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    AW: Vom Leben vergessen

    hallo,

    ich hab mir jetzt alle beiträge so durchgelesen und wollte hier mal etwas dazu schreiben.

    du fühlst dich also vom leben "vergessen"? ICH hab mich auch lange zeit vom leben "vergessen" gefühlt. und zwar schon als kind.

    Warum? nun ja...auf jeden fall war oder ist das ergebnis eine komplexe posttraumatischen belastungsstörung. falls dich oder euch interessiert was das bedeutet, könnt ihr das ja mal googeln.

    ich will auf gar keinen fall deine probleme nichtig erscheinen lassen. aber ein tipp von mir wäre soziale vergleichsprozesse zu ziehen. um einfach zu sehen was du alles trotzdem in deinem leben hast.

    kennst du deine bedürfnisse? in deinem leben geht es um deine bedürfnisse. du musst mit deinem leben glücklich sein und sonst niemand.

    wahrscheinlich hast du mehr in deinem leben als andere menschen. es gibt welche die haben NICHTS. und wenn jetzt stimmen auf kommen die schreien "das ist doch nicht unser/ihr problem. dann kann ich auch nicht helfen.

    vielleicht nimmst du alles zu ernst? das leben ist ein spiel. und irgendwann ist es aus.

    man muss im übrigen auch bestimmt dinge nehmen wie sie sind. einfach akzeptieren. nicht immer gegen alles und jeden versuchen anzukämpfen.

    vielleicht hilft dir meine antwort...vielleicht auch nicht...

    gruß

    cc

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    AW: Vom Leben vergessen

    Zitat Zitat von crazy_cookie Beitrag anzeigen
    vielleicht nimmst du alles zu ernst? das leben ist ein spiel. und irgendwann ist es aus.
    Sehr schön ausgedrückt.

    Ich habe mir mal eine Vorstellung im Planetarium angesehen ("Der Urknall"). Dabei wurde mir bewusst, wie klein - nein winzig - und vergänglich wir sind. Wir sind nur Sternenstaub.

    Wichtig sind wir alle nicht wirklich, auch wenn viele das von sich glauben.

    Liebe Grüße
    animosa
    Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.

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    AW: Vom Leben vergessen

    Zitat Zitat von Lindenmausi Beitrag anzeigen
    Ein Teil meiner Arbeit ist zu einem gewissen Grad unplanbar, weil er sich mit der akuten Krankenpflege in der Intensivstation befasst. Da gibt's keine genaue Zeitplanung, die Patienten diktieren den Tagesablauf. Das passt nicht zusammen mit der Verwaltungsarbeit, die zusaetzlich von mir verlangt wird. Zum einen soll ich bei Meetings teilnehmen und praesentieren, zum anderen in der Intensivsation zur Verfuegung stehen, die in zwei Wochen an Groesse verdreifacht wird. Statt die Verwaltungsarbeit abzunehmen, will er mir die Station wegnehmen, oder zumindest meine Zeit dort reduzieren, um mich zu Verwaltungarbeiten mehr heranzunehmen.
    Ich finde das schon ziemlich beeindruckend, dass du der Krankenpflege erste Priorität einräumst in deinem Arbeitsalltag. Du gehst nun wirklich nicht den Weg des geringsten Widerstandes.

    Dein Chef müsste froh sein, so eine Mitarbeiterin haben zu dürfen und die Patienten erst!

    Ich bewundere übrigens Krankenschwestern (u.-pfleger) sehr. Was man in diesem Beruf leisten muss ist schon fast übermenschlich. Es gehört wohl auch Idealismus dazu.

    Natürlich löst das nun deine Probleme nicht. Tipps kann ich dazu von hier aus auch nicht geben. Ich selber verlange nach Verstärkung, wenn es mir zu viel wird. Ich spreche das ganz direkt an und es hat eigentlich bisher immer Erfolg gehabt. Vielleicht solltest du dir ein Konzept vorbereiten, wie du mit deinem Chef und ggf. dessen Vorgesetzten in die Gesprächsverhandlungen gehst.

    Liebe Grüße
    animosa
    Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.

  4. Inaktiver User

    AW: Vom Leben vergessen

    Zitat Zitat von Lindenmausi Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen!

    Ich lese nun schon seit einigen Wochen hier, und muss sagen, dass das Niveau sehr hoch ist, und ich schon viel Information fuer mich selbst verwenden konnte. Ab und zu gab's jemanden, der aehnlich wie ich denkt und fuehlt.

    Was mich seit laengerem bewegt, ist, dass ich mich vom Leben ausgegrenzt fuehle. Das klingt nach Depression, ist aber sicher keine, jedenfalls nicht im pathologischen Sinn. Ich WILL ja was tun, finde aber keine Moeglichkeit, trotz bester Bemuehungen. Hier sind ein paar Beispiele, an denen ich zu knabbern habe.

    1. Ich lebe getrennt, auf zwei Kontinenten. Eine Wahl wurde mir derzeit nicht gegeben. Es ist, wie es ist, und damit muss ich mich abfinden. Ob wir jemals wieder zusammenkommen, steht in den Sternen. Er will, dann aber auch nicht.

    2. Die Ehe ist schon seit ueber zehn Jahren sexlos. Nichts half. Ich sollte mich damit einfach abfinden. Es ist, wie es ist. Als ich einen Strang ueber schizoide Persoenlichkeitsstoerung fand, wurde mir vieles klarer. Ich vermutete bereits schon sowas in der Richtung. Er ist nicht besonders an dem Thema interessiert.

    3. Im Job laeuft's auch nicht gut. Mein Chef ist keine Fuehrungskraft, und macht dieses Problem nun zu meinem. Zuerst laesst er zu, dass eine andere Kollegin mir meine Arbeit wegnimmt. Als ich daraufhin genuegend andere Aufgaben fand, mit seiner Genehmigung, die auch zu unbezahlten Ueberstunden fuehrten (ich mich aber nicht beklagte, weil es Spass machte), sollte ich nun die Aufgaben, die mir die Kollegin unterm hintern wegnahm, wieder uebernehmen, weil sie damit ueberfordert ist (das letztere wurde so nicht ausgesprochen, ist aber so, mangels Berufserfahrung und Ausbildung). Da ich schon elf Stunden pro Tag arbeite, lehnte ich ihre Anfrage dankend ab. Sie rannte zum Chef, und das fuehrte zum Eklat, da er sie 100% deckt, weil er sie als seine Nachfolgerin nominiert hat. Diese Aufgaben waren schon seit jeher ein Teil meiner Stellenbeschreibung, aber es war auch eine neue Position. Ich diskutierte derzeit mehrfach mit dem Chef, warum er es zuliesse, dass sie die fuer mich bestimmte Arbeit einfach macht. Er schwafelte herum, dass alles noch neu sein, und seine Balance finden muesse, klaerte die Sache jedoch nicht mit ihr. Meine Stellenbeschreibung hatte ich damals noch nicht, die gab er mir erst nach vier Monaten und mehrfachem Nachhaken. Jetzt stehe ich kurz davor, den Job zu verlieren, weil ich "meine" Arbeit nicht erledigen kann/will. Er sagte, dass wir alle "busy" seien, und dass das kein Gruend waere, die Arbeit auszuschlagen. Vor noch ein paar Wochen hatten wir ein Meeting, bei dem er mir zusaetzliche Aufgaben uebertrug, wohlwissend, dass das fast zu einem Doppeljob fuehrt. Er redete von Neueinstellungen zur Entlastung, tut aber nichts. Ich bin ziemlich ratlos. Der Stellenmarkt ist sehr flau. Ich fuehle mich regelrecht von ihm verarscht.

    4. Ich suche neue Freunde, vielleicht auch eine temporaere Mann/Frau Beziehung. Unsere Ehe ist offen (wie kann sie das nicht sein, unter solchen Umstaenden?). Da geht auch nichts. Ich denke, dass ich einiges zu bieten habe, das scheint aber nicht recht rueberzukommen.

    Nun sitze ich da, und Dinge, die fuer viele selbstverstaendlich sind, wie Freunde, Familie, Sex, oder vielleicht einen ertraeglichen Job, scheinen mir unerreichbar hinter einer Glasscheibe, ohne Zugang. Manchmal macht mich das unruhig. Ich bin nicht dumm, oder haesslich, bestreite meinen Lebensunterhalt allein fuer mich und meinen Sohn, ich bin ehrlich und loyal, auch bei der Arbeit, werde als sehr zuverlaessing eingestuft, und leiste sehr gute Arbeit. Im grossen und ganzen bin ich nicht anders, als die andern, aber ich bin so gottseelenallein. Zuerst dachte ich, all das sei ein Abgrenzungsproblem. Ich weiss mich aber durchaus abzugrenzen, aber es bringt nicht viel. Ich fuehle mich vom Leben im Stich gelassen, und suche Wege zurueck zur "Normalitaet", und ein gewisses Zugehoerigkeitsgefuehl.

    Habe ich bei meinen Denkansaetzen Dinge uebersehen? Falls Euch was dazu einfaellt, wuerde ich mich ueber Beitraege oder einen Austausch freuen!!

    LG,
    Lindenmausi

    hallo Lindenmausi!

    allein der titel deines stranges hat mich die ganze zeit davon abgehalten, reinzulesen.

    Vom Leben vergessen

    ich sehe/lese garkeine probleme.
    du lebst ein leben, wie millionen anderer menschen auch. nix vom leben vergessen.
    willkommen in der realität.

    lebst eine fernbeziehung und hoffst, dass dein mann sich entscheidet.
    wie viele frauen warten darauf, dass ER entscheidet und sie verharren in lauerstellung....ich möchte es garnicht so genau wissen.

    beruflich wirst du ausgenutzt.
    hab ich selbst mitgemacht.
    ich war gut und es hiess, ja dann mach doch noch das und das...andere waren ständig krank oder sonstwie verhindert das und das zu leisten und wurden befördert.
    irgendwann hab ich kapiert, ich muss nicht überall "hier" schreien, um dann festzustellen, ich werde doch nur ausgenutzt.

    das mit deinem sohn ist nicht ohne und laugt dich wahrscheinlich aus, aber ich kenne frauen mit gesunden kindern die nicht mal das auf die reihe kriegen. trotz hilfe von rechts und links.

    freunde.
    dein beruf nimmt dich so in beschlag, dass dafür kaum zeit bleibt.
    DU setzt hier die prioritäten.
    du hast wahrscheinlich freunde um dich rum und bemerkst sie nicht - ich denke da an deinen beruf - ausser der kollegin die dich ausnutzt.
    jeder mensch hat sozialkontakte - jeder - und manchmal kennen einen die kollegen besser als jede freundin.

    fazit: für mich bist du stark, denn du hälst all dies schon jahrelang aus.

    vielleicht solltest du NUR deine sichtweise zu all dem mal ändern.
    mal das positive aus allem sehen.

    mann ist weit weg, du kannst tun und lassen was du willst....etc.
    es gibt frauen, die würden da aufatmen.

    ich hoffe, du verstehst was ich dir damit sagen will.

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    AW: Vom Leben vergessen

    Vielleicht solltest du wirklich einmal die positiven Aspekte an deinem Leben in den Vordergrund stellen: Du hast einen Job und offenbar traut man dir dort sehr viel zu. Das liegt wahrscheinlich daran, dass du alle Aufgaben bisher (nach außen hin) ohne zu murren übernommen und gut ausgeführt hast. Ein Jobwechsel ist in meinen Augen da nicht die richtige Lösung, da du in einem neuen Job wahrscheinlich schnell wieder in eine ähnliche Situation kommen würdest. Du solltest ganz klar Grenzen ziehen und deinem Chef und der Kollegin sagen, was geht und was nicht. Das ist sicher nicht leicht, da du dich durch dein bisheriges Verhalten schon sehr in eine Schublade hast pressen lassen.
    Wenn du eine Scheidung/Trennung nicht wirklich willst, dann ist das vielleicht der Grund, weshalb du auch keine "Affäre" findest, denn innerlich bist du noch zu sehr mit deinem Ehemann verbunden, um offen für andere zu sein. Ohne einen wirklichen Abschluss wird es doch schwierig werden, sich auf eine neue Beziehung einzulassen.
    Ein Umzug scheint mir jedenfalls auch nicht die richtige Lösung, denn deine Probleme resultieren doch eher aus deiner Gefühlswelt. An einem anderen Ort würde sich nach kurzer Zeit wieder eine ähnliche Situation ergeben, fürchte ich. Und: die räumliche Trennung von deinem Mann scheint ja bereits jetzt nichts zu bewirken. Auch verstehe ich, dass du deinen Sohn nicht alleine lassen willst.
    Vielleicht solltest du dir doch überlegen, professionelle Hilfe zu holen. Vielleicht hast du dich wegen der ganzen Sache mit dem Asperger Syndrom deines Sohnes bisher zu sehr auf dessen Probleme konzentriert und im Verhältnis dazu kommt dir dein Zustand vielleicht "nicht so schlimm" vor. Hinzu kommt deine Arbeit auf der Intensivstation! Im Vergleich zu den Schicksalen, mit denen du täglich konfrontiert wirst, kommt es dir wahrscheinlich absurd vor, sich wirklich zu beschweren. Doch viele Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten und jahrelang funktionieren, schaffen dies nur, weil das Privatleben sehr stabil ist. Ohne diese Stabilität kommt es doch nicht selten zu dem was man heute so schön als "Burn out" bezeichnet. Das habe ich jedenfalls von einer Bekannten gehört, die selbst Krankenschwester ist.
    Sicher hat jeder einmal schlechte Phasen, die man durch positives Denken oder kleine Änderungen der Gewohnheiten überwinden kann. Wenn die Situation aber wie bei dir solange andauert und sich auf Job und Privatleben auswirkt, kann eine Therapie aber unter Umständen viel mehr bewirken.

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    AW: Vom Leben vergessen

    Ich finde es toll, mit welcher Offenheit man sich hier begegnet. Ganz im Gegensatz zu der Kultur, in der ich derzeit lebe. Ihr habt mir viel Stoff zum Nachdenken mit auf den Weg gegeben. Im Grunde genommen bin ich nicht so ein Weichei, wie es meine Beitraege reflektieren. Ich beiss' mich immer durch, was bleibt einem auch anderes uebrig. Nur komm' ich gerade da an, wo ich mich frage: und was ist mit mir?? Das Ich ist mir wohl in meiner Auseinandersetzung mit dem Asperger Syndrom abhanden gekommen. Ich weiss nicht, ob ich Freunde habe. Ich weiss nur, dass Prioritaeten anderen zugestanden werden, und ich keine Seele kenne, ausser meinem Sohn, die mich interessant genug findet, um mich in deren Dunstkreis aufzunehmen. Das klingt uebel, aber ich pass halt nicht dazu. Ich offenbare hier mal so mein Innerstes, denn nach aussen merkt das kein Mensch. Ich wirke meistens sehr selbstbewusst, habe eine "starke Persoenlichkeit", und weiss, was ich will. Wissen darf ich es, nur mit dem Umsetzen klappt's halt nicht so recht.

    Anfangs genoss ich meinen Freiraum, aber ist ist, wie mit allem im Leben, nur eine Frage der Dosis. Um mit alldem besser klar zu kommen, fange ich eine Therapie an.

    Herzlichen Dank an alle, die sich die Muehe machten, zu antworten, und mir Denkanstoesse lieferten!!!

    Lindenmausi

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