert von Inaktiver User (04.03.2013 um 11:04 Uhr)
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04.03.2013, 11:14
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Hallo sesam,
naja, es gibt halt so Leute, die ihr Erlöstsein so sichtbar vor sich hertragen, dass es mich regelrecht aggressiv macht. Die Menschen, die auf ihrem spirituellen Weg, wie immer er im Einzelfall auch aussehen mag, wirklich weit gekommen sind, haben das gar nicht nötig. Die wissen sehr genau, wie wenig sie immer noch wissen. Ich glaube, deshalb mach ich die Exerzitien inzwischen auch so gerne in Gesellschaft von Ordensschwestern, weil die so unaufgeregt sind und sich nach einer Woche Schweigen nicht fühlen wie der King of Currywurst, weil sie ja so wahnsinnig intensive spirituelle Erlebnisse hatten.
Ich bin davon überzeugt, dass jeder spirituelle Weg vor allem Zeit, Zeit, Zeit fordert, viel viel mehr Zeit als die meisten von uns, die sich diesem Weg eben nicht vollständig verschreiben, jemals werden aufbringen können. Und deshalb sollte man lieber mal kleine Brötchen backen und sich klar machen, wie wenig man sich wirklich bewegt hat. Aber es ist halt in und passt gut in ein ohnehin schon randvolles Leben. Dann eben noch die Erleuchtung im fünf-Tage-Kurs mitnehmen. Und ich kenn dieses Pseudo-Erleuchtete durchaus auch aus christlichen Kreisen, allerdings eher aus den freikirchlichen Milieus.
Einer wurde gestern am Schluss noch gezeigt, der drei Jahre in einem buddhistischen Kloster gelebt hat. Und den allein fand ich tatsächlich überzeugend, weil er deutlich machte, wie wenig im Alltag tatsächlich umsetzbar ist und womit man sich am Ende begnügen muss. Der hatte diese Unaufgeregtheit, die mir wirklich authentisch erschien.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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04.03.2013, 11:54Inaktiver User
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Hallo Malina,
ich bin überrascht! Nachdem ich den Film gefunden und angesehen habe kann ich Deine Reaktion ehrlich gesagt gar nicht mehr nachvollziehen. "Wo will ich noch hin mit meinem Leben?" - WDR MEDIATHEK - WDR.de
Das was Frau Westermann erzählt, beschreibt finde ich ganz bescheiden und authentisch. Auch die Beiden mit denen sie gesprochen hat wirkten auf mich keineswegs abgehoben. Für mich ist es ein sehr berührender, stiller Film der in der Kürze das Thema natürlich nicht umfänglich darstellen kann.
Zitat:
Einer wurde gestern am Schluss noch gezeigt, der drei Jahre in einem buddhistischen Kloster gelebt hat. Und den allein fand ich tatsächlich überzeugend, weil er deutlich machte, wie wenig im Alltag tatsächlich umsetzbar ist und womit man sich am Ende begnügen muss. Der hatte diese Unaufgeregtheit, die mir wirklich authentisch erschien.
Ganz im Gegenteil er sagt wie einfach es ist im Alltag umzusetzen, indem man immer wieder das Gedankenkarusell stoppt, seine Wahrnehmungen beobachtet, im "Jetzt" ankommt. Um mehr geht es doch nicht! Und das alleine Malina ist soviel und wunderbar!!!!!!!!!!!!!!!!
Ich habe dabei nicht das Gefühl mich "begnügen" zu müssen! Was möchtest Du? Wo willst Du hin?
LG Sesam
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04.03.2013, 13:38
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Ich nehme das auch anders wahr. Leute die zum ersten Mal so eine Klosterwoche / Kurs / Seminar machen oder für die das wirklich eine Ausnahme vom Alltag ist, so zu sein und zu denken (oder besser: nicht zu denken) die kommen natürlich anders begeistert wieder raus als die, für die die Rahmenbedingungen zwar nach wie vor schön und angenehm sind, aber in gewisser Weise auch gewohnt.
Und für mich persönlich ist es auch mit die wichtigste und - gerade wenn es darauf ankommt - die schwierigste Übung, im Jetzt präsent zu sein / zu bleiben. Als Nonne oder Mönche wäre ich auch unaufgeregter in meinem Alltag .....bei solch klaren und strikten Rahmenbedingungen und Tages- / Jahresstrukturen. Da bleibt viel Energie auf die Konzentration des Selbsts / des Gegenübers / des Gebets / von Gott / der momentanen Tätigkeit ....
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04.03.2013, 15:22
AW: Bewusst und achtsam durch den Alltag
Hallo liebe Malina, ich kann sehr gut nachvollziehen, was Du meinst!

Hab' mir nun die Minidoku in der Mediathek angesehen. Ich fand/finde den Film als erste Info über die Thematik zunächst mal nicht schlecht. Und klar, ein knapp 30 Minuten-Film kann ein so riesiges Thema wie "Sinnfindung" (noch dazu ein so umspannendes Thema wie "Wo will ich noch hin in meinem Leben?"), nur an der Oberfläche anreißen. Deshalb aber auch: Obgleich ich den Film ganz interessant fand, bin ich doch auch ein wenig befremdet/amüsiert, dass 30 Minuten Film (und einen 5 Tage- Schnellkursus im Schweigen und in Zenmeditation) doch anscheinend "genügen", auch einer Christine Westermann, dann ganz schnell zu einer Antwort auf ihre doch so wichtige Frage zu verhelfen. Irgendwie schon lustig, dass in relativ knapper Zeit ein im Film dokumentierter Wert wie "Sich_wieder_Zeit_für_die_einfachen_Dinge_nehm en" doch sehr schnell abgehandelt wird.
Nun gut.-
Aber worauf ich hinauswill: Ich glaube, dass die Problematik des Praktizierens von etlichen buddhistische Meditationstechniken wie z.B. Zen darin liegt, dass sie von ihrem ursprünglichem Sinnzusammenhang - das zweck_lose, absichtslose Sein zu üben UND dabei das Ego dem großen, hinter allem liegenden Sinn (m.a.W.: Gott) unterzuordnen - abgelöst wurden und aus dem zwecklosen dann doch für viele eine zweckgerichtete Praxis wird. Also: Für viele bedeutet Meditation dann nichts weiter mehr als das Praktizieren von Techniken, das eigene Ego (also den eigenen Körper & Geist) auf der Basis des Wellness-Gedankens doch immer weiter zu optimieren, wobei das eigentliche Ziel dann ist, das Ich dadurch achtsamer, bewusster, stabiler, gesünder, widerstandsfähiger zu machen (war nicht vor kurzem erst ein Artikel über die positiven Seiten von Meditation in einer Printausgabe der Brigitte erschienen?) ,was ja im Grunde auch nicht verwerflich ist.
Allerdings sollte man sich dann den Unterschied zu den Menschen, die diese Techniken in ihrem ursprünglichen Zusammenhang leben und dafür oft ihr ganzes Leben in die Waagschale werfen (ja, ich bin ganz der Meinung von Malina: es braucht Zeit, Zeit und nochmals Zeit um auch nur ein Stückchen auf diesem Weg voranzukommen), bewusst machen und nicht erwarten, dass von "ein bisschen Meditation" die gleichen Ergebnisse zu erwarten sind. (Ein Zenmeister - ein sehr lebenslustiger Mensch übrigens :-) meinte mal, dass man bereit sein muss, auf dem Meditationskissen zu sterben. Und zwar nicht nur im übertragenen Sinn. Was also anzeigt, dass Meditation - und damit schließe ich das christliche kontemplative Gebet mit ein- alles andere als eine Wellnessveranstaltung ist)
Aber gut, jeder ist auf dem eigenen Weg unterwegs und wenn "ein bisschen Meditation" dem ein oder anderem soviel helfen kann, dass er davon durch den Alltag getragen wird und tatsächlich stabiler und achtsamer wird, dann ist das doch auch etwas Schönes. Und wer weiß welche Türen sich auch dadurch für den ein oder anderen auftun können. :-)



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