Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 16
  1. User Info Menu

    Vom Leben vergessen

    Hallo zusammen!

    Ich lese nun schon seit einigen Wochen hier, und muss sagen, dass das Niveau sehr hoch ist, und ich schon viel Information fuer mich selbst verwenden konnte. Ab und zu gab's jemanden, der aehnlich wie ich denkt und fuehlt.

    Was mich seit laengerem bewegt, ist, dass ich mich vom Leben ausgegrenzt fuehle. Das klingt nach Depression, ist aber sicher keine, jedenfalls nicht im pathologischen Sinn. Ich WILL ja was tun, finde aber keine Moeglichkeit, trotz bester Bemuehungen. Hier sind ein paar Beispiele, an denen ich zu knabbern habe.

    1. Ich lebe getrennt, auf zwei Kontinenten. Eine Wahl wurde mir derzeit nicht gegeben. Es ist, wie es ist, und damit muss ich mich abfinden. Ob wir jemals wieder zusammenkommen, steht in den Sternen. Er will, dann aber auch nicht.

    2. Die Ehe ist schon seit ueber zehn Jahren sexlos. Nichts half. Ich sollte mich damit einfach abfinden. Es ist, wie es ist. Als ich einen Strang ueber schizoide Persoenlichkeitsstoerung fand, wurde mir vieles klarer. Ich vermutete bereits schon sowas in der Richtung. Er ist nicht besonders an dem Thema interessiert.

    3. Im Job laeuft's auch nicht gut. Mein Chef ist keine Fuehrungskraft, und macht dieses Problem nun zu meinem. Zuerst laesst er zu, dass eine andere Kollegin mir meine Arbeit wegnimmt. Als ich daraufhin genuegend andere Aufgaben fand, mit seiner Genehmigung, die auch zu unbezahlten Ueberstunden fuehrten (ich mich aber nicht beklagte, weil es Spass machte), sollte ich nun die Aufgaben, die mir die Kollegin unterm hintern wegnahm, wieder uebernehmen, weil sie damit ueberfordert ist (das letztere wurde so nicht ausgesprochen, ist aber so, mangels Berufserfahrung und Ausbildung). Da ich schon elf Stunden pro Tag arbeite, lehnte ich ihre Anfrage dankend ab. Sie rannte zum Chef, und das fuehrte zum Eklat, da er sie 100% deckt, weil er sie als seine Nachfolgerin nominiert hat. Diese Aufgaben waren schon seit jeher ein Teil meiner Stellenbeschreibung, aber es war auch eine neue Position. Ich diskutierte derzeit mehrfach mit dem Chef, warum er es zuliesse, dass sie die fuer mich bestimmte Arbeit einfach macht. Er schwafelte herum, dass alles noch neu sein, und seine Balance finden muesse, klaerte die Sache jedoch nicht mit ihr. Meine Stellenbeschreibung hatte ich damals noch nicht, die gab er mir erst nach vier Monaten und mehrfachem Nachhaken. Jetzt stehe ich kurz davor, den Job zu verlieren, weil ich "meine" Arbeit nicht erledigen kann/will. Er sagte, dass wir alle "busy" seien, und dass das kein Gruend waere, die Arbeit auszuschlagen. Vor noch ein paar Wochen hatten wir ein Meeting, bei dem er mir zusaetzliche Aufgaben uebertrug, wohlwissend, dass das fast zu einem Doppeljob fuehrt. Er redete von Neueinstellungen zur Entlastung, tut aber nichts. Ich bin ziemlich ratlos. Der Stellenmarkt ist sehr flau. Ich fuehle mich regelrecht von ihm verarscht.

    4. Ich suche neue Freunde, vielleicht auch eine temporaere Mann/Frau Beziehung. Unsere Ehe ist offen (wie kann sie das nicht sein, unter solchen Umstaenden?). Da geht auch nichts. Ich denke, dass ich einiges zu bieten habe, das scheint aber nicht recht rueberzukommen.

    Nun sitze ich da, und Dinge, die fuer viele selbstverstaendlich sind, wie Freunde, Familie, Sex, oder vielleicht einen ertraeglichen Job, scheinen mir unerreichbar hinter einer Glasscheibe, ohne Zugang. Manchmal macht mich das unruhig. Ich bin nicht dumm, oder haesslich, bestreite meinen Lebensunterhalt allein fuer mich und meinen Sohn, ich bin ehrlich und loyal, auch bei der Arbeit, werde als sehr zuverlaessing eingestuft, und leiste sehr gute Arbeit. Im grossen und ganzen bin ich nicht anders, als die andern, aber ich bin so gottseelenallein. Zuerst dachte ich, all das sei ein Abgrenzungsproblem. Ich weiss mich aber durchaus abzugrenzen, aber es bringt nicht viel. Ich fuehle mich vom Leben im Stich gelassen, und suche Wege zurueck zur "Normalitaet", und ein gewisses Zugehoerigkeitsgefuehl.

    Habe ich bei meinen Denkansaetzen Dinge uebersehen? Falls Euch was dazu einfaellt, wuerde ich mich ueber Beitraege oder einen Austausch freuen!!

    LG,
    Lindenmausi

  2. Inaktiver User

    AW: Vom Leben vergessen

    Liebe Lindenmausi,
    erstmal - das Leben meint es gerade wirklich nicht gut mit dir.

    Einfach mal einige ungeordnete Gedanken:

    Interessant finde ich, wieviel Raum du deinen Problemen einräumst. Eine Ehe in der Krise beschreibst du mit wenigen Sätzen. Dein berufliches Problem nimmt einen langen Absatz ein. Siehst du das so? Dann könnte es - abseits aller anderen Konstellationen - sein, dass deine Balance nicht stimmt.

    Was ich lese, sind viele Probleme. Wie sieht es aus mit den Lösungsversuchen? Nicht selten ist es so, dass sich viele Dinge ändern, wenn man nur eine Baustelle mal richtig angeht - anstatt vor dem Berg an einzelnen Schwierigkeiten zu sitzen. Mal als Beispiel: Wenn du deine Ehe komplett beendest, ergeben sich für dich vielleicht ganz andere Möglichkeiten in Sachen Beziehung und Freundschaften. Eine Partnerschaft, die nur im Hintergrund besteht und keinen wirklichen Mehrwert hat, muss sich eigentlich auf alle Lebensbereiche lähmend auswirken, denke ich mir.

    Oder ein neuer Job: Wenn du den Gedanken mal durchspielst, dir - eventuell andernorts - eine neue Anstellung zu suchen, wird das sicher Veränderungen in deinem Bekanntenkreis, in deiner Lebensqualität auslösen.

    Das Leben wird sich nicht deiner "erinnern". Du musst es schon selbst in die Hand nehmen. Aber dazu müsstest du wissen, was du wirklich willst. Es heißt ja so schön: Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Ausreden ... Wie sehen deine Traumbeziehung, dein optimaler Job, deine ideale Freizeitgestaltung aus? Kannst du dir vielleicht eine Auszeit nehmen, um einfach mal Listen zu machen, Pläne zu schmieden, Pros und Cons zu deinen einzelnen Baustellen aufzuschreiben? Dann kannst du die als erste angehen, die dir am lösbarsten scheint. Und lösbar sind sie alle: Du bist gesund, du kannst offenbar was, also hast du dein Leben in der Hand.

    Grüße, Cariad

  3. User Info Menu

    AW: Vom Leben vergessen

    Cariad,

    Du hast recht. Mein Beitrag misst dem Job sher viel Gewicht bei, und der Ehe hingegen weniger. Das scheint zum einen nur so. Ich habe zum einen in einem anderen Strang schon ausfuehrlicher darueber geschrieben, und wollte mich daher nicht mit Details wiederholen. Zum anderen existiert diese Baustelle schon sehr lange. Eine Scheidung waere momentan eine auch finanzielle Zusatzbelastung, darueber sind wir uns einig. Dennoch ist keiner so recht auch dazu bereit. Offen, getrennt, so wie es jetzt ist, scheint es zu gehen. Ich brauche mehr Naehe als er. Eine Scheidung wuerde dem nicht abhelfen.

    Da mein Leben zur Zeit dennoch ein Gewurstel ist, waere eine unverbindliche Beziehung eine Loesung, temporaer. Zumindest, um ein gewisses Defizit zu decken.

    Jobmaessig habe ich eine Bewerbung abeschickt. Der Job liegt 100 km von mir entfernt. Die Dinge laufen derzeit nicht gut (hier in den USA). Umzug ist nicht moeglich, das ist keine Ausrede. Ich wuerde meine Zelte schon ganz gerne abbrechen. Also bin ich auf lokale Angebote angewiesen. Zumindest noch fuer die naechsten vier Jahre.

    Ich weiss irgendwie schon gar nicht mehr so recht, was ich mir als ideal vorstellen soll. Das Asperger Syndrom meines Sohnes und die sterile Ehe haben mein Gefuehlspensum heruntergefahren. Ich bin zum Mr. Spok mutiert, sozusagen. Ich haette gehofft, dass eine temporaere Beziehung mich wieder etwas beleben wuerde. In der Vergangenheit hat das funktioniert.

  4. Inaktiver User

    AW: Vom Leben vergessen

    Lindenmausi, deine anderen Threads habe ich gelesen. Und ich lese immer wieder: dies geht nicht, das geht nicht. Und dabei willst du weder den Weltfrieden noch zum Mars fliegen, sondern einfach bloß eine gute Beziehung und einen guten Job. Das sind keine Dinge der physikalischen Unmöglichkeit. Natürlich wären eine Scheidung drin, ebenso wie ein Umzug - aber eben nur, wenn du das wirklich wolltest. Offenbar willst du es nicht. Dann stellt sich aber die Frage: Was genau willst du denn?

    Kannst du dich daran erinnern, wann du das letzte Mal rundum glücklich warst?

    Grüße, Cariad

  5. User Info Menu

    AW: Vom Leben vergessen

    Zitat Zitat von Lindenmausi Beitrag anzeigen
    Ich weiss irgendwie schon gar nicht mehr so recht, was ich mir als ideal vorstellen soll. Das Asperger Syndrom meines Sohnes und die sterile Ehe haben mein Gefuehlspensum heruntergefahren. Ich bin zum Mr. Spok mutiert, sozusagen. Ich haette gehofft, dass eine temporaere Beziehung mich wieder etwas beleben wuerde. In der Vergangenheit hat das funktioniert.
    Hallo Lindenmausi,

    wie alt ist denn dein Sohn? Ich kenne diese Krankheit nicht, muss mich erstmal schlau machen. Welche Auswirkungen hat sie auf euer Leben?

    Ich verstehe nicht ganz, weshalb du denkst, deinen Job verlieren zu können. Scheinbar arbeitest du für zwei Mitarbeiter. Weshalb sollte man dich also rauswerfen?
    Ich kenne die Widersprüche im Arbeitsleben. Auch ich habe Vorgesetzte, die ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind. Das ist sehr schwer zu ertragen, weil die Verantwortung auf den eigenen Schultern schwer lastet.

    Ich denke, der einzige Weg, damit umzugehen ist, es locker zu nehmen. Lass die Arbeit liegen, die du nicht schaffst und mache die, die deine Chefs von dir verlangen. Eins nach dem anderen. Wenn man dich dann los werden möchte, dann sollte es so sein. Man kann es nicht allen Recht machen. Frag deinen Chef, was erste Priorität hat und halte dich daran. Ich mache das im Zweifelsfall (wenn die Chefs hektisch werden) auch so. Diese Entscheidung überlasse ich denen. Sie sollen sagen, was zuerst fertig gestellt werden soll. Gib den Ball zurück.

    Wenn du Existenzängste hast oder Panik deswegen, dann nimm dich zurück und atme ruhig durch. Sonst drehst du irgendwann durch. Du kannst nur dein Bestes geben. Mehr geht nicht.

    Nach miesen Zeiten kommen gute. Vertrau darauf (bei mir hat es bisher immer geklappt).


    Im Privatleben musst du aktiv werden. Wenn du einen Mann kennenlernen möchtest, dann antworte auf Annoncen oder Internetbekanntschaften oder setze selber so etwas in Zeitungen oder ins Internet. Dann hast du die Auswahl. Unverbindliche Beziehungen sind für Männer Gold wert. Das kann gar nicht sein, dass du da keinen findest.

    Aber darauf hoffen, dass dich jemand anspricht - das kann vergebene "Mühe" sein.

    Liebe Grüße
    animosa
    Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.

  6. Inaktiver User

    AW: Vom Leben vergessen

    Cariad hat eigentlich schon vieles geschrieben, dem ich zustimmen möchte.

    Mir fällt auf, dass Du zu jedem (hier genannten) Problem immer eine Einschränkung findest, warum es zu keiner Änderung der Situation kommen kann.
    Und so machst Du Dich zum Opfer der Umstände.
    Du WILLST ja.
    Aber Du KANNST halt nicht.

    Zitat Zitat von Lindenmausi Beitrag anzeigen
    1. Ich lebe getrennt, auf zwei Kontinenten. Eine Wahl wurde mir derzeit nicht gegeben. Es ist, wie es ist, und damit muss ich mich abfinden. Ob wir jemals wieder zusammenkommen, steht in den Sternen. Er will, dann aber auch nicht.
    Und Du trägst dieses "er will, dann aber auch nicht" mit. Du lässt zu, dass er will oder nicht, statt Dir darüber klar zu werden, was Du willst.
    Willst Du diese Ehe unter den gegebenen Voraussetzungen fortsetzen?
    Wenn nein, bestehen - realistische! - Chancen, dass sich etwas in Eurer Beziehung ändert?

    Zitat Zitat von Lindenmausi Beitrag anzeigen
    2. Die Ehe ist schon seit ueber zehn Jahren sexlos. Nichts half. Ich sollte mich damit einfach abfinden. Es ist, wie es ist. Als ich einen Strang ueber schizoide Persoenlichkeitsstoerung fand, wurde mir vieles klarer. Ich vermutete bereits schon sowas in der Richtung. Er ist nicht besonders an dem Thema interessiert.
    Tja, siehe oben. ER ist nicht interessiert.
    Es ist auch völlig wurscht, ob und in welcher Form auch immer er gestört ist oder nicht, DU wirst es nicht ändern können, wenn er es nicht will. Kannst DU damit leben - oder nicht?
    Von alleine wird Dein Mann sich nicht ändern.

    Zitat Zitat von Lindenmausi Beitrag anzeigen
    3. Im Job laeuft's auch nicht gut. ... Ich fuehle mich regelrecht von ihm verarscht.
    Das ist zwar blöd gelaufen.
    Aber auch da fährst Du mit angezogener Handbremse. Du musst Dir das nicht gefallen lassen, Du kannst Dich wehren und/oder die Stelle wechseln.

    Zitat Zitat von Lindenmausi Beitrag anzeigen
    4. Ich suche neue Freunde, vielleicht auch eine temporaere Mann/Frau Beziehung. Unsere Ehe ist offen (wie kann sie das nicht sein, unter solchen Umstaenden?). Da geht auch nichts. Ich denke, dass ich einiges zu bieten habe, das scheint aber nicht recht rueberzukommen.
    Wie auch, wenn Du Dich trotz allem an Deinen Mann gebunden fühlst?

    Zitat Zitat von Lindenmausi Beitrag anzeigen
    Ich bin nicht dumm, oder haesslich, bestreite meinen Lebensunterhalt allein fuer mich und meinen Sohn, ich bin ehrlich und loyal, auch bei der Arbeit, werde als sehr zuverlaessing eingestuft, und leiste sehr gute Arbeit. Im grossen und ganzen bin ich nicht anders, als die andern, aber ich bin so gottseelenallein.
    Aber Du hast eine Höllenangst, irgendetwas ernsthaft an Deinem Leben zu ändern. Das ist schade, denn Du verbaust Dir damit alle Möglichkeiten in alle anderen Richtungen.

    Was ist nur so verlockend daran, lieber im vertrauten kleinen Elend zu bleiben, anstatt die Fesseln zu sprengen?

  7. User Info Menu

    AW: Vom Leben vergessen

    Das mit den Internetanzeigen laeuft nicht so doll. Ueberrascht mich eigentlich auch nicht, nachdem was ich hier schon alles darueber gelesen habe. Eher zieht es mich noch mehr runter, weil ich anfange zu glauben, dass was mit mir nicht mehr stimmt. Da es aber anderen auch so geht, lass ich's halt mal weiterlaufen, und nehm die Sache nicht ganz so ernst. Ich verkauf mich auch nicht so gut online. Im echten Leben habe ich da etwas mehr Glueck, aber zu wenig Zeit, um zu suchen. Klar, verheiratete Maenner findet man wie Sand am Meer, aber das lass ich lieber.

    Die Sache mit dem Job wird sich morgen klaeren. Ich moechte einfach nicht, dass mein Chef so mit mir umgeht, und taeglich die Regeln aendert. So kann ich einfach nicht arbeiten. Was heute geklaert scheint, wird morgen ein Problem. Ein Teil meiner Arbeit ist zu einem gewissen Grad unplanbar, weil er sich mit der akuten Krankenpflege in der Intensivstation befasst. Da gibt's keine genaue Zeitplanung, die Patienten diktieren den Tagesablauf. Das passt nicht zusammen mit der Verwaltungsarbeit, die zusaetzlich von mir verlangt wird. Zum einen soll ich bei Meetings teilnehmen und praesentieren, zum anderen in der Intensivsation zur Verfuegung stehen, die in zwei Wochen an Groesse verdreifacht wird. Statt die Verwaltungsarbeit abzunehmen, will er mir die Station wegnehmen, oder zumindest meine Zeit dort reduzieren, um mich zu Verwaltungarbeiten mehr heranzunehmen. Das macht keinen Sinn, es gibt auch keinen Ersatz fuer mich, und es war ausserdem von Anfang an geplant, dass ich in der Station zur Verfuegung stehe nach der Vergroesserung. Die Gruende dafuer sind mir unbekannt. Er ist im allgemeinen sehr unverbindlich, und aendert haeufig seine Strategie. Ich weiss nicht, woran ich bin, aber er teilt auch den anderen Parteien nicht mit, dass ihre Erwartungen nicht mehr gedeckt werden durch mich, das ueberlaesst er mir. Selbst wenn ich fuer seine Entscheidngen nicht verantwortlich bin, macht es mir das Arbeiten und den Umgang mit anderen nicht einfach. Man soll ja schliesslich dem Chef loyal zur Seite stehen, das wird bei uns erwartet.

    Cariad, die Scheidung will ich nicht, zumindest kann ich mir das jetzt nicht vorstellen, trotz allem. Umziehen, der Traum existiert schon eine Weile. Habe zum Teil auch schon Dinge in die Wege geleitet, wie z.B die berufliche Lizenz in einem anderen Bundesstaat zu erwerben. Die Realitaet hat mich dann aber wieder ganz schnell eingeholt. Ich bring's nicht uebers Herz, meinen Sohn 2000 Meilen von mir allein leben zu lassen, ohne Freunde und Familie. Er ist grademal 18, mit Asperger (einer Form des Autismus, mit sozialen Stoerungen). Ich hoffe, dass er nach dem College soweit gereift ist, dass er allein leben kann. Wo ich hinziehen moechte, gibt es keine Uni mit seinem Studienfach. Wo wir jetzt leben, hat er eine erstklassige Schule fuer sein Studienfach, und kann zuhause wohnen.

  8. User Info Menu

    AW: Vom Leben vergessen

    Nellifer, ja, ich habe Angst. Es ist ein Gefuehl, das ich sonst von mir nicht kenne. Aber es haelt mich gefangen. Vor Jahren entwickelte ich sehr starke Panikattacken. Ich hatte zuerst keine Ahnung, was mit mir geschieht. Mir fiel aber auf, dass ich Dinge, die ich frueher sehr genossen habe, nicht mehr tue. Die Attacken habe ich bis auf einige Ausrutscher unter Kontrolle. Das geht sehr gut, wenn man weiss, wie man sich selbst helfen kann. Aber es blieb irgendwas zurueck.

    Wenn ich mit Leuten fortgehe, fuerchte ich mich davor, dass mir eine Attacke den Abend ruiniert. Ich empfinde den jetzigen Zustand als gewisse Sicherheit, auch wenn ich rational weiss, dass er mir icht gut tut.

    Zum anderen tue ich mir etwas schwer mit neuen Kontakten. Wenn die Wellenlaenge stimmt, ist alles in Ordnung, oft tut sie es aber nicht, und dann fuehle ich mich als Alien. Irgendjemand hier hat vor Jahren eine Diskussion darueber begonnen in diesem Forum. Dem kann ich aus ganzem Herzen zustimmen.

    Ich halte mich daher zurueck, aus Angst, dass es geht doch wieder schief geht, und ich mir das dann auch noch zu Herzen nehme, und mich selbst eben noch mehr in Frage stelle als ich es ohnehin tue.

    Habe mich aber zur Therapie angemeldet.

  9. User Info Menu

    AW: Vom Leben vergessen

    Hallo Lindenmausi,

    bei all dem was du schreibst unterliegst du zwei gravierenden Denkfehlern.

    1. Du beschreibst eine gewisse Hilflosigkeit. Die kann ich allerdings nicht sehen, bzw. denke ich, dass die meisten Menschen nicht so hilflos sind, wie sie meinen. Statt zu handeln gibst du die Entscheidungen über dein Leben deinem Mann. Wenn er sich nicht entscheidet, ob er wieder mit dir richtig zusammen auf dem selben Kontinent in der selben Wohnung leben will, dann musst du entscheiden, was DU willst. Aber das scheinst du nicht zu tun. Statt dessen verharrst du im luftleeren Raum und wartest auf eine Entscheidung von außen. Warum? Weil es sich besser damit leben lässt, wenn man die Verantwortung und sowas wie "die Schuld" einem andern zuschustern kann?

    Mir fällt da der Spruch ein "Wer sich nicht entscheidet, hat sich entscheiden." Und mir scheint, dass du dich - wenn auch unbewusst - durch dein Verharren gegen ein besseres Leben entschieden hast. Warum du das tust, kannst nur du selbst wissen.

    2. Du fühlst dich vom Leben vergessen. Da frage ich dich: Wer ist das, das Leben? Sind das "die" andern? Die Wohnsiedlung? Die Zeit? Der Rasen? Wer also ist "das Leben"? Und warum lagerst du mit dieser Fragestellung automatisch "das Leben" aus, raus aus dir? Das Leben ist das, was DU daraus machst. Nicht dein Mann, nicht deine Nachbarn, nicht dein Chef. Denn du hast bei allem im Leben immer die Wahl, egal um was es geht.
    Geändert von beklamo (15.04.2012 um 22:49 Uhr)
    Man wandelt nur das, was man annimmt.

    C.G. Jung


    Nein ist ein ganzer Satz.


    Keine Ahnung von wem

  10. User Info Menu

    AW: Vom Leben vergessen

    Zitat Zitat von Lindenmausi Beitrag anzeigen
    Klar, verheiratete Maenner findet man wie Sand am Meer, aber das lass ich lieber.
    Nun ja, du bist auch verheiratet.

    Du möchtest Unverbindlichkeit.

    Alles kann man nicht haben. Du musst dich wohl doch entscheiden. Wenn du einen Mann für unverbindliches Zusammensein suchst, dann bekommst du auch einen, der dich nicht hält, wenn du ihn am nötigsten brauchst.
    Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.

Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •